Tschechische Republik: Bedingungen für Handel und Investition

Investitionen im Gesundheitswesen und in der Energieeffizienz erforderlich

Insgesamt wird für 2020 wegen der Corona-Pandemie ein Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um sieben Prozent erwartet. Um die Wirtschaft wieder anzukurbeln plant die Regierung die Investitionsausgaben zu steigern und den Unternehmen verkürzte Abschreibungen zu ermöglichen. Im Jahr 2019 lag die Staatsschuldenquote bei 30 Prozent, so dass Mittel für verschiedene Hilfsmaßnahmen vorhanden sind.

Aktuelles und Perspektiven

Tschechische Republik

Aktuelle Informationen zu Corona in Tschechien, die für Unternehmen interessant sind, haben u.a. das Industrie- und Handelsministerium, die AHK des Landes, die Förderagentur und der DIHK zusammengestellt. Weitere Ansprechpartner finden Sie in diesem Länderinfo.

Die Corona-Krise hat den Investitionsbedarf im Gesundheitswesen deutlich gemacht. Bis zum Jahr 2027 sollen Investitionen in Höhe von 450 Millionen Euro getätigt werden. Nachholbedarf besteht auch bei der Energieeffizienz und der Kreislaufwirtschaft. Darüber hinaus steigt in dem hochindustrialisierten Land das Interesse an Lösungen für Industrie 4.0. Tschechien ist sowohl als Absatz- und Beschaffungsmarkt als auch als Investitionsstandort attraktiv. Insgesamt sind mehr als 100.000 ausländische Unternehmen verschiedener Größe in Tschechien aktiv, darunter etwa 6.000 deutsche. Gründe für deren Engagement sind die qualifizierten Arbeitskräfte, die relativ günstigen Arbeitskosten  und die zentrale Lage.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in der Tschechischen Republik, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

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Deutschland ist für die Tschechische Republik sowohl beim Export als auch beim Import der wichtigste Handelspartner, die gemeinsame Grenze umfasst gut 800 Kilometer. Der bilaterale Handel mit Deutschland hatte im Jahr 2019 ein Volumen von gut 92 Milliarden Euro. Am kumulierten Bestand ausländischer Direktinvestitionen in Höhe von gut 170 Milliarden US-Dollar betrug der Anteil Deutschlands im Jahr 2019 gut 16 Prozent, dies bedeutet den dritten Platz hinter den Niederlanden.

Besondere Chancen für deutsche Unternehmen sieht die AHK Tschechien für Unternehmen aus dem Bereich Umwelttechnik, wie beispielsweise in der Wasserwirtschaft, der Gebäudesanierung und der Erhöhung der Energieeffizienz. Im Bereich erneuerbare Energien wird vor allem im Bereich Biomasse und Wasserenergie Potenzial gesehen. Eine Zielmarktanalyse über die Energieeffizienz in der Industrie hat die AHK Tschechien erstellt. Bis zum Jahr 2030 soll der Anteil erneuerbarer Quellen am Bruttoendenergieverbrauch 22 Prozent betragen.

Der Mindestlohn wird für das Jahr 2021 um 600 CZK auf 15.200 CZK pro Monat steigen (3,42 Euro/Stunde). Der Binnenkonsum ist zu einem Motor der Konjunktur geworden. Aufgrund weiter steigender Einkommen und Beschäftigungsquoten könnte sich dieser Trend verstärken. Insbesondere die Nachfrage nach Konsumgüter wächst.

Für Hermes-Bürgschaften erfolgt für Tschechien die Entgeltberechnung auf der Basis eines Markttests. Es gibt keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. Befristet bis 31. Dezember 2021 können Exportgeschäfte zu  kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) abgesichert werden.  

Das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel stellt die Banküberweisung dar, nachdem tschechische Banken an das SWIFT-System angeschlossen sind. Mehr Informationen zu Zahlungsmittel und Forderungseinzug sowie zur Risikoeinschätzung bietet Coface.

Die Tschechische Republik umfasst eine Fläche von fast 79.000 Quadratkilometern. Das Land hat 10,7 Millionen Einwohner und erwirtschaftete 2019 ein BIP in Höhe von fast 251 Milliarden US-Dollar. Kurze Informationen zu den tschechischen Regionen bietet die Förderagentur des Landes. Die Wirtschaftsstruktur Tschechiens ist ähnlich derjenigen von Deutschland, sie weist einen hohen Industrieanteil auf (gut ein Viertel des BIP). Informationen über Wirtschaftsbranchen sind zu finden bei der Förderagentur des Landes. Auch das Industrie- und Handelsministerium informiert über die verschiedenen produzierenden Gewerbe. Über traditionelle tschechische Exportzweige berichtet CzechTrade. 

Der aktuelle Wechselkurs der tschechischen Krone (CZK) kann auf der Seite der Tschechischen Nationalbank nachgelesen werden.

Laut Außenwirtschaftszentrum Bayern sind die Geschäftssprachen Tschechisch, Deutsch und Englisch.

  • Im Doing-Business-Report 2020 der Weltbank belegt die Tschechische Republik Platz 41 (Stand: Oktober 2019). Wie sich die Note im einzelnen zusammensetzt, ist in dem Bericht erläutert.
  • Die Weltbank hat für sieben Städte in Tschechien einige Geschäftsbedingungen untersucht (Stand: Juli 2018)
  • Beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International liegt die Tschechische Republik auf Platz 49 (Stand: Januar 2021).
  • Zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in der Tschechischen Republik hat die EU-Kommission erstmals einen Bericht veröffentlicht (Stand: September 2020).
  • Den 32. Platz hat Tschechien beim Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums inne (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt die Tschechische Republik Platz 29 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist Tschechien auf Platz 24 zu finden (Stand: Nov. 2020). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Tschechien auf Platz 17 (Stand: Nov. 2020). 
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Das derzeitige Recht sieht grundsätzlich eine rechtliche Gleichbehandlung ausländischer (natürlicher und juristischer) Personen mit inländischen vor. Dies umfasst sowohl den Schutz von Eigentumsrechten als auch der Zugang zu Investitionsanreizen. 

Gewerberechtlich gilt für deutsche Unternehmen in Tschechien volle Dienstleistungsfreiheit: Sie dürfen vorübergehend in Tschechien tätig sein, ohne eine Niederlassung gründen zu müssen. Grundsätzlich herrscht Gewerbefreiheit. Das Gesetz unterscheidet jedoch zwischen konzessionsgebundenen und anmeldepflichtigen Gewerben. Zu letzteren gehören freie, gebundene und handwerkliche Gewerbe. Informationen über gewerberechtliche Voraussetzungen für die Ausführung von Handwerksleistungen in Tschechien, im Rahmen einer Niederlassung, befinden sich in der Broschüre Niederlassungsgründung in Tschechien. 

Gehört die Tätigkeit zu den regulierten Berufsgruppen, so muss die Berufsqualifikation beim Ministerium für Industrie- und Handel nachgewiesen werden. Weitere Informationen zu mehr als 180 Unternehmertätigkeiten aus verschiedenen Bereichen, wie die erforderlichen Berechtigungen und die einzelnen Schritte zur Aufnahme der Unternehmertätigkeit sind zu finden auf der offiziellen Seite für Business und Export. 

Für EU-Bürger besteht keine Visumpflicht bei der Einreise, aber eine Meldepflicht gegenüber der Ausländerpolizei am Aufenthaltsort bei einem Aufenthalt, der 30 Tage überschreitet. Wer sich länger als drei Monate im Land aufhalten will, kann eine vorübergehende Aufenthaltsbestätigung beantragen, ist hierzu aber nicht verpflichtet. Dies kann den Aufenthalt in manchem erleichtern, beispielsweise beim Immobilienkauf. Ferner dient diese Bestätigung für einen eventuell späteren Daueraufenthaltsantrag als Nachweis der Aufenthaltslänge. EU-Bürger benötigen keine Arbeitserlaubnis.

In Tschechien wird laut Außenwirtschaftszentrum Bayern viel Wert auf Ränge und Titel gelegt. Sollte der tschechische Geschäftspartner einen akademischen Grad besitzen, so sollte dieser nicht ignoriert werden. Ähnlich wie in Österreich werden Anreden wie Herr/Frau Direktor, Herr/Frau Ingenieur oder Herr/Frau Magister verwandt. Pluspunkte könne auch derjenige sammeln, der sich mit Geschichte, Politik und Wirtschaft des Landes befasst hat.  

Am 1. Januar 2014 ist das bisherige HGB abgelöst worden durch das neue tschechische BGB und das Gesetz über Handelsgesellschaften.

In der  Tschechischen Republik können ausländische Unternehmen entweder eine tschechische Gesellschaft gründen oder eine in Tschechien angemeldete Zweigstelle errichten. 

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AG: Akciova spolecnost (a.s.)
Das Mindestgrundkapital beträgt zwei Millionen CZK, mindestens 30 Prozent davon müssen bei Gründung eingezahlt sein. Der Rest ist innerhalb eines Jahres einzuzahlen. Werden neben der Geldeinlage auch Sacheinlagen geleistet, so sind diese noch vor der Eintragung ins Handelsregister zu erbringen.
Eine Ein-Mann-AG ist  möglich. Die Anzahl der Gründer ist nicht begrenzt. Die Haftung der Gesellschafter ist auf deren Einlage begrenzt.
Änderungen seit 1. Januar 2014: Eine AG kann zwischen einer dualistischen Struktur (Hauptversammlung, Vorstand und Aufsichtsrat müssen errichtet werden) und der monistischen Struktur (Hauptversammlung und ein Verwaltungsrat mit einem statuarischen Direktor reichen) wählen. Diese Organe können mit nur einer Person gebildet werden, d.h. ein Mitglied des Verwaltungsrats kann gleichzeitig die Funktion des statuarischen Direktors ausüben.

GmbH: Spolecnost s rucenim omezenym (s.r.o.)
Das Mindeststammkapital beträgt seit 1. Januar 2014: 1 CZK. Bei der Entstehung der Gesellschaft ist die Einlage im Fall einer Geldeinlage zu 30 Prozent erforderlich und bei einer Sacheinlage zu 100 Prozent. Eine Ein-Personen-GmbH ist möglich, in diesem Fall ist das Stammkapital voll einzubezahlen. Die Zahl der Gründer ist nicht begrenzt. Die Haftung der Gesellschafter ist auf die Einlage begrenzt. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist die am häufigsten vorkommende Gesellschaftsform.

OHG: Verejna obchodní spolecnost (v.o.s.)
Diese Gesellschaftsform erfordert mindestens zwei mit ihrem persönlichen Vermögen und gesamtschuldnerisch haftende Personen. Das Stammkapital ist in seiner Höhe gesetzlich nicht festgelegt. In Tschechien handelt es sich bei dieser Gesellschaftsform um eine juristische Person, so die Bayern Handwerk. Es ist eine eher selten gewählte Rechtsform.

KG: Komanditní spolecnost (k.s.)
Diese Gesellschaftsform wird von einem oder mehreren Komplementären und einem oder mehreren Kommanditisten gegründet. Komplementäre haben die Geschäftsführung inne und haften mit ihrem Gesamtvermögen. Kommanditisten haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage. Auch diese Rechtsform kommt nicht sehr häufig vor. Die tschechische Kommanditgesellschaft ist eine juristische Person, so Bayern Handwerk.

Einzelfirma:
Es ist kein Grundkapital erforderlich, der Unternehmer haftet jedoch persönlich mit seinem gesamten Vermögen. Die Einzelfirma muss nicht ins Handelsregister eingetragen werden, dies kann aber freiwillig erfolgen. Sie entsteht durch die Anmeldung des Gewerbes beim Gewerbeamt.

Zweigniederlassung:
Eine Zweigniederlassung einer ausländischen Firma hat keine eigene Rechtspersönlichkeit, sie tritt als Vertreter der ausländischen Firma auf. Sie muss ins Handelsregister eingetragen werden. Die Muttergesellschaft haftet für die Verbindlichkeiten der Zweigniederlassung.

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Das Handelsregister wird von so genannten Registergerichten bei den Kreisgerichten geführt. Zuständig ist das Register in dessen Bezirk das Unternehmen oder die Betriebsstätte angesiedelt ist. Es besteht auch die Möglichkeit, dass Einträge von Notaren vorgenommen werden können. Hiervon machen vor allem GmbHs und AGs Gebrauch. 

Das Handelsregister ist in Tschechien ein öffentliches Verzeichnis, das kostenlos auf der Website des Justizministeriums zugänglich ist.

Die elektronische Registrierung ist möglich anhand der hinterlegten Unterlagen. Da die Amtssprache in Tschechien die tschechische Sprache ist, werden die Antragsformulare für die Eintragung sowie sämtliche weitere Informationen nur auf Tschechisch zur Verfügung gestellt.

Auch die Anmeldung im Gewerberegister ist online bei der zentralen elektronischen Annahmestelle des Gewerbezentralregisters möglich. Hierfür ist eine elektronische Signatur erforderlich.

Hilfestellung können ausländische Unternehmen beim tschechischen Point of Single Contact bekommen. Auf Englisch finden sich Informationen zur Registrierung beim tschechischen Business Portal.

Der Körperschaftsteuersatz liegt bei 19 Prozent.

Nähere Informationen zur Körperschaftsteuer und zu Abschreibungen finden Sie bei der tschechischen Förderagentur.

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Der Normalsatz beträgt 21 Prozent. Der ermäßigte Steuersatz von 15 Prozent gilt für bestimmte Güter und Dienstleistungen (z.B. Lebensmittel, Gastronomie,  bestimmte Bücher, spezielle medizinische Produkte). Ein Satz von zehn Prozent gilt für Säuglingsnahrung, bestimmte Arzneimittel. 

Steuerpflichtig sind alle Unternehmen, deren Umsatz 1 Million CZK in zwölf aufeinander folgenden Monaten überschreitet. Eine freiwillige Registrierung ist möglich.

Der Text des derzeitigen DBA zwischen Tschechien und Deutschland ist beim Bundesfinanzministerium zu finden über -> Themen -> Steuern -> internationales Steuerrecht ->
Staatenbezogene Informationen -> Tschechien.

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Tschechien ist nicht Teil der Euro-Währungsunion. Die Tschechische Krone ist das gesetzliche Zahlungsmittel. (Der aktuelle Kurs der Tschechischen Krone kann auf der Internetseite der Tschechischen Notenbank eingesehen werden.) 

Hinsichtlich der EU-Konvergenzkriterien stand das Land vor der Corona-Pandemie gut da, für 2020 wird mit einem Haushaltsdefizit von 6,6 Prozent gerechnet. Offiziell hat die tschechische Regierung aber bisher keinen Termin für einen Beitritt zur Eurozone festgelegt.

Ab einer mitgeführten Bargeldsumme von 10.000 Euro in und aus der EU muss die Summe bei den Zollbehörden deklariert werden.

In Tschechien dürfen Bürger aus Ländern, die der Europäischen Union und dem Europäischen Wirtschaftsraum (EWR) angehören, staatlichen Grund und Boden kaufen. Die siebenjährige Sperrfrist ist mittlerweile abgelaufen: Ausländer dürfen damit jetzt Ackerland in Tschechien kaufen. 

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Die Förderagentur CzechInvest hat eine Datenbank mit Geschäftsimmobilien erstellt.

Die regionale Entwicklungsagentur MSID von Mährisch-Schlesien hat ein Verzeichnis von Brownfield-Gebieten erstellt.

Eine Grunderwerbsteuer wird in Höhe von vier Prozent erhoben. Die jährliche Grundsteuer hängt im wesentlichen von der Größe der Immobilie ab.

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Am 6. September 2019 ist ein novelliertes Gesetz über Investitionsanreize in Kraft getreten. Alle Anträge auf Investitionsanreize werden von der Regierung im Hinblick auf den Nutzen des Projekts für die Region und den Staat geprüft. 

Förderfähige Bereiche sind Industrie, Technologie-Zentren und unternehmensbezogene Dienstleistungszentren. 

Es gibt zwei Arten von Steueranreizen:

  • Für neue Unternehmen gibt es eine Körperschaftsteuerbefreiung für bis zu zehn Jahre.
  • Für bestehende Unternehmen gibt es eine partielle Körperschaftsteuerbefreiung für bis zu zehn Jahre, wenn es sich um ein Expansions-Projekt handelt.

Die Steuerfreistellung endet, wenn das Unternehmen die zulässige Beihilfehöchstintensität erreicht hat.

Einen Überblick bietet die Investitionsförderagentur des Landes. 

Wie alle Staaten der Europäischen Union erhält Tschechien Mittel aus den EU-Strukturfonds, die unter anderem zur unternehmensbezogenen Regional- und Arbeitsmarktentwicklung eingesetzt werden. Es gibt ein zentrales Portal für EU-Strukturfonds in Tschechien.

Für die beiden EU-Strukturfonds Europäischer Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) gibt es für die Tschechische Republik eine Fördergebietskarte

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Informationen zur Gewährung der tschechischen Fördergebietskarte für den Zeitraum 2014 bis 2020 sind in einer Presseerklärung der EU-Kommission zu finden.

Ende August 2014 hat die EU-Kommission mit der Tschechischen Republik eine Partnerschaftsvereinbarung über den Einsatz der EU-Struktur- und Investitionsfonds für Wachstum und Beschäftigung in den Jahren 2014 bis 2020 getroffen.

Zur Mittelstandsförderung kann Tschechien zudem Unterstützungen aus den EU-Programmen Cosme und Horizon landesweit einsetzen. Daneben werden Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln finanziert.

Die maximale Förderhöhe für Vorhaben in Tschechien wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an tschechische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

Das tschechische Fördersystem basiert maßgeblich auf, aus den EU-Strukturfonds gespeisten, Operationellen Programmen zu verschiedenen Themenschwerpunkten und dem Investitionsfördergesetz. 

Nach dem Investitionsfördergesetzt (jüngste Änderungen gab es im September 2019) gibt es neben der Steuervergünstigung (s. Kapitel Steuervergünstigung) u.a. auch Zuschüsse für die Schaffung von Jobs, die Weiterbildung und Umschulung, die Bereitstellung von Grundstücken zu vergünstigten Preisen in allen Bezirken der Tschechischen Republik, ausgenommen Prag. Ferner wurden die Bedingungen für die Gewährung von Anreizen für kleine und mittlere Unternehmen um die Hälfte reduziert. Die Höhe der Förderung ist dabei abhängig von der Größe des Unternehmen, der Investitionssumme, der Region und der Anzahl neu geschaffener Arbeitsplätze. 

Alle Antragsteller müssen die voraussichtlichen Auswirkungen ihrer Investition auf den Arbeitsmarkt und die voraussichtiche Abführung zum Staatshaushalt beziffern. Ferner müssen die Antragsteller beschreiben, wie sie Forschung und Entwicklung in ihre Aktivitäten einbeziehen möchten. Darüber hinaus wird bei den Anspruchsvoraussetzungen unterschieden, ob es sich um ein Unternehmen aus dem Bereich Fertigungsindustrie, ein Technologiezentrum oder ein unternehmensbezogenes Dienstleistungszentrum handelt.

Grundlegende Anspruchsvoraussetzung ist, dass die Arbeit an einem Projekt nicht vor Einreichung des Antrags beginnt und das der Empfänger alle geschaffenen Arbeitsplätze und das notwendige Betriebsvermögen während des gesamten Zeitraums, in dem er die staatliche Beihilfe nutzt, beibehält. 

Die Tschechisch-Mährische Garantie- und Entwicklungsbank (Ceskomoravská zárucní a rozvojová banka a.s., CMZRB) ist die staatliche tschechische Förderbank. Sie gewährt zinsgünstige Darlehen und Bürgschaften vorwiegend an kleine und mittlere Unternehmen (KMU). 

Ceskomoravska Zarucni a Rozvojova Banka,
Jeruzalemska 964/4, 11000 PRAG 1 - TSCHECHIEN
Tel.: +420 255 721 111
Fax: +420 255 721 110,
E-Mail: info@cmzrb.cz, Internet: https://www.cmzrb.cz/

Förderungen für Maßnahmen im Bereich Umwelt sind zu finden beim Staatsfonds für Umwelt.

Zur Steigerung der Energieeffizienz in der Industrie hat die Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer gemeinsam mit der Exportinitiative Energie eine Zielmarktanalyse erstellt, in der auch die Fördermöglichkeiten erläutert werden.

- Weitere Mittelstandsangebote:

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in der Tschechischen Republik mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. Für die Tschechische Republik werden im o. g. Zeitraum 184,5 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe ist in dieses Netzwerk eingebunden. Die Partner im tschechischen Enterprise Europe Network sind in vier Städten zu finden. 

- Regionalförderung

Ein Bestandteil der Regionalpolitik ist die Förderung von Industrie- und Gewerbeparks („Industrial Zones“) sowie der Bau von Lagerkapazitäten, die Sanierung baufälliger Objekte und Brownfields. In der Förderperiode 2014 bis 2020 soll ein Schwerpunkt auf die Umgestaltung so genannter Brownfield-Areale liegen. 

Gemeinden können Investoren ferner durch den preisgünstigen Verkauf erschlossener Betriebsgrundstücke unterstützen.

Kurzprofile der tschechischen Regionen können Sie bei der Förderagentur des Landes recherchieren.

Die Förderagentur ist zuständig für Anträge von Investoren und für die Ausreichung von Förderungen in einer Vielzahl von Programmen.

Unternehmen mit Fragen zu den oben genannten (und CzechInvest zugeordneten) Programmen wenden sich an:

CzechInvest
Štepánská 15, 12000 Prag 2 - TSCHECHISCHE REPUBLIK
Tel.: +420 296 342 500
E-Mail: fdi@czechinvest.org, Internet: https://www.czechinvest.org

Empfehlenswert ist die Direktansprache von CzechInvest anhand möglichst konkreter Projektdaten.

Deutsch-Tschechische Industrie- und Handelskammer
Cesko-nemecka obchodni a prumyslova komora
Václavske nam. 40, 11000 Prag 1 - TSCHECHISCHE REPUBLIK,
Tel.: + 420 224 221 200
Fax: +420 224 222 200
E-Mail: info@dtihk.cz, Internet: https://tschechien.ahk.de/

Botschaft der Tschechischen Republik
Wilhelmstraße 44, 10117 Berlin
Tel.: 030 22638-0
Fax: 030 226 38 169
E-Mail: berlin@embassy.mzv.cz, Internet: https://www.mzv.cz/berlin

Wirtschafts- und Handelsabteilung der Botschaft
Tel.: 030 22638-196
Fax: 030 22638-198
E-Mail: commerce_berlin@mzv.cz

CzechInvest Deutschland bietet Grundlageninformationen über das tschechische Wirtschafts-, Rechts- und Fördersystem und bereitet die individuelle Betreuung durch CzechInvest in Prag (die Tschechische Agentur für Auslandsinvestitionen) vor.

CzechInvest
Martin-Luther-Platz 28, 40212 Düsseldorf 
Tel.: 0211 250 56 190
E-Mail: germany@czechinvest.org  
Leiter: Herr Pavel Chovanec

CzechTrade (Handelsförderungsagentur des Ministeriums für Industrie und Handel der Tschechischen Republik) ist spezialisiert auf die Vermittlung tschechischer Geschäftspartner.
CzechTrade
Martin-Luther-Platz 28, 40212 Düsseldorf
Tel.: 0211 598 256 84
E-Mail: adam.jares@czechtrade.cz, Internet: https://www.czechtradeoffices.com/de/de

Einen kurzen allgemeinen Einblick in Tschechien mit einer Reihe von Links bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos.

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Tschechien zur Verfügung.

Informationen über einige Branchen bietet die Förderagentur CzechInvest (Deutsch) in der Rubrik: Prioritätssektoren

 

Einen Leitfaden für Exporte für die Tschechische Republik erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit dem Außenwirtschaft Österreich.

Ein Merkblatt zur Niederlassungsgründung bietet die Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz.

Das staatliche tschechische Business-Portal ist der Point of Single Contact für Unternehmen im Servicesektor. 

Öffentliche Ausschreibungen aus der Tschechischen Republik werden beim Ministeriumg für regionale Entwicklung veröffentlicht. Ausschreibungen, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie unter Ted.

Die Verwaltungsbehörde für Soziale Sicherheit bietet Angaben über Versicherungspflichten für Arbeitgeber etc.

Um Geschäftspartner in der Tschechischen Republik zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile tschechischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in Tschechien. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Ihr Vorhaben in der Tschechischen Republik erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Über das Internationale Netzwerk kann ihre Sparkasse - ggf. mit Unterstützung des EuropaService - für die Finanzierung konkreter Investitionsvorhaben den Kontakt zu Partnerbanken in Tschechien herstellen. Die Partnerbanken unterstützen rund um Finanzfragen, insbesondere auch bei einer möglichen Beantragung von Fördermitteln und helfen bei der Antragstellung und Abwicklung.

Suchen Sie Lösungen für die Absatzfinanzierung zum Ausbau Ihrer Vertriebsaktivitäten oder wollen Sie direkt in Tschechien investieren? Das Team der Deutsche Leasing CR unterstützt deutsche Hersteller von Investitionsgütern und deren Kunden sowie direkt investierende deutsche Unternehmen in der Tschechischen Republik. Mehr dazu bei der Deutsche Leasing CR.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für Tschechien fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand Dezember 2020. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/tschechische_republik.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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030 20225 5799

Impulse durch Industrie 4.0

„Industrie 4.0“ bietet KMU in Deutschland und Tschechien weitere Möglichkeiten zur Zusammenarbeit.

Beziehungen pflegen

Tschechen haben ein breites persönliches Netzwerk, das häufig Türen im Geschäftsleben öffnet.