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Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Kosovo
Die Wirtschaft Kosovos wächst weiter, für das Jahr 2026 erwartet das (WiiW) einen Anstieg um 3,8 Prozent. Motoren sind der private Konsum, der von den Überweisungen der Auslandskosovaren profitiert, sowie die Investitionen. In vielen Bereichen gibt es weiterhin hohen Nachholbedarf.
Kurz und knapp
  • Das Kosovo ist potenzieller EU-Beitrittskandidat.

  • Seit Februar 2024 ist der Euro das alleinige offizielle Zahlungsmittel.

  • Die Republik Kosovo liegt mit ihren knapp 11.000 Quadratkilometern und 1,7 Millionen Einwohnern im Zentrum der Balkanhalbinsel.

  • Das Land hat Grenzen mit Albanien, Montenegro, Serbien und Nordmazedonien.

  • Im Korruptionswahrnehmungsindex belegt das Kosovo Platz 76 (Stand: 02/2026).

  • Herausforderungen sind der anhaltende Konflikt mit Serbien sowie die fehlende Anerkennung u. a. durch fünf EU-Staaten.

Aktuelles und Perspektiven

  • Um die Bedingungen für ausländische Direktinvestitionen zu verbessern, sollen die Wettbewerbsfähigkeit und der Privatsektor gestärkt werden. Gelingen soll dies unter anderem durch eine Verkürzung der Registrierungsverfahren, einheitliche Anlaufstellen und Reformen im Unternehmensrecht.
  • Eine neue Strategie zur Eindämmung der Schattenwirtschaft und eine neue Strategie für erneuerbare Energien wurde eingeführt. Es besteht beträchtliches Potenzial für Solar- und Windenergie, so die Kosovarisch-Deutsche Wirtschaftsvereinigung.
  • Bereits mehr als 5.000 rein ausländische oder gemischte Unternehmen haben die Chance genutzt und im Kosovo investiert, so die Kosovarische Förder- und Entwicklungsagentur (KIESA). Nach Angaben von gtai sind rund 200 davon mit deutschen Kapital ausgestattet.
  • Für Investitionen in das Land wird mit einer IT-affinen und jungen Bevölkerung in Europa (70 Prozent der Einwohner sind unter 35 Jahren), niedrigen Lohnkosten, geringen Steuern sowie dem Euro als offizieller Währung geworben (Der Kosovo ist nicht an der Europäischen Währungsunion beteiligt).
  • In der jüngsten Umfrage haben 85 Prozent der Mitglieder der Kosovarisch-Deutschen Wirtschaftsvereinigung angegeben, dass sie wieder im Kosovo investieren würden.
  • Als problematisch gelten die instabilen politischen Verhältnisse. Dies behindert die Umsetzung von Reformen.

Steckbrief Wirtschaft im Kosovo

  • Das Land erwirtschaftete im Jahr 2025 ein BIP pro Kopf von gut 7.000 Euro.
  • Die Republik ist reich an natürlichen Ressourcen wie Erze, Kohle und Nichtmetalle. Sie hat ferner Blei- und Silberreserven und verfügt über Zink und Magnesit, Chrom, Nickel und Bauxit.
  • Aufgrund des fruchtbaren Landes, der geringen Arbeitskosten und einer steigenden Binnennachfrage sieht das Auswärtige Amt besonders bei Obst, Gemüse und Wein Wachstumspotenziale.
  • Mehr als 60 Prozent der Firmen operieren im Dienstleistungssektor, sie erwirtschaften etwa zwei Drittel des BIP. 
  • 99,9 Prozent der Unternehmen im Land sind KMU, die meisten davon sind Kleinstunternehmen mit weniger als zehn Mitarbeitern. Künftig will die Regierung daher besonders den KMU-Sektor unterstützen.
  • Die ausländischen Direktinvestitionen summierten sich per Ende 2024 auf 7,72 Milliarden US-Dollar.  Deutschland hat hieran den größten  Anteil.
  • Informationen über einzelne Gemeinden des Landes hat die Förderagentur veröffentlicht.
  • Wichtig für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes sind auch die Rücküberweisungen von im Ausland lebenden Kosovaren (rund 600.000 Menschen in Deutschland), die Gelder stehen für etwa 12,5 Prozent der Wirtschaftsleistungen, so gtai.
  • Insgesamt exportierte Deutschland im Jahr 2024 Waren in den Kosovo in Höhe von 410 Millionen Euro und importierte von dort Waren im Wert von 101 Millionen Euro.
  • Ab dem 1. Oktober 2026 gilt mit allen EFTA-Staaten ein Freihandelsabkommen.

Bedeutende Branchen im Kosovo


Es gibt auch Broschüren zu einigen Branchen, die die Förderagentur veröffentlicht hat.

Unternehmensformen

Ähnlich wie in anderen Ländern gibt es auch im Kosovo nur bestimmte Typen von Unternehmen. Hierzu gehören das Einzelhandelsunternehmen, die offene Gesellschaft, die Kommanditgesellschaft, die Gesellschaft mit beschränkter Haftung und die Aktiengesellschaft.

  • Beim Einzelunternehmen (B.I.) haftet der Unternehmer/die Unternehmerin persönlich und unbeschränkt. Es gibt kein Mindestkapital.
  • Die offene Handelsgesellschaft (O.P.) entsteht durch zwei oder mehr Gründer, die persönlich und unbeschränkt haften. Es existiert kein Mindestkapital.
  • Bei der Kommanditgesellschaft (SH.K.M.) gibt es einen oder mehrere Partner, die unbegrenzt haften und einen oder mehrere Partner, die beschränkt haften. Es gibt kein Mindestkapital.
  • Die GmbH (SH.P.K.) ist eine juristische Person. Es gibt kein Mindestkapital. Die Gesellschafter haften nur in Höhe ihrer Einlage. Diese Gesellschaftsform ist am weitesten verbreitet. Eine Ein-Personen-GmbH ist möglich.
  • Die Aktiengesellschaft (SH.A.) ist ebenfalls eine juristische Person. Das Gründungskapital muss mindestens 10.000 Euro betragen. Die Gesellschafter haften nur mit ihrer Einlage. Eine Ein-Personen-AG ist möglich.
  • Ein ausländisches Unternehmen kann seine wirtschaftliche Aktivität auch durch die Gründung und den Betrieb einer Zweigniederlassung ausüben.
  • Eine Repräsentanz hat lediglich den Zweck, Marktforschung zu betreiben oder Marketing- und Werbeaktivitäten durchzufürhen.

Einige Informationen über Rechtsformen finden Sie bei der Agentur für Gewerbeanmeldungen.

Registrierung

  • Die Registrierung sämtlicher Unternehmen erfolgt bei der Agentur für Unternehmensregistrierung (KBRA), die beim Ministerium für Handel und Industrie angesiedelt ist. Sie ist die einzige Institution, die für die Registrierung von Unternehmen im Kosovo zuständig ist. 
  • Diese Agentur ist für alle Registrierungsverfahren zur Eröffnung eines Unternehmens im Kosovo zuständig.
  • Die Registrierung kann elektronisch oder persönlich, im Hauptbüro in Prishtina/Pristina oder in den Ämtern einer Gemeinde im Kosovo erfolgen, in dem das Unternehmen ansässig ist, und in denen KBRA eigene Büros unterhält. 
  • Nach Angaben der kosovarischen Förderagentur kann die Registrierung innerhalb von zwei Tagen erfolgen.
  • Bei der Registrierung eines neuen Unternehmens fällt keine Gebühr an, so die KBRA.
  • Das Kosovo hat eine einmalige individuelle Unternehmensregistrierungsnummer eingeführt, die das Registrierungsverfahren vereinfacht und die eine weitere Registrierung bei den Steuerbehörden erübrigt.

Steuerliche Aspekte

Körperschaftsteuer

  • Der Standard-Körperschaftsteuer-Satz beträgt 10 Prozent bei einem Jahresumsatz von mehr als 30.000 Euro, so Deloitte. Steuerzahler mit einem Jahresumsatz von bis zu 30.000 Euro können sich dafür entscheiden, Steuern auf der Grundlage des Bruttoeinkommens zu zahlen.
  • Die Steuersätze auf das Bruttoeinkommen betragen 3 Prozent für Handel, Transport, Landwirtschaft und ähnliche Aktivitäten und 9 Prozent für Dienstleistungen, freiberufliche Tätigkeiten, Handwerk, Unterhaltung und ähnliche Tätigkeiten.

Mehrwertsteuer

  • Seit 1. September 2015 beträgt der allgemeine Satz bei der Mehrwertsteuer 18 Prozent, daneben gibt es einen ermäßigten Satz von 8 Prozent für Grundnahrungsmittel, Schulbücher, Arzneimittel und IT-Ausrüstung.
  • Die Registrierung zur Mehrwertsteuer ist  verpflichtend für Jahresumsätze ab 30.000 Euro.

Doppelbesteuerungsabkommen

  • Zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen gilt weiterhin das Gesetz vom 26. März 1987 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialistischen Föderativen Republik Jugoslawien. 
  • Zu finden ist dies beim Deutschen Bundesfinanzministerium.

Immobilieneigentum

  • Gewerbliches Eigentum im Kosovo kann für geschäftliche Zwecke im Rahmen der laufenden Privatisierungsverfahren erworben werden.
  • Das Katasteramt im Kosovo ist für die Registrierung von Immobilieneigentum zuständig.
  • Die Industriepark-Initiative wurde vom  Ministerium für Handel und Industrie als eine konkrete Maßnahme zur Förderung der Wirtschaft im Kosovo etabliert. Das Konzept des Industrieparks ist relativ einfach und zielt darauf ab, qualitativ hochwertige Einrichtungen und Infrastrukturen zu einem wettbewerbsfähigen Marktpreis bereitzustellen, von denen aus die Unternehmen effektiv und effizient arbeiten können. Bei der Förderagentur finden Sie eine Linkliste zu Industrie- und Businessparks.
  • Darüber hinaus gibt es mit dem Innovation and Training Park (ITP) in Prizren eine Einrichtung zur Förderung von Innovationen und Ausbildung. Und für Startups und junge innovative IT-Firmen wurde der Tech-Park in Pristina gegründet.

