Ungarn

Geschäftliche Rahmenbedingungen für Handel und Investition

Eine Million Arbeitsplätze in zehn Jahren will die Regierung Orbán schaffen. Dies soll mit Hilfe der Steuerpolitik, Bürokratieabbau und arbeitsmarktpolitisch zielgerichteter Verwendung von EU-Mitteln erreicht werden.

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Für das Jahr 2018 wird ein Wachstum des BIP um 3,6 Prozent erwartet. Grundlage allen wirtschaftspolitischen Handelns in Ungarn bildet der Aktionsplan, konkrete Maßnahmen für die Belebung der Wirtschaft wurden im "Irinyi-Plan" niedergelegt. Ziel ist es den Industrie-Anteil am Bruttoinlandsprodukt bis zum Jahr 2020 auf 30 Prozent zu steigern. Sieben Branchen sollen als Motoren der Entwicklung dienen: Fahrzeugbau, Spezialmaschinenbau, Gesundheitsindustrie, Lebensmittelindustrie, IKT und Verteidigungsindustrie. Gewünscht sind vor allem mehr Vorhaben mit höherer Wertschöpfung und eine gleichmäßigere regionale Verteilung. Stärken des Landes sind die gute Infrastruktur und eine enge Verflechtung mit Deutschland. Negativ bewertet werden jedoch die sich häufig ändernden steuerlichen und rechtlichen Rahmenbedingungen.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte geschäftlicher Rahmenbedingungen in Ungarn, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

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Deutschland ist Ungarns wichtigster Handelspartner: Im Jahr 2016 betrug der Wert ungarischer Einfuhren aus Deutschland 22,8 Mrd. Euro, was einem Anteil von 26,9 Prozent entspricht, gefolgt von Österreich mit einem Anteil von 6,4 Prozent. Bei den ungarischen Ausfuhren nach Deutschland betrug der Wert 25 Mrd. Euro, was einem Anteil von 28,1 Prozent entspricht, gefolgt von Rumänien mit einem Anteil von 5,2 Prozent. Hauptinvestor im Jahr 2015 waren die Niederlande mit 28 Prozent und Deutschland mit einem Anteil von 22,4 Prozent, so gtai.

Für Hermes-Bürgschaften gilt: Es gibt keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. Die Entgeltberechnung erfolgt anhand eines Markttests.

Über die Stimmung deutscher Investoren in Ungarn informiert der Konjunkturbericht der deutsch-ungarischen Handelskammer.

Ungarn hat rund 10 Mio. Einwohner und erwirtschaftete 2017 ein BIP pro Kopf von geschätzt gut 12.000 EUR. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt für 2019 2,69 Euro/Stunde.

Informationen über die verschiedenen Branchen im Land finden Sie bei der Förderagentur.

Zu den Stärken Ungarns zählt gtai gut ausgebildete Arbeitskräfte sowie ein gutes Infrastrukturangebot. Zu den Risiken zählen dagegen häufige Steueränderungen und intransparente Entscheidungsprozesse. Chancen für deutsche Unternehmen können sich aus dem großen Nachholbedarf bei der Energieeffizienz ergeben. Laut Aktionsplan 2010 bis 2020 will die Regierung zur Nutzung erneuerbarer Energien vor allem auf Biogas und Photovoltaik setzen. Die Regeln für Windkraft wurden nach Angaben der Zeitung Nachrichten für Außenhandel derart verschärft, dass industrielle Windkraftprojekte praktisch nicht mehr zu realisieren sind.

Die ungarische Währung ist Forint (HUF). Der aktuelle Wechselkurs ist auf der Internetseite der Ungarischen Nationalbank zu finden. Die SWIFT-Überweisung ist das am weitesten verbreitete Zahlungsmittel. Scheck und Wechsel sind nicht gebräuchlich. Weitere Infos hierzu und zum Forderungseinzug sowie zur Risikoeinschätzung bietet Coface.

  • Beim Doing-Business-Ranking 2019 der Weltbank liegt Ungarn auf Platz 53 (Stand: Oktober 2018). Details zu der Zusammensetzung der Note finden Sie in dem Bericht.
  • Im Ranking zur Korruptionswahrnehmung von Transparency International liegt Ungarn auf Platz 64 (Stand: Januar 2019)
  • Den 47. Platz belegt das Land im Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Ungarn Platz 40 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist das Land auf Platz 33 zu finden (Stand: Juli 2019). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Ungarn auf Platz 23 (Stand: Juni 2019). 
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Investoren aus EU-Ländern genießen Gleichbehandlung. Eine Genehmigung speziell für ausländische Investitionen ist nicht erforderlich. Ausländer dürfen Unternehmen gründen. Ein Unternehmen mit Sitz im Ausland kann in Ungarn eine Niederlassung oder Handelsrepräsentanz bzw. selbstständige Gesellschaft oder ein Tochterunternehmen gründen und im Handelsregister eintragen lassen. 

