
Albanien ist noch kein EU-Mitglied.
Die albanische Währung heißt Lek (ALL). Den aktuellen Wechselkurs findet Sie bei der Albanischen Zentralbank.
Das Land hat Grenzen mit Montenegro und dem Kosovo, Nordmazedonien und Griechenland.
Die Steuersätze sind gemäßigt und es gibt Vergünstigungen.
Es gibt ein Doppelbesteuerungsabkommen.
Im Korruptionsindex liegt Albanien auf Platz 80.
Als Geschäftssprachen gelten Albanisch, Italienisch, Englisch und Deutsch, so DAIH.

Aktuelles und Perspektiven
- Die Regierung setzt den Schwerpunkt auf Konjunktur- und Beschäftigungsförderung sowie auf Anreize für internationale Investoren. Entsprechend zielt die Energie-, Industrie- und Handelspolitik auf Marktöffnung und Erhöhung von Transparenz und Rechtsstaatlichkeit.
- Die natürlichen Vorkommen an Öl, Gas, Kupfer, Chrom, Wasser, Sonne und Wind sind umfangreich.
- Als strategische Sektoren gelten: Bergbau und Energie, Transport, IT-Infrastruktur, Abfallwirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei.
- Geringe Steuersätze, eine junge, in den Städten gut fremdsprachlich ausgebildete Bevölkerung (46 Prozent der Bevölkerung ist unter 35 Jahre alt), geringe Lohnkosten sind Pluspunkte Albaniens.
- Insgesamt besteht bei dem EU-Beitrittskandidat ein großer Nachholbedarf, auch aufgrund des Erdbebens Ende 2019.
- In der jüngsten Umfrage der Foreign Investors Association of Albania aus 2023 bewerteten die Unternehmen die Bekämpfung der Kriminalität und Korruption sowie die mangelnde Rechtssicherheit und Transparenz öffentlicher Aufträge als ernste Probleme für ihr Geschäft.
Steckbrief Albaniens Wirtschaft
- Das Bruttoinlandsprodukt für das Jahr 2024 wird von gtai mit gut 27 Milliarden US-Dollar angegeben.
- In dem Land von der Größe Belgiens leben etwa 2,8 Millionen Einwohner, mit einem großen Anteil junger Menschen.
- Die Wirtschaftsaktivitäten sind regional sehr ungleich verteilt. Ein Großteil des Bruttoinlandsprodukts wird in der Küstenregion erwirtschaftet, insbesondere im Großraum Tirana – Durres. Die Küste Albaniens erstreckt sich über 362 Kilometer. Der überwiegende Teil des Landes ist gebirgig.
- Die Dienstleistungen machen mittlerweile einen Anteil von fast 50 Prozent am BIP aus, die Land- und Forstwirtschaft 19 Prozent. Industrie und Bau kommen auf rund 20 Prozent, so die nationale Entwicklungsagentur AIDA.
- Albaniens Außenhandel ist auf die EU ausgerichtet, wichtigster Handelspartner ist Italien. Bei den Hauptlieferländern hat Deutschland im Jahr 2024 einen Anteil von 7,2 Prozent und liegt damit auf Platz 5. Bei den Hauptabnehmerländern liegt der Anteil bei 5,9 Prozent, was den 4. Platz bedeutet.
- Die deutschen Direktinvestitionen in Albanien beliefen sich im Jahr 2023 nach Angaben von gtai auf 146 Millionen Euro.
- Der Mindestlohn wurde für 2025 auf 2,28 Euro/Stunde festgelegt.
- Für Hermes-Bürgschaften gilt für Albanien die Kategorie vier.
- Informationen zur Risikoeinschätzung finden Sie bei Coface.
Bedeutende Branchen in Albanien
Unternehmensformen in Albanien
- AG: Joint stock company (Shoqeri aksionere, SHA): Bei einer Aktiengesellschaft wird unterschieden zwischen einer geschlossenen SHA: Mindestgrundkapital 3,5 Millionen Albanische Lek (ALL) (etwa 26.000 Euro) und einer offenen SHA: Mindestgrundkapital 10 Millionen ALL (etwa 74.000 Euro). Die Haftung der Gesellschafter ist auf deren Einlage beschränkt. Die Einlage kann in Form einer Geld- oder Sacheinlage erfolgen. Bei einer Geldeinlage muss ein Viertel des Kapitals vor der Registrierung und bei einer Sacheinlage muss das gesamte Kapital vor der Registrierung eingezahlt werden. Eine nicht-börsennotierte AG kann von einer Person gegründet werden, die börsennotierte dagegen nicht.
- GmbH: Limited Liability Company (Shoqeri me Pergjegjesi te Kufizuar, SHPK): Sie ist die bevorzugte Rechtsform. Eine Ein-Personen-SHPK ist möglich, das Mindeststammkapital beträgt 100 ALL (etwa ein Euro). Die Mindesteinzahlung ist frei im Gesellschaftsvertrag bestimmbar, sie kann in Geld- oder Sachanlage erfolgen. Die Haftung der Gesellschafter ist auf deren Einlage beschränkt.
- OHG: General Partnership (Shoqeri kolektive, SHK): Ein Mindestkapital ist nicht vorgeschrieben, die Gesellschafter haften als Gesamtschuldner persönlich für die Verbindlichkeiten der SHK.
- KG: Limited Partnership (Shoqeri komandite, SHKM): Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich, der Komplementär haftet unbeschränkt, die Haftung des Kommanditisten ist auf seine Einlage beschränkt, dafür kann er nicht an der Geschäftsführung beteiligt werden. Diese Rechtsform kommt sehr selten vor.
- Einzelunternehmen (Tregtari, TR): Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich. Der Einzelunternehmer handelt unter eigenem Namen und haftet unbeschränkt.
- Eine Zweigniederlassung ist eine von der Hauptniederlassung räumlich getrennte Einheit, die ähnliche Geschäfte tätigt wie die Hauptniederlassung.
- Repräsentanzen tätigen dagegen keine Geschäfte, sondern haben repräsentative Aufgaben für das Mutterunternehmen.
Steuerliche Aspekte
Körperschaftsteuer
- Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt 15 Prozent (seit 2014). Dieser Steuersatz gilt für alle Unternehmen, deren zu versteuerndes Einkommen mehr als 14 Millionen ALL beträgt. Für Unternehmen, deren Jahresumsatz unter 14 Millionen ALL liegt, beträgt der Satz seit 1. Januar 2021 null Prozent.
Mehrwertsteuer (Tatimi mbi Vlerene Shutar, TVSH).
- Der Normalsatz beträgt 20 Prozent. Einen Satz von 6 Prozent gibt es im Tourismusbereich. Ebenso für den Verkauf von Büchern sowie für Werbung via audiovisueller Medien und für den öffentlichen Mini-Busverkehr, wenn er auf elektrischer Basis beruht.
- Laut Deloitte sind seit 1. Januar 2021 alle Unternehmen, die mehr als 10 Millionen ALL Umsatz im Jahr erwirtschaften, zur Mehrwertsteueranmeldung verpflichtet. Eine freiwillige Registrierung ist für Unternehmen möglich, deren Jahresumsatz unter zehn Millionen ALL liegt.
Doppelbesteuerungsabkommen
- Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Albanien und Deutschland vom 6. April 2010 ist am 23. Dezember 2011 in Kraft getreten. Der Text des Abkommens (BGBl 2011 II S. 1186) ist eingestellt auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums.
Immobilieneigentum
- Ausländische Unternehmen können Gebäude mieten oder kaufen.
- Der Erwerb von Baugrundstücken durch ausländische Investoren ist möglich, wenn der Wert der Investition mindestens dreimal höher als der Wert von Grund und Boden ist.
- Ausländer können zwar kein Agrarland kaufen, aber sie haben die Möglichkeit, Agrarland für die Dauer von 99 Jahren zu pachten.
- Staatliche Vermögenswerte mit einer Fläche von mehr als 500 Quadratmeter können auf Beschluss des Ministerrats mit Pacht-Verträgen zu einem symbolischen Preis von 1 Euro pro Vertrag an Dritte vergeben werden, wenn das Unternehmen, das den Zuschlag erhält, vorschlägt, in dem erworbenen Eigentum Aktivitäten zu entwickeln, die als strategisch für die Entwicklung des Landes angesehen werden.
- Zur Ansiedlung neuer Geschäftsaktivitäten wurden so genannte Technologie- und Wirtschaftszonen, TEDA (Technology and Economic Development Zone) errichtet. Die Ansiedlung in solchen Zonen bietet verschiedene steuerliche Vorteile (siehe Kapitel Steuervergünstigung).
- Weitere Informationen zum Kauf von Immobilien sind bei der albanischen Entwicklungsagentur zu finden.
Beziehungen zur EU
- Anfang November 2025 hat die EU ihren Fortschrittsbericht über Albanien veröffentlicht, in dem sie die positiven Entwicklungen bei der Reform der Justiz und der Bekämpfung der organisierten Kriminalität und Korruption herausstellt.
- Bereits im Juli 2025 hat die EU-Kommission in ihrem jährlichen Bericht über die Rechtsstaatlichkeit in ihren Mitgliedsländern auch ein Länderkapitel über Rechtsstaatlichkeit in Albanien veröffentlicht.
- Das Land hatte seinen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union im April 2009 gestellt, damit trat das Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen in Kraft. Kern des Abkommens sind handelsrechtliche Vereinbarungen mit dem Ziel einer Freihandelszone. Die EU ist Albaniens Haupthandelspartner.
- Sowohl die Bevölkerung als auch die Regierung wünschen die Mitgliedschaft Albaniens in der EU, so die DAW.
- Albanien wird seitens der EU durch Finanzhilfen seit 2007 im Rahmen des IPA- Programms unterstützt. Schwerpunkte sind Maßnahmen zur Restrukturierung der Wirtschaft und zur Verbesserung des institutionellen Gefüges. Für die Jahre 2025 bis 2027 hat die EU-Kommission eine weitere IPA-Finanzhilfe in Höhe von 100 Millionen Euro beschlossen.
- Anfang Dezember 2021 haben sich fünf Balkan-Staaten mit dem EU-Forschungsprogramm Horizont Europa assoziiert. Albanien hat dies als letzter Westbalkanstaat im Februar 2022 getan. Das Land war bereits mit dem Vorläufer-Programm Horizont 2020 assoziiert.
- Delegation der Europäischen Kommission in Albanien: ABA Business Center, Rr. Papa Gjon Pali II, 17th floor, Tirana – ALBANIEN, Tel: +355 4 222 83 20 oder 223 0871 – 222 8479 – 223 4284, E-Mail: delegation-albania@eeas.europa.eu, Internet: https://eeas.europa.eu/delegations/albania_en
- Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Zum albanischen Enterprise Europe Network gehören fünf Organisationen.
Steuervergünstigungen
- Der Import von Maschinen und Anlagen kann umsatzsteuerbefreit sein.
- Neben Vergünstigungen im Bereich der Mehrwertsteuer, gibt es auch einige im Bereich der Körperschaftsteuer. So gilt für folgende Unternehmen nicht der Körperschaftsteuersatz von 15 Prozent, sondern von 5 Prozent: IKT-/Softwareentwickler, die Automobilindustrie und zertifizierte Agrotourismus- und Landwirtschaftsbetriebe. Und seit 1. Januar 2021 sind kleine Unternehmen mit einem Umsatz unter 14 Millionen ALL von der Körperschaftsteuer befreit.
- Für Vier- und Fünf-Sterne Hotels, denen ein spezieller Status garantiert wird, entfällt für zehn Jahre die Körperschaftsteuerpflicht.
- In der Broschüre "Bring your Business to Albania" hat die Förderagentur des Landes Steueranreize nach Sektoren aufgeführt.
- Bereits im Juli 2007 wurde ein Gesetz zur Errichtung und dem Management von Sonderwirtschaftszonen und Industrieparks installiert. Mittlerweile sind diese zu Technologie- und Wirtschaftszonen, so genannte TEDA (Technology and Economic Development Zone) zusammengefasst worden. Dieser neue Ausdruck soll beide Merkmale der freien Zone und der Industrieparks beinhalten. Bestehende Geschäftsaktivitäten dürfen jedoch nicht in diese Entwicklungszonen umgesiedelt werden. Die Ansiedlung in solchen Zonen bietet folgende steuerliche Vorteile: Für die ersten 5 Jahre müssen die Unternehmen lediglich 50 Prozent ihrer Körperschaftsteuer zahlen und Gebäude in diesen Zonen sind für fünf Jahre von der Zahlung der Immobiliensteuer befreit. Ausgaben für Löhne und Sozialversicherungsbeiträge sind für Unternehmen im ersten Jahr der Ansiedlung in einer TEDA zu 150 Prozent abzugsfähig. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Seite Invest in Albania.
Zollvergünstigungen
- Albanien ist dem Carnet-ATA-Abkommen beigetreten. Seit 25. Februar 2013 können Unternehmen in Deutschland vereinfacht Waren vorübergehend aus dem Zollgebiet der Europäischen Union (EU) ausführen und anschließend wiedereinführen können, z. B. zwecks Beteiligung an einer Auslandsmesse.
- Im Jahr 2007 trat Albanien dem „Central European Free Trade Agreement“ (CEFTA-Abkommen) bei. CEFTA ist ein Freihandelsabkommen zwischen mehreren Balkanstaaten und Moldawien. Ziel des Abkommens ist der Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen.
- Die Europäische Union hat die besonderen autonomen Handelspräferenzen, die sie allen Ländern des Westbalkans gewährt, bis 31.12.2025 verlängert. Somit genießt auch Albanien die Vorteile eines unbeschränkten zollfreien Zugangs zum EU-Markt für beinahe alle Waren mit Ursprung in diesem Land. Zusammen mit dem Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen unterstützen diese Handelspräferenzen die wirtschaftliche Integration mit der EU und fördern dadurch die politische Stabilität und den wirtschaftlichen Fortschritt in der gesamten Region.
Förderungen in Albanien
- Für ausländische Investoren gibt es keine speziellen Anreize, aber sie können von bestehenden profitieren, wie Subventionen, Garantien, Ausnahmen, Reduktionen oder sonstige fiskalische Maßnahmen und Unterstützung bei Trainings.
- In den Technologie- und Entwicklungszonen gibt es neben steuerlichen Vorzügen (siehe Kapitel Steuervergünstigungen) weitere Anreize, zum Beispiel sind diverse Investitionskosten für einen Zeitraum von drei Jahren absetzbar. Ferner sind dort Löhne und die Beiträge zur Sozialversicherung zu 150 Prozent im ersten Jahr absetzbar. Kosten für Forschung und Entwicklung sowie Trainings sind zehn Jahre lang absetzbar.
- Die albanische Investitionsentwicklungsagentur (AIDA) managt verschiedene Fonds, für kleine und mittlere Unternehmen, hierzu zählen: Competitiveness Fund, Creative Economy Fund, Start-Up-Fund und der Innovation Fund.
- Seit Januar 2016 gibt es ein Gesetz über strategische Investitionen und deren Förderung. Folgende Branchen gelten als strategisch: Bergbau und Energie, Transport, IT, Abfallwirtschaft, Tourismus, Agrar. Die Investitionen müssen jedoch je nach Sektor einen Umfang von bis zu 50 Millionen Euro umfassen und weitere Kriterien erfüllen. Zu den weiteren Kriterien gehören zum Beispiel die Anzahl neuer Arbeitsplätze, die Steigerung der Produktivität und die regionale Entwicklung. Mehr dazu finden Sie bei der albanischen Förderagentur unter strategische Investitionen.
- Spezielle sektorbezogene Anreize hat die Förderagentur des Landes in der Broschüre "Bring your business to Albania" zusammengefasst.
- Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Albanien beim Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten durch Programme, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital oder andere Formen bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. Die EU bietet einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten, der nach Ländern sortiert ist.
Weiterführende Quellen
- Förderagentur: Albanian Investment Development Agency (AIDA)
- Vertretung der deutschen Wirtschaft in Albanien: Deutsche Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien (DIHA)
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