Belarus

Geschäftliche Rahmenbedingungen für Handel und Investition

Eigentlich hätte Belarus als Investitionsstandort alle Asse auf der Hand, jedoch bleiben Fragen der Rechtssicherheit und konsequenten Realisierung von institutionellen und strukturellen Reformen für das Land ganz oben auf der Tagesordnung, so Ost-West-Contact.

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Im Regierungsprogramm für die Jahre 2016 bis 2020 strebt die Regierung jährliche Wachstumsraten von 3,5 Prozent an. Um dies zu erreichen, soll die Wirtschaft mittels Reformen angekurbelt werden. Zum Beispiel durch Regelungen zu öffentlich-privaten Partnerschaften bei Infrastrukturprojekten, eine Verbesserung beim Investorenschutz sowie neue Privatisierungsinitiativen. Geplant sind diverse Investitionsprojekte im Rahmen von Stadtentwicklungsvorhaben, durch die sich Chancen auch für deutsche Unternehmen ergeben. Darüber hinaus sind Lieferchancen beispielsweise im Bereich Ernährungswirtschaft, in der chemischen, petrochemischen und pharmazeutischen Industrie sowie bei den erneuerbaren Energien möglich.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Investitionsbedingungen in Belarus (Weißrussland), insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

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Belarus umfasst eine Fläche von 207.600 Quadratkilometer und hat Grenzen mit Russland, der Ukraine, Polen, Litauen und Lettland. Das Land war 80 Jahre Teil der Sowjetunion und hat auch weiterhin eine enge Bindung an Russland.

In Belarus, auch Weißrussland genannt, sind trotz einiger Privatisierungen noch zahlreiche Unternehmen in Staatshand. Unternehmen müssen immer wieder mit Einmischungen staatlicher Stellen rechnen. Auch bewirken die Vollmachten des Staates einen wenig stabilen Rechtsrahmen.

Hauptlieferland im Jahr 2017 ist Russland mit einem Anteil von gut 57 Prozent. Deutschland hat einen Anteil von 5 Prozent und belegt damit Platz 3. Hauptabnehmerland ist ebenfalls Russland mit einem Anteil von fast 44 Prozent. Der Anteil Deutschlands beträgt fast 4 Prozent, was den 4. Platz bedeutet. Aufgrund der großen Bedeutung Russlands wirken sich entsprechend auch die wirtschaftlichen Entwicklungen Russlands auf Belarus aus.

Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich nach Angaben von gtai für das Jahr 2017 auf einen Bestand von insgesamt gut 19.800 Millionen US-Dollar. Gut die Hälfte kommt dabei aus Russland. Deutschland steht mit einem Anteil von 1,5 Prozent auf Platz 5. Die Anzahl registrierter Unternehmen mit ausländischem Kapital betrug am 1. Januar 2016 6.787. Dies bedeutet einen Rückgang gegenüber dem Vorjahr um 312, so das Wirtschaftsministerium von Belarus. Derzeit sollen circa 310 deutsche Unternehmen in Belarus aktiv sein, davon sind etwa 90 Repräsentanzen. In der jüngsten Umfrage der AHK Belarus wurden folgende Faktoren als besonders positiv angemerkt: Politische Stabilität, Infrastruktur, Qualifikation der Arbeitnehmer und Arbeitskosten. 65 Prozent der befragten Unternehmen würden Belarus wieder als Standort wählen.

Für Hermes-Bürgschaften gilt die Entgeltkategorie 6. Informationen zur Risikoeinschätzung finden Sie bei Coface.

Informationen über einige Schlüsselbranchen finden Sie auf der offiziellen Internetseite der Republik.

Die Stärken des Landes sieht Germany Trade and Invest in den verhältnismäßig niedrigen Löhnen und der günstigen verkehrsgeografischen Lage in Osteuropa. Risiken seien insbesondere der weiterhin häufig vorkommenden staatlichen Intervestitionen sowie die hohe Abhängigkeit von Russland.

Informationen zu den einzelnen Regionen des Landes finden Sie ebenfalls auf der offiziellen Internetseite der Republik.

Belarus hat fast 9,5 Millionen Einwohner. Im Jahr 2017 wurde ein BIP von gut 54 Milliarden US-Dollar erwirtschaftet. Es soll gut 112.000 KMU im Land geben, so die Nachrichten für Außenhandel.

Der aktuelle Wechselkurs kann bei der Belarussischen Nationalbank abgerufen werden.

Die seit dem 1. Januar 2010 bestehende Zollunion mit Russland und Kasachstan (gemeinsame Außenzölle, einheitlicher Zollkodex, Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen) mündete am 1. Januar 2012 in den "Gemeinsamen Wirtschaftsraum". Am 29. Mai 2014 unterzeichneten Russland, Belarus und Kasachstan den Vertrag zur Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion, die seit Januar 2015 in Kraft ist. Mittlerweile kamen Armenien und Kirgistan hinzu. Die EAWU soll den Austausch von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Arbeit erleichtern und die Länder wollen Teile ihrer Wirtschaftspolitik koordinieren. Als Ziel hat sich die Union für das Jahr 2020 gesetzt, dass 60 Prozent der in der Union eingesetzten technischen Ausrüstungen aus der EUWA stammen sollen. Bis jetzt werden 90 Prozent importiert. Die Union umfasst etwa 180 Millionen Einwohner und mehr als 20 Millionen Quadratkilometer. Innerhalb dieser Union ist Belarus das einizige Land ohne WTO-Mitgliedschaft.

  • Beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International belegt Belarus Platz 70 (Stand: Januar 2019).
  •  Im Doing-Business-Report 2020 der Weltbank steht Belarus auf Platz 49 (Stand: Oktober 2019). Dort finden Sie auch weitere Details zur Zusammensetzung der Note. 
  • Platz 72 belegt das Land beim Global Innovation Index (Stand: Juli 2019), der sich aus einzelnen Komponenten zusammensetzt.
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Grundlage für Investitionen stellt das Investitionsgesetz dar. Es bezweckt die Anlockung von Investitionen in die belarussische Wirtschaft und legt Garantien und Rechte sowie Rechtsschutzmöglichkeiten für Investoren fest. Alle Investoren sind vor dem Gesetz gleich. 

Ausländischen Investoren wird das Recht garantiert, die erzielten Einkünfte aus Investitionstätigkeit in Belarus nach Zahlung von Steuern und Abgaben ins Ausland transferieren zu können. Die rechtlichen Grundlagen sind auf Englisch beim Wirtschaftsministerium nachzulesen.

Ausländische Investoren können ein Unternehmen mit 100 Prozent ausländischem Kapital gründen oder ein belarussisches Unternehmen zu 100 Prozent übernehmen. Auch gibt es keine Verpflichtung ein Joint Venture mit belarussischen Unternehmen einzugehen.

Belarus befindet sich noch immer im Übergang von einer staatlich gelenkten zu einer freien Marktwirtschaft, daher können einige Tätigkeiten nicht ohne eine entsprechende Lizenz ausgeübt werden. Im November 2017 wurde jedoch ein Präsidialdekret erlassen, wodurch 19 Tätigkeitsarten, für die bis dahin eine Lizenz erforderlich war, jetzt nur noch eine Benachtrichtigung lakaler Bhörden erfordern, so gtai. Dazu gehören: die Herstellung von Kleidung, Schuhen und Textilmaterialien, die Holzverarbeitung, die Herstellung von Nahrungsmitteln, Mögel, Verpackung, Baumaterialien sowie die Landwirtschaft und Fischerei.

Mit Deutschland besteht ein Investitionsschutzabkommen.

Für die Einreise nach Belarus, wenn der Aufenthalt nur bis zu 30 Tage dauert, ist seit Mitte Juli 2018 kein Visum mehr erforderlich. Weitere Informationen zum Thema Visum finden Sie bei der Belarussischen Botschaft.

Die Wirtschaftsförderagentur Invest in Belarus bietet auf ihren Internetseiten einen Investitionsleitfaden

offene AG, Otkrytoe Akcionernoje Obscestvo (OAO),
Das Mindestkapital beträgt 400 Basispunkte, wobei eine Basisgröße knapp 10 Euro entspricht. Es ist mindestens ein Gründer erforderlich, die Zahl der Aktionäre ist unbegrenzt, die Anteile können frei übertragen werden. 