Nach dem Prinzip der Dienstleistungsfreiheit können Ausländer auch ohne Niederlassung in Ungarn Dienstleistungen innerhalb der gemeinschaftlichen Regeln und Abkommen über die Grenze erbringen.

Für Aufenthalte von mehr als 90 Tagen haben sich EU-Bürger bei der für Ihren Wohnort zuständigen, regionalen fremdenpolizeilichen Behörde persönlich anzumelden. Mehr dazu auf der Seite der Einwanderungsbehörde.

Für Unternehmen, die Bautätigkeiten in Ungarn ausführen möchten, müssen diese Absicht bei der Ungarischen Industrie- und Handelskammer (MKIK) melden. Informationen hierzu finden sich in dem Merkblatt "Dienstleistungsanzeige für Baufirmen" von der AHK.

Informationen über die Entsendung von Mitarbeitern sind zu finden bei der ungarischen Arbeitsaufsichtsbehörde.

Eine Liste mit reglementierten Gewerbe ist zu finden beim Ministerium für Nationalwirtschaft.

Seit Juli 2013 gibt es in Ungarn eine streckenabhängige elektronische Maut: Sie gilt für LKW mit einem zulässigen Gesamtgewicht über 3,5 Tonnen und hängt ab von dem benutzten Straßentyp, der Fahrzeugkategorie und der Umweltklasse.

Bei Erstgeschäften ist eine Abwicklung über Akkreditiv und Bankgarantie zu empfehlen. Grundsätzlich sei bei Zahlung gegen offene Rechnung eine Bonitätsauskunft einzuholen. Laut Außenwirtschaftszentrum Bayern beträgt das durchschnittliche Zahlungsziel 60 Tage.

AG: Részvénytársaság (Rt.)
Aktiengesellschaften können „offen“ oder "geschlossen" gegründet werden. Bei einer geschlossenen Gründung beträgt das Mindestgrundkapital 5 Mio. HUF, die Gründer müssen sämtliche Aktien übernehmen, eine Ein-Mann-AG ist möglich. Bei der offenen AG beträgt das Mindestgrundkapital 20 Mio. HUF. 

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Bei der Gründung müssen mindestens 25 Prozent der Bareinlage eingezahlt werden, der Rest innerhalb eines Jahres. Die Haftung ist beschränkt auf die Einlage.

GmbH: Korlátolt felelösségü társaság (Kft.)
Das Mindeststammkapital beträgt 3 Millionen HUF, bestehend aus Geld- und Sacheinlagen. Die Summe der Geldeinlage darf bei Gründung jedoch nicht weniger als 50 Prozent des Stammkapitals betragen. Der Restbetrag muss innerhalb eines Jahres eingezahlt werden. Eine Einmann-GmbH ist möglich, dann muss das Stammkapital allerdings bei Gründung eingezahlt werden. Die Haftung ist beschränkt auf die Einlage.

Bei den Personengesellschaften kennt das ungarische Recht die
OHG: Közkereseti társaság (Kkt.)
Die Gesellschafter haften solidarisch mit ihrem ganzen Vermögen. Die Vermögenseinlagen müssen grundsätzlich zum Zeitpunkt der Gründung eingebracht werden. Eine Mindestkapitaleinlage ist nicht vorgeschrieben.

KG: Betéti társaság (Bt.)
Sie ist eine Sonderform der Offenen Gesellschaft. Entsprechend gibt es auch hier keine Mindestkapitalvorschriften. Anders als bei der Kkt haftet mindestens ein Gesellschafter nur bis zur Höhe seiner Einlage und mindestens einer haftet unbeschränkt.

Einzelunternehmen werden beim zuständigen ungarischen Bürgermeisteramt angemeldet. Dort erhalten die Einzelunternehmen den zur Ausübung der Tätigkeit notwendigen Unternehmerausweis. Es gelten keine Mindestkapitalvorschriften, jedoch ist es erforderlich, die persönliche Haftung zu übernehmen.

