Tschechische Republik: Bedingungen für Handel und Investition

Investitionen im Gesundheitswesen und in der Energieeffizienz erforderlich

Insgesamt ist das Bruttoinlandsprodukt der offenen Volkswirtschaft im Jahr 2020 wegen der Corona-Pandemie um fast sechs Prozent zurückgegangen. Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln, steigerte die Regierung die Investitionsausgaben und ermöglichte den Unternehmen u.a. verkürzte Abschreibungen, so dass 2021 ein BIP-Wachstum von drei Prozent erzielt wurde. Für das Jahr 2022 erwarten Experten noch einen Anstieg um knapp zwei Prozent.

Aktuelles und Perspektiven

Tschechische Republik

Aktuelle Informationen zu Corona in Tschechien, die für Unternehmen interessant sind, haben u.a. das Industrie- und Handelsministerium, die AHK des Landes und die Förderagentur zusammengestellt. Weitere Ansprechpartner finden Sie in dieser Länderinformation.

Die Corona-Krise hat den Investitionsbedarf im Gesundheitswesen deutlich gemacht. Bis zum Jahr 2027 sollen Investitionen in Höhe von 450 Millionen Euro getätigt werden. Nachholbedarf besteht auch bei der Energieeffizienz und der Kreislaufwirtschaft. Darüber hinaus steigt in dem hochindustrialisierten Land das Interesse an Lösungen für Industrie 4.0. Tschechien ist sowohl als Absatz- und Beschaffungsmarkt als auch als Investitionsstandort attraktiv. Großes Interesse besteht im Land an Projekten mit höherer Wertschöpfung. Insgesamt sind mehr als 100.000 ausländische Unternehmen verschiedener Größe in Tschechien aktiv, darunter etwa 6.000 deutsche. Gründe für deren Engagement sind die leistungsbereiten Arbeitskräfte, die Qualität der Zulieferer, die relativ günstigen Arbeitskosten im Vergleich zu westlichen Ländern und die zentrale Lage. Unzufriedenheit gibt es wegen der mangelnden Transparenz öffentlicher Auftragsvergabe und der fehlenden Digitalisierung der Verwaltung. 

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in der Tschechischen Republik, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet diese Länderinformation.

Tschechische Republik

Deutschland ist für die Tschechische Republik sowohl beim Export als auch beim Import der wichtigste Handelspartner, die gemeinsame Grenze umfasst gut 800 Kilometer. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte im Jahr 2021 ein Volumen von gut 97 Milliarden Euro. Am kumulierten Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Höhe von fast 189 Milliarden US-Dollar betrug der Anteil Deutschlands im Jahr 2020 fast 15 Prozent, dies bedeutet den dritten Platz hinter den Niederlanden und Luxemburg.

Besondere Chancen für deutsche Unternehmen sieht die AHK Tschechien für Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik, wie beispielsweise in der Wasserwirtschaft, der Gebäudesanierung und der Erhöhung der Energieeffizienz. Im Bereich erneuerbare Energien wird vor allem im Bereich Biomasse und Wasserenergie Potenzial gesehen. Eine Zielmarktanalyse über die Energieeffizienz in der Industrie hat die AHK Tschechien erstellt. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil erneuerbarer Quellen am Bruttoendenergieverbrauch 22 Prozent betragen.

Der Mindestlohn beträgt im Jahr 2022 3,76 Euro/Stunde. Zur Ankurbelung des Konsums wurde die Einkommensteuer gesenkt.

Für Hermes-Bürgschaften erfolgt für Tschechien die Entgeltberechnung auf der Basis eines Markttests. Es gibt keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. 

Das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel stellt die Banküberweisung dar, nachdem tschechische Banken an das SWIFT-System angeschlossen sind. Mehr Informationen zu Zahlungsmittel und Forderungseinzug sowie zur Risikoeinschätzung bietet Coface.

Die Tschechische Republik umfasst eine Fläche von fast 79.000 Quadratkilometern. Das Land hat 10,7 Millionen Einwohner und erwirtschaftete 2021 ein BIP in Höhe von fast 283 Milliarden US-Dollar. Kurze Informationen zu den tschechischen Regionen bietet die Förderagentur des Landes. Die Wirtschaftsstruktur Tschechiens ist ähnlich derjenigen von Deutschland, sie weist einen hohen Industrieanteil auf (etwa 30 Prozent). Informationen über Wirtschaftsbranchen sind zu finden bei der Förderagentur des Landes. Über traditionelle tschechische Exportzweige berichtet CzechTrade. Geschäftspartner in Tschechien können Sie aus verschiedenen Branchen in den Kurzprofilen tschechischer Unternehmen finden.

