EU-Finanzinstrumente für Gründung und Innovation

03.03.2017

EU-Finanzinstrumente haben 2016 in Deutschland bei der Finanzierung von über 5.200 Existenzgründungen mitgeholfen. Bei der entsprechenden Unterstützung innovativer Unternehmen durch die EU lag die Zahl der Finanzierungen bei rund 100. Die genannten Angaben beziehen sich auf Darlehen von Sparkassen und Banken, die durch Förderprogramme der KfW oder eines Landesförderinstituts refinanziert wurden. 

Für kleinere Existenzgründungen mit einem Finanzierungsbedarf bis zu 100.000 Euro kann das KfW-Programm ERP-Gründerkredit StartGeld eingesetzt werden. Bei dessen Einsatz wird die finanzierende Sparkasse oder andere Hausbank zu 80 Prozent vom Ausfallrisiko des Kredites entlastet, und die Hälfte dieser Risikoübernahme trägt der Europäische Investitionsfonds (EIF). Seine Rückbürgschaft wird aus Budgetmitteln des EU-Programms COSME für die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU) bezahlt.

2016 haben Hausbanken in Deutschland insgesamt 5.216 Darlehen aus dem ERP-Gründerkredit StartGeld an Existenzgründer vergeben; in 2.894 Fällen (55 Prozent) war das eine Sparkasse. Der Gesamtbetrag dieser Darlehen betrug 268,7 Millionen Euro; das durchschnittliche Kreditvolumen lag also bei gut 51.000 Euro. Vom Gesamtbetrag kamen 154,8 Millionen Euro (54 Prozent) von einer Sparkasse.

Zahlreiche Angebote für innovative Unternehmen

Für innovative Unternehmen mit einem Kreditbedarf ab 25.000 und bis 7,5 Millionen Euro stehen seit Mitte 2016 in Deutschland insgesamt zehn Förderprogramme zur Verfügung. Diese werden aus der InnovFin-KMU-Bürgschaftsfazilität des EU-Forschungs- und Innovationsprogramms Horizont 2020 unterstützt.

Eines davon, der Unternehmerkredit Plus der KfW, ist überall im Land bei Sparkassen und Banken zugänglich. Die anderen neun ergänzen in entsprechend vielen Bundesländern das KfW-Angebot; sieben Bundesländer haben kein eigenes Förderprogramm für innovative Unternehmen.

Eine Gruppe von sieben Landesförderinstituten (Berlin, Brandenburg, Hamburg, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein) hat ihre jeweiligen Programme erst zum 1. Juli 2016 an den Start gebracht. In deren Anlaufphase des 2. Halbjahres 2016 konnten elf Finanzierungen mit insgesamt 8,6 Millionen Euro durchgeführt werden. Bei noch geringen Stückzahlen sind Angaben zu Marktanteilen wenig sinnvoll.

Das gilt auch für den Unternehmerkredit Plus der KfW, aus dem im Gesamtjahr 2016 nur 14 Finanzierungen für insgesamt 7,9 Millionen Euro durchgeführt wurden. Das war ein Einbruch gegenüber dem Vorjahr, als mit EU-Unterstützung noch aus dem Vorläufer von InnovFin insgesamt 46 Darlehen für zusammen 47,7 Millionen Euro vergeben worden waren.

Konkurrenz durch neue Landesprogramme

Möglicherweise ist das auf die neuen zusätzlichen Angebote für innovative Unternehmen in den Bundesländern zurückzuführen, die in Bayern und Baden-Württemberg im ganzen Jahr 2016 verfügbar waren. Die LfA Förderbank Bayern bietet in Ergänzung zum Universalkredit eine „Haftung Plus“ als Risikoübernahme mit Unterstützung aus InnovFin an.

Diese wurde 2016 in 54 Fällen für Kredite mit einem Gesamtbetrag von 15,0 Millionen Euro in Anspruch genommen. 29 Finanzierungen für 5,7 Millionen Euro kamen dabei von einer Sparkasse.

In Baden-Württemberg bieten unter dem Namen InnovFin 70 die Bürgschaftsbank (bis 1,25 Millionen Euro) und die L-Bank (über 1,25 Millionen Euro) Bürgschaften für Darlehen an innovative Unternehmen an. Mit dieser Unterstützung wurden 2016 rund 24 Millionen Euro an Krediten vergeben – in mehr als zwei Drittel der Fälle von einer Sparkasse.


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