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Die Haftung ist auf den Anteil beschränkt.

geschlossene AG, Zakrytoe Akzionernoe Obschestwo (ZAO),
Das Mindeststammkapital liegt bei 100 Basispunkten, wobei eine Basisgröße knapp 10 Euro entspricht. Es ist mindestens ein Gründer erforderlich, die Zahl der Aktionäre ist auf 50 begrenzt, die Übertragung von Anteilen ist nur begrenzt möglich. Die Haftung ist auf den Anteil beschränkt.

GmbH: Gesellschaft mit beschränkter Haftung, Obscestvo s Ogranicennoj Otvetstvennostju (OOO),
Seit 1. Februar 2009 ist kein Mindestkapital mehr nötig. Seit 6. Januar 2016 kann diese Gesellschaftsform mit lediglich einem Gesellschafter gegründet werden. Die Zahl der Gesellschafter ist auf 50 beschränkt. Die Haftung der Gesellschafter ist auf ihren Anteil begrenzt.

Einheitsunternehmen (Unitarnoe predprijatie)
Bei dieser Gesellschaftsform gibt es lediglich einen Eigentümer, der persönlich haftet.

Personengesellschaften sind in Form z. B. einer Kommanditgesellschaft möglich, allerdings gelten Personengesellschaften in Belarus als juristische Personen, es gibt keine steuerlichen Vorteile, so dass sie praktisch nicht verwendet werden.

Repräsentanzen („predstavitelstvo“) sind keine juristischen Personen, sie dienen in erster Linie der Interessenvertretung ausländischer Unternehmen. Schritte zur Eröffnung einer Repräsentanz finden Sie beim belarussischen Ministerium für Auswärtige Angelegenheiten. 

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Alle Gesellschaften unterliegen der staatlichen Registrierung, zuständig ist die Verwaltung des jeweiligen Gebietes. Befindet sich beispielsweise das Unternehmen in einer freien Wirtschaftszone, dann ist zuständig die Verwaltung der freien Wirtschaftszone. 

Repräsentanzen müssen beim belarussischen Außenministerium registriert und bei den belarussischen Steuerbehörden angemeldet werden. Bei der Anmeldung ist eine Akkreditierungsgebühr von 65 Basispunkten pro Jahr zu entrichten. Die Akkreditierung kann jährlich, nach erneuter Zahlung einer Gebühr, verlängert werden. Wenn alle Dokumente korrekt eingereicht wurden, dauert die Gründung etwa zehn Tage. Weitere Angaben zum Ablauf der Registrierung (Englisch) finden Sie beim belarussischen Außenministerium.

Am 1. September 2011 nahm das Webportal des Einheitlichen Staatlichen Registers juristischer Personen und Einzelunternehmer seinen Betrieb auf, über das eine elektronische staatliche Registrierung von Wirtschaftssubjekten vorgesehen ist.  

Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt 18 Prozent.

Darüber hinaus gibt es lokale Steuern von etwa drei Prozent.

Für kleine Unternehmen wurde ein effektiver Satz von acht Prozent gebildet. 

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Vergünstigungen bestehen in den Freien Wirtschaftszonen (siehe: Kapitel Steuervergünstigungen).

Eine Übersicht zu Steuern in Belarus finden Sie auf der offiziellen Internetseite der Republik Belarus

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Der allgemeine Satz beträgt 20 Prozent, für Agrarprodukte und Nahrungsmittel für Babies sowie Güter für Kinder gilt ein Satz von zehn Prozent.

Vergünstigungen bestehen in den Freien Wirtschaftszonen (siehe: Steuervergünstigungen).

Ein neues Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung wurde am 30. September 2005 mit der Republik Belarus verabschiedet. Die entsprechenden Zustimmungsgesetze und die Texte der DBA wurden im Bundesgesetzblatt (BGBl.) Teil II Nr. 29 (vom 7. Dezember 2006) veröffentlicht. Es gilt seit 1. Januar 2007. 

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Der Text des derzeit gültigen DBA zwischen Deutschland und Belaruf ist beim Bundeswirtschaftsministerium zu finden über (-> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen).

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Das Devisenrecht sowie der Zahlungsverkehr sind durch zahlreiche Rechtsakte und Ausnahmen geregelt. Die Devisenkontrolle unterliegt der Nationalbank. Informationen finden Sie entsprechend bei der belarussischen Nationalbank

Ab einem Wert von 3.000 Euro müssen alle Rechtsgeschäfte vom Importeuer bzw. Exporteur bei der ausführenden Bank registriert werden.