Der aktuelle Wechselkurs der tschechischen Krone (CZK) kann auf der Seite der Tschechischen Nationalbank nachgelesen werden.

Laut Außenwirtschaftszentrum Bayern sind die Geschäftssprachen Tschechisch, Deutsch und Englisch.

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Das derzeitige Recht sieht grundsätzlich eine rechtliche Gleichbehandlung ausländischer (natürlicher und juristischer) Personen mit inländischen vor. Dies umfasst sowohl den Schutz von Eigentumsrechten als auch der Zugang zu Investitionsanreizen. 

Gewerberechtlich gilt für deutsche Unternehmen in Tschechien volle Dienstleistungsfreiheit: Sie dürfen vorübergehend in Tschechien tätig sein, ohne eine Niederlassung gründen zu müssen. Grundsätzlich herrscht Gewerbefreiheit. Das Gesetz unterscheidet jedoch zwischen konzessionsgebundenen und anmeldepflichtigen Gewerben. Zu letzteren gehören freie, gebundene und handwerkliche Gewerbe. Informationen über gewerberechtliche Voraussetzungen für die Ausführung von Handwerksleistungen in Tschechien, im Rahmen einer Niederlassung, befinden sich in der Broschüre Niederlassungsgründung in Tschechien. 

Gehört die Tätigkeit zu den regulierten Berufsgruppen, so muss die Berufsqualifikation beim Ministerium für Industrie- und Handel nachgewiesen werden. Weitere Informationen zu mehr als 180 Unternehmertätigkeiten aus verschiedenen Bereichen, wie die erforderlichen Berechtigungen und die einzelnen Schritte zur Aufnahme der Unternehmertätigkeit sind zu finden auf der offiziellen Seite für Business und Export. 

Für EU-Bürger besteht keine Visumpflicht bei der Einreise, aber eine Meldepflicht gegenüber der Ausländerpolizei am Aufenthaltsort bei einem Aufenthalt, der 30 Tage überschreitet. Wer sich länger als drei Monate im Land aufhalten will, kann eine vorübergehende Aufenthaltsbestätigung beantragen, ist hierzu aber nicht verpflichtet. Dies kann den Aufenthalt in manchem erleichtern, beispielsweise beim Immobilienkauf. Ferner dient diese Bestätigung für einen eventuell späteren Daueraufenthaltsantrag als Nachweis der Aufenthaltslänge. EU-Bürger benötigen keine Arbeitserlaubnis.

In Tschechien wird laut Außenwirtschaftszentrum Bayern viel Wert auf Ränge und Titel gelegt. Sollte der tschechische Geschäftspartner einen akademischen Grad besitzen, so sollte dieser nicht ignoriert werden. Ähnlich wie in Österreich werden Anreden wie Herr/Frau Direktor, Herr/Frau Ingenieur oder Herr/Frau Magister verwandt. Pluspunkte könne auch derjenige sammeln, der sich mit Geschichte, Politik und Wirtschaft des Landes befasst hat.  

Über die Bedeutung der Beziehungspflege im Geschäftleben in Tschechien lesen Sie im Interview "Tschechen legen Wert auf Beziehungen".

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Am 1. Januar 2014 ist das bisherige HGB abgelöst worden durch das neue tschechische BGB und das Gesetz über Handelsgesellschaften.

In der  Tschechischen Republik können ausländische Unternehmen entweder eine tschechische Gesellschaft gründen oder eine in Tschechien angemeldete Zweigstelle errichten. 

AG: Akciova spolecnost (a.s.)
Das Mindestgrundkapital beträgt zwei Millionen CZK, mindestens 30 Prozent davon müssen bei Gründung eingezahlt sein. Der Rest ist innerhalb eines Jahres einzuzahlen. Werden neben der Geldeinlage auch Sacheinlagen geleistet, so sind diese noch vor der Eintragung ins Handelsregister zu erbringen.
Eine Ein-Mann-AG ist  möglich. Die Anzahl der Gründer ist nicht begrenzt. Die Haftung der Gesellschafter ist auf deren Einlage begrenzt.
Änderungen seit 1. Januar 2014: Eine AG kann zwischen einer dualistischen Struktur (Hauptversammlung, Vorstand und Aufsichtsrat müssen errichtet werden) und der monistischen Struktur (Hauptversammlung und ein Verwaltungsrat mit einem statuarischen Direktor reichen) wählen. Diese Organe können mit nur einer Person gebildet werden, d.h. ein Mitglied des Verwaltungsrats kann gleichzeitig die Funktion des statuarischen Direktors ausüben.

GmbH: Spolecnost s rucenim omezenym (s.r.o.)
Das Mindeststammkapital beträgt seit 1. Januar 2014: 1 CZK. Bei mehreren Gesellschaftern muss von jedem Gesellschafter mindestens 30 Prozent seiner Geldeinlage eingezahlt werden, Sacheinlagen müssen in voller Höhe eingebracht werden. Eine Ein-Personen-GmbH ist möglich, in diesem Fall ist das Stammkapital voll einzubezahlen. Die Zahl der Gründer ist nicht begrenzt. Die Haftung der Gesellschafter ist auf die Einlage begrenzt. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die am häufigsten vorkommende Gesellschaftsform.

OHG: Verejna obchodní spolecnost (v.o.s.)
Diese Gesellschaftsform erfordert mindestens zwei mit ihrem persönlichen Vermögen und gesamtschuldnerisch haftende Personen. Das Stammkapital ist in seiner Höhe gesetzlich nicht festgelegt. In Tschechien handelt es sich bei dieser Gesellschaftsform um eine juristische Person, so Bayern Handwerk. Es ist eine eher selten gewählte Rechtsform.

KG: Komanditní spolecnost (k.s.)
Diese Gesellschaftsform wird von einem oder mehreren Komplementären und einem oder mehreren Kommanditisten gegründet. Komplementäre haben die Geschäftsführung inne und haften mit ihrem Gesamtvermögen. Kommanditisten haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage. Auch diese Rechtsform kommt nicht sehr häufig vor. Die tschechische Kommanditgesellschaft ist eine juristische Person, so Bayern Handwerk.

Einzelfirma:
Es ist kein Grundkapital erforderlich, der Unternehmer haftet jedoch persönlich mit seinem gesamten Vermögen. Die Einzelfirma muss nicht ins Handelsregister eingetragen werden, dies kann aber freiwillig erfolgen. Sie entsteht durch die Anmeldung des Gewerbes beim Gewerbeamt.

Zweigniederlassung:
Eine Zweigniederlassung einer ausländischen Firma hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, sie tritt als Vertreter der ausländischen Firma auf. Sie muss ins Handelsregister eingetragen werden. Die Muttergesellschaft haftet für die Verbindlichkeiten der Zweigniederlassung.

Tschechische Republik

Sowohl Kapital- und Personengesellschaften als auch Zweigniederlassungen ausländischer Unternehmen sind in das Handelsregister einzutragen. 

Geführt wird das Handelsregister von den Handelsgerichten, die bei den Landgerichten angesiedelt sind. Zuständig ist das Register in dessen Bezirk das Unternehmen oder die Betriebsstätte angesiedelt ist. 

Es besteht auch die Möglichkeit, dass Einträge von Notaren vorgenommen werden können. Hiervon machen vor allem GmbHs und AGs Gebrauch. 

Das Handelsregister ist in Tschechien ein öffentliches Verzeichnis, das kostenlos über die Webseite des tschechischen Justizministerium zugänglich ist. Nicht öffentlich einsehbar sind Informationen über Geldbußen o.ä.

Die elektronische Registrierung ist möglich anhand der hinterlegten Unterlagen. Da die Amtssprache in Tschechien die tschechische Sprache ist, werden die Antragsformulare für die Eintragung sowie sämtliche weitere Informationen nur auf Tschechisch zur Verfügung gestellt.

Auch die Anmeldung im Gewerberegister ist online bei der zentralen elektronischen Annahmestelle des Gewerbezentralregisters möglich. Hierfür ist eine elektronische Signatur erforderlich.

Hilfestellung können ausländische Unternehmen beim tschechischen Point of Single Contact bekommen. Auf Englisch finden sich Informationen zur Registrierung beim tschechischen Business Portal.

Tschechische Republik

Der Körperschaftsteuersatz liegt bei 19 Prozent.

Nähere Informationen zur Körperschaftsteuer und zu Abschreibungen finden Sie bei der tschechischen Förderagentur.

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Der Normalsatz beträgt 21 Prozent. Der ermäßigte Steuersatz von 15 Prozent gilt für bestimmte Güter und Dienstleistungen (z.B. Lebensmittel, Gastronomie,  bestimmte Bücher, spezielle medizinische Produkte). Ein Satz von zehn Prozent gilt für Säuglingsnahrung, bestimmte Arzneimittel. 

Mehrwertsteuerpflichtig sind alle Unternehmen, deren Umsatz 1 Million CZK in zwölf aufeinander folgenden Monaten überschreitet. Eine freiwillige Registrierung ist möglich.

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Der Text des derzeitigen DBA zwischen Tschechien und Deutschland ist beim Bundesfinanzministerium zu finden über -> Themen -> Steuern -> internationales Steuerrecht ->
Staatenbezogene Informationen -> Tschechien.

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Tschechien ist nicht Teil der Euro-Währungsunion. Die Tschechische Krone ist das gesetzliche Zahlungsmittel. (Der aktuelle Kurs der Tschechischen Krone kann auf der Internetseite der Tschechischen Notenbank eingesehen werden.) 

Hinsichtlich der EU-Konvergenzkriterien stand das Land vor der Corona-Pandemie gut da, für 2020 wird mit einem Haushaltsdefizit von 6,6 Prozent gerechnet. Offiziell hat die tschechische Regierung aber bisher keinen Termin für einen Beitritt zur Eurozone festgelegt.

Ab einer mitgeführten Bargeldsumme von 10.000 Euro in und aus der EU muss die Summe bei den Zollbehörden deklariert werden.

Barzahlung ist bis zu einem Betrag von 270.000 tschechischen Kronen (ca. 10.509 Euro) pro Tag möglich. Wird gegen diese Vorschrift verstoßen gelten Geldstrafe von bis zu 500.000 Kronen für Verbraucher und bis zu 5.000.000 Kronen für Unternehmen.

Tschechische Republik

In Tschechien dürfen Bürger aus Ländern, die der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören, staatlichen Grund und Boden kaufen. Die siebenjährige Sperrfrist ist mittlerweile abgelaufen: Ausländer dürfen damit jetzt Ackerland in Tschechien kaufen. 

Die Förderagentur CzechInvest hat eine Datenbank mit Geschäftsimmobilien und ein Verzeichnis von Brownfield-Gebieten erstellt.

Eine Grunderwerbsteuer ist Ende September 2020 abgeschafft worden. Die jährliche Grundsteuer hängt im wesentlichen von der Größe der Immobilie und dem Standort ab.

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Am 6. September 2019 ist ein novelliertes Gesetz über Investitionsanreize in Kraft getreten. Alle Anträge auf Investitionsanreize werden von der Regierung im Hinblick auf den Nutzen des Projekts für die Region und den Staat geprüft. 

Förderfähige Bereiche sind Industrie, Technologie-Zentren und unternehmensbezogene Dienstleistungszentren. 

Es gibt zwei Arten von Steueranreizen:

  • Für neue Unternehmen gibt es eine Körperschaftsteuerbefreiung für bis zu zehn Jahre.
  • Für bestehende Unternehmen gibt es eine partielle Körperschaftsteuerbefreiung für bis zu zehn Jahre, wenn es sich um ein Expansions-Projekt handelt.

Die Steuerfreistellung endet, wenn das Unternehmen die zulässige Beihilfehöchstintensität erreicht hat.

Einen Überblick bietet die Investitionsförderagentur des Landes. 

Tschechische Republik

Die Europäische Union will mit ihrer Aufbau- und Resilienzfazilität in Höhe von 672,5 Milliarden Euro, davon 312,5 Milliarden Euro an Zuschüssen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft abfedern.

Der tschechische Aufbau- und Reisilienzplan, mit dem das Land 7 Milliarden Euro an Zuschüssen aus dieser Fazilität bekommen möchte, ist Mitte Juli 2021 von der EU-Kommission positiv bewertet worden. Der Europäische Rat hat Anfang September 2021 grünes Licht für den Plan gegeben. Ende September 2021 wurden Tschechien erste Gelder in Höhe von 915 Millionen Euro ausgezahlt.

Die Gelder will Tschechien u.a. in nachhaltige Verkehrsmittel, den Ersatz von Kohlekessel, Energieeffizienz von Gebäuden, Hochwasserschutz und Wiederaufforstung investieren. Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau leistungsfähigerer Nezte und E-Government-Dienste. Die Mittel aus dem Aufbauplan können in ganz Tschechien eingesetzt werden, im Gegensatz zu den Mitteln aus den EU-Struktur- und Investitionsfonds. Über die Entwicklung und den Einsatz der Aufbaumittel in Tschechien informiert die EU-Kommission.

Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist im Juli 2021 die neue Fördergebietskarte für Tschechien veröffentlicht worden. Sie teilt das Land in weniger entwickelte und Übergangsregionen ein, lediglich die Hauptstadtregion ist stärker entwickelt. Diese Fördergebietskarte ermöglicht Tschechien gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen, um die Förderung der regionalen Entwicklung voranzubringen. Ab 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.

Die EU-Kommission hat am 24. Mai 2022 ein Partnerschaftsabkommen mit Tschechien für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds beinhaltet. Auf Basis dieses Partnerschaftsabkommens werden dann operationelle Programme entwickelt, in denen die Investitionsprioritäten und konkreten Maßnahmen Tschechiens und seiner Regionen festgelegt sind. 

Dank des Ende September 2022 von der EU-Kommission angenommenen Programms "Fonds für einen gerechten Übergang" (JTF) erhält Tschechien EU-Zuschüsse in Höhe von 1,64 Milliarden Euro, um den Ausstieg aus der Kohlekraft bis 2033 zu unterstützen und einen fairen Übergang zur Klimaneutralität zu gewährleisten.

Sämtliche Informationen zur Kohäsionspolitik der EU für die Periode 2021 bis 2027 hat die EU auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für einzelne Elemente Filter gesetzt werden, so dass man Zahlen für Tschechien erhält. Die wichtigsten kohäsionspolitischen Prioritäten hat Tschechien auf einer Internetseite zusammengefasst.

Neben den EU-Geldern finanziert Tschechien Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln.

Die maximale Förderhöhe für Vorhaben in Tschechien wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an tschechische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

Das tschechische Fördersystem basiert maßgeblich auf, aus den EU-Strukturfonds gespeisten, Operationellen Programmen zu verschiedenen Themenschwerpunkten und dem Investitionsfördergesetz. 

Nach dem Investitionsfördergesetzt (jüngste Änderungen gab es im September 2019) gibt es neben der Steuervergünstigung (s. Kapitel Steuervergünstigung) u.a. auch Zuschüsse für die Schaffung von Jobs, die Weiterbildung und Umschulung, die Bereitstellung von Grundstücken zu vergünstigten Preisen in allen Bezirken der Tschechischen Republik, ausgenommen Prag. Im Zentrum der Förderung stehen jetzt Projekte mit höherer Wertschöpfung. Ferner wurden die Bedingungen für die Gewährung von Anreizen für kleine und mittlere Unternehmen um die Hälfte reduziert. Die Höhe der Förderung ist dabei abhängig von der Größe des Unternehmen, der Investitionssumme, der Region und der Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze. 

Alle Antragsteller müssen die voraussichtlichen Auswirkungen ihrer Investition auf den Arbeitsmarkt und die voraussichtiche Abführung zum Staatshaushalt beziffern. Ferner müssen die Antragsteller beschreiben, wie sie Forschung und Entwicklung in ihre Aktivitäten einbeziehen möchten. Darüber hinaus wird bei den Anspruchsvoraussetzungen unterschieden, ob es sich um ein Unternehmen aus dem Bereich Fertigungsindustrie, ein Technologiezentrum oder ein unternehmensbezogenes Dienstleistungszentrum handelt.

Grundlegende Anspruchsvoraussetzung ist, dass die Arbeit an einem Projekt nicht vor Einreichung des Antrags beginnt und das der Empfänger alle geschaffenen Arbeitsplätze und das notwendige Betriebsvermögen während des gesamten Zeitraums, in dem er die staatliche Beihilfe nutzt, beibehält. 

Die Narodni Rozvojova Banka (NRB), zuvor Tschechisch-Mährische Garantie- und Entwicklungsbank (Ceskomoravská Zárucni a rozvojová banka a.s., CMZRB) ist die staatliche tschechische Förderbank. Sie gewährt zinsgünstige Darlehen und Bürgschaften vorwiegend an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 

Narodni Rozvojova Banka,
Jeruzalemska 964/4, 11000 PRAG 1 - TSCHECHIEN
E-Mail: info@nrb.cz, Internet: https://www.nrb.cz/

Förderungen für Maßnahmen im Bereich Umwelt sind zu finden beim Staatsfonds für Umwelt.

Zur Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie hat die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer gemeinsam mit der Exportinitiative Energie eine Zielmarktanalyse erstellt, in der auch die Fördermöglichkeiten erläutert werden.

