Albanien: Bedingungen für Handel und Investition

Nachholbedarf bietet Chancen - fehlende Regeln bewirken Unsicherheit

Die Regierung ist bemüht, das Investitionsklima durch Reformen des institutionellen und rechtlichen Rahmens zu verbessern. Weiterhin hemmend ist für Investoren das schwache Justizsystem und damit verbunden die Rechtsunsicherheit, so das Auswärtige Amt.

Aktuelles und Perspektiven

Albanien-Sonnenenergie-Windenergie

Aktuelle Meldungen zum Coronavirus in Albanien und den Maßnahmen der Regierung finden Sie im Newsroom der Regierungs-Webseiten. Weitere Ansprechpartner finden Sie in diesem Länderinfo.

Geringe Steuersätze, eine junge, in den Städten gut fremdsprachlich ausgebildete Bevölkerung (57 Prozent der Bevölkerung ist unter 35 Jahre alt), geringe Lohnkosten sind Pluspunkte Albaniens. Dazu kommen gute natürliche Ressourcenvorkommen an Öl, Gas, Kupfer, Chrom, Wasser, Sonne und Wind. Die Regierung setzt den Schwerpunkt auf Konjunktur- und Beschäftigungsförderung sowie Anreizen für interantionale Investoren. Entsprechend zielt die Energie-, Industrie- und Handelspolitik auf Marktöffnung und Erhöhung von Transparenz und Rechtsstaatlichkeit. Die Regierung versucht die Geschäftsbedingungen für das Investitionsklima zu verbessern, zum Beispiel wurde durch die Einrichtung eines Nationalen Registrierungszentrums ein "One-Stop-Shop" realisiert. Insgesamt besteht in dem Land ein großer Nachholbedarf. Als strategische Sektoren gelten: Bergbau und Energie, Transport, IT-Infrastruktur, Abfallwirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Fischerei.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in Albanien, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo. 

Albanien-Wirtschaft-Entwicklung

Das Bruttoinlandsprodukt für das Jahr 2018 wird von gtai mit 15,1 Milliarden US-Dollar angegeben. In dem Land von der Größe Belgiens leben etwa 2,9 Millionen Einwohner, mit einem großen Anteil junger Menschen. Die Wirtschaftsaktivitäten sind regional sehr ungleich verteilt. Ein Großteil des Bruttoinlandsprodukts wird in der Küstenregion erwirtschaftet, insbesondere im Großraum Tirana – Durres. Der überwiegende Teil des Landes ist gebirgig. Die Dienstleistungen machen mittlerweile einen Anteil von knapp 50 Prozent am BIP aus, die Land- und Forstwirtschaft 19 Prozent. Industrie und Bau kommen auf gut 20 Prozent, so die nationale Entwicklungsagentur AIDA. Das Land hat Grenzen mit Montenegro und dem Kosovo, Mazedonien und Griechenland.

Zur wirtschaftlichen Entwicklung tragen Auslandsinvestitionen entscheidend bei, als interessante Sektoren gelten: Erneuerbare Energien, Tourismus, Lebensmittelverarbeitung, Logistik, Infrastruktur, Rohstoffe, Leichtindustrie. Die Regierung setzt in ihrem nationalen Wirtschaftsentwicklungsplan zum Beispiel einen Schwerpunkt auf erneuerbare Energien.  Informationen über verschiedene Branchen sind bei der albanischen Förderagentur zu finden. 

Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich nach Angaben von gtai auf einen Bestand von gut 7.900 Millionen US-Dollar für das Jahr 2018. Der Anteil Deutschlands hieran beträgt zwei Prozent. Der Mindestlohn wurde für 2021 auf 1,39 Euro/Stunde festgelegt.

Albaniens Außenhandel ist auf die EU ausgerichtet, wichtigster Handelspartner ist Italien. Bei den Hauptlieferländern hat Deutschland einen Anteil von 7,7 Prozent und liegt damit auf Platz 5. Bei den Hauptabnehmerländern einen Anteil von 4,3 Prozent, was den 4. Platz bedeutet.

Für Hermes-Bürgschaften gilt für Albanien die Kategorie fünf. Informationen zur Risikoeinschätzung finden Sie bei Coface.

Die albanische Währung heißt Lek (ALL). Der aktuelle Wechselkurs findet sich auf der Seite der Albanischen Zentralbank. Die Ein- und Ausfuhr der Landeswährung sind erlaubt. Bei der Ein- und Ausreise sind der Albanische Lek und Devisen im Gegenwert von mehr als 1 Million ALL zu deklarieren. Nach Angaben der Deutsch-Albanischen Wirtschaftsgesellschaft werden Geschäfte häufig noch bar abgewickelt. Wechsel werden laut Außenwirtschaftszentrum Bayern als Zahlungsmittel nicht verwendet.

  • Im Doing Business Ranking 2020 der Weltbank nimmt Albanien Platz 82 ein (Stand: Oktober 2019). Wie sich diese „Note“ zusammensetzt ist dort im Einzelnen aufgeführt.
  • Auf Platz 104 befindet sich Albanien beim Korruptionswahrnehmungsindex (Stand: Januar 2021).
  • In der Rangliste der wettbewerbsfähigsten Länder (2019) vom Weltwirtschaftsforum liegt Albanien auf Platz 81 (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Albanien Platz 74 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist Albanien auf Platz 83 zu finden (Stand: September 2020). 
Albanien-Investition-Besonderheit

Das Auslandsinvestitionsgesetz vom 2. November 1993 schafft Gleichbehandlung von in- und ausländischen Investoren. Beispielsweise gibt es keinen Sektor, der für ausländische Investoren nicht offen ist. Ein Unternehmen kann ferner zu 100 Prozent im Besitz von ausländischen Investoren sein. 

Nach Angaben der DIHA wird das Gesetz "On Foreign Ivestments" im Jahr 2020 durch das neue Gesetz "On Investments" abgelöst.

Das deutsch-albanische Investitionsschutzabkommen trat 1995 in Kraft.

Geschäftliche Vereinbarungen sollten möglichst präzise formuliert werden und schriftlich festgehalten werden, so das Außenwirtschaftszentrum Bayern.

EU-Bürger können sich ohne Visum bis zu 90 Tagen in Albanien aufhalten. 

Obwohl das Wirtschaftsrecht recht liberal ist, werden für die Ausübung vieler Tätigkeiten Lizenzen benötigt. Es werden 46 Kategorien von Lizenzen und Autorisierungen unterschieden, die 13 Bereiche betreffen. Informationen hierzu gibt es beim Nationalen Geschäftszentrum (National Business Centre, NBC), dass das Nationale Registrierungszentrum und das Nationale Lizenzzentrum zusammengefasst hat.

Vor dem Eingehen neuer Geschäftsverbindungen wird empfohlen, sich selbst ein eigenes Bild vor Ort zu verschaffen, zumal Albaner auch sehr viel Wert darauf legen Geschäftspartner persönlich zu kennen.

AG: Joint stock company (Shoqeri aksionere, SHA): Bei einer Aktiengesellschaft wird unterschieden zwischen einer geschlossenen SHA: Mindestgrundkapital 3,5 Millionen Albanische Lek (ALL) (etwa 26.000 Euro) und einer offenen SHA: Mindestgrundkapital 10 Millionen ALL (etwa 74.000 Euro). 

Albanien-Recht-Unternehmen

Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt, sie kann auch in Form einer Sacheinlage erfolgen. Eine nicht-börsennotierte AG kann von einer Person gegründet werden, die börsennotierte dagegen nicht.

GmbH: Limited Liability Company (Shoqeri me Pergjegjesi te Kufizuar, SHPK): Sie ist die bevorzugteste Rechtsform. Eine Ein-Personen-SHPK ist möglich, das Mindeststammkapital beträgt 100 ALL (etwa ein Euro). Die Mindesteinzahlung ist frei im Gesellschaftsvertrag bestimmbar, sie kann in Geld- oder Sachanlage erfolgen. Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt. 

OHG: General Partnership (Shoqeri kolektive, SHK): Ein Mindestkapital ist nicht vorgeschrieben, die Gesellschafter haften als Gesamtschuldner persönlich für die Verbindlichkeiten der SHK.

KG: Limited Partnership (Shoqeri komandite, SHKM): Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich, der Komplementär haftet unbeschränkt, die Haftung des Kommanditisten ist auf seine Einlage beschränkt. Diese Rechtsform kommt sehr selten vor.

Einzelunternehmen (Tregtari, TR): Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich. Der Einzelunternehmer haftet unbeschränkt.


Eine Zweigniederlassung ist eine von der Hauptniederlassung räumlich getrennte Einheit, die ähnliche Geschäfte tätigt wie die Hauptniederlassung.

Repräsentanzen tätigen dagegen keine Geschäfte, sondern haben repräsentative Aufgaben für das Mutterunternehmen.

Albanien-Unternehmen-Register

Jedes Unternehmen muss sich vor Aufnahme gewerblicher Aktivitäten in das Handelsregister eintragen lassen. Zuständige Behörde ist das Nationale Geschäftszentrum (National Business Centre). Dies hat das frühere National Registration Centre und das National Licensing Centre ersetzt.

 

Beim Nationalen Geschäftszentrum finden Sie Ansprechpartner und Informationen zu erforderlichen Lizenzen und Genehmigungen.

Nach der albanischen Investitionsentwicklungsagentur kann die Registrierung der Geschäftsaktivitäten innerhalb eines Tages erfolgen, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. 

Der allgemeine Körperschaftsteuersatz beträgt 15 Prozent (seit 2014).

Dieser Steuersatz gilt für alle Unternehmen, deren zu versteuerndes Einkommen mehr als 14 Millionen ALL beträgt.

Albanien-Unternehmen-Steuer

Kleinunternehmen mit einem Umsatz zwischen 5 und 8 Mio. ALL unterliegen der Steuer für Kleinunternehmen in Höhe von 5 Prozent. Unternehmen mit einem Umsatz unterhalb von 5 ALL sind von der Steuer befreit, laut der albanischen Investitions-Entwicklungsagentur.

Ein ermäßigter Körperschaftssteuersatz von 5 Prozent gilt jetzt auch für Automobilunternehmen, Software-Produktions-/Entwicklungsunternehmen, landwirtschaftliche Genossenschaftsunternehmen und für Unternehmen, die bis 2021 als Agrotourismusunternehmen zertifiziert werden (der ermäßigte Satz gilt für einen Zeitraum von 10 Jahren.

Albanien-Geschäft-Mehrwertsteuer

Tatimi mbi Vlerene Shutar (TVSH)

Der Normalsatz beträgt 20 Prozent. Ein Satz von 6 Prozent gilt für Fünf-Sterne-Hotels die zu einer international registrierten Marke gehören. Ebenso für den Verkauf von Büchern und für den öffentlichen Mini-Busverkehr, wenn er auf elektrischer Basis beruht. 

Laut DIHA sind alle Unternehmen, die mehr als 2 Millionen ALL Umsatz im Jahr erwirtschaften zur Mehrwertsteueranmeldung verpflichtet. Bei den so genannten Freien Berufen gibt es dagegen keine Grenzen, sie sind grundsätzlich zur Mehrwertsteueranmeldung verpflichtet.

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Albanien und Deutschland vom 6. April 2010 ist am 23. Dezember 2011 in Kraft getreten. Der Text des Abkommens (BGBl 2011 II S. 1186) ist eingestellt auf der Internetseite des Bundesfinanzministeriums unter >Themen ->Steuern-> Internationales Steuerrecht -> staatenbezogene Informationen.

Albanien-Geschäfte-über-Grenzen
Albanien-Erwerb-Immobilien

Ausländische Unternehmen können Gebäude mieten oder kaufen.

Der Erwerb von Baugrundstücken durch ausländische Investoren ist möglich, wenn der Wert der Investition mindestens dreimal höher ist als der Wert von Grund und Boden. 

Ausländer können jedoch kein Agrarland kaufen, aber sie haben die Möglichkeit, Agrarland für die Dauer von 99 Jahren zu pachten.

Für das Leasen staatlichen Immobilieneigentums von einer Größe die 500 Quadratmeter übersteigt, gibt es je nach Fall einen symbolischen Tarif von 1 Euro.

Zur Ansiedlung neuer Geschäftsaktivitäten wurden so genannte Technologie- und Wirtschaftszonen, TEDA (Technology and Economic Development Zone) errichtet. Die Ansiedlung in solchen Zonen bietet verschiedene steuerliche Vorteile (siehe Kapitel Steuervergünstigung).

Weitere Informationen zum Immobilieneigentum sind bei der albanischen Entwicklungsagentur zu finden. 

Im Jahr 2006 wurde ein Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen (SAA) geschlossen. Kern des Abkommens sind handelsrechtliche Vereinbarungen mit dem Ziel einer Freihandelszone. Das Land hat seinen Antrag auf Mitgliedschaft in der Europäischen Union im April 2009 gestellt. Die EU ist Albaniens Haupthandelspartner.

Albanien-Europa-Beziehungen

Sowohl die Bevölkerung als auch die Regierung wünschen die Mitgliedschaft Albaniens in der EU, so die DAW.

Anfang Juni 2014 hat die EU-Kommission empfohlen, Albanien den EU-Beitrittskandidaten-Status zu verleihen. Seite Ende Juni 2014 ist Albanien offiziell EU-Beitrittskandidat. Bislang sind jedoch noch keine Beitrittsverhandlungen aufgenommen worden. Trotz einiger Reformen sind die nachweisbaren Ergebnisse noch nicht ausreichend. Im Oktober 2019 wurde der Start erster Beitrittsgespräche abgelehnt. Am 24. März 2020 haben sich die Europaminister der 27 EU-Staaten in einer Videokonferenz darauf geeinigt Beitrittsverhandlungen mit Albanien aufzunehmen. Formell müssen nun noch die Hauptstädte im schriftlichen Verfahren zustimmen.

Im Juli 2014 hat Albanien sich dem neuen Forschungs- und Innovationsprogramm der EU "Horizont 2020" angeschlossen. Das Assoziierungsabkommen gilt rückwirkend ab dem 1. Januar 2014. Im März 2015 hat sich Albanien dem EU Finanzierungsprogramm für kleine und mittelgroße Unternehmen, Cosme, angeschlossen.

Die derzeitigen Beziehungen zur EU und die zugehörigen Dokumente sind bei der EU-Kommission aufgeführt.

Erläuterungen zum Entwicklungsprozess in Albanien sind im jüngsten Bericht der EU-Kommission zu finden.

Zu den Fortschritten Albaniens bei der Bekämpfung der Korruption, der organisierten Kriminalität und der Justizreform informiert die EU-Kommission in einem gesonderten Bericht. 

Albanien wird seitens der EU durch Finanzhilfen seit 2007 im Rahmen des IPA- Programms unterstützt. Schwerpunkte sind Maßnahmen zur Restrukturierung der Wirtschaft und zur Verbesserung des institutionellen Gefüges. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 erhält Albanien Förderungen im Rahmen von IPA II

Delegation der Europäischen Kommission in Albanien
ABA Business Center, Rr. Papa Gjon Pali II, 17th floor, Tirana – ALBANIEN
Tel: +355 4 222 83 20 oder 223 0871 – 222 8479 – 223 4284
E-Mail: delegation-albania@eeas.europa.eu
Internet: https://eeas.europa.eu/delegations/albania_en

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Zum  albanischen Enterprise Europe Network gehören sechs Organisationen.

Albanien-Steuern-Vergünstigungen

Der Import von Maschinen und Anlagen, die für Investitionen im Wert von mehr als 50 Millionen ALL eingesesetzt werden, ist umsatzsteuerbefreit.  

Ebenfalls umsatzsteuerbefreit sind Medizin und Gesundheitsservices.

Generell wurde zum 1. Januar 2020 für Unternehmen die in der Autoindustrie tätig sind der Körperschaftsteuersatz auf 5 Prozent gesenkt. Ferner wurde für Investitionen von mehr als umgerechnet etwa 8,2 Millionen Euro die Möglichkeit des Verlustvortrags von drei auf fünf Jahre verlängert, so die DIHA.

Für Vier- und Fünf-Sterne Hotels, die zu einer internationalen Marke gehören und denen ein spezieller Status bis Dezember 2024 garantiert wird, entfällt für zehn Jahre die Körperschaftsteuerpflicht.

Bereits im Juli 2007 wurde ein Gesetz zur Errichtung und dem Management von Sonderwirtschaftszonen und Industrieparks installiert. Mittlerweile sind diese zusammengefasst worden zu Technologie- und Wirtschaftszonen, so genannte TEDA (Technology and Economic Development Zone). Dieser neue Ausdruck soll beide Merkmale der freien Zone und der Industrieparks beinhalten. Bestehende Geschäftsaktivitäten dürfen jedoch nicht in diese Entwicklungszonen umgesiedelt werden. Die Ansiedlung in solchen Zonen bietet folgende steuerliche Vorteile: Für die ersten 5 Jahre müssen die Unternehmen lediglich 50 Prozent ihrer Körperschaftsteuer zahlen und Gebäude in diesen Zonen sind für fünf Jahre von der Zahlung der Immobiliensteuer befreit. Ausgaben für Löhne und Sozialversicherungsbeiträge sind für Unternehmen im ersten Jahr der Ansiedlung in einer TEDA zu 150 Prozent abzugsfähig. Mehr Informationen erhalten Sie auf der Seite Invest in Albania

Albanien ist dem Carnet-ATA-Abkommen beigetreten. Seit 25. Februar 2013 können Waren mit dem Carnet ATA nach Albanien eingeführt werden, so gtai. Bei dem Carnet ATA handelt es sich um ein Zollpassierscheinheft, mit dem Unternehmen in Deutschland vereinfacht Waren vorübergehend aus dem 

Albanien-Zollformalität

Zollgebiet der Europäischen Union (EU) ausführen und anschließend wiedereinführen können, z. B. zwecks Beteiligung an einer Auslandsmesse. Es vereinfacht und beschleunigt für deutsche Firmen die Warenabfertigung bei einer nur vorübergehenden Verwendungsabsicht im Ausland. Dadurch, dass die Sicherheitsleistung durch eine internationale Bürgenkette gewährleistet wird, muss das Unternehmen bei der Einfuhr im jeweiligen Zielland keine Abgaben als Sicherheit mehr hinterlegen. Die Verfahrenserleichterung ist für Berufsausrüstung, Messe- und Ausstellungswaren sowie Warenmuster möglich.

Im Jahr 2007 trat Albanien dem „Central European Free Trade Agreement“ (CEFTA-Abkommen) bei. CEFTA ist ein Freihandelsabkommen zwischen mehreren Balkanstaaten und Moldawien. Ziel des Abkommens ist der Abbau von Zöllen und nichttarifären Handelshemmnissen. Eine Teilnahme in der CEFTA gilt aufgrund der damit verbundenen Kriterien und Abkommen als Vorbereitung für einen möglichen Beitritt zur Europäischen Union.

Im Dezember 2015 hat die Europäische Union die besonderen autonomen Handelspräferenzen, die sie allen Ländern des Westbalkans gewährt, bis Ende 2020 verlängert. Somit genießt auch Albanien die Vorteile eines unbeschränkten zollfreien Zugangs zum EU-Markt für beinahe alle Waren mit Ursprung in diesem Land. Zusammen mit dem Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommen unterstützen diese Handelspräferenzen die wirtschaftliche Integration mit der EU und fördern dadurch die politische Stabilität und den wirtschaftlichen Fortschritt in der gesamten Region. Seit 2011 können in der EU erzeugte industrielle Produkte zollfrei nach Albanien importiert werden. Für landwirtschaftliche und einige andere Produkte besteht ein weiterer Zollabbau, so das Außenwirtschaftszentrum Bayern.

Importierte Güter in Technologie- und Wirtschaftzonen (TEDA) sind vom Zoll befreit.

Albanien hat darüber hinaus Freihandelsabkommen mit EFTA-Ländern und der Türkei und ein System von Präferenzregeln mit den USA, Australien, Japan, Neuseeland, Russland, Belarus und Kasachstan.

Weitere Informationen erhalten Sie bei der zentralen Zollbehörde.

Albanien-Unternehmen-Förderungen

Für ausländische Investoren gibt es keine speziellen Anreize, aber sie können von bestehenden profitieren, wie Subventionen, Garantien, Ausnahmen, Reduktionen oder sonstige fiskalische Maßnahmen.

In den Technologie- und Entwicklungszonen sind Trainingskosten und Kosten für Forschung und Entwicklung für einen Zeitraum von 10 Jahren absetzbar. Ferner sind dort Löhne und die Beiträge zur Sozialversicherung für eine begrenzte Zeit absetzbar.

Die albanische Investitionsentwicklungsagentur (AIDA)

managt verschiedene Fonds, hierzu zählen: Competitiveness Fund, Creative Economy Fund, Start-Up-Fund und der Innovation Fund. Informationen zu den Fonds finden Sie bei AIDA.

Seit Januar 2016 gibt es ein Gesetz über strategische Investitionen und deren Förderung. Folgende Branchen gelten als strategisch: Bergbau und Energie, Transport, IT, Abfallwirtschaft, Tourismus, Agrar. Die Investitionen müssen jedoch je nach Sektor einen Umfang von einer bis 50 Millionen Euro umfassen und weitere Kriterien erfüllen. zu den weiteren Kriterien gehören zum Beispiel die Anzahl neuer Arbeitsplätze, die Steigerung der Produktivität und die regionale Entwicklung. Mehr dazu finden Sie bei der albanischen Förderagentur unter strategische Investitionen.

Spezielle sektorbezogene Anreize hat die Förderagentur des Landes in der Broschüre "Bring your business to Albania" zusammengefasst.

Albanien ist ferner im Juli 2014 dem neuen Forschungs- und Innovationsprogramm der EU "Horizont 2020" und im März 2015 dem Cosme-Programm der EU beigetreten, dem EU-Finanzierungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen.

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Albanien beim Zugang zu Finanzierungsmöglichkeiten, durch Programme, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital oder andere Formen bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. Die EU bietet einen Überblick über Finanzierungsmöglichkeiten, die nach Ländern sortiert ist.

Albanian Investment Development Agency (AIDA)
Bulevardi Dëshmorët e Kombit, Tiranë, Albanien, Building 07, Tirana Business Park, Rinas Road, Tirana - ALBANIEN
Tel.: +355 4 225 10 01
E-Mail: info@aida.gov.al, Internet: https://aida.gov.al/en/

Chamber of Commerce and Industry of Tirana
Rr. e Kavajes, Nd.2, H.2, Tirana - ALBANIEN
Tel.: +355 4 580 09 32
E-Mail: sekretaria@cci.al, Internet: https://www.cci.al/en/ 


Foreign Investors Association of Albania
Str. “Themistokli Germenji”, Building No. 8, 2nd floor, Ap. No 9, Tirana - ALBANIEN
Tel./Fax: +355 4 222 55 53
E-Mail: contact@fiaalbania.al, Internet: http://fiaalbania.al/

Deutsche Industrie- und Handelsvereinigung in Albanien
Rruga Skenderbej 4/7, 1001 Tirana - ALBANIEN
Tel: +355 (0)4 222 7146
E-Mail: info@diha.al, Internet:  https://www.diha.al/ 

Botschaft der Republik Albanien
Friedrichstraße 231, 10969 Berlin
Tel.: +49 (30) 259 3040
Fax: +49 (30) 259 318-90
E-Mail: embassy.berlin@mfa.gov.al, Internet: http://ambasadat.gov.al/germany/de

Deutsch-Albanische Wirtschaftsgesellschaft (DAW) e V.
Am Weidendamm 1A , 10117 Berlin
Tel.: +49 (30) 59 00 99-571
Fax: +49 (30) 59 00 99-519
E-Mail: Michael.Alber@bga.de , Internet: http://www.daw-wirtschaftsgesellschaft.de

Wirtschaftsinformationen über Albanien werden von Germany Trade & Invest erstellt und enthalten unter anderem folgende Indikatoren zu Albanien: Einwohner, Bevölkerungsdichte, Währung, Wechselkurs, Bruttoinlandsprodukt, BIP je Einwohner, BIP-Wachstum, Inflationsrate, Durchschnittslohn, Arbeitslosigkeit, Haushaltssaldo, Außenhandel. 

Einen Leitfaden für Exporte nach Albanien erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern mit Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreich. 

Um Geschäftspartner in Albanien zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile albanischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die einzelnen Schritte sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in Albanien. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

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Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner zu Albanien fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

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Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammengestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand Februar 2020. Die neueste pdf-Version des Länderinfo Albanien kann am besten jeweils aktuell von der Internetseite des EuropaService in der Rubrik Länderinfo  generiert werden, da einige Entwicklungen laufend eingearbeitet werden, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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