Ausländische Unternehmen können sich ferner als Zweigniederlassung oder Handelsrepräsentanz von Unternehmen mit ausländischem Sitz in Ungarn niederlassen, ohne eine Gesellschaft gründen zu müssen. Eine Zweigniederlassung ausländischer Unternehmen wird ins Handelsregister eingetragen. Sie ist eine mit wirtschaftlicher Eigenständigkeit ausgestattete Organisationseinheit eines ausländischen Unternehmens. Zweigniederlassungen dürfen jede Geschäftstätigkeit ausüben. Eine Repräsentanz muss ebenfalls ins Handelsregister eingetragen werden, unterliegt hingegen keiner Steuerpflicht und darf nicht unternehmerisch tätig werden; sie agiert als Vertretung. Weder Zweigniederlassungen noch Repräsentanzen haben Rechtspersönlichkeit. Weitere Informationen hierzu finden Sie bei der AHK Ungarn.

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Der Antrag für die Registrierung eines Unternehmens ist beim Ungarischen Registergericht einzureichen.

Die Eintragungsgebühr beträgt nach Angaben der Industrie- und Handelskammer Aachen zwei Prozent des Gründungsvermögens. 

Im Idealfall, wenn alle Unterlagen vorliegen, erfolgt die gewöhnliche Registrierung in 15 Tagen, so die Förderagentur Invest in Hungary. 

Seit dem 1. Oktober 2009 sind in Ungarn Bauunternehmen verpflichtet, ihre Tätigkeit als Bau- und Montageunternehmen bei der Ungarischen Industrie- und Handelskammer (MKIK) registrieren zu lassen. 

Der allgemeine Satz bei der Körperschaftsteuer beträgt 9 Prozent, Bemessungsgrundlage ist das Ergebnis vor Steuern.

Für Unternehmen mit maximal 30 Millionen HUF Jahresumsatz gibt es eine vereinfachte Unternehmersteuer von 37 Prozent. (Sie ersetzt die Umsatzsteuer, Körperschaftsteuer und die Einkommensteuer auf Dividende.) 

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Für Unternehmer mit einem Umsatz, der 500 Millionen HUF nicht überschreitet, gibt es einen Steuersatz von 13 Prozent. (Diese Steuer ersetzt die Körperschaftsteuer und die Sozialabgaben.) Ab dem Jahr 2020 soll dieser Satz auf 12 Prozent gesenkt werden.

Für einzelne Branchen gibt es in Ungarn Sondersteuern. Hierüber sowie sämtliche Steuern für das Jahr 2018 informiert die Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer.

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Der Normalsteuersatz liegt bei 27 Prozent. Ferner gibt es einen ermäßigten Satz für z.B. Grundnahrungsmittel wie Milchprodukte, Mehlprodukte und Beherbergung von 18 Prozent. Für Bücher, Zeitungen und einige Medikamente gilt ein Mehrwertsteuersatz von 5 Prozent. 

Für viele Leistungen im Gastronomiegewerbe wurde der Mehrwertsteuersatz im Steueränderungspaket 2018 von 18 auf 5 Prozent reduziert, so gtai.

Der Schwellenwert für die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung beträgt 8.000.000 HUF.

Am 28. Februar 2011 ist ein neues Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Ungarn unterzeichnet worden, dass das bisher gültige Abkommen vom 18. Juli 1977 (BGBl. 1979 II S. 626) nach der Ratifizierung ersetzt. 

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Die Ratifizierungurkunden wurden am 30. November 2011 im Auswärtigen Amt ausgetauscht.  Das Abkommen trat am 30. Dezember 2011 in Kraft.

Der Text des derzeitigen DBA ist beim Bundesfinanzministerium zu finden unter -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

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Der Zahlungsverkehr ist voll liberalisiert. Die Einfuhr von ungarischen Forint im Wert von einer Million HUF oder darüber hinaus sowie Valuten, Reiseschecks, übertragbare Wertpapiere müssen dem Grenzzollamt schriftlich gemeldet werden. 

Bei Überschreiten der EU-Außengrenze ist die Mitnahme von max. 10.000 Euro in Bargeld möglich, bei Beträgen, die diesen Wert überschreiten, besteht Meldepflicht.

Bei Barzahlungen von mehr als 2 Mio. HUF besteht für das rechnungslegende Unternehmen eine Meldepflicht an das Nationale Steuer- und Zollamt, so das Außenwirtschaftszentrum Bayern.