- Weitere Mittelstandsangebote:

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in der Tschechischen Republik mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. Für die Tschechische Republik werden im o. g. Zeitraum 184,5 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe ist in dieses Netzwerk eingebunden. Die Partner im tschechischen Enterprise Europe Network sind in vier Städten zu finden.

- Regionalförderung

Ein Bestandteil der Regionalpolitik ist die Förderung von Industrie- und Gewerbeparks („Industrial Zones“) und die Umgestaltung so genannter Brownfield-Areale

Gemeinden können Investoren ferner durch den preisgünstigen Verkauf erschlossener Betriebsgrundstücke unterstützen.

Ansprechpartner in den tschechischen Regionen können Sie bei der Förderagentur des Landes recherchieren.

Die Förderagentur ist zuständig für Anträge von Investoren und für die Ausreichung von Förderungen in einer Vielzahl von Programmen.

Unternehmen mit Fragen zu den oben genannten (und CzechInvest zugeordneten) Programmen wenden sich an:

CzechInvest
Štepánská 15, 12000 Prag 2 - TSCHECHISCHE REPUBLIK
Tel.: +420 296 342 500
E-Mail: fdi@czechinvest.org, Internet: https://www.czechinvest.org

Empfehlenswert ist die Direktansprache von CzechInvest anhand möglichst konkreter Projektdaten.

Verband für Auslandsinvestitionen

Association for Foreign Investment (AFI)

Štěpánská 11, CZ-120 00 Prague 2

Tel.: +420 224 911 750-1

Internet: https://afi.cz/

Die Association for Foreign Investment (AFI) ist eine Organisation, deren Ziel es ist, Investitionen und Investoren in der Tschechischen Republik umfassend zu unterstützen. Die AFI wurde 1996 auf Betreiben der tschechischen Regierung (Ministerium für Industrie und Handel und CzechInvest) als Plattform für die Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor mit dem Ziel gegründet, das tschechische Investitionsumfeld, die Bedingungen für Investoren, die Gesetzgebung, die Kommunikation und den Informationsaustausch kontinuierlich zu verbessern. 

Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer
Cesko-nemecka obchodni a prumyslova komora
Václavske nam. 40, 11000 Prag 1 - TSCHECHISCHE REPUBLIK,
Tel.: + 420 224 221 200
Fax: +420 224 222 200
E-Mail: info@dtihk.cz, Internet: https://tschechien.ahk.de/

Botschaft der Tschechischen Republik
Wilhelmstraße 44, 10117 Berlin
Tel.: 030 22638-0
Fax: 030 226 38 169
E-Mail: berlin@embassy.mzv.cz, Internet: https://www.mzv.cz/berlin

Wirtschafts- und Handelsabteilung der Botschaft
Tel.: 030 22638-196
Fax: 030 22638-198
E-Mail: commerce_berlin@mzv.cz

CzechInvest Deutschland bietet Grundlageninformationen über das tschechische Wirtschafts-, Rechts- und Fördersystem und bereitet die individuelle Betreuung durch CzechInvest in Prag (die Tschechische Agentur für Auslandsinvestitionen) vor.

CzechInvest
Martin-Luther-Platz 28, 40212 Düsseldorf 
Tel.: 0211 250 56 190
E-Mail: germany@czechinvest.org  
Leiter: Herr Pavel Chovanec

CzechTrade (Handelsförderungsagentur des Ministeriums für Industrie und Handel der Tschechischen Republik) ist spezialisiert auf die Vermittlung tschechischer Geschäftspartner.
CzechTrade
Martin-Luther-Platz 28, 40212 Düsseldorf
Tel.: 0211 598 256 84
E-Mail: adam.jares@czechtrade.cz, Internet: https://www.czechtradeoffices.com/de/de

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in Tschechien. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Ihr Vorhaben in der Tschechischen Republik erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Über das Internationale Netzwerk kann ihre Sparkasse - ggf. mit Unterstützung des EuropaService - für die Finanzierung konkreter Investitionsvorhaben den Kontakt zu Partnerbanken in Tschechien herstellen. Die Partnerbanken unterstützen rund um Finanzfragen, insbesondere auch bei einer möglichen Beantragung von Fördermitteln und helfen bei der Antragstellung und Abwicklung.

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Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für Tschechien fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand November 2021. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/tschechische_republik.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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Tschechen haben ein breites persönliches Netzwerk, das häufig Türen im Geschäftsleben öffnet.