Spanien: Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Motivierte Mitarbeiter und zuverlässige Zulieferer als Pluspunkte

Die Wirtschaft Spaniens ist von der Corona-Pandemie und seinen Folgen besonders betroffen. Das BIP ist um fast elf Prozent im Jahr 2020 gesunken. Für 2021 und 2022 wird ein Wachstum um gut sechs Prozent erwartet. Beim Weg aus der Krise helfen die 140 Milliarden Euro aus dem EU-Hilfspaket, die Hälfte davon als Zuschuss.

Aktuelles und Perspektiven

Spanien

Aktuelle Informationen zu Corona in Spanien, die für Unternehmen interessant sind, hat u.a. die AHK des Landes zusammengestellt. Weitere Ansprechpartner finden Sie in dieser Länderinformation.

Spanien ist nach dem Ausstieg Großbritanniens die viertgrößte Volkswirtschaft in der EU. Spanien bietet einen Markt von 46,4 Millionen Verbrauchern. Die Infrastruktur ist gut und ein breites Zuliefernetz ist vorhanden. Darüber hinaus bietet sich das Land als Brücke nach Portugal, Lateinamerika und Nordafrika an. Positiv bewerten die Unternehmen aus Deutschland, die bereits in Spanien agieren, besonders die Motivation und Produktivität der Mitarbeiter. Als zunehmend wichtig ist den Unternehmen die politische Stabilität und das Funktionieren der Verwaltung, allerdings hat die Zufriedenheit damit abgenommen.

 

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in Spanien, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet diese Länderinformation.

Spanien

Der Wert, der von Deutschland nach Spanien exportierten Waren, belief sich im Jahr 2021 auf knapp 44 Milliarden Euro, der Wert, der von Spanien nach Deutschland exportierten Waren, betrug im entsprechenden Zeitraum  gut 34 Milliarden Euro. Deutschland ist damit zweitgrößtes Abnehmerland Spaniens nach Frankreich und bei den Lieferländern liegt Deutschland auf Platz 1 vor China und Frankreich. In Spanien sind gut 14.000 ausländische Unternehmen vertreten, so die Förderagentur des Landes. Die ausländischen Direktinvestitionen in Spanien beliefen sich im Jahr 2020 auf einen Bestand von gut 853.000 Millionen US-Dollar. Der spanische Markt umfasst 47,4 Millionen Einwohner mit einem BIP/Kopf von gut 25.000 EUR im Jahr 2021. Bislang ist die Unternehmenslandschaft sehr kleinteilig: Gut 99 Prozent der Unternehmen zählen zu den Klein- und Kleinstfirmen.

Der gesetzliche Mindestlohn beträgt im Jahr 2022 33,33 Euro/Tag, laut gtai.

Für Hermes-Bürgschaften gibt es für Spanien keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. Die Entgeltberechnung erfolgt anhand eines Markttests. 

Als Zahlungsmittel sehr weit verbreitet ist die elektronische Überweisung per SWIFT-System, auch der Scheck ist weit verbreitet. Mehr Informationen hierzu sowie zur Risikoeinschätzung bietet Coface.

Gut zwei Drittel des BIP werden eigentlich im Dienstleistungssektor erwirtschaftet. Der Tourismus erwirtschaftet in normalen Zeiten fast 12 Prozent des spanischen BIP. Der Anteil des Industriesektors am BIP soll durch eine entsprechende Politik wieder gesteigert werden.  Informationen zu einigen Branchen wie ICT, Lifesciences, Kfz, Raumfahrt und Chemie bietet die Investitionsförderagentur des Landes. Geschäftspartner in Spanien können Sie aus verschiedenen Branchen in den Kurzprofilen spanischer Unternehmen finden.

Informationen zum Energiemarkt und zur Energie-Effizienz sind bei der Deutschen Exportinitiative Energie zu finden, Stichwort: Spanien. Das Industrieministerium will sich vor allem für die Modernisierung von Windparks und den Ausbau der Offshore-Windenergie einsetzen, wodurch sich auch Chancen für ausländische Hersteller eröffnen. Zusammengefasst finden Sie Informationen rund um die Klimastrategie Spaniens im Klimaschutzatlas von gtai.

In der Entsorgungs- und Recyclingwirtschaft besteht Nachholbedarf, entsprechend soll Geld in die Entwicklung hin zu mehr Kreislaufwirtschaft fließen.

Im Bereich der Medizintechnik hat die seit Anfang 2020 amtierende Regierung eine Modernisierung der technischen Ausrüstung beschlossen. Informationen zur Gesundheitswirtschaft in Spanien bietet die Exportinitiative Gesundheitswirtschaft.

Zwischen den Regionen und dem Zentralstaat gibt es Spannungen, wie beispielsweise das Unabhängigkeitsstreben Kataloniens, das etwa ein Fünftel des spanischen BIP erwirtschaftet. Die Auswirkungen davon sind noch unklar.

Spanien

Spanien ist ein für ausländische Direktinvestitionen offenes Land. Es besteht grundsätzlich Investitionsfreiheit. In- und ausländische Investoren sind gleichgestellt. Die Wirtschaftsförderungs- und Betriebsansiedlungsgesellschaften der Regionen sind vielfach von großer Hilfe. 

Sie unterstützen sowohl bei der Planung und Errichtung der Gesellschaft als auch bei der Beratung über Finanzierung und öffentliche Hilfen, so die IHK in Bayern. (Adressen siehe Kapitel über Förderagentur.)

Werden Arbeitnehmer nach Spanien entsandt, deren Tätigkeit länger als acht Tage dauert, müssen diese Arbeitnehmer vor Arbeitsaufnahme bei den regional zuständigen Arbeitsbehörden angemeldet werden. Ferner werden EU-Ausländer, die sich länger als drei Monate in Spanien aufhalten in das Zentrale Ausländerregister (Registro Central de Extranjeros) eingetragen. Informationen für EU-Bürger bietet das spanische Innenministerium.

Für Investitionen von Nicht-Residenten ist die nachträgliche Anmeldung zu statistischen Zwecken beim Register für Auslandsinvestitionen des Wirtschaftsministeriums (Registro de Inversiones Extranjeras del Ministerio de Economia y Hacienda) erforderlich, so gtai.

Nach spanischem Recht stellen Geldschulden Holschulden dar. Aus diesem Grund empfehlen die Industrie- und Handelskammern in Bayern, dass in Verträgen unbedingt schriftlich darauf hingewiesen werden sollte, wie die Zahlung zu erfolgen hat.

Das Gewerberecht ist vergleichsweise liberal, Befähigungsnachweise werden grundsätzlich nicht verlangt. Es gibt allerdings Ausnahmen, z.B. für Elektroinstallateure und Optiker, die den Abschluss einer einschlägigen Ausbildung nachweisen müssen.

Die AHK Spanien hat deutsche Unternehmen in Spanien nach ihren Erfahrungen und Erfolgsfaktoren befragt, die Ergebnisse sind in den Umfragen nachzulesen.

Spanien

AG: Sociedad Anónima (S.A.)
Das Mindestgrundkapital beträgt 60.000 EUR. Mindestens 25 Prozent davon müssen bei Gründung eingezahlt werden. Die Gesellschafter haften nicht persönlich.

GmbH: Sociedad de Responsabilidad Limitada oder Sociedad Limitada (S.L., S.R.L.)
Das Mindeststammkapital beträgt 3.000 EUR und muss bei Gründung vollständig eingezahlt werden, eine Ein-Personen-GmbH ist möglich, die Gesellschafter haften nicht persönlich. 

Für Freiberufler wurde die so genannte Freiberuflergesellschaft geschaffen (Sociedad Limitada Profesional, SLP). Sie wird häufig in Form einer GmbH betrieben. Das Mindestkapital beträgt 3.000 Euro. Der für die SLP handelnde Freiberufler haftet unbeschränkt, so gtai.

Als Neue Gesellschaft mit beschränkter Haftung wurde die Sociedad Limitada Nueva Empresa - SLNE geschaffen. Ihre Gesellschafter dürfen nur natürliche Personen sein - höchstens fünf - und ihr Kapital beträgt zwischen 3.000 und 120.000 EUR. Die Ein-Mann-SLNE ist möglich. Für die SLNE gilt ein schnelles und vereinfachtes Gründungsverfahren, durch Einreichung einer Mustersatzung.

Eine Zweigniederlassung muss ebenfalls ins Handelsregister eingetragen werden. 

Eine Repräsentanz muss nicht registriert werden, darf allerdings auch keinen Handel o. ä. betreiben, sie besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit. Sie dient lediglich der Darstellung der Firma im Ausland, der Beobachtung der örtlichen Entwicklungen und/oder dem Ausbau der Handelsbeziehungen.

Eine Übersicht über mögliche Gesellschaftsformen sowie weitere Einzelheiten zu den jeweiligen Formen befinden sich bei der Investitionsförderagentur des Landes.

Spanien

Die Unternehmen sind im Handelsregister einzutragen („Registro Mercantil Central“).

Die Eintragung kann persönlich oder online erfolgen.

Für die Repräsentanz (keine juristische Persönlichkeit) ist dies nicht erforderlich.

Die AHK Spanien verfügt über eine Liste von deutschen Rechtsanwälten in Spanien und von spanischen Rechtsanwälten in Deutschland.

Spanien

(= Impuesto de Sociedades, IS)

In Spanien unterliegen sowohl Kapitalgesellschaften als auch Personengesellschaften der Körperschaftsteuer, so das Außenwirtschaftszentrum Bayern. Der Regelsatz beträgt seit dem Jahr 2016 25 Prozent. 

Neu gegründete Unternehmen werden in ihren ersten beiden Steuerjahren mit einem Satz von 15 Prozent auf ihr steuerbares Einkommen besteuert.

Es gibt eine Gewerbesteuer (Impuesto sobre Actividades Economicas), die Höhe variiert je nach Branche und Gemeinde. Es wird unterschieden zwischen einem Gemeinde-Steuersatz, der zur Ausübung der Tätigkeit innerhalb einer Gemeinde berechtigt. Ferner gibt es einen Provinz-Satz, der zur Ausübung in einer Provinz berechtigt und ein nationaler Satz, wenn die Tätigkeit in ganz Spanien ausgeübt wird. Es gibt verschiedene Bemessungsgrundlagen, wie die Anzahl der Arbeitnehmer, die Größe der Geschäftsräume oder der Stromverbrauch. Von der Steuer befreit sind nach Angaben des Außenwirtschaftszentrums Bayern:

  • natürliche Personen
  • Körperschaftsteuerpflichtige juristische Personen, die weniger als 1.000.000 Euro Umsatz erzielen
  • Körperschaftsteuerpflichtige Personen in den ersten beiden Jahren nach Geschäftsaufnahme.

 

Auf den Kanaren gilt ein Körperschaftsteuersatz von 4 Prozent.

Spanien

(= Impuesto sobre el Valor Anadidi, IVA)

Der allgemeine Steuersatz beträgt derzeit 21 Prozent. Der ermäßigte Satz von zehn Prozent gilt z.B. für Nahrungsmittel, ohne Sofdrinks und Alkohol. Der Niedrigstsatz von vier Prozent gilt für Grundnahrungsmittel wie Brot, Milch, Obst sowie Bücher und Zeitungen. 

Die Kanarischen Inseln gehören zum Zollgebiet, aber nicht zum Steuergebiet der EU. Sie müssen daher das EU-Mehrwertsteuersystem nicht einführen. Es gilt ein Umsatzsteuer-Sondersystem, der IGIC (Impuesto General Indirecto Canario). Erhoben wird dies auf steuerpflichtige Lieferungen von Waren und auf Leistungen, die innerhalb des Gebietes der Kanarischen Inseln von natürlichen Personen oder Unternehmern im Rahmen ihres Unternehmens erfolgen, und auf die Einfuhr von Waren auf die Kanarischen Inseln. Der Normalsatz beträgt 7 Prozent.  Auch in Ceuta und Melilla gibt es gesonderte Regelungen.

 

Alle Unternehmen müssen sich für die Mehrwertsteuer registrieren lassen, eine Kleinunternehmerregelung gibt es nicht.

Spanien

Der Text des derzeitigen DBA zwischen Deutschland und Spanien ist beim Bundesfinanzministerium zu finden über -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

Spanien

Das Devisenregime in der Europäischen Union ist liberalisiert, der Zahlungsverkehr damit genehmigungsfrei. Die Ein- und Ausfuhr von Münzen, Banknoten, Inhaberschecks und Gold im Wert von mehr als 10.000 Euro ist zu deklarieren. 

Zahlungen an Unternehmer oder von Unternehmern dürfen ab einem Betrag von einschließlich 1.000 Euro nicht mehr in bar erfolgen. Für Verbraucher, die nicht in Spanien leben, liegt die Höchstgrenze bei 10.000 Euro. Höhere Beträge müssen per Banküberweisung beglichen werden. Bei Verstößen kann eine Strafe in Höhe von 25 Prozent der Barzahlung verhängt werden, so das Europäische Verbraucherzentrum Deutschland.

Spanien

Der Erwerb von Immobilien durch in Spanien ansässige Unternehmen mit ausländischem Kapital unterliegt keinen besonderen Beschränkungen.

Nach spanischem Recht unterliegt der Immobilienkaufvertrag keinen besonderen Formerfordernissen. Für die Wirksamkeit des Kaufvertrags ist die notarielle Form nicht notwendig.

Die notarielle Beurkundung (Escritura Pública de Compraventa) ist jedoch erforderlich für die Eintragung des Eigentumwechsels im Grundbuch. Es ist ferner ratsam, anhand eines aktuellen Registerauszugs das Verfügungsrecht des Verkäufers über die Immobilie zu überprüfen.

Der Erwerb einer Immobilie ist neben dem eigentlichen Kaufpreis mit Nebenkosten und Steuerverpflichtungen verbunden. Die Höhe der Grunderwerbsteuer ist dabei von Region zu Region unterschiedlich. Sie muss innerhalb von 30 Tagen nach dem Immobilienerwerb entrichtet werden.

Die Höhe der jährlich abzuführenden Grundsteuer variiert ebenfalls von Region zu Region.

Spanien

Spanien hat ein umfangreiches System von Vergünstigungen entwickelt. Ausführliche Angaben zum Steuersystem hat die spanische Investitionsagentur zusammengetragen im "Guide to Business", im Kapitel 3. Nachfolgend einige Maßnahmen.


Beispielsweise müssen Unternehmen, die neu gegründet werden, ihr erstes zu versteuerndes Einkommen mit 15 Prozent versteuern, dieser Satz gilt auch für die darauffolgende Steuerperiode. Dies gilt allerdings nicht für Unternehmen, die einer Firmengruppe angehören, so gtai.

Darüber hinaus gibt es steuerliche Vergünstigungen für Forschung und Entwicklung sowie technologische Innovationen. Auch für die Schaffung von Arbeitsplätzen und deren Besetzung beispielsweise mit Menschen mit Behinderungen.

- Regionale Steuerbesonderheiten

Die Kanarischen Inseln gelten als Sonderwirtschaftszone (ZEC - Zona Especial Canarias). Um an den Steuervergünstigungen partizipieren zu können, ist eine Registrierung als ZEC-Unternehmen erforderlich. Beispielsweise gibt es einen Körperschaftsteuersatz von vier Prozent. Darüber hinaus gibt es den Angaben zufolge die höchsten Anreize für sämtliche Arten von Forschungs- und Entwicklungsprojekte.

Der Erhalt der Vergünstigungen erfordert jedoch einige Voraussetzungen. Mehr Informationen zur Sonderwirtschaftszone ZEC finden Sie auf der Internetseite der Zone.


Begründet werden Steuervergünstigungen mit den Nachteilen einer Insellage und der großen Entfernung zu Spanien und Europa insgesamt.

Spanien

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft in ihren Mitgliedsländern, wie Spanien, abzufedern, hat die EU die Aufbau- und Resilienzfazilität mit einem Volumen von 672,5 Milliarden Euro aufgelegt, davon 312,5 Milliarden Euro an Zuschüssen.

Der spanische Aufbau- und Resilienzplan, mit dem das Land 69,5 Milliarden Euro aus der Aufbau- und Resilienzfazilität bekommen möchte, ist im Juni 2021 von der EU-Kommission positiv bewertet worden. Im Juli 2021 hat auch der Europäische Rat positiv darüber entschieden, so dass Gelder fließen können. Details zu dem spanischen Plan gibt es auf Spanisch. Über die Entwicklung und den Einsatz der Aufbaumittel in Spanien informiert die EU-Kommission.

Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist im Juli 2021 die neue Fördergebietskarte für Spanien veröffentlicht worden. Sie teilt das Land in stärker entwickelte Regionen, in Übergangsregionen und wenig entwickelte Regionen ein. Letztere befinden sich im Südwesten Spaniens. Diese Fördergebietskarte ermöglicht der spanischen Regierung dann gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen zu ergreifen, um die Förderung der regionalen Entwicklung voranzubringen. Diese Regionalbeihilfen dienen den EU-Mitgliedsländern der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Stärkung des Zusammenhalts im Binnenmarkt. Ab 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.

Derzeit haben Spanien und die EU-Kommission noch kein Partnerschaftsabkommen für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds beinhaltet. Auf Basis dieses Partnerschaftsabkommens werden dann operationelle Programme entwickelt, in denen die Investitionsprioritäten und konkreten Maßnahmen Spaniens und seiner Regionen festgelegt sind. Sobald dies erfolgt ist, werden die Angaben in dieser Länderinformation ergänzt.

Informationen zur Kohäsionspolitik der EU für die Periode 2021 bis 2027 hat die EU auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für Spanien für einzelne Elemente Filter gesetzt werden.

Zur Mittelstandsförderung kann Spanien in der Förderperiode 2021 bis 2027 zudem Unterstützungen zum Beispiel aus dem EU-Programm Horizont Europa landesweit einsetzen. Daneben werden Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln finanziert

Die maximale Förderhöhe für Vorhaben in Spanien wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert
- Anträge auf Förderung sind an spanische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen

- allgemeine staatliche Förderung

Zu den landesweiten Förderungen zählt z.B. die Unterstützung besonderer Branchen, der Forschung & Entwicklung (F&E) sowie die Förderung von Aus- und Weiterbildung mit Hilfe verschiedener Maßnahmen wie Zuschüssen und Darlehen.

Die Förderagentur "Invest in Spain" hat in ihrem "Guide to Business in Spain" ein Kapitel 4 mit "Investment aid and incentives in Spain" veröffentlicht.

Die Förderagentur „Invest in Spain“ hat ferner sämtliche Investitionshilfen und Anreize zusammengestellt, die sowohl Anreize für Beschäftigung, Anreize für bestimmte Industrien sowie Anreize für Investitionen in bestimmten Regionen umfasst.

StartUps können Unterstützung durch das Programm Rising Startup Spain der Investitionsfördergesellschaft Invest in Spain bekommen.

Darüber hinaus hat die Förderagentur eine Online-Fördermittelsuche installiert, die einen Überblick über mögliche Unterstützungen liefert und gezielte Recherchen ermöglicht. Zu finden ist diese unter -> Aid & incentives search.

HINWEIS:

Aufgrund der starken Stellung der autonomen Regionen, ist es für Unternehmen, die schon wissen in welcher Region sie sich ansiedeln möchten, sinnvoll, auf die Seiten der regionalen Wirtschaftsfördereinrichtungen zu gehen, die oft eigene Anreiz-Systeme haben. Teilweise haben die Regionen auch Büros in Deutschland. Die Wirtschaftsfördereinrichtungen der spanischen Regionen sind erreichbar über die zentrale Förderagentur unter -> „Regions“ -> Region auswählen.

Unterstützungsangebote der staatlichen spanischen Förderbank (Instituto de Crédito Oficial, ICO) finden Sie auf deren Internetseiten (Englisch kann als Sprache ausgewählt werden).

Das Institute for Energy Diversification and Saving (IDAE) bietet verschiedene Formen der Unterstützung für Projekte im Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz.

Förderungen für Forschungsvorhaben aus nationalen oder internationalen Budgetmitteln können recherchiert werden beim Zentrum für industrielle technologische Entwicklung.

- Regionalentwicklung

Spanien verfügt über zahlreiche Wissenschafts- und Technologieparks, die bei der regionalen Entwicklung eine zentrale Rolle spielen. Organisiert sind diese im Verband Association of Science and Technology Parks of Spain (APTE).

Die regionalen Wirtschaftsfördereinrichtungen der spanischen Regionen sind erreichbar über die zentrale Förderagentur unter -> „Regions“ -> Region auswählen. Dort gibt es auch jeweils Hinweise auf die Hilfs- und Anreizmaßnahmen der Regionen.

Zum Beispiel ist ein Anreiz-System für Katalonien auf der Webseite der katalonischen Agentur zu finden.

Darüber hinaus befinden sich in der Publikation (Guide to incentives grants and state aid in Spain) der Investitionsförderagentur Invest in Spain auch Seiten zu den regionalen Anreizen.

- Mittelstandsförderung

Das „Instituto de Crédito Oficial“(ICO), die staatliche Bank, unterhält diverse Förderlinien insbesondere auch für KMU. Die Programme vergeben aus einem staatlichen Fonds z. B. Kredite für Investitionsvorhaben in Nachhaltigkeit, Neugründung, Binnenhandel etc. Im Prinzip arbeitet ICO wie die KfW in Deutschland, d. h. die Förderung wird von Firmen über örtliche Kreditinstitute bei der ICO beantragt, wenn die Projekte förderungswürdig sind. Ob ein Projekt förderungswürdig ist, kann ein deutsches Unternehmen bereits in Deutschland bei der spanischen Botschaft ermitteln lassen. Den Kontakt zu Kreditinstituten in Spanien stellt der S-CountryDesk über Ihre Sparkasse her.

Ferner gibt es die Gesellschaft zur Finanzierung innovativer KMU Enisa, die zum Ministerium für Industrie, Energie und Tourismus gehört. 

Um insbesondere innovative Projekte weiblich geführter Unternehmen im Rahmen ihres Going-Global-Prozesses zu unterstützen, haben im Mai 2018 die Europäische Investitionsbank und die CaixaBank eine entsprechende Vereinbarung über eine Kreditlinie in Höhe von 250 Millionen Euro getroffen. Diese Vereinbarung wurde durch den Europäischen Investitions Fonds (EIF) ermöglicht. 

Die EU unterstützt Unternehmen in Spanien mit einigen EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des spanischen Enterprise Europe Network sind in 51 Städten zu finden.

Invest in Spain
Paseo de la Castellana, 278, 28046 Madrid - SPANIEN
Tel.: +34 913 497 100
Internet: https://www.investinspain.org/en/index 

Die Wirtschaftsfördereinrichtungen der spanischen Regionen sind erreichbar unter https://www.investinspain.org/en/regions  (Region auswählen).

Die Wirtschafts- und Handelsbüros in spanischen Botschaften und Konsulaten übernehmen die Funktion von Außenstellen der Förderagentur (https://www.investinspain.org/en/global-network).

Botschaft von Spanien
Handels- und Wirtschaftsabteilung
Lichtensteinallee 1, 10787 Berlin
Tel.: 030 2292134
Fax: 030 2293095
E-Mail: berlin@comercio.mineco.es, Internet: https://www.exteriores.gob.es/Embajadas/berlin/de/Paginas/index.aspx

 

Amtliche Spanische Handelskammer für Deutschland, Cámara Oficial Espanola de Comercio en Alemnia

Eschersheimer Landstraße 44, 60322 Frankfurt am Main
Tel.: 069 / 6 61 65 83 - 0
E-Mail: mail@spanische-handelskammer.de, Internet: https://www.coeca.de/?page_id=19843&lang=de

Die Amtliche Spanische Handelskammer für Deutschland ist eine private Institution, die sich durch ihre Mitgliedsbeiträge finanziert und die Durchführung von Dienstleistungen. Ihr Ziel ist die Förderung der deutsch-spanischen Wirtschaftsbeziehungen, die Verstärkung des Handelsaustausches und die Unterstützung der beruflichen Interessen der Mitglieder. Die Kammer verfolgt keine gewinnorientierten Zwecke.

Einige regionale Wirtschaftsförderagenturen sind nicht nur in Spanien vertreten, sondern haben teilweise auch in Deutschland Büros eingerichtet. Dies kann jeweils auf den Internetseiten der regionalen Agenturen ermittelt werden unter https://www.investinspain.org/en/index (-> „Regions“ -> Region auswählen und dann auf die jeweilige Homepage der regionalen Agentur klicken)

Deutsche Handelskammer für Spanien
Camara de Comercio Alemana para Espana
Avenida Pio XII, 26-28 , 28016 Madrid, SPANIEN
Tel.: +34 91 353 09 10
Fax: +34 91 359 12 13
E-Mail: madrid@ahk.es, Internet: https://www.ahk.es/ 

Zweigstelle Barcelona
Còrsega, 301-303, 08008 Barcelona, SPANIEN
Tel.: +34 93 415 54 44
Fax: +34 93 415 27 17
E-Mail: barcelona@ahk.es

Einen kurzen allgemeinen Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und Spanien bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos.

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Spanien zur Verfügung, darunter auch aus der Reihe „Recht kompakt“.

Einen Leitfaden für Exporte nach Spanien erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Schwerpunkt IHK für Spanien ist die IHK Halle-Dessau.

Öffentliche Ausschreibungen aus Spanien, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie bei TED (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in Spanien zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile spanischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in Spanien. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Ihr Vorhaben in Spanien erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für Spanien fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html#institute-search.

© Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammengestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand: November 2021. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/spanien.html) generiert werden.

Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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Anders als Katalonien tastet Andalusiens Regionalregierung den Status des Nationalstaates nicht an. Über Andalusiens weitere Vorzüge und wie deutsche KMU unterstützt werden können, berichtet Dr. Björn Jürgens von der andalusischen Agentur für Innovation und Entwicklung.

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