Kosovo

Weiterführende Quellen für Handel und Investition

Bereits mehr als 5.000 rein ausländische oder gemischte Unternehmen haben die Chance genutzt und im Kosovo investiert, so die Kosovarische Förder- und Entwicklungsagentur (KIESA). Der Registrierungsprozess sei einfach, schnell und sehr unbürokratisch. Die Wirtschaftsinitiative für das Kosovo (Eciks) wirbt für Investitionen in dem Land mit der jüngsten Bevölkerung in Europa (70 Prozent sind unter 35 Jahren), den gut ausgebildeten Arbeitskräften bei niedrigen Lohnkosten (Durchschnittsgehalt beträgt etwa 400 Euro/Monat), geringen Steuern sowie dem Euro als offizieller Währung. (Der Kosovo ist nicht an der Europäischen Währungsunion beteiligt.)

Seit seiner Unabhängigkeitserklärung im Jahr 2008 ist die Wirtschaft stetig gestiegen. Für das Jahr 2018 sieht die Weltbank im Kosovo die höchsten Zuwachsraten unter den Westbalkanstaaten. Ein Motor dieser Entwicklung ist weiterhin der private Konsum, durch Überweisungen von im Ausland lebender Kosovaren. Darüber hinaus sind mehrere Großvorhaben in der Verkehrs- und Energieinfrastruktur geplant. Hier können sich gute Zuliefermöglichkeiten für ausländische Anbieter ergeben.

Neben vielen bereits erreichten Entwicklungen, wie zum Beispiel liberalen Handelsbedingungen, gilt das EU-Assoziierungsabkommen als wichtiger Impulsgeber für den weiteren wirtschaftlichen Fortschritt des Landes. Darüber hinaus gibt es aber noch große Herausforderungen wie beispielsweise im Hinblick auf das große Handelsdefizit, die geringe Produktivität, die unzureichende Energieversorgung und die Korruption.

Der Regierung sind die Schwachstellen durchaus bekannt. Sie versucht das Investitionsklima zu verbessern, indem sie zum Beispiel durch so genannte one-stop shops die Registrierung von Unternehmen erleichtert.

99,9 Prozent der Unternehmen im Land sind KMU. Künftig will die Regierung daher besonders den KMU-Sektor unterstützen, da man die besondere Bedeutung dieses Sektors für das Wirtschaftswachstum erkannt hat und damit die Arbeitslosigkeit und Armut bekämpfen will.

Unser Unterstützungsangebot für Ihr Auslandsengagement umfasst:
• Recherchen zu weiterführenden Informationen über Investitionsbedingungen
• Ansprechpartner im Zielland Ihrer Investition
• Förderungs- und Finanzierungsmöglichkeiten
• Hilfestellungen bei der Vermittlung von Kooperationen

Für Recherchen benötigen wir von Ihnen Angaben zu den Basisdaten Ihres Unternehmens und des Investitionsvorhabens (Zahl der Mitarbeiter am Heimatstandort und im Investitionsprojekt, Umfang / Inhalt / Zielort des Projekts, Branche des Unternehmens).

Unsere Kontaktdaten finden Sie in nebenstehender Box.

Die Republik Kosovo liegt mit ihren knapp 11.000 Quadratkilometern und 1,8 Millionen Einwohnern im Zentrum der Balkanhalbinsel zwischen Albanien, Montenegro, Serbien und Mazedonien. 53 Prozent der Fläche werden agrarisch genutzt und 39 Prozent forstwirtschaftlich. Das Land erwirtschaftete im Jahr 2016 geschätzt ein BIP von knapp 6 Milliarden Euro. Die Republik ist reich an natürlichen Ressourcen wie Erze, Kohle und Nichtmetalle. Sie hat ferner Blei- und Silberreserven und verfügt über Zink und Magnesit, Chrom, Nickel und Bauxit. Darüber hinaus spielt der Agrarbereich eine wichtige Rolle: Er macht 25 Prozent des BIP aus. Aufgrund des fruchtbaren Landes, der geringen Arbeitskosten und einer steigenden Binnennachfrage sieht das Auswärtige Amt besonders bei Obst, Gemüse und Wein Wachstumspotenziale.

Die wichtigsten Wirtschaftssektoren sind Handel und Dienstleistungen, die Industrie hat lediglich eine geringe Bedeutung.

Das im Januar 2014 erneuerte "Law of foreign investment" schützt und unterstützt ausländische Investoren im Kosovo zu investieren. Ferner gewährt es ausländischen Investoren grundlegende Rechte und Garantien, die eine wichtige Rolle dabei spielen Investitionen anzuziehen und zu schützen. 

Die ausländischen Direktinvestitionen summierten sich für den Zeitraum 2007 bis 2016 auf insgesamt gut 3 Milliarden Euro. Deutschland investierte im Jahr 2016 knapp 26 Millionen Euro.

