
In dem gut 338.000 Quadratmeter großen Land leben etwa 5,6 Millionen Einwohner.
Finnland hat Grenzen mit Norwegen, Schweden und Russland.
Beim Korruptionswahrnehmungsindex belegt Finnland Platz 2.

Aktuelles und Perspektiven
- Ausbildung und Infrastruktur sind wichtige Standortvorteile Finnlands. Insbesondere die IT-Kompetenz und allgemein die technische Kompetenz werden hervorgehoben.
- Das Grundrecht auf Breitbandanschluss ist in Finnland im Grundgesetz verankert.
- Anstehende Modernisierungsinvestitionen und Großprojekte, zum Beispiel im Gesundheitswesen, bieten gute Chancen für deutsche Unternehmen. Neben dem Potenzial als Absatzmarkt bietet sich Finnland auch als Kooperationspartner in der Forschung an.
- Nachteilig empfinden Unternehmen die Steuerbelastung und die hohen Arbeitskosten.
Steckbrief Finnlands Wirtschaft
- Im Jahr 2024 ist ein Bruttoinlandsprodukt von gut 49.000 Euro pro Kopf erwirtschaftet worden.
- Der Dienstleistungssektor hat einen Anteil von 70 Prozent, der produzierende Sektor von 27 Prozent und der primäre Sektor hat einen Anteil von drei Prozent.
- Die Infrastruktur ist gut, insbesondere im Bereich IKT. Die dünne Besiedelung des Landes führt zu großen Entfernungen, so dass digitale Angebote eine praktikable Lösung bieten.
- In der jüngsten Zeit ist eine lebendige Start-Up-Szene entstanden. Dies resultiere aus einem dichten Netzwerk aus Universitäten, Business Angels, Investoren und Gründern, so gtai.
- Deutschland war im Jahr 2024 Finnlands wichtigster Außenhandelspartner: Bei den Hauptlieferländern beträgt der Anteil Deutschlands gut 13 Prozent, was Platz eins bedeutet. Bei den Hauptabnehmerländern liegt Deutschland mit einem Anteil von 11,2 Prozent auf Platz eins.
- Die deutschen Direktinvestitionen beliefen sich im Jahr 2023 auf 7.181 Millionen Euro. Insgesamt sind etwa 400 deutsche Unternehmen in Finnland beheimatet, so das finnische Statistikamt.
- Finnland gilt als relativ teurer Standort, aber seine politische und gesellschaftliche Stabilität überzeugen.
Bedeutende Branchen in Finnland
Unternehmensformen
- Das finnische Recht kennt sowohl Kapital- als auch Personengesellschaften. Im Bereich der Kapitalgesellschaften gibt es lediglich die Aktiengesellschaft, die es in privater und öffentlicher Form gibt. Ihre Gründung kann durch eine oder mehrere Personen erfolgen. Mit der Eintragung ins Handelsregister erlangt sie ihre Rechtspersönlichkeit.
- Die private AG (Osakeyhtiö, OY) entspricht am ehesten der deutschen GmbH. Ein Mindestgrundkapital gibt es seit Juli 2019 nicht mehr. Die Aktien der Gesellschaft werden nicht an der Börse gehandelt, die Haftung der Gesellschafter ist begrenzt.
- Das Mindestgrundkapital der öffentlichen AG (Julkinen Osakeyhtiö, OYJ) beträgt 80.000 Euro, ihre Aktien werden an der Börse gehandelt, die Haftung ist auf die Einlage begrenzt.
- Neben der Aktiengesellschaft existieren Personengesellschaften in Form der Einzelfirma (Yksityinen elinkeinonharjoittaja),
- Offenen Gesellschaft (Avoin yhtiö) und
- der Kommanditgesellschaft (Kommandiittiyhtiö).
- Darüber hinaus können ausländische Unternehmen eine Zweigniederlassung (sivuliike Suomessa oder filial in Finland) in Finnland gründen, die im Namen der Muttergesellschaft handelt.
- Eine Übersicht über die Gesellschaftsformen finden Sie auf der öffentlichen Informations-Webseite des Landes.
Registrierung
- Das finnische Handelsregister ist das offizielle Register für Informationen zu Unternehmen.
- Grundsätzlich müssen alle Unternehmen in diesem Register angemeldet sein. Die Anmeldung erfolgt per Antrag und ist gebührenpflichtig.
- Das Handelsregister wird von der Finnischen Patent- und Registrierungsbehörde (PRH) geführt.
- Da das Handelsregister über ein gemeinsames Antragsverfahren und einen gemeinsamen Informationsdienst mit der finnischen Steuerbehörde verfügt, muss das Unternehmen nur einen Antrag stellen, um sich im Handels-, Vorauszahlungs-, Arbeitgeber- und Mehrwertsteuerregister anzumelden.