Am 1. Juli 2016 wurde die Landeswährung, der Belarussische Rubel, um vier Nullen gekürzt. Die alten Scheine können bis maximal Ende 2021 umgetauscht werden.

Nach Angaben von gtai wurde durch den Präsidialerlass vom 31. Juli 2018 der Zwangsumtausch von Einnahmen in ausländischer Währung endgültig abgeschafft.

Der aktuelle Kurs des Euro zum Belarussischen Rubel kann bei der Belarussischen Nationalbank abgerufen werden.

Ab einem Betrag von 10.000 US-Dollar muss die Ein- oder Ausfuhr von Devisen beim Zoll deklariert werden. Bei einer Ausfuhr von mehr als 10.000 US-Dollar muss die Herkunft nachgewiesen werden.

Im Immobilienbereich sind folgende Gesetze zu beachten: Zivilgesetzbuch, Bodengesetzbuch, Gesetz über die staatliche Registrierung von Immobilien, -rechten und -geschäften und das Hypothekengesetz. 

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Grund und Boden kann grundsätzlich nicht im Eigentum von ausländischen juristischen und natürlichen Personen stehen. Nach Artikel 12 des Bodengesetzbuchs ist der Erwerb von Grund und Boden durch Ausländer nur im Wege der Erbnachfolge möglich, so die Angaben von gtai.

Die Registrierung von Immobilien sowie Rechte an und Geschäfte mit Immobilien unterliegen der staatlichen Registrierung, die von der Nationalen Katasteragentur vorgenommen wird. Recherchen und Anfragen zu bestimmten Immobilienobjekten sind online nach Adresse oder Katasternummer möglich.

Es existiert ein Bodensteuer, deren Höhe zwischen 0,025 und 3 Prozent des Katasterwerts liegt, je nach Art, Nutzung und Zweckbestimmung, so das Außenwirtschaftszentrum Bayern.

Darüber hinaus gibt es für Unternehmen eine Immobiliensteuer von 1 Prozent des Immobilienwerts.

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Die EU sieht sehr wohl Fortschritte in Belarus in den vergangenen zwei Jahren, wie beispielsweise Visa-Erleichterungen und die aktive Teilnahme von Belarus in der östlichen Partnerschaft. Aber die Menschenrechtssituation ist weiterhin unbefriedigend. Das Land ist das einzige in Europa, das die Todesstrafe vollstreckt. 

Aufgrund positiver Entwicklungen wurde entschieden, die restriktiven Maßnahmen gegen 170 Individuen und drei Unternehmen, die bis Ende Februar 2016 ausgesetzt waren, nicht zu verlängern. Dagegen gelten das Waffenembargo und die restriktiven Maßnahmen gegenüber vier Individuen wegen des ungelösten Verschwindens zweier oppositioneller Politiker fort.

Zu den aktuellen Beziehungen zwischen Belarus und der EU gibt es ein Faktenpapier der EU-Delegation in Belarus.

Delegation der Europäischen Kommission in Belarus
34A/2 Engels Street, 220030 MINSK - BELARUS
Tel.: +375 17 328 66 13
E-Mail: delegation-belarus@eeas.europa.eu, Internet: https://eeas.europa.eu/delegations/belarus_en

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network (EEN) arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Seit 2015 ist das Netzwerk auch in Belarus mit so genannten Business Cooperation Centres vertreten. In Belarus sind zwei Partner des EEN tätig. 

In Belarus bestehen derzeit sechs freie Wirtschaftszonen. Sie wurden geschaffen, um besonders günstige Produktions- und Entwicklungsbedingungen für in- und ausländische Investoren zu schaffen. Laut Präsidialerlass wurde ein Mindestinvestitionsvolumen von einer Million US-Dollar für eine Registrierung in einer FWZ festgelegt. 