Beziehungen zur EU

  • Seit dem 1. Januar 2024 ist der visumfreie Reiseverkehr für kosovarische Staatsangehörige Realität. Dies stärkt die Beziehungen der EU zum Kosovo und erleichtert u.a. Dienstreisen.
  • Am 15. Dezember 2022 hat die Republik Kosovo offiziell die EU-Mitgliedschaft beantragt. Die Republik Kosovo ist aber noch nicht von allen EU-Ländern anerkannt. Hierzu zählen: Griechenland, Rumänien, die Slowakei, Spanien und die Republik Zypern. Ferner sind die Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien noch nicht abschließend geregelt. Um hier Fortschritte zu erreichen, gibt es einen EU-geförderten Dialog zur Normalisierung der Beziehungen zwischen Kosovo und Serbien.
  • Die EU hat Ende Oktober 2015 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit dem Kosovo unterzeichnet, es ist seit April 2016 in Kraft. 
  • Das Abkommen vertieft die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, es dient ferner der Vorbereitung für einen möglichen späteren EU-Beitritt. Ziel des Abkommens ist ferner die Schaffung einer bilateralen Freihandelszone innerhalb von höchstens 10 Jahren. Die EU hat ihren Markt für Produkte aus dem Kosovo geöffnet. Das Kosovo hat längere Übergangsfristen vorgesehen.
  • Neben der EU hat das Kosovo im Januar 2025 ein umfassendes Freihandelsabkommen mit den EFTA-Staaten unterzeichnet, wodurch sowohl der Handel mit Dienstleistungen als auch Waren weiter liberalisiert werden soll. Ab dem 1. Oktober 2026 ist es in allen EFTA-Staaten in Kraft.
  • Auf seinem Weg zu einer größeren europäischen Integration wird das Land durch die EULEX-Mission unterstützt. Die aktuelle Mission endet am 14. Juni 2027.
  • Die Republik erhält finanzielle Unterstützung im Rahmen des Instruments für Heranführungshilfe (Instrument for Pre-Accession Assistance, IPA). Für die Periode 2014 bis 2020 waren dies gut 600 Millionen Euro. Die EU will mit ihrer Unterstützung auch darauf hinwirken, dass der Westbalkan insgesamt grüner und digitaler wird. Viele Projekte sollen länderübergreifend sein, siehe Wirtschafts- und Investitionsplan der EU für den Westbalkan. Für die Förderperiode 2021 bis 2027 gilt IPA III.
  • Das EU-Verbindungsbüro hat eine eigene Website, auf der es regelmäßig Informationen zum Verhältnis zwischen dem Kosovo und der EU veröffentlicht. 
  • Seit 1. August 2017 ist das Rahmenabkommen zwischen der EU und dem Kosovo über allgemeine Grundsätze für die Teilnahme des Kosovo an EU-Programmen in Kraft. Anfang Juni 2018 haben der kosovarische Bildungsminister, der kosovarische Kulturminister und der EU-Kommissar für Kultur das Übereinkommen unterzeichnet, mit dem der Kosovo an dem Erasmus+ und dem europäischen Kreativprogramm teilnimmt.
  • Anfang Dezember 2021 hat sich das Kosovo dem neuen Forschungs- und Innovationsprogramm der EU "Horizon Europe" angeschlossen. Mehr Infos dazu in der Pressemitteilung. 
  • Die EU-Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte zum Erweiterungsprozess im Kosovo.
  • Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Zum Enterprise Europe Network Kosovo gehören drei Organisationen.

Förderungen im Kosovo

  • Nach Angaben der kosovarischen Förderagentur, der Kosovo Investment and Enterprise Support Agency, gewährt der Staat keine speziellen finanziellen Anreize für ausländische Direktinvestitionen.
  • Das Arbeits- und Sozialministerium bietet aber verschiedene Programme an, die Trainings beinhalten.
  • Ferner gibt es unter bestimmten Umständen für zwölf Monate Zuschüsse zu Gehaltszahlungen, wenn Arbeitslose im verarbeitenden Gewerbe angestellt werden.
  • Auf den Erwerb von Produktionsanlagen, Maschinen, Eisenbahnfahrzeugen und Lokomotiven für den Schienenverkehr, Flugzeugen, Schiffen, Planierraupen, Schürfwagen und anderen Schwerfahrzeugen wird in dem Jahr, in dem die Anlage erstmals in Betrieb genommen wird, eine Sondervergünstigung in Höhe von zehn Prozent gewährt.
  • Für die Ansiedlung von Unternehmen gibt es verschiedene Wirtschaftszonen, siehe Kapitel Immobilien.
  • Die deutsche Agentur für Wirtschaft und Entwicklung bietet u.a. für das Kosovo eine Förderdatenbank Entwicklungsländer. Kosovo als Stichwort eingeben. Diese Datenbank listet Angebote der Entwicklungszusammenarbeit sowie der Außenwirtschaftsförderung, von Bund und Ländern, EU und multinationalen Institutionen auf.
  • Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Kosovo beim Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten durch Programme, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital oder andere Formen bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. Die EU bietet einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten, der nach Ländern sortiert ist.

Weiterführende Quellen

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Stand der Informationen: September 2026. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird.

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Iris Hemker

Telefon: +49 30 20225-5796

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