- Informationen zur Registrierung von Unternehmen bietet die offizielle Informations-Webseite Finnlands.
- Eine Übersicht zu den Unternehmensformen und ihre Registrierung sowie die Kosten dafür bietet das Finnische Patent- und Registrieramt.
Steuerliche Aspekte
Körperschaftsteuer
- Der Körperschaftsteuersatz ist Anfang 2014 von 24,5 auf 20 gesenkt worden.
- Informationen für ausländische Unternehmen zur Zahlung von Steuern finden Sie bei der finnischen Steuerbehörde (Vero Skatt).
Mehrwertsteuer
- Seit dem 1. September 2024 liegt der allgemeine Satz bei 25,5 Prozent.
- Daneben gibt es für Bücher, Medizin, Personentransporte, Zimmervermietung, Eintritt zu Kulturveranstaltungen und diverse Leistungen im Zusammenhang mit Sport einen reduzierten Satz von 10 Prozent.
- Ein reduzierter Satz von 14 Prozent gilt beispielsweise für Lebensmittel, Tierfutter und Restaurant-Dienstleistungen.
- Der Schwellenwert für die Kleinunternehmer-Regelung liegt bei 20.000 Euro, es kann aber eine freiwillige Registrierung erfolgen. Nähere Informationen zur Registrierung für die Mehrwertsteuer bietet die finnische Steuerbehörde.
Doppelbesteuerungsabkommen
- Zur Vermeidung der Doppelbesteuerung bei Einkommen und Vermögen besteht zwischen Deutschland und Finnland ein Doppelbesteuerungsabkommen.
- Das aktuelle Abkommen wurde am 19. Februar 2016 unterzeichnet und wird nach dem Abschluss des Ratifizierungsabkommens seit Januar 2018 angewandt.
- Nachzulesen ist das Abkommen beim Deutschen Bundesministerium für Finanzen.
Immobilieneigentum
- Für EU-Staatsangehörige bestehen in Finnland für den Erwerb von Grundeigentum grundsätzlich keine rechtlichen Beschränkungen, es sei denn, es handelt sich um Grenz- oder Seegrundstücke oder Grundstücke in Schutzzonen.
- Üblich ist vielfach der Abschluss zweier Verträge, ein sogenannter Vorvertrag, der den Zeitpunkt regelt, bis zu dem der Kaufvertrag spätestens abzuschließen ist, und der eigentliche Kaufvertrag.
- Die Grundsteuer beträgt zwischen 0,41 und 6 Prozent des Wertes.
- Für die Suche nach geeigneten Immobilien gibt es eine Datenbank mit verschiedenen Filtermöglichkeiten.
Steuervergünstigungen
- Für die Steuerjahre 2020 bis 2025 ist es möglich für neue Maschinen und Ausstattung eine doppelte Abschreibung geltend zu machen.
- In den Steuerjahren 2021 bis 2027 ist es unter bestimmten Voraussetzungen auch möglich, einen zusätzlichen Abzug für Forschungs- und Entwicklungskosten (F&E) zu beantragen, die an eine dritte Forschungseinrichtung als Unterauftragnehmer gezahlt werden.
- Seit dem Jahr 2023 gibt es einen neuen dauerhaften Steueranreiz für F&E. Die Steuerzahler können einen zusätzlichen Abzug von 50 % geltend machen (d. h. einen Gesamtabzug von bis zu 150 % der qualifizierten Ausgaben, die aus Lohnkosten und Kosten für bezogene Dienstleistungen bestehen) auf der Grundlage ihrer FuE-Kosten. Der Höchstbetrag des zusätzlichen Abzugs liegt bei 500.000 EUR pro Steuerjahr und Steuerpflichtigem.
- Seit dem Jahr 2024 können die Steuerpflichtigen außerdem einen besonderen zusätzlichen Abzug geltend machen, der sich danach richtet, um wie viel der Betrag der F&E Kosten im Vergleich zum vorangegangenen Steuerjahr gestiegen ist, so die Angaben von Deloitte.
Förderungen in Finnland
- Die Europäische Union will mit der Aufbau- und Resilienzfazilität in Höhe von 672,5 Milliarden Euro, davon 312,5 Milliarden Euro an Zuschüssen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Mitglieder wie Finnland abfedern.
- Der finnische Aufbau- und Resilienzplan, mit dem das Land 2,1 Milliarden Euro an Zuschüssen aus dieser Aufbau- und Resilienzfazilität bekommen möchte, ist im Jahr 2021 positiv bewertet worden. Über die Entwicklung und den Einsatz der Aufbaumittel in Finnland informiert die EU-Kommission.
- Mit den Geldern aus dem EU-Wiederaufbaufonds wird die Umsetzung von Finnlands Programm für nachhaltiges Wachstum unterstützt, das unterschiedliche Finanzierungsanträge für unterschiedliche Branchen und Unternehmen unterschiedlicher Größe vorsieht.
- Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist im Juli 2021 die neue Fördergebietskarte für Finnland veröffentlicht worden. Fast das gesamte Land zählt zu den Übergangsregionen, nur das Gebiet um Helsinki wird als entwickeltere Region eingestuft. Diese Fördergebietskarte ermöglicht Finnland gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen, um die Förderung der regionalen Entwicklung voranzubringen. Diese Regionalbeihilfen dienen der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Stärkung des Zusammenhalts im EU-Binnenmarkt. Seit 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.
- Mitte Mai 2022 hat die EU-Kommission ein Partnerschaftsabkommen mit Finnland für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds beinhaltet. Dies Partnerschaftsabkommen bildet die Basis für die operationellen Programme, in denen die Investitionsprioritäten und konkreten Maßnahmen Finnland und seiner Regionen festgelegt sind.
- Informationen zur Kohäsionspolitik der EU für die Periode 2021 bis 2027 hat die EU auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für Finnland für einzelne Elemente Filter gesetzt werden.
- Ein Großteil der EU-Mittel ist über die so genannten ELY-Zentren (Centers for Economic Development, Transport and the Environment) erhältlich, die verschiedene Formen der Unterstützung bieten. Ihre Aufgabe ist es, gemeinsam mit anderen Akteuren wirtschaftlich, sozial und ökologisch nachhaltigen Wohlstand zu entwickeln und zu fördern.
- Unternehmen können von den Dienstleistungen und Finanzierungsprogramme der ELY-Zentren bei der Entwicklung ihres Unternehmens und ihrem Streben nach Wachstum profitieren.
Ziele der Unternehmensentwicklung können z. B. sein:
- Internationale Aktivitäten
- Effizienz der Geschäftsabläufe
- Führungsqualitäten
- Technologie und Innovation
- Berufliche Fähigkeiten der Mitarbeiter
- Ausbildung für neue Mitarbeiter
- Die Technologieexperten des ELY-Zentrums unterstützen regionale Unternehmen und Forschungseinrichtungen bei ihren nationalen und internationalen F&E-Projekten. Innovationsexperten bewerten neue Erfindungen von Unternehmen oder Einzelpersonen und beraten sie hinsichtlich ihres Neuheitswertes, der technischen Möglichkeiten und dem kommerziellen Potenzial.
- Bei der Unternehmensförderung unterscheidet Finnland nicht zwischen ausländischen Direktinvestitionen und Unternehmen, die bereits im Land sind. Wirtschaftsfördernde Maßnahmen werden überwiegend an kleine und mittlere Unternehmen vergeben und dienen meist der Förderung strukturschwacher Regionen.
- Gefördert werden vor allem Maßnahmen zur Verbesserung der Effizienz, der technischen Entwicklung, Forschung und Entwicklung sowie Innovationen. Die Unterstützung hängt vom jeweiligen Projekt ab. Die Maßnahmen können in Form von zum Beispiel Direktzahlungen, Krediten, Kapitalbeteiligungen, Garantien und Mitarbeiterschulungen erfolgen.
- Mit der Förderung von Unternehmen sind mehrere Institutionen befasst (siehe Kapitel Förderagenturen). Diese Institutionen können sowohl landesweite als auch regionale Bedeutung haben. Informationen mit weiterführenden Links bietet die Agentur Invest in Finland. Dort findet sich auch eine Karte mit den verschiedenen Entwicklungszonen, in denen eine unterschiedliche Förderung möglich ist. Eine besonders hohe Förderung ist im Norden und Osten des Landes möglich.
- Sonderwirtschaftszonen gibt es in Finnland keine, aber es gibt einen Freihafen in Hanko.
- Subventionen für den Wohnungs- und Baubereich werden aus staatlichen Mitteln gewährt. Diese Subventionen werden für die Renovierung des Gebäudebestands und die Verbesserung der Wohnverhältnisse verwendet.
- Eine Übersicht über Finanzierungsmöglichkeiten von Unternehmen bietet das Wirtschaftsministerium. Finanzielle Unterstützung ist von verschiedenen öffentlichen und privaten Quellen erhältlich. Hierzu zählen zum Beispiel: Finnvera, der finnische Innovationsfonds Sitra und Business Finland, eine Organisation, die aus der Fusion von Tekes und Finpro entstanden ist. TESI ist ein staatlicher Eigenkapital-Investor im Bereich der Industrie.
- Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Finnland mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute.
- Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des finnischen Enterprise Europe Network sind in sieben Städten zu finden.
Weiterführende Quellen
- Finnische Investitionsförderagentur als Teil von Business Finnland: Invest in Finnland
- Vertretung der deutschen Wirtschaft: AHK Finnland
- Germany Trade & Invest stellt einige Informationen über Finnland zur Verfügung
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