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Die FWZ bieten neben Steuervorteilen auch Vorteile bei der Devisenregulierung. Für weitere Informationen über die Besonderheiten der wirtschaftlichen Tätigkeit und Besteuerung in den FWZ sind nachfolgend die Internetseiten der FWZ notiert:

Freie Wirtschaftszone "Brest": http://fezbrest.com/en/
Freie Wirtschaftszone "Gomel-Raton": http://gomelraton.com/en
Freie Wirtschaftszone "Minsk": http://www.fezminsk.by/en/
Freie Wirtschaftszone "Mogilew": http://fezmogilev.by/page-679-en.html
Freie Wirtschaftszone "Witebsk": http://www.fez-vitebsk.com/en
Freie Wirtschaftszone "Grodnoinvest": https://grodnoinvest.by/en/

Technologie-Unternehmen können sich in Hochtechnologie-Parks „niederlassen“, wobei hierzu keine zwingende physische Niederlassung im Hightech Park in Minsk notwendig ist. Es handelt sich um einen virtuellen Hochtechnologie-Park, in dem sich Firmen "ansiedeln" können, die sich mit technischen- und Software-Entwicklungen beschäftigen. Registrierte Unternehmen sind praktisch von allen Steuern befreit, wobei dies den Angaben zufolge bis 2020 gilt.

Ferner wurde im Jahr 2012 ein chinesisch-belarussischer Industrie-Park für eine Periode von 50 Jahren gegründet. Er liegt etwa 25 Kilometer von Minsk entfernt. Dieser ist besonders für Unternehmen der Hochtechnologie im Bereich Elektronik, Pharma, Chemie, Biotechnologie und Maschinenbau gedacht. Auch hier gibt es einige Steuerprivilegien, zum Beispiel wird die Körperschaftsteuer für die ersten zehn Jahre komplett ausgesetzt und für die folgenden zehn Jahre wird der Satz um 50 Prozent gesenkt. Die Investitionssumme muss mindestens fünf Millionen Dollar betragen. 

Unternehmen, die sich in ländlichen Gebieten mit weniger als 50.000 Einwohnern niederlassen bzw. gründen, erhalten umfangreiche Steuerbefreiungen. Es gilt das Dekret des Präsidenten der Republik Belarus Nr.6 "Über die Förderung der unternehmerischen Tätigkeit in Mittel-, Kleinstädten und ländlichen Gebieten" vom 7. Mai 2012, in Kraft seit 1. Juli 2012. Diese Unternehmen erhalten für sieben Jahre nach der staatlichen Registrierung Vergünstigungen bei der Gewinn-, Einkommen- und Immobiliensteuer, der Mehrwertsteuer und Zöllen.

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Die sechs belarussischen freien Wirtschaftszonen in Brest, Gomel-Raton, Grodnoinvest, Minsk, Mogilew und Witebsk bieten auch Vorteile beim Zollrecht.

Zu den einzelnen FEZ finden sich deren Internetadressen im Kapitel Steuervergünstigungen.

Die seit dem 1. Januar 2010 bestehende Zollunion mit Russland und Kasachstan (gemeinsame Außenzölle, einheitlicher Zollkodex, Wegfall der Kontrollen an den Binnengrenzen) mündete am 1. Januar 2012 in den "Gemeinsamen Wirtschaftsraum". Am 29. Mai 2014 unterzeichneten Russland, Belarus und Kasachstan den Vertrag zur Gründung der Eurasischen Wirtschaftsunion, die im Januar 2015 in Kraft getreten ist. Sie soll den Austausch von Waren, Kapital, Dienstleistungen und Arbeit erleichtern. Die EAWU umfasst neben den drei o.g. Staaten mittlerweile auch Kirgisistan und Armenien. Zur Vereinfachung von Zollangelegenheiten wurde ein 4.400 Seiten starker neuer Zollkodex erarbeitet, der seit 1. Januar 2018 in Kraft ist.

Das staatliche Zollkomitee der Republik Belarus ist zu finden unter http://www.customs.gov.by/ru/.

Belarus ist bislang noch kein WTO-Mitglied.

Einfuhrbeschränkungen können u.a. recherchiert werden über die „Market Access Database“ der EU. 

Der Staat hat eine Reihe von Anreizen geschaffen, um Investitionen zu ermutigen, hierzu gehören die Schaffung von Freien Wirtschaftszonen, Hochtechnologie-Parks, und die Anreize in kleinen Städten, die weniger als 50.000 Einwohner haben, sowie in ländlichen Gegenden zu investieren. Näheres siehe unter „Steuervergünstigungen“.

Ferner gibt es Förderungen, wenn ein Investitionsvertrag mit der Republik Belarus im Sinne des Dektrets Nummer 10 aus dem Jahr 2009 abgeschlossen wird. 

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Im Erlass des Präsidenten von Mitte Mai 2016 werden die Rechte und Pflichten näher erläutert. Im Rahmen eines Investitionsprojektes ist es dann auch ausländischen juristischen Personen möglich Eigentum an Grundstücken zu erwerben, so die Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Belarus. Zum Stichtag 1. April 2017 waren 1.943 Investitionsverträge abgeschlossen worden, darunter knapp 500 mit ausländischen Investoren. Als prioritäre Branchen in denen ein Investitionsvertrag abgeschlossen werden kann, sind beispielsweise aufgeführt die: Informations- und Kommunikationstechnik, Logistik, Getreideverarbeitung, Metallurgie und die Produktion von elektrischen, optischen und mechanischen Produkten. Mehr Informationen dazu finden Sie beim belarussischen Wirtschaftsministerium.

Die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen beschränkt sich im Wesentlichen auf die Kreditförderung. Beispielsweise bietet die Belarussische Entwicklungsbank eine Kreditfazilität für Geschäftsbanken: Die KMU beantragen den Investitionskredit bei ihrer Hausbank, die sich dann über die Entwicklungsbank refinanziert. Darüber hinaus wird mittlerweile für KMU auch das Leasing durch die Belarussische Entwicklungsbank gefördert.

Es gibt zwar so genannte KMU-Support Center, die Beratungen und Trainings anbieten sollen, diese werden aber kaum staatlich unterstützt, so das German Economic Team Belarus.

Die National Agency of Investment and Privatization versteht sich als "one-stop-shop-agency". Ihr Ziel: Beratung und Betreuung von ausländischen Investitionen in Belarus.

National Agency of Investmenst and Privatization
14 Bersona Street
220030 Minsk - REPUBLIK BELARUS
T +375 17 200 81 75
F +375 17 200 52 89
E-Mail: mail@investinbelarus.by, Internet: http://www.investinbelarus.by

Deutsche Botschaft Minsk
Uliza Sacharowa 26, 220034 Minsk, BELARUS
Tel.: +375 17 2 17 59 00, Fax: +375 17 294 85 52
E-Mail: info@minsk.diplo.de, Internet: https://minsk.diplo.de/by-de

Belarusian Chamber of Commerce and Industry
11, Kommunisticheskaya St., 220029, Minsk - BELARUS
Tel.: +375 17 290 72 49, Fax: +375 17 290 72 48
E-Mail: mbox@cci.by, Internet: https://www.cci.by/en

Repräsentanz der Deutschen Wirtschaft in Belarus
Prospekt Gazety Prawda 11, 220116 Minsk - BELARUS
Tel.: +375 17 270 38 93
E-Mail: info@ahk-belarus.org, Internet: https://belarus.ahk.de/
Leiter: Dr. Wladimir Augustinski

Die Repräsentanz arbeitet wie eine Auslandshandelskammer mit einem breiten Leistungsspektrum und in engem Kontakt mit den Behörden, zur Unterstützung von deutschen Unternehmen bei ihrem Markteinstieg (z.B. Vorbereitung von Geschäftsreisen, Geschäftspartnersuche, etc.).

Botschaft der Republik Belarus
Am Treptower Park 32, 12435 Berlin
Tel.: 030 536359-0
Fax: 030 536359-23
E-Mail: germany@mfa.gov.by,  Internet: http://germany.mfa.gov.by/de/embassy/

Die IHK Bonn ist Schwerpunktkammer für Weißrussland:
Industrie und Handelskammer Bonn / Rhein-Sieg
Bonner Talweg 17, 53113 Bonn
Internet: https://www.ihk-bonn.de
Ansprechpartner:
Armin Heider 
Tel.: 0228 2284-144
Tobias Imberge 
Tel.: 0228 2284-167

Kurzer allgemeiner Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und im Investitionsland bietet das Außenwirtschaftsportal IXPOS

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Belarus zur Verfügung, zum Beispiel zu rechtlichen Gegebenheiten.

Das Außenwirtschaftszentrums Bayern erstellt einen Exportbericht Belarus.

Das "Marktprofil Belarus" der AHK in Minsk liefert Informationen zu Standortfragen wie Arbeitskosten, Rechtslage und weitere Ansprechpartner.

Staatliche Ausschreibungen übernimmt das National Centre for Marketing and Price Study.

Um Geschäftspartner in Belarus zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile belarussischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand November 2018. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo Belarus kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite des EuropaService generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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