Insgesamt exportierte der Kosovo im Jahr 2016 Waren im Wert von gut 300 Millionen Euro, dem standen Importe von 2,79 Milliarden Euro entgegen. Deutsche Waren führte das Land im Wert von 184 Millionen Euro ein, damit ist Deutschland der zweitwichtigste Lieferant nach Serbien. Im Kosovo sollen nach Angaben der Steuerbehörde (TAK) 46.032 Unternehmen im Land aktiv sein. Davon sind 95 Prozent Kleinstunternehmen mit weniger als 10 Mitarbeitern und 4,2 Prozent kleine Unternehmen mit 10 bis 49 Mitarbeitern.

Der Bereich erneuerbare Energie spielt bislang keine große Rolle, obwohl nach Angaben von gtai durchaus nennenswertes Potenzial vorhanden ist. Die derzeitige Energieversorgung gilt als unzureichend.

Potenziale bestehen darüber hinaus im Tourismus und im IT-Bereich. Der Industriesektor gilt als unterentwickelt, was zu einer massiven Exportschwäche und entsprechend hohem Außenhandelsdefizit führt.

Im Doing-Business-Report 2019 der Weltbank belegt das Land Platz 44 (Stand: Oktober 2018), Details hierzu finden Sie in dem Bericht.  Auf Platz 93 liegt das Land beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International (Stand: Januar 2019). Für Hermes-Bürgschaften gilt die Kategorie 7. 

Die Republik ist Teil des CEFTA-Abkommens (Central European Free Trade Agreement), einem Freihandelsabkommen zwischen mehreren Balkanstaaten und der Republik Moldau zum Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen.

Der Euro ist seit dem 1. Januar 2002 unilateral als Fremdwährung übernommen worden, d. h. es besteht somit kein Währungsrisiko. Die Republik ist jedoch nicht an der Europäischen Währungsunion beteiligt.

Der Körperschaftsteuer-Satz beträgt 10 Prozent bei einem Jahreseinkommen von mehr als 50.000 Euro. Für ein Jahreseinkommen darunter können die Betroffenen zwischen verschiedenen Regelungen wählen wie: Ein Satz von 3 Prozent auf das Quartals-Brutto-Einkommen aus Handel, Transport, Agrar oder ähnlichen Bereichen, aber nicht weniger als 37,50 Euro pro Quartal. Ein Satz von 9 Prozent auf das Quartalsbruttoeinkommen aus Dienstleistungen, aber nicht weniger als 37,50 Euro pro Quartal.

Seit 1. September 2015 beträgt der allgemeine Satz bei der Mehrwertsteuer 18 Prozent, daneben gibt es einen ermäßigten Satz von 8 Prozent für Grundnahrungsmittel, Schulbücher und Dienstleistungen wie Wasser- und Stromversorgung. Steuerpflichtig sind Jahresumsätze ab 30.000 Euro.

Zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und vom Vermögen gilt weiterhin das Gesetz vom 26. März 1987 zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sozialistischen Föderativen Repbulik Jugoslawien. Zu finden ist dies beim Bundesfinanzministerium über ->Themen ->Steuern ->Internationales Steuerrecht ->Staatenbezogene Informationen.

Die Republik Kosovo möchte der EU beitreten, sie ist aber noch nicht von allen EU-Ländern anerkannt.

Die EU hat Ende Oktober 2015 ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen mit dem Kosovo unterzeichnet, es ist seit April 2016 in Kraft. Das Abkommen vertieft die politischen und wirtschaftlichen Beziehungen, es dient ferner der Vorbereitung für einen möglichen späteren EU-Beitritt. Ziel des Abkommens ist ferner die Schaffung einer bilateralen Freihandelszone innerhalb von höchstens 10 Jahren. Die EU hat ihren Markt für Produkte aus dem Kosovo geöffnet. Das Kosovo hat längere Übergangsfristen vorgesehen. Zum schrittweisen Abbau von Beschränkungen im Warenverkehr hat gtai Informationen zusammengefasst.

Auf seinem Weg zu einer größeren europäischen Integration ist das Land durch die EULEX-Mission unterstützt worden. Die aktuelle Mission endet am 14. Juni 2020.

Die Republik erhält finanzielle Unterstützung im Rahmen des Instruments für Heranführungshilfe (Instrument for Pre-Accession Assistance, IPA). Für die Periode 2014 bis 2020 sind dies 645,5 Millionen Euro. 

Das EU-Verbindungsbüro hat eine eigene Website auf der es Informationen zum Verhältnis zwischen dem Kosovo und der EU veröffentlicht. 

Seit 1. August 2017 ist das Rahmenabkommen zwischen der EU und dem Kosovo über allgemeine Grundsätze für die Teilnahme des Kosovo an EU-Programmen in Kraft.

Anfang Juni 2018 haben der kosovarische Bildungsminister, der kosovarische Kulturminister und der EU-Kommissar für Kultur das Übereinkommen unterzeichnet, mit dem der Kosovo an dem Erasmus+ und dem europäischen Kreativprogramm teilnimmt.

Die EU-Kommission veröffentlicht regelmäßig Berichte zum Erweiterungsprozess im Kosovo.

Das Gesetz über ausländische Investitionen sichert in- und ausländischen Investoren gleiche Rechte zu.

In Wien hat sich eine non-profit Wirtschaftsinitiative für den Kosovo gegründet, die auch verschiedenste Informationen z.B. über kleine und mittlere Unternehmen im Kosovo publiziert.

Beim kosovarischen Handels- und Industrieministerium ist die Kosovo Investment and Enterprise Support Agency (KIESA) angesiedelt. Unternehmen/Investoren können sie als erste Anlaufstelle kontaktieren, sie erhalten dort kostenlos Auskunft zu Fragen im Zusammenhang mit Investitionen, Unternehmensgründung, Importbestimmungen und gesetzliche Regelungen über die Einstellung von Mitarbeitern.

Nach Angaben der Agentur gewährt der Staat keine finanziellen Anreize für ausländische Direktinvestitionen. Das Arbeits- und Sozialministerium bietet aber verschiedene Programme an, die Trainings beinhalten. Ferner gibt es unter bestimmten Umständen Zuschüsse zu Gehaltszahlungen.

Kosovo Investment and Enterprise Support Agency (KIESA)
Muharrem Fejza str. n.n.
Lagja Spitalit,
10000 Prishtine - REPUBLIK OF KOSOVO
Tel:  +381 (0) 38 200 36542
E-Mail: info.kiesa@rks-gov.net, Internet: https://kiesa.rks-gov.net/

Die Agentur publiziert beispielsweise die Broschüre "Investing in Kosovo"

In dieser Broschüre werden zum Beispiel die möglichen Unternehmensformen erläutert. Die Registrierung erfolgt beim Ministerium für Handel und Industrie in der Registrierungseinheit.

Ferner findet sich auf der Internetseite von KIESA beispielsweise eine Rubrik, die sich mit den Wirtschaftszonen des Landes befasst.

Seit Mitte April 2012 gibt es die Kosovarisch-Deutsche Wirtschaftsvereinigung in Prishtina, die sich die Förderung der bilateralen Wirtschaftsbeziehungen zwischen Deutschland und dem Kosovo zum Ziel gesetzt hat. Gegründet wurde sie mit Unterstützung der Deutschen Botschaft Prishtina, der Wirtschaftskammer Kosovo sowie 39 kosovarischen Firmen.

Kosovarisch-Deutsche Wirtschaftsvereinigung
Oda Ekonomike Gjermano-Kosovare
Zona Industriale, Rr. Ali Hadri, p.n. Capital Gate, Kati 5 12000 Fushë Kosovë - REPUBLIK OF KOSOVO
Tel.: +381 38 600 880
E-Mail: info@oegjk.org, Internet: https://www.oegjk.org/de/ 

Der Förderung der Privatwirtschaft in Reformländern dient die zur KfW gehörende Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft mbH (DEG). 

Die Botschaft der Republik Kosovo
Wallstraße 65, 10179 Berlin
Tel.: 0 30 / 240 47 69-0
Fax: 0 30 / 240 47 69-0
E-Mail: embassy.germany@rks-gov.net,
Internet: http://www.ambasada-ks.net/de/?page=4,1

Deutsch-Kosovarische Wirtschaftsgesellschaft
Uhlandstr. 175, 10719 Berlin
Telefon: +49-30 88 77 429 600
Telefax: +49-30 88 77 429 555
E-Mail: info@dkwg.de, Internet: http://dkwg.de

Deutsche Botschaft Pristina
Azem Jashanica 17, Dragodan II, 10000 Pristina - KOSOVO
Tel.: +381 38 2545-00
E-Mail: info@pris.diplo.de
Internet: https://pristina.diplo.de

Handelskammer des Kosovo
Kosova Chamber of Commerce
Oda Ekonomike e Kosoves
Street Nene Tereza No. 20
10000 Pristina - REPUBLIK OF KOSOVO
Tel.: +381 38 224 299
E-Mail: info@oek-kcc.org
Internet: http://www.oek-kcc.org 

Registrierungsagentur
Business Registration Agency
St. Muharrem Fejza
Lagjja e Spitalit
10000 Prishtina - REPUBLIK OF KOSOVO
Tel.: +381 38 512 791
E-Mail: infoarbk@rks-gov.net
Internet: https://arbk.rks-gov.net/page.aspx?id=2,1

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Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Stand der Informationen: Mai 2018. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/irland-luxemburg/kosovo.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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