Grundsätzlich ist ein schriftlicher Kaufvertrag, der von einem Notar abgefasst oder von einem Rechtsanwalt gegengezeichnet ist, erforderlich, um das Eigentum an einem Grundstück zu übertragen.

Beim Immobilienerwerb fällt eine Grunderwerbsteuer von 4 Prozent an. 

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Jährlich ist dann eine Grundstücks- und Gebäudesteuer abzuführen. 

Grundsätzlich wird beim Grundstückserwerb zwischen landwirtschaftlichen und nicht landwirtschaftlichen Flächen unterschieden sowie zwischen In- und Ausländern. Als Ausländer sind dabei Staatsangehörige von Nicht-EU-Ländern gemeint.

Bei nicht-landwirtschaftlichen Flächen können EU-Staatsbürger sowie juristische Personen eines EU-Mitgliedstaates das Eigentumsrecht wie inländische erwerben. Möchten dies dagegen Ausländer, so benötigen diese eine Genehmigung.

Für den Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen gilt seit 1. Mai 2014 folgende Regelung: Neben natürlichen Personen aus Ungarn dürfen jetzt auch natürliche Personen aus EU/EWR-Staaten landwirtschaftliche Flächen erwerben. Für Ausländer aus Nicht-EU-Staaten gilt weiterhin ein Erwerbsverbot. Inländischen juristischen Personen ist der Erwerb ebenfalls untersagt. Ausnahmen gelten für den Staat, Kreditinstitute, religiöse Institutionen, Gemeinden, in denen die Grundstücke liegen, sowie für registrierte landwirtschafltiche Genossenschaften. Landwirte dürfen bis zu 300 Hektar erwerben, sonstige natürliche Personen nur bis zu einem Hektar. Landwirtschaftliche Genossenschaften dürfen größere Grundstücke erwerben, vorausgesetzt, dass einer der Leiter als Landwirt mindestens drei Jahre gearbeitet hat. Innerhalb der ersten fünf Jahre darf der Erwerber das Grundstück nicht an Dritte verpachten, es sei denn der Pächter ist Landwirt. Das Gesetz sieht ein Vorkaufsrecht für den ungarischen Staat und ungarische Landwirte vor, die seit drei Jahren in der betreffenden Region leben und arbeiten.

Weitere Informationen zum Grundstückserwerb durch Ausländer finden sich im Merkblatt der AHK Ungarn.

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Unter bestimmten Bedingungen sind für Investitionen steuerliche Anreize erhältlich. Ein Unternehmen kann für seine in Ungarn getätigte Investition eine Steuervergünstigung von bis zu 80 Prozent der zu zahlenden Körperschaftsteuer bekommen.

Die Höhe der Vergünstigung hängt dabei u.a. ab von der Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze, von der Höhe der Investition und der Region, in der die Investition getätigt wird. Anträge auf Steueranreize müssen beim Ministerium für Nationale Wirtschaft eingereicht werden.

Weitere Informationen zu den aktuellen Bedingungen befinden sich bei der Förderagentur in der Publikation Invest in Hungary, im Kapitel tax incentives.

Wie alle Staaten de Europäischen Union erhält Ungarn Mittel aus den EU-Strukturfonds, die unter anderem zur unternehmensbezogenen Regional- und Arbeitsmarktentwicklung eingesetzt werden.

Für die beiden EU-Strukturfonds Europäischer Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) gibt es eine Fördergebietskarte

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Zur Mittelstandsförderung kann Ungarn für die Förderperiode 2014 bis 2020 Unterstützungen aus dem EU-Programm COSME für Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen sowie aus dem EU-Programm Horizon 2020 für Forschung und Innovation landesweit einsetzen.

Die EU-Mittel werden in so genannte Operationelle Programme eingesetzt. 

Über Genehmigung der Richtlinien für die Gewährung staatlicher Beihilfen zur Förderung der regionalen Entwicklung hat die EU-Kommission ein Pressemitteilung veröffentlicht.

Neben den EU-Geldern werden Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln finanziert.

Die maximale Förderhöhe wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

• Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
• Anträge auf Förderung sind an ungarische Stellen zu stellen.

Neben den Fördermitteln aus Fonds der Europäischen Union gibt es steuerliche Förderungen (siehe Kapitel Steuervergünstigungen) und zinsvergünstigte Kredite sowie andere Sonderkonstruktionen. Die ungarische Investitionsförderagentur veröffentlicht auf ihren Webseiten Informationen hierzu in der Publikation "Invest in Hungary". Die Höhe der Förderung ist abhängig von der Region, in der die Investition getätig wird, der Höhe der Investition und der Anzahl an Arbeitsplätzen die geschaffen werden. Zum Beispiel gibt es folgende Regelungen:

- In den Regionen: Nograd, Szabolcz-Szatmar-Bereg und Bekes müssen mindestens 5 Millionen Euro und 50 neue Arbeitsplätze investitiert werden.

- In den Regionen: Vas, Zala, Veszprem, Somogy, Baranya, Tola, Bacs-Ksikun, Csongrad, Jasz-Nagykun-Szolnok, Hajdu-Bihar, Heves und Borsod-Abauj-Hemplen müssen mindestens 10 Millionen Euro und 50 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

- In den Regionen: Gyor-Moson-Sopron, Komarom-Esztergom, Fejer und Pest müssen mindestens 20 Millionen Euro und 100 neue Arbeitsplätze geschaffen werden.

Um die Kreditvergabe an KMU zu erleichtern, deckt die Hitelgarancia Zrt, die Kredite der KMU mit Garantien. Hierzu geht sie Partnerschaften mit Banken ein. Unternehmen wenden sich entsprechend an diese Intermediäre. 

Darüber hinaus bietet die ungarische Entwicklungsbank kleinen und mittleren Unternehmen Unterstützung. 

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. Für Ungarn werden im o. g. Zeitraum 214,6 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. 

Der Begriff „Mittelstandsförderung“ umfasst nicht nur Geld, sondern auch Beratung. Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des ungarischen Enterprise Europe Network sind in neun Städten zu finden.

Bei der Förderung von ausländischen Direktinvestitionen differenziert die Regierung stark nach Sektoren. Während Investitionen von Ausländern im verarbeitenden Gewerbe erwünscht sind, werden Investitionen im Dienstleistungssektor durch Sondersteuern und staatliche Interventionen eher erschwert.

Hungarian Investment Promotion Agency (HIPA), Ungarische Investitionsförderagentur
Honvéd utca 20, 1055 Budapest, UNGARN
Tel.: +36 1 872-6520
Fax: +36 1 872-6699
E-Mail: info@hipa.hu
Internet: https://hipa.hu/main

Die Aufgaben von HIPA sind die Förderung von Investitionsprojekten ausländischer Firmen in Ungarn, der Aufbau wechselseitiger Handelsbeziehungen, die Unterstützung außenwirtschaftlicher Tätigkeiten kleiner und mittelständischer heimischer Betriebe.

Die ungarische Industrie- und Handelskammer sowie ihre regionalen Niederlassungen sind erreichbar über http://www.mkik.hu/en.

Deutsch-Ungarische Industrie- und Handelskammer
Német-Magyar Ipari és Kereskedelmi Kamara
Lövöház utca 30, 1024 Budapest, UNGARN
Tel.: +36 1 345 76 00
E-Mail: info@ahkungarn.hu, Internet: https://www.ahkungarn.hu/
Leiter: Herr Gabriel A. Brennauer

Botschaft von Ungarn
Unter den Linden 76, 10117 Berlin
Tel.: 030 20310-0
Fax: 030 2291314
E-Mail: infober@mfa.gov.hu, Internet: https://berlin.mfa.gov.hu/deu

Die Wirtschaftsabteilung hat in verschiedenen Städten Ansprechpartner für einzelne Bundesländer. Zu finden sind diese unter: https://berlin.mfa.gov.hu/deu/page/a-magyar-gazdasagdiplomacia-kepviseletei-nemetorszagban

BERLIN
Botschaft von Ungarn, Wirtschaftsabteilung
Adresse: 10117 Berlin, Unter den Linden 76.
Telefon: 030 / 203-10100
E-Mail: IJuhasz@mfa.gov.hu

Kurzer allgemeiner Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und im Investitionsland bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos.

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Ungarn zur Verfügung, darunter auch aus der Reihe „Recht kompakt“. (Anmeldung erforderlich)

Einen Leitfaden für Exporte erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Schwerpunkt-IHK für Ungarn ist die IHK Aachen 

Nationale Ausschreibungen der öffentlichen Hand finden Sie auf der Seite von Közbeszerzési Hatóság. Öffentliche Ausschreibungen aus Ungarn, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie bei TED (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in Ungarn zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile ungarischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/ungarn.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand April 2018. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/ungarn.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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