Tschechische Republik

Geschäftliche Rahmenbedingungen für Handel und Investition

Ausländische Direktinvestitionen in allen Industriezweigen und aus allen Ländern sind willkommen und es gibt keine Einschränkungen, was das Investitionsvolumen oder die Eigentumsstruktur angeht, so Czechinvest. Die "Knowledge-Pipeline" habe ferner eine höhere Qualität als in den meisten westeuropäischen Ländern.

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Tschechien ist in Mittel- und Osteuropa wirtschaftlich das attraktivste Land, so die jüngste Konjunkturumfrage der Deutsch-Tschechischen Industrie- und Handelskammer. 93 Prozent der befragten Unternehmen würden wieder in Tschechien investieren. Als vorteilhaft sehen die befragten Unternehmen neben der EU-Mitgliedschaft die Qualität und Verfügbarkeit lokaler Zulieferer. Kritischer gesehen werden jedoch die gestiegenen Arbeitskosten, der zunehmende Mangel an verfügbaren Fachkräften, die fehlende Flexibilität des Arbeitsrechts, die mangelnde Transparenz bei öffentlichen Aufträgen und die politische Stabilität. Verbesserungen bei der Infrastruktur des Landes wären ebenfalls wünschenswert. Um strukturschwache Regionen beim Aufschwung zu unterstützen, erhalten die drei Bezirke Mährisch-Schlesien, Usti nad Labem und Karlovy Vary bis zum Jahr 2030 staatliche Zuschüsse in Höhe von 1,6 Milliarden Euro. Das Geld soll in die Altlastensanierung, in Ausbildungsprogramme, Forschungsaktivitäten und Firmengründungen fließen. Um mehr Auslandsinvestoren anzulocken, sollen zusätzliche Gewerbegebiete erschlossen werden. Dank sprudelnder Steuereinnahmen steht der öffentlichen Hand mehr Geld für Investitionen in Infrastruktur, Gebäude und Energieeffizienz zur Verfügung. Darüber hinaus bewirken die steigenden Löhne einen zunehmenden Privatkonsum, der entsprechend zum Wirtschaftswachstum des Landes beiträgt. Deutschen Produkten wird eine große Wertschätzung entgegengebracht.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte geschäftlicher Rahmenbedingungen in der Tschechischen Republik, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

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Deutschland ist für die Tschechische Republik sowohl beim Export als auch beim Import mit einem Anteil von jeweils gut 30 Prozent der wichtigste Handelspartner. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte im Jahr 2017 ein Volumen von fast 88 Milliarden Euro. Am kumulierten Bestand ausländischer Direktinvestitionen betrug der Anteil Deutschlands im Jahr 2016 gut 14 Prozent, dies bedeutet den zweiten Platz hinter den Niederlanden.

Besondere Chancen für deutsche Unternehmen sieht die AHK Tschechien für Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik, wie beispielsweise in der Wasserwirtschaft, der Gebäudesanierung und der Erhöhung der Energieeffizienz. Im Bereich erneuerbare Energien wird vor allem im Bereich Biomasse und Wasserenergie Potenzial gesehen. Darüber hinaus werden überall im Land Krankenhäuser saniert, auch die Ausstattung mit Medizintechnik wird erneuert. Potenzial bietet auch der Fremdenverkehr, da böhmische und mährische Regionen als sichere Reiseziele gelten. Die Zahl ausländischer Gäste ist beispielsweise im Jahr 2016 um sieben Prozent gestiegen, so dass die touristische Infrastruktur ausgebaut wird.

Der Mindestlohn wurde für 2019 auf 3,11 Euro pro Stunde festgelegt. Der Binnenkonsum ist zu einem Motor der Konjunktur geworden. Aufgrund weiter steigender Einkommen und Beschäftigungsquoten könnte sich dieser Trend verstärken. Insbesondere die Nachfrage nach Konsumgüter wächst.

Für Hermes-Bürgschaften erfolgt die Entgeltberechnung auf der Basis eines Markttests. Es gibt keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie.  

Das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel stellt die Banküberweisung dar, nachdem tschechische Banken an das SWIFT-System angeschlossen sind. Mehr Informationen zu Zahlungsmittel und Forderungseinzug sowie zur Risikoeinschätzung bietet Coface.

Die Tschechische Republik umfasst eine Fläche von fast 79.000 Quadratkilometer. Das Land hat 10,6 Millionen Einwohner und erwirtschaftete 2017 ein BIP in Höhe von fast 192 Milliarden EUR. Kurze Informationen zu den tschechischen Regionen bietet die Förderagentur des Landes. Die Wirtschaftsstruktur Tschechiens ist ähnlich derjenigen von Deutschland, sie weist einen hohen Industrieanteil auf (gut ein Viertel des BIP). Informationen über Wirtschaftsbranchen sind zu finden beim offiziellen Portal für Business und Export.

Der aktuelle Wechselkurs der tschechischen Krone kann auf der Seite der Tschechischen Nationalbank nachgelesen werden.

Laut Außenwirtschaftszentrum Bayern sind die Geschäftssprachen Tschechisch, Deutsch und Englisch.

  • Im Doing-Business-Report 2020 der Weltbank belegt die Tschechische Republik Platz 41 (Stand: Oktober 2019). Wie sich die Note im einzelnen zusammensetzt, ist in dem Bericht erläutert.
  • Die Weltbank hat für sieben Städte in Tschechien einige Geschäftsbedingungen untersucht (Stand: Juli 2018)
  • Beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International liegt die Tschechische Republik auf Platz 38 (Stand: Januar 2019).
  • Den 29. Platz hat das Land beim Global Competitiveness Index (2018) des Weltwirtschaftsforums inne (Stand: Oktober 2018).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt die Tschechische Republik Platz 29 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist das Land auf Platz 27 zu finden (Stand: Juli 2018). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Tschechien auf Platz 18 (Stand: Juni 2019. 
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Das derzeitige Recht sieht grundsätzlich eine rechtliche Gleichbehandlung ausländischer (natürlicher und juristischer) Personen mit inländischen vor. Ferner hat das Land mit Deutschland ein Abkommen zum Schutz ausländischer Investitionen unterzeichnet. 

Gewerberechtlich gilt für deutsche Unternehmen in Tschechien volle Dienstleistungsfreiheit: Sie dürfen vorübergehend in Tschechien tätig sein, ohne eine Niederlassung gründen zu müssen. Gehört die Tätigkeit zu den regulierten Berufsgruppen, so muss die Berufsqualifikation beim Ministerium für Industrie- und Handel nachgewiesen werden. Weitere Informationen zu mehr als 180 Unternehmertätigkeiten aus verschiedenen Bereichen, wie die erforderlichen Berechtigungen und die einzelnen Schritte zur Aufnahme der Unternehmertätigkeit sind zu finden auf der offiziellen Seite für Business und Export. Informationen über gewerberechtliche Voraussetzungen für die Ausführung von Handwerksleistungen in Tschechien, im Rahmen einer Niederlassung, befinden sich in der Broschüre Niederlassungsgründung in Tschechien. 

Für EU-Bürger besteht keine Visumpflicht bei der Einreise, aber eine Meldepflicht gegenüber der Ausländerpolizei am Aufenthaltsort bei einem Aufenthalt, der 30 Tage überschreitet. Wer sich länger als drei Monate im Land aufhalten will, kann eine vorübergehende Aufenthaltsbestätigung beantragen, ist hierzu aber nicht verpflichtet. Dies kann den Aufenthalt in manchem erleichtern, beispielsweise beim Immobilienkauf. Ferner dient diese Bestätigung für einen eventuell späteren Daueraufenthaltsantrag als Nachweis der Aufenthaltslänge. EU-Bürger benötigen keine Arbeitserlaubnis.

In Tschechien wird laut Außenwirtschaftszentrum Bayern viel Wert auf Ränge und Titel gelegt. Sollte der tschechische Geschäftspartner einen akademischen Grad besitzen, so sollte dieser nicht ignoriert werden. Ähnlich wie in Österreich werden Anreden wie Herr/Frau Direktor, Herr/Frau Ingenieur oder Herr/Frau Magister verwandt. Pluspunkte könne auch derjenige sammeln, der sich mit Geschichte, Politik und Wirtschaft des Landes befasst hat. Informationen zur Verhandlungspraxis in Tschechien finden sich bei gtai.

Tschechien hat die Fördersummen für die Sanierung von Eigenheimen erhöht. Wer offizieller Dienstleister für das Förderprogramm werden möchte, muss sich als Bau- und Handwerksfirma mit Sitz in Tschechien auf der offiziellen Webseite akkreditieren lassen. Auch die Materialien und Technologien für energieeffizientes Bauen müssen registriert werden.

Am 1. Januar 2014 ist das bisherige HGB abgelöst worden durch das neue tschechische BGB und das Gesetz über Handelsgesellschaften.

AG: Akciova spolecnost (a.s.)
Das Mindestgrundkapital beträgt zwei Millionen CZK, mindestens 30 Prozent davon müssen bei Gründung eingezahlt sein. 

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Der Rest ist innerhalb eines Jahres einzuzahlen. Werden neben der Geldeinlage auch Sacheinlagen geleistet, so sind diese noch vor der Eintragung ins Handelsregister zu erbringen.
Eine Ein-Mann-AG ist  möglich. Die Anzahl der Gründer ist nicht begrenzt. Die Haftung der Gesellschafter ist auf deren Einlage begrenzt.
Änderungen seit 1. Januar 2014: Eine AG kann zwischen einer dualistischen Struktur (Hauptversammlung, Vorstand und Aufsichtsrat müssen errichtet werden) und der monistischen Struktur (Hauptversammlung und ein Verwaltungsrat mit einem statuarischen Direktor reichen) wählen. Diese Organe können mit nur einer Person gebildet werden, d.h. ein Mitglied des Verwaltungsrats kann gleichzeitig die Funktion des statuarischen Direktors ausüben.

GmbH: Spolecnost s rucenim omezenym (s.r.o.)
Das Mindeststammkapital beträgt seit 1. Januar 2014: 1 CZK. Eine Ein-Personen-GmbH ist möglich. Die Zahl der Gründer ist nicht begrenzt. Die Haftung der Gesellschafter ist auf die Einlage begrenzt. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die am häufigsten vorkommende Gesellschaftsform.

OHG: Verejna obchodní spolecnost (v.o.s.)
Diese Gesellschaftsform erfordert mindestens zwei mit ihrem persönlichen Vermögen und gesamtschuldnerisch haftende Personen. Das Stammkapital ist in seiner Höhe gesetzlich nicht festgelegt. Es handelt sich bei dieser Gesellschaftsform um eine juristische Person. Es ist eine eher selten gewählte Rechtsform.

KG: Komanditní spolecnost (k.s.)
Diese Gesellschaftsform wird von einem oder mehreren Komplementären und einem oder mehreren Kommanditisten gegründet. Komplementäre haben die Geschäftsführung inne und haften mit ihrem Gesamtvermögen. Kommanditisten haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage. Auch diese Rechtsform kommt nicht sehr häufig vor. Die tschechische Kommanditgesellschaft ist eine juristische Person.

Einzelfirma:
Es ist kein Grundkapital erforderlich, der Unternehmer haftet jedoch persönlich mit seinem gesamten Vermögen. Die Einzelfirma muss nicht ins Handelsregister eingetragen werden, dies kann aber freiwillig erfolgen. Sie entsteht durch die Anmeldung des Gewerbes beim Gewerbeamt.

Zweigniederlassung:
Eine Zweigniederlassung einer ausländischen Firma hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, sie tritt als Vertreter der ausländischen Firma auf. Sie muss ins Handelsregister eingetragen werden. Die Muttergesellschaft haftet für die Verbindlichkeiten der Zweigniederlassung.

Detailliertere Informationen zu den verschiedenen Unternehmensformen sowie zu den einzelnen Schritten zur Gründung finden Sie auf dem offiziellen Portal für Business und Export.

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Das Handelsregister wird von so genannten Registergerichten bei den Kreisgerichten geführt. Zuständig ist das Register in dessen Bezirk das Unternehmen oder die Betriebsstätte angesiedelt ist. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Einträge von Notaren vorgenommen werden können. Hiervon machen vor allem GmbHs und AGs Gebrauch. 

Das Handelsregister ist in Tschechien ein öffentliches Verzeichnis, das kostenlos auf der Website des Justizministeriums zugänglich ist.

Die elektronische Registrierung ist möglich anhand der hinterlegten Unterlagen. Da die Amtssprache in Tschechien die tschechische Sprache ist, werden die Antragsformulare für die Eintragung sowie sämtliche weitere Informationen nur auf Tschechisch zur Verfügung gestellt.

Auch die Anmeldung im Gewerberegister ist online bei der zentralen elektronischen Annahmestelle des Gewerbezentralregisters möglich. Hierfür ist eine elektronische Signatur erforderlich.

Hilfestellung können ausländische Unternehmen beim tschechischen Point of Single Contact bekommen. 

Der Körperschaftsteuersatz liegt bei 19 Prozent.

Nähere Informationen zur Körperschaftsteuer und zu Abschreibungen finden Sie bei der tschechischen Förderagentur.

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Der Normalsatz beträgt 21 Prozent. Der ermäßigte Steuersatz von 15 Prozent gilt für bestimmte Güter und Dienstleistungen (z.B. Lebensmittel, Zeitungen, spezielle medizinische Produkte). Ein Satz von zehn Prozent gilt für Grundnahrungsmittel für Kinder. 

Steuerpflichtig sind alle Unternehmen, deren Umsatz 1 Million CZK in zwölf aufeinander folgenden Monaten überschreitet. Eine freiwillige Registrierung ist möglich.

Der Text des derzeitigen DBA zwischen Tschechien und Deutschland ist beim Bundesfinanzministeriumg zu finden über -> Themen -> Steuern -> internationales Steuerrecht ->
Staatenbezogene Informationen -> Tschechien.

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Tschechien ist nicht Teil der Euro-Währungsunion. Die Tschechische Krone ist das gesetzliche Zahlungsmittel. (Der aktuelle Kurs der Tschechischen Krone kann auf der Internetseite der Tschechischen Notenbank eingesehen werden.) 

Hinsichtlich der EU-Konvergenzkriterien steht das Land gut da. Offiziell hat die tschechische Regierung aber bisher keinen Termin für einen Beitritt zur Eurozone festgelegt.

Ab einer mitgeführten Bargeldsumme von 10.000 Euro in und aus der EU muss die Summe bei den Zollbehörden deklariert werden.

In Tschechien dürfen Bürger aus Ländern, die der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören, staatlichen Grund und Boden kaufen. Die siebenjährige Sperrfrist ist mittlerweile abgelaufen: Ausländer dürfen damit jetzt Ackerland in Tschechien kaufen. 

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Die Förderagentur CzechInvest hat eine Datenbank mit Geschäftsimmobilien erstellt.

Die regionale Entwicklungsagentur ARR von Mährisch-Schlesien hat ein Verzeichnis von Brownfield-Gebieten erstellt.

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Am 1. Mai 2015 ist die Änderung des Gesetzes über Investitionsanreize in Kraft getreten, danach sind Investitionsanreize nicht nur für Investoren verfügbar, die mit der Produktion beginnen oder diese ausweiten, sondern auch für Technologie-Zentren und unternehmensbezogene Dienstleistungszentren. 

Hierzu zählen zum Beispiel: Softwareentwicklungszentren, High-Tech-Reparaturzentren, Datenzentren und Kundenbetreuungszentren (Call-Center).

Es gibt zwei Arten von Steueranreizen:

  • Für neue Unternehmen gibt es eine Körperschaftsteuerbefreiung für bis zu zehn Jahre.
  • Für bestehende Unternehmen gibt es eine partielle Körperschaftsteuerbefreiung für bis zu zehn Jahre, wenn es sich um ein Expansions-Projekt handelt.

Die Steuerfreistellung endet, wenn das Unternehmen die zulässige Beihilfehöchstintensität erreicht hat.

Darüber hinaus kann es laut dem Fact Sheet No. 4 der Investitionsförderagentur eine Befreiung von der Vermögensteuer für bis zu fünf Jahre in speziellen Gewerbegebieten geben. Spezielle Gewerbegebiete sind Industriezonen, die durch die Regierung gekennzeichnet werden.

Einen Überblick bietet die Investitionsförderagentur des Landes. 

Wie alle Staaten der Europäischen Union erhält Tschechien Mittel aus den EU-Strukturfonds, die unter anderem zur unternehmensbezogenen Regional- und Arbeitsmarktentwicklung eingesetzt werden. Es gibt ein zentrales Portal für EU-Strukturfonds in Tschechien.

Für die beiden EU-Strukturfonds Europäischer Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) gibt es eine Fördergebietskarte

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Informationen zur Gewährung der tschechischen Fördergebietskarte für den Zeitraum 2014 bis 2020 sind in einer Presseerklärung der EU-Kommission zu finden.

Ende August 2014 hat die EU-Kommission mit der Tschechischen Republik eine Partnerschaftsvereinbarung über den Einsatz der EU-Struktur- und Investitionsfonds für Wachstum und Beschäftigung in den Jahren 2014 bis 2020 getroffen.

Zur Mittelstandsförderung kann Tschechien zudem Unterstützungen aus den EU-Programmen Cosme und Horizon landesweit einsetzen. Daneben werden Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln finanziert.

Die maximale Förderhöhe wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an tschechische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

Das tschechische Fördersystem basiert maßgeblich auf, aus den EU-Strukturfonds gespeisten, Operationellen Programmen zu verschiedenen Themenschwerpunkten und dem Investitionsfördergesetz. 

Nach dem Investitionsfördergesetzt (jüngste Änderungen gab es im Mai 2015) gibt es neben der Steuervergünstigung (s. Kapitel Steuervergünstigung) auch Zuschüsse für die Schaffung von Jobs, die Weiterbildung und Umschulung in besonders von Arbeitslosigkeit betroffenen Gebieten. Ferner kann ein Grundstück unterhalb des Marktpreisniveaus zur Verfügung gestellt werden. Auch kann es eine Befreiung von der Immobiliensteuer für bis zu fünf Jahren in bestimmten Industriegebieten geben. Die Höhe der Förderung ist dabei abhängig von der Größe des Unternehmen, der Investitionssumme, der Region und der Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze. Darüber hinaus wird bei den Anspruchsvoraussetzungen unterschieden, ob es sich um ein Unternehmen aus dem Bereich Fertigungsindustrie, ein Technologiezentrum oder ein unternehmensbezogenes Dienstleistungszentrum handelt.

Grundlegende Anspruchsvoraussetzung ist, dass die Arbeit an einem Projekt nicht vor Einreichung des Antrags beginnt und das der Empfänger alle geschaffenen Arbeitsplätze und das notwendige Betriebsvermögen während des gesamten Zeitraums, in dem er die staatliche Beihilfe nutzt, beibehält. 

Die Tschechisch-Mährische Garantie- und Entwicklungsbank (Ceskomoravská zárucní a rozvojová banka a.s., CMZRB) ist die staatliche tschechische Förderbank. Sie gewährt zinsgünstige Darlehen und Bürgschaften vorwiegend an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 

Ceskomoravska Zarucni a Rozvojova Banka,
Jeruzalemska 964/4, 11000 PRAG 1 - TSCHECHIEN
Tel.: +420 255 721 111
Fax: +420 255 721 110,
E-Mail: info@cmzrb.cz, Internet: https://www.cmzrb.cz/
Niederlassungen: https://www.cmzrb.cz/contacts?lang=2

Derzeit werden neue Fördermaßnahmen überlegt, um mehr Wertschöpfung und Hochtechnologie ins Land zu holen. Das Kabinett hat am 26. September 2018 den Novellierungsentwurf für das Investitionsanreize-Gesetz verabschiedet. Hauptziel ist die Rationalisierung der Förderung von Projekten, die staatliche Hilfen erhalten können. Geplant ist u.a., dass alle Anträge vor der Entscheidung ausschließlich vom Kabinett genehmigt werden müssen. Die neuen Regeln sollen Mitte 2019 in Kraft treten, nach Angaben des Industrie- und Handelsministeriums aber erst nach der Zustimmung der EU-Kommission. Zuvor müssen aber auch noch das Abgeordnetenhaus, der Senat und der Präsident zustimmen.

Förderungen für Maßnahmen im Bereich Umwelt sind zu finden beim Staatsfonds für Umwelt.

- Weitere Mittelstandsangebote:

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. Für die Tschechische Republik werden im o. g. Zeitraum 184,5 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe ist in dieses Netzwerk eingebunden. Die Partner im tschechischen Enterprise Europe Network sind in vier Städten zu finden.

Um die Zusammenarbeit deutscher und tschechischer KMU im Bereich Industrie 4.0 zu fördern, gibt es vom Bundesministerium für Bildung und Forschung eine entsprechende Bekanntmachung. 

- Regionalförderung

Ein Bestandteil der Regionalpolitik ist die Förderung von Industrie- und Gewerbeparks („Industrial Zones“) sowie der Bau von Lagerkapazitäten, die Sanierung baufälliger Objekte und Brownfields. In der Förderperiode 2014 bis 2020 soll ein Schwerpunkt auf die Umgestaltung so genannter Brownfield-Areale liegen. 

Gemeinden können Investoren ferner durch den preisgünstigen Verkauf erschlossener Betriebsgrundstücke unterstützen.

Kurzprofile der tschechischen Regionen können Sie bei der Förderagentur des Landes recherchieren.

Die Förderagentur ist zuständig für Anträge von Investoren und für die Ausreichung von Förderungen in einer Vielzahl von Programmen.

Unternehmen mit Fragen zu den oben genannten (und CzechInvest zugeordneten) Programmen wenden sich an:

CzechInvest
Štepánská 15, 12000 Prag 2 - TSCHECHISCHE REPUBLIK
Tel.: +420 296 342 579
E-Mail: fdi@czechinvest.org, Internet: https://www.czechinvest.org

Empfehlenswert ist die Direktansprache von CzechInvest anhand möglichst konkreter Projektdaten.

Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer
Cesko-nemecka obchodni a prumyslova komora
Václavske nam. 40, 11000 Prag 1 - TSCHECHISCHE REPUBLIK,
Tel.: + 420 224 221 200
Fax: +420 224 222 200
E-Mail: info@dtihk.cz, Internet: https://tschechien.ahk.de/

Botschaft der Tschechischen Republik
Wilhelmstraße 44, 10117 Berlin
Tel.: 030 22638-0
Fax: 030 226 38 169
E-Mail: berlin@embassy.mzv.cz, Internet: https://www.mzv.cz/berlin

Wirtschafts- und Handelsabteilung der Botschaft
Tel.: 030 22638-196
Fax: 030 22638-198
E-Mail: commerce_berlin@mzv.cz

CzechInvest Deutschland bietet Grundlageninformationen über das tschechische Wirtschafts-, Rechts- und Fördersystem und bereitet die individuelle Betreuung durch CzechInvest in Prag (die Tschechische Agentur für Auslandsinvestitionen) vor.

CzechInvest
Martin-Luther-Platz 28, 40212 Düsseldorf 
Tel.: 0211 250 56 190
E-Mail: germany@czechinvest.org  
Leiter: Frau Barbora Račan Ježková

CzechTrade (Handelsförderungsagentur des Ministeriums für Industrie und Handel der Tschechischen Republik) ist spezialisiert auf die Vermittlung tschechischer Geschäftspartner.
CzechTrade
Martin-Luther-Platz 28, 40212 Düsseldorf
Tel.: 0211 598 256 84
E-Mail: adam.jares@czechtrade.cz, Internet: http://www.czechtradeoffices.com/de/de

Kurzer allgemeiner Einblick mit einer Reihe von Links (Ständig aktualisiert):
https://www.ixpos.de/IXPOS18/Navigation/DE/home.html

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Tschechien zur Verfügung, darunter auch aus der Reihe „Recht kompakt“: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Recht-Zoll/Wirtschafts-und-steuerrecht/recht_kompakt.html

Informationen über einige Branchen, erstellt von der Förderagentur CzechInvest (Englisch): https://www.czechinvest.org/en (Stichwort: key sectors)

Leitfaden für Exporte, vom Außenwirtschaftsportal Bayern: https://www.auwi-bayern.de/awp/inhalte/Laender/Anhaenge/exportbericht-tschechien.pdf

Merkblätter der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz: https://www.hwkno.de/view?onr=76&pnr=812

Das staatliche tschechische Business-Portal ist der Point of Single Contact für Unternehmen im Servicesektor. Zu finden ist dieser unter http://www.businessinfo.cz/en/.

Öffentliche Ausschreibungen aus der Tschechischen Republik werden in der Datenbank https://www.vestnikverejnychzakazek.cz/ veröffentlicht. Ausschreibungen, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie unter https://ted.europa.eu/TED/main/HomePage.do.

Website der Verwaltungsbehörde für Soziale Sicherheit, mit Angaben über Versicherungspflichten für Arbeitgeber etc.: https://www.cssz.cz/de/informationen

Um Geschäftspartner in der Tschechischen Republik zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile tschechischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Über das Internationale Netzwerk kann ihre Sparkasse - ggf. mit Unterstützung des EuropaService - für die Finanzierung konkreter Investitionsvorhaben den Kontakt zu Partnerbanken in Tschechien herstellen. Die Partnerbanken unterstützen rund um Finanzfragen, insbesondere auch bei einer möglichen Beantragung von Fördermitteln und helfen bei der Antragstellung und Abwicklung.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand Oktober 2018. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/tschechische_republik.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


030 20225 5796


030 20225 5799

Impulse durch Industrie 4.0

„Die Wirtschaft Deutschlands und Tschechiens sind eng verzahnt.“ Dies betonten Angela Merkel und der tschechische Ministerpräsident Bohuslav Sobotka beim jüngsten Besuch der Bundeskanzlerin in Prag. Beide sprachen über „Industrie 4.0“ und die Chancen zu weiterer Zusammenarbeit.

Beziehungen pflegen

Jedes Land hat seine Eigenarten im Geschäftsleben. Über einige kulturelle Besonderheiten in Tschechien, die KMU helfen Fettnäpfchen zu vermeiden, informiert Petra Boteková, Managing Director CEE bei ICUnet.