Österreich: Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Alpenrepublik bietet Sicherheit und Prämien

In der Coronakrise hat sich die österreichische Wirtschaft durchaus gut geschlagen, so die Einschätzung des Nationalbankpräsidenten. Coronabedingt erwartet das Wifo einen Rückgang von 6,6 Prozent im Jahr 2020. Für 2021 rechnen sie mit einem Wachstum von 2,3 Prozent. 

Aktuelles und Perspektiven

Österreich-Wirtschaft-Nähe

Aktuelle Informationen zu Corona in Österreich, die für Unternehmen interessant sind, haben u.a. die AHK des Landes, die Wirtschaftskammer Österreich sowie die Förderagentur zusammengestellt. Ferner gibt es ein Österreich-Navigator-Webinar des DIHK. Weitere Ansprechpartner finden Sie in diesem Länderinfo.

 

Deutschland dominiert bei der Auslandsverflechtung Österreichs: Im Jahr 2019 entfielen 35 Prozent der Gesamteinfuhr auf Deutschland. Mit diesem Wert ist Deutschland weit führend vor dem nächsten Land Italien. Hauptabnehmerland ist ebenfalls Deutschland mit einem Anteil von gut 29 Prozent. Punkten kann die Alpenrepublik vor allem mit ihrer Nähe zu den Märkten Südost- und Mitteleuropas sowie ihrer Rechtssicherheit und Stabilität. Das Land selbst vermarktet sich als "Forschungsplatz Österreich" mit dem Ziel Unternehmen anzusiedeln, die qualitative, nachhaltige Arbeitsplätze mit Zukunftsperspektiven schaffen. Um weitere Anreize zu setzen, hat das Land seine Forschungsprämie erhöht. Chancen ergeben sich für Unternehmen auch durch die steigende Gesamtbevölkerung, die sich positiv auf den privaten Konsum auswirkt und auch die Investitionstätigkeit anregt.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in Österreich, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

Österreich-Wirtschaft-Osteuropa-Technik

Deutschland ist der wichtigste ausländische Investor in Österreich. Im Jahr 2019 belief sich der Gesamtbestand ausländischer Direktinvestitionen auf knapp 206.000 Millionen US-Dollar. Der Anteil der deutschen Direktinvestitionen hieran betrug fast 30 Prozent.

Der österreichische Markt umfasst eine Fläche von fast 84.000 Quadratkilometern und neun Millionen Einwohnern mit einem BIP pro Kopf von fast 45.000 Euro im Jahr 2019. Der Anteil der Industrie am BIP ist im internationalen Vergleich relativ hoch (fast 29 Prozent), geprägt ist dieser Anteil vor allem durch einen hochentwickelten Maschinenbau. Informationen zu verschiedenen Branchen bietet die Förderagentur des Landes. Ferner gibt es Broschüren über die verschiedenen Branchen

Aufgrund der Nähe zu den Märkten Ost- und Südosteuropas haben viele Firmen ihr Osteuropa-Hauptquartier in Österreich errichtet (2018: knapp 380, davon 134 aus Deutschland). Im Zentrum Europas liegend grenzt das Land an acht Staaten. Dies sind neben Deutschland die Tschechische Republik, die Slowakei, Ungarn, Slowenien, Italien, Liechtenstein und die Schweiz.

Gute Chancen für deutsche Unternehmen sieht gtai im Bereich Umwelttechnik: So genießen erneuerbare Energien besondere Aufmerksamkeit, ebenso wie die Energieeffizienz. Bis zum Jahr 2030 soll Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien erzeugt werden. Bislang sind es 60 Prozent. Überwiegend resultiert dies aus Wasserkraft. Auch die Windenergie hat einen großen Anteil. Zunehmend werden aber auch Biomasse und Geothermie genutzt. Entsprechend bieten sich Geschäftschancen beim Neu- bzw. Ausbau von solchen Anlagen. Darüber hinaus bestehen Chancen bei Maßnahmen der Fassadendämmung oder beim Einbau neuer Heizungen. Öffentliche Förderung in vielen Segmenten steigert darüber hinaus die Nachfrage. Seit Anfang 2020 sind erstmals die Grünen in der Regierung. Ziel der neuen Regierungskoalition ist jetzt die Klimaneutralität bis zum Jahr 2040 zu erreichen.

Für Hermes-Bürgschaften erfolgt für Österreich die Entgeltberechnung auf der Basis eines Markttests. Es gibt keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie.  Befristet bis 31. Dezember 2021 können Exportgeschäfte zu  kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) abgesichert werden. 

Die SWIFT- und SEPA-Überweisungen stellen eine gebräuchliche Zahlungsweise im internationalen Geschäftsverkehr dar. Wechsel und Scheck werden eher selten eingesetzt. Mehr Infos hierzu sowie zum Forderungseinzug und zur Risikoeinschätzung bietet Coface. Laut gtai ist die Zahlungsmoral in Österreich vorbildlich.

Informationen darüber, wie deutsche Unternehmen in Österreich online verkaufen können, hat die IHK Essen gemeinsam mit der AHK Österreich zusammengestellt.

Die Streikrate in Österreich ist sehr niedrig, da Arbeitgeber und -nehmervertreter im Rahmen einer Sozialpartnerschaft zusammenwirken, um konfliktfrei einen Interessenausgleich herbeizuführen.

Der Eigentumsvorbehalt ist in Österreich gesetzlich nicht geregelt, von Lehre und Rechtsprechung jedoch anerkannt. Um wirksam zu sein, muss er vor oder bei der Übergabe der Ware vertraglich vereinbart sein.

  • Im Doing-Business-Report 2020 der Weltbank belegt Österreich Platz 27 (Stand: Oktober 2019), Details dazu stehen in dem Bericht.
  • Platz 15 hat Österreich beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International inne (Stand: Januar 2021).
  • Zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in Österreich hat die EU-Kommission erstmals einen Bericht veröffentlicht (Stand: September 2020).
  • Den 21. Platz hat Österreich im Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums inne (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Österreich Platz 22 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist Österreich auf Platz 19 zu finden (Stand: Nov. 2020). Das Land muss aus der Ranking-Liste ausgewählt werden. Zu den einzelnen Komponenten gibt es Informationen.
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Österreich auf Platz 13 (Stand: Juni 2020). 
Österreich-Investition-Gewerbe

Prinzipiell dürfen Ausländer in Österreich Unternehmen erwerben oder gründen, zu beachten sind allerdings die Bestimmungen des Gewerberechts. Erste Informationen über Unternehmensgründungen und das Gewerberecht in Österreich bietet die Austrian Business Agency (ABA). 

Beispielsweise erfordern reglementierte Gewerbe wie zum Beispiel Dachdecker, Kälte- und Klimatechnik, einen Befähigungsnachweis, der durch eine Dokumentation über eine einschlägige Ausbildung, eine Berufsqualifikation und eine Tätigkeit in einem EWR-Land erbracht wird. Freie Gewerbe benötigen diesen Nachweis nicht, aber es kann eine Registrierungspflicht bestehen. Eine Übersicht über reglementierte Gewerbe und freie Gewerbe bietet das Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort.

Eine Gewerbesteuer gibt es in Österreich nicht.

Spätestens drei Tage nach der Einreise müssen sich alle Personen, die in Österreich Wohnsitz nehmen, polizeilich anmelden beim Gemeindeamt oder Magistrat. Ferner müssen seit dem 1. Januar 2006 alle EWR-Bürger, wenn sie sich länger als drei Monate in Österreich aufhalten wollen, spätestens bis zum Ablauf von drei Monaten, eine Anmeldebescheinigung beantragen. Diese wird ausgestellt, wenn der Antragsteller in Österreich Arbeitnehmer oder Selbstständiger ist oder über ausreichende Existenzmittel sowie über eine ausreichende Krankenversicherung für sich und seine Familienangehörigen verfügt. 

Informationen darüber, was alles zu beachten ist, wenn Sie in Österreich Dienstleistungen erbringen möchten, können bei der AHK des Landes kostenpflichtig bestellt werden.

Das österreichische Gesellschaftsrecht unterscheidet zwischen Kapital- und Personengesellschaften sowie Einzelunternehmen.

Beim Einzelunternehmen gründet eine natürliche Person ein Unternehmen und betreibt dies als Alleininhaber unter voller persönlicher Haftung. Es gibt kein Mindestkapital.

Österreich-Unternehmen-Recht

AG: Aktiengesellschaft (AG),
Das Mindestgrundkapital beträgt 70.000 EUR, dies muss bei Gesellschaftsgründung mindestens zu einem Viertel geleistet werden, wenn das Kapital als Bareinlage eingebracht wird. Sacheinlagen müssen dagegen sofort in vollem Umfang bewirkt werden. Ferner muss dann eine Gründungsprüfung durch einen vom Gericht bestellten Gründungsprüfer vorgenommen werden. Eine Ein-Personen-AG ist möglich. Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt.

GmbH: Gesellschaft mit beschränkter Haftung
Eine Ein-Mann-GmbH ist möglich. Erforderlich ist ein notariell beurkundeter Gesellschaftsvertrag. Das Mindeststammkapital beträgt seit dem 1. März 2014 wieder 35.000 Euro. Zur Gründung sind mindestens 50 Prozent, also 17.500 Euro in bar einzuzahlen. Die Stammeinlage jedes Gesellschafters muss mindestens 70 Euro betragen. Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt. Diese Gesellschaftsform kommt neben dem Einzelunternehmen am häufigsten vor.

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch nach dem 1. März 2014 eine GmbH mit einem Stammkapital von 10.000 Euro gegründet werden, diese wird als gründungsprivilegierte GmbH bezeichnet. Mindestens 5.000 Euro sind dann in bar einzuzahlen. Die Gründungsprivilegierung endet in der Regel nach zehn Jahren. Welche Vorschriften bei der Gründung einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung zu beachten sind, bietet die Förderagentur des Landes.

Es gibt die Möglichkeit einer vereinfachten Gründung. Voraussetzung ist, dass die GmbH als einzigen Gesellschafter eine natürliche Person hat, die zugleich einziger Geschäftsführer ist. In diesem Fall ist der Notariatsakt nicht erforderlich. Die Gründung muss in elektronischer Form erfolgen und die Kreditinstitute, bei denen das Konto des künftigen Gesellschafters und Geschäftsführers geführt wird, müssen bestimmte Leistungen erbringen. Mehr Informationen dazu finden Sie im GmbH-Gesetz in Paragraph 9a.

OG: Offene Gesellschaft
Sie ist eine Personengesellschaft, die aus mindestens zwei Gründern besteht. Jeder Gesellschafter haftet persönlich, unbeschränkt, unmittelbar und solidarisch. Die Gesellschaft kann ohne Kapital gegründet werden und entsteht mit ihrer Eintragung in das Firmenbuch.

KG: Kommanditgesellschaft
Sie zählt ebenfalls zu den Personengesellschaften. Die Gesellschaft muss aus wenigstens einem Komplementär und einem Kommanditisten bestehen. Der Komplementär haftet unbeschränkt, der Kommanditist nur mit seiner Einlage.

 

Ausländische Unternehmen können entweder rechtlich selbstständige Tochtergesellschaften in den o.g. Gesellschaftsformen gründen oder Zweigniederlassungen in Österreich etablieren. Vorteil der Zweigniederlassung ist die einfachere und kostengünstigere Errichtung. Im Gegensatz zum Tochterunternehmen besitzt die Zweigniederlassung aber keine eigene Rechtspersönlichkeit. Alle Geschäftsverbindlichkeiten erfolgen daher unter dem ausländischen Unternehmen.

Ein Repräsentationsbüro darf lediglich Informationen über das ausländische Unternehmen zur Verfügung stellen. Es besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit, es wird nicht im Firmenbuch registriert.

Einen Überblick über die Rechtsformen sowie Checklisten für die Gründung bietet die Agentur Invest in Austria.

Österreich-Register-Unternehmen

Sämtliche Personen- und Kapitalgesellschaften sind im Firmenbuch des zuständigen Handels- oder Landesgerichts einzutragen.

Ausländische Rechtsträger sind ebenfalls einzutragen, wenn sie eine Zweigniederlassung in Österreich unterhalten. 

Einzelunternehmen sind ab Überschreiten eines Umsatzes von 1.000.000 Euro/Jahr oder von mehr als 700.000 Euro/Jahr in zwei aufeinanderfolgenden Geschäftsjahren  eintragungspflichtig.  Sie können sich jedoch bei Unterschreiten freiwillig eintragen lassen, so der Gründerservice.

Das österreichische Firmenbuch entspricht dem deutschen Handelsregister. 

Eine Abfrage des Firmenbuchs ist möglich, aber kostenpflichtig. 

Auch eine eGründung ist möglich. 

Eine digitale Signatur kann bei verschiedenen Registrierungsstellen aktiviert werden.

Personen, die Beteiligungen von mehr als 25 Prozent halten sind in das Wirtschaftliche Eigentümer Register einzutragen.

Die Gewinne von Kapitalgesellschaften unterliegen dem Körperschaftsteuersatz von 25 Prozent.

In Verlustjahren ist eine Mindestkörperschaftsteuer zu entrichten. Danach haben Aktiengesellschaften eine Mindeststeuer von 3.500 Euro pro Jahr und Gesellschaften mit beschränkter Haftung von 1.750 Euro pro Jahr zu zahlen. 

Österreich-Unternehmen-Steuer

Diese Mindeststeuer wird in Folgejahren mit der Körperschaftsteuerschuld verrechnet. Für neu gegründete GmbHs beträgt die Mindeststeuer in den ersten fünf Jahren 500 Euro und in den folgenden fünf Jahren 1.000 Euro.

In Österreich gibt es keine Gewerbesteuer.

Zu den steuerlichen Aspekten von Investitionen in Österreich hat die Investitionsförderagentur Informationen veröffentlicht.

Österreich-Geschäft-Mehrwertsteuer

Grundsätzlich beträgt der Steuersatz 20 Prozent, ein ermäßigter Satz von zehn Prozent gilt z.B. für Nahrungsmittel, Bücher etc. Ein Satz von 13 Prozent gilt z. B. für kulturelle Dienstleistungen, Tierfutter. Detaillierte Informationen zu ermäßigten Sätzen von zehn oder 13 Prozent bietet die Wirtschaftskammer Österreich. 

Amtliche Informationen rund um die Mehrwertsteuer und ihre Anwendung bietet das Bundesministerium Finanzen.

Kleinunternehmen (seit 1. Januar 2020 liegt die Grenze bei 35.000 Euro Umsatz, zuvor 30.000 Euro) können wählen, ob sie von der Umsatzsteuerverrechnung und dem Vorsteuerabzug befreit sein möchten. Erläuterungen der Kleinunternehmerregel bietet das Bundesministerium Finanzen.

Der Text des derzeit gültigen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) zwischen Deutschland und Österreich ist beim Bundesfinanzministerium zu finden unter -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

Österreich-Geschäft-Grenze
Österreich-Euro

Der Zahlungsverkehr ist voll liberalisiert. Meldevorschriften bestehen für statistische oder steuerliche Zwecke. Dies gilt zum Beispiel für Kapitalinvestitionen in die Gründung oder den Kauf eines Unternehmens oder auch für den Liegenschaftserwerb. 

Investoren müssen innerhalb eines Monats nach dem Geldfluss nach Österreich der dortigen Nationalbank Meldung erstatten.

Darüber hinaus gibt es Regelungen zur Bekämpfung der Geldwäsche. Mehr Infos hierzu bietet die Österreichische Finanzmarktaufsicht.

Seit dem 3. Juni 2021 gelten innerhalb der EU neue Regeln zur Bargeldkontrolle.

Am Bau sind Geschäftspartner mittlerweile verpflichtet, Bauleistungen, die 500 Euro übersteigen, per Überweisung abzurechnen.

Wesentliche materiell- und verfahrensrechtliche Vorschriften beim Immobilienerwerb sind bundeseinheitlich geregelt. Je nachdem, in welchem Bundesland sich die Immobilie befindet, bedarf der Erwerb der Immobilie unter Umständen einer Genehmigung nach dem einschlägigen Grundverkehrsgesetz des betreffenden Bundeslandes.

Österreich-Erwerb-Immobilien

Mehr Informationen zum Grunderwerb finden sich auf der behördenübergreifenden Internetplattform.  Dort finden Sie auch Informationen zum Grundbuch.

Der Kauf eines Grundstücks unterliegt grundsätzlich einer Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent des Kaufpreises. Für die Eintragung ins Grundbuch fallen zusätzlich 1,1 Prozent derselben Bemessungsgrundlage an. 

Österreich-Steuern-Vergünstigungen

Es gibt keine besonderen Steueranreize für ausländische Investoren.

Zu Steuerbegünstigungen für Neugründungen finden Sie Informantionen beim offiziellen Unternehmensservice-Portal. 

Seit dem 1. Januar 2018 können Unternehmen, unabhängig von ihrer Größe, für eigenbetriebliche Forschung und Auftragsforschung eine so genannte Forschungsprämie in Höhe von 14 Prozent der qualifizierenden Ausgaben in Anspruch nehmen. Die Bemessungsgrundlage für eigenbetriebliche Forschung unterliegt keiner betraglichen Begrenzung. Anders ist dies bei der Auftragsforschung. Hier können Aufwendungen maximal bis zu einer Höhe von einer Million Euro pro Wirtschaftsjahr geltend gemacht werden. Darüber hinaus müssen bestimmte Bedingungen bei der Auftragsforschung erfüllt sein, wie z. B., dass ein inländischer Betrieb die Forschung in Auftrag geben muss. Für die Geltendmachung der Prämie bei eigenbetrieblicher Forschung ist die Einholung eines Gutachtens der Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) erforderlich.

 

Kleinunternehmen (seit 1. Januar 2020 liegt die Grenze bei 35.000 Euro Umsatz, zuvor 30.000 Euro) können wählen, ob sie von der Umsatzsteuerverrechnung und dem Vorsteuerabzug befreit sein möchten. Erläuterungen der Kleinunternehmerregel bietet das Bundesministerium Finanzen.

Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft abzufedern, hat die EU die Aufbau- und Resilienzfazilität mit einem Volumen von 672,5 Milliarden Euro aufgelegt, davon 312,5 Milliarden Euro an Zuschüssen. Hiervon hat Österreich 4,5 Milliarden an Zuschüssen beantragt. Schwerpunkt des österreichischen Aufbau- und Resilienzplan 2020 bis 2026 ist die Realisierung eines nachhaltigen, digitalen, wissensbasierten und gerechten Aufbaus. Die EU-Kommission hat ein positives Votum für den Plan abgegeben.

Österreich-Unternehmen-Förderung

Wenn Österreich für diesen Plan grünes Licht vom Europarat bekommt, könnten 13 Prozent der beantragten Mittel als Vorfinanzierung ausbezahlt werden.

Neben den o. g. Geldern aus dem EU-Aufbauplan wird Österreich Mittel aus den EU-Strukturfonds aus dem EU-Haushalt 2021 bis 2027 erhalten. Für den Einsatz der EU-Mittel in den Mitgliedstaaten, muss die EU erst jeweils die Operationellen Programme der Länder genehmigen. Dies wird im Lauf des Jahres 2021 erfolgen. 

In der Förderperiode 2014 bis 2020 hatte die EU-Kommission die Richtlinien für die Gewährung staatlicher Beihilfen zur Förderung der regionalen Entwicklung im Mai 2014 genehmigt, mit folgender   Fördergebietskarte

Mitte Oktober 2014 hatten die EU-Kommission und Österreich das Partnerschaftsabkommen für die Förderperiode 2014 bis 2020 unterzeichnet. Die Vereinbarungen aus dem Partnerschaftsabkommen fanden ihren Niederschlag in folgenden Operationellen Programmen

Die maximale Förderhöhe für Vorhaben in Österreich wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an österreichische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

Österreich bietet ausländischen Investoren ein breites Förderangebot: Förderungen für Klein- und Mittelbetriebe, für Forschung und Entwicklung, für Unternehmensgründungen oder für Investitionen und Technologie. Weitere Informationen dazu bietet die Wirtschaftskammer Österreich im Bereich Advantage Austria.

Zielführend ist für Investoren eine Recherche nach Fördermöglichkeiten bezogen auf ihr konkretes Projekt, eine Branche oder einen konkreten Standort. Hilfestellung dabei gibt die Austrian Business Agency (ABA), die erste Anlaufstelle für ausländische Investoren. 

Die Förderungspalette reicht von Barzuschüssen über Zinszuschüsse hin zur Übernahme von Garantien.

Eine Option für die Recherche nach Förderungen für Forschung und Technologie ist der Förderkompass des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie.

Anbieter von Forschungsförderung ist die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft.

Die Tourismus Bank bietet Förderungen und Finanzierungen speziell für die Tourismusbranche.

Umweltförderungen u.a. für Unternehmen und Kommunen bietet die Kommunalkredit Public Consulting GmbH. Mit Hilfe von Investitionszuschüssen soll ein Anreiz zur Umsetzung von Umwelt- und Klimaschutzprojekten geboten werden.

Informationen zu Filmförderungen finden Sie bei der nationalen Filmkommission.

- Regionalförderung

Neben dem Bund bieten einzelne Bundesländer Förderungen an. Informationen und Anträge zur verfügbaren Wirtschaftsförderung in den Regionen, siehe unter:

• Burgenland: https://www.burgenland.at/foerderungen/
• Kärnten: https://kwf.at/foerderung/
• Niederösterreich: https://www.ecoplus.at/
• Oberösterreich: https://www.land-oberoesterreich.gv.at/foerderungen.htm, auch https://www.biz-up.at/
• Salzburg: https://www.salzburg.gv.at/themen/wirtschaft/wirtschaftsfoerderung
• Steiermark: https://www.sfg.at/foerderungen/
• Tirol: https://www.tirol.gv.at/arbeit-wirtschaft/wirtschaftsfoerderung/
• Vorarlberg:  https://vorarlberg.at/web/land-vorarlberg/contentdetailseite/-/asset_publisher/qA6AJ38txu0k/content/wirtschaftsfoerderungen-des-landes-vorarlberg?article_id=156006
• Wien: https://www.wien.gv.at/wirtschaft/finanzierung/index.html

- Mittelstandsförderung

Um Konjunktur, Beschäftigung und Innovation anzuregen, hat die Regierung mehrere Initiativen ergriffen.

Dazu gehört zum Beispiel das Neugründungsförderungsgesetz. Durch Anwendung dieses Gesetzes können neu gegründete Unternehmen Kosten sparen. Mehr Infos dazu bietet das Unternehmensservice-Portal.

Die Förderbank des Bundes ist die Austria Wirtschaftsservice GmbH (AWS). Sie bietet, oft in Zusammenarbeit mit den österreichischen Hausbanken, verschiedene Finanzierungsunterstützungen an. Dazu gehören Darlehen, Garantien für Fremdkapital, Haftungsübernahmen und begleitende Beratung z.B. für Investitionen, Gründungen oder Innovationsvorhaben. Die Kontaktdaten der AWS lauten:

Austria Wirtschaftsservice Gesellschaft mbH
Walcherstraße 11A, 1020 Wien, ÖSTERREICH
Tel.: +43 1 501 75-0
Fax: +43 1 501 75-900
E-Mail: 24h-auskunft@aws.at, Internet: https://www.aws.at/

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Österreich mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe in Deutschland kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des österreichischen Enterprise Europe Network sind in sieben Städten zu finden.

Die Austrian Business Agency (ABA) als Beratungsunternehmen der Republik Österreich bietet internationalen Investoren einen umfassenden unbürokratischen und kostenlosen Service. Sie berät zu zahlreichen Themen - von Förderungen über Marktchancen bis hin zum Steuerrecht.

ABA - Invest in Austria
Opernring 3, 1010 Wien, ÖSTERREICH
Tel.: +43 1 588 58 0
Fax: +43 1 586 86 59
E-Mail: office@aba.gv.at, Internet: https://investinaustria.at/de/

Deutsche Handelskammer in Österreich
Schwarzenbergplatz 5 Top 3/1, 1030 Wien, ÖSTERREICH
Tel.: +43 1 545 14 17 0
E-Mail: office@dhk.at, Internet: https://oesterreich.ahk.de

Österreichische Botschaft
Stauffenbergstraße 1, 10785 Berlin
Tel.: 0 30 202 87-0
Fax: 030 229 05 69
E-Mail: berlin-ob@bmeia.gv.at, Internet: https://www.bmeia.gv.at/oeb-berlin/

Weitere österreichische Stellen in Deutschland
https://www.bmeia.gv.at/fileadmin/user_upload/oracle/oe_vertretungen_de.pdf -> Deutschland auswählen

Einen kurzen allgemeinen Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und Österreich bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos.

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Österreich zur Verfügung. 

Einen Leitfaden für Exporte nach Österreich erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Öffentliche Ausschreibungen aus Österreich, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie bei Ted (Tenders Electronic Daily).

Informationen zum Einsatz von Handelsagenten bietet die Wirtschaftskammer Österreich.

Um Geschäftspartner in Österreich zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile österreichischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter. Zu erreichen sind wir via E-Mail europaservice@dsgv.de oder Telefon 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in Österreich. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Österreich erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Über das Internationale Netzwerk kann ihre Sparkasse - ggf. mit Unterstützung des EuropaService - für die Finanzierung konkreter Investitionsvorhaben den Kontakt zu Partnerbanken in Österreich herstellen. Die Partnerbanken unterstützen rund um Finanzfragen, insbesondere auch bei einer möglichen Beantragung von Fördermitteln und helfen bei der Antragstellung und Abwicklung. Die Kontaktpersonen vor Ort sprechen Deutsch.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für Österreich fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand Mai 2021. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/malta-russland/oesterreich.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


030 20225 5796


030 20225 5799

Höflichkeit ist Trumpf

Man spricht zwar die gleiche Sprache, dennoch gibt es Unterschiede im Geschäftsgebaren. Darüber informiert Thomas Gindele, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Handelskammer in Österreich.