Litauen: Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Erleichterung bei Steuern machen das Land interessant für Investoren

Für die deutsche Wirtschaft gibt es in Litauen interessante Möglichkeiten vor allem in den Bereichen: Elektrotechnik, Energietechnik, klassischer Maschinenbau, Medizintechnik und hochqualitative Konsumgüter.

Aktuelles und Perspektiven

Litauen-Wirtschaft-Produktivität

Aktuelle Informationen zu Corona in Litauen, die für Unternehmen interessant sind, haben u.a. die AHK des Landes sowie die Wirtschaftsfördergesellschaft erstellt. Weitere Ansprechpartner finden Sie in diesem Länderinfo.

Um fast vier Prozent  ist das litauische Bruttoinlandsprodukt nach Angaben des nationalen Statistikamtes im Jahr 2019 gestiegen. Die Konsumlaune der Bevölkerung und die Investitionen waren dabei die Wachstumsmotoren. Durch Zuwanderung aus Belarus und der Ukraine sowie durch Rückkehrer aus dem Vereinigten Königreich wird ein Anstieg der Bevölkerung erwartet. Als Stärken des Landes sieht gtai das vergleichsweise niedrige Lohnkostenniveau bei relativ hoher Produktivität sowie die sieben Freihandelszonen mit deutlichen Steuervergünstigungen. Neben Großprojekten wie neue Bahnlinien oder der Hafenausbau Klaipeda, wachsen auch die Investitionen von Unternehmen wieder, hierdurch ergeben sich vielfältige Chancen für deutsche Unternehmen. Auch dürften hohe Lohnsteigerungen und Steuererleichterungen die Kauflaune beflügeln. Die Lage und die Infrastruktur ermöglichen ferner eine gute Erreichbarkeit auch nach Weißrussland und in die GUS.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in Litauen, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

Litauen-Wirtschaft-Handel-Qualität

In dem 65.300 Quadratkilometer großen Land haben die 2,8 Millionen Bewohner Litauens im Jahr 2018 ein Bruttoinlandsprodukt von 45,3 Milliarden Euro erwirtschaftet. Die Industrie hat einen Anteil von knapp 20 Prozent an der BIP-Entstehung. Innerhalb der baltischen Staaten ist dies der höchste Anteil. Von den Exporten gingen in dem Jahr 14 Prozent nach Russland und nach Deutschland 7,4 Prozent, was den 4. Platz bedeutet. Bei den Importen kamen knapp 14 Prozent aus Russland und gut 12 Prozent aus Deutschland, was den 2. Platz bedeutet.

Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im Jahr 2018 auf einen Bestand von 17.748 Millionen US-Dollar. Deutschland hat hieran einen Anteil von 7,4 Prozent, was den 4. Platz nach Schweden (23,8 Prozent), den Niederlanden (13,5 Prozent) und Estland (7,6 Prozent) bedeutet. Knapp 270 deutsche Tochterunternehmen sind in Litauen ansässig. Der Mindestlohn ist im Jahr 2021 auf 3,93 Euro/Stunde angehoben worden.

Die Wirtschaftsstruktur in Litauen ist relativ dezentral, neben der Hauptstadt Vilnius gibt es drei weitere Zentren mit mindestens 100.000 Einwohner: Kaunas, Klaipeda, Siauliai. Eine regionale Kompetenz-Karte liefert Informationen zu den einzelnen Regionen. Informationen zur Produktionslandschaft Litauens hat die Förderagentur des Landes zusammengefasst.

In einer AHK-Umfrage haben deutsche Unternehmen positive Noten vergeben für die politische und soziale Stabilität, die Qualifikation, Produktivität und Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer. Die Qualität der lokalen Zulieferer und der Zugang zu öffentlichen Fördermitteln haben sich im Vergleich zur vorhergehenden Befragung sogar verbessert. 93 Prozent der von der AHK Baltische Staaten befragten Unternehmen würden sich wieder für Litauen entscheiden. Nach Angaben der AHK soll Litauen das am besten ausgebaute Glasfasernetz besitzen. Negativ wurde bei der Befragung die Transparenz bei öffentlichen Ausschreibungen genannt sowie die Rechtssicherheit.

Für Hermes-Bürgschaften gibt es für Litauen keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. Die Entgeltberechnung erfolgt anhand eines Markttests. Befristet bis 31. Dezember 2021 können Exportgeschäfte zu  kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) abgesichert werden.  Eine Wirtschaftsanalyse und Risikoeinschätzung ist bei Coface zu finden.

Der Euro ist zum 1. Januar 2015 eingeführt worden. Litauen ist damit 19. Mitglied der Eurozone. Dies hat die Attraktivität Litauens für deutsche Unternehmen gesteigert, so die AHK.

Informationen zum litauischen Energiemarkt bietet das Bundeswirtschaftsministerium. Bei der Energieeffizienz von Gebäuden besteht noch großer Nachholbedarf.

Litauen hat im Gesundheitsbereich Nachholbedarf, insbesondere bei der Versorgung auf dem Land. Den Bedarf an Medizintechnik kann das Land nicht durch eigene Produktion decken, es ist vielmehr auf Importe angewiesen, Deutschland ist dabei eine wichtige Bezugsquelle. Informationen über weitere Branchen gibt die Investitionsförderagentur InvestLithuania.

  • Nach dem Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International liegt Litauen an 35. Stelle (Stand: Januar 2021).
  • Zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in Litauen hat die EU-Kommission erneut einen Bericht veröffentlicht (Stand: Juli 2021).
  • Bei dem Doing-Business-Index 2020 der Weltbank befindet sich das westlichste baltische Land auf Platz 11 (Stand: Oktober 2019), Details hierzu finden Sie in dem Bericht
  • Platz 39 hat Litauen beim Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums inne (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Litauen Platz 27 (Stand: Dezember 2018). 
  • Beim Global Innovation Index ist Litauen auf Platz 39 zu finden (Stand: September 2021). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Litauen auf Platz 14 (Stand: Juni 2019).
Litauen-Investition-Gewerbe

Nach dem Investitionsgesetz Nr. VIII-1312 vom 7. Juli 1999 (in der Fassung späterer Änderungen) gelten die Grundsätze der Gleichbehandlung und des gleichen Schutzes von in- und ausländischen Investoren.

Zwischen Litauen und Deutschland besteht ein Investitionsförderungs- und -schutzvertrag. 

Für die meisten Tätigkeiten gibt es keine besonderen Zugangsvoraussetzungen, sie sind gewerberechtlich liberalisiert. Für Aktivitäten in verschiedenen Bereichen, hat die Agentur Enterprise Lithuania spezielle Handbücher herausgegeben, in denen über notwendige Voraussetzungen informiert wird. 

Die erforderlichen Schritte zur Gründung eines Unternehmens in Litauen hat die Förderagentur in einer Übersicht zusammengefasst.

Für EU-Bürger erfordert ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen die Pflicht zur Registrierung und den Erhalt einer Aufenthaltserlaubnis, so die Förderagentur.

Montagetätigkeiten, die länger als neun Monate dauern, werden zu einer Betriebsstätte.

Litauen hat ein dichtes und gut entwickeltes Straßennetz. Aber für sämtliche Güterkraftfahrzeuge ist die Benutzung der Straßen A1 bis A18 gebührenpflichtig, die Vignette kann an Tankstellen erworben werden.

Das Baltikum, im Sinne eines homogenen Wirtschaftsraums, existiert nur in Mitteleuropa, die drei Länder unterscheiden sich jedoch in kultureller und sprachlicher Hinsicht.

Grundlagen sind das Zivilgesetzbuch, das Handelsgesellschaftsgesetz und das Personengesellschaftsgesetz. Die wichtigsten Unternehmensformen sind demnach:

AG: akcine bendrove (AB)
Das Mindestkapital beträgt 25.000 Euro. 

Litauen-Unternehmen-Recht

Eine Ein-Personen-AG ist möglich, die Zahl der Gesellschafter ist unbeschränkt, ihre Haftung ist beschränkt. Die Gesellschaft ist ins Handelsregister einzutragen.

geschlossene AG (entspricht der deutschen GmbH): uzdaroji akcine bendrove (UAB)
Das Mindeststammkapital beträgt 2.500 Euro. Eine Ein-Personen-GmbH ist möglich. Die Haftung der Gesellschafter ist auf ihre Einlage beschränkt. Die Gesellschaft ist ins Handelsregister einzutragen, sie ist die am weitesten verbreitete Gesellschaftsform.

KG: komanditine ukine bendrija (KUB)
Mindestens zwei natürliche oder juristische Personen können eine KUB gründen. Der Komplementär haftet für die Verbindlichkeiten der KUB unbeschränkt, die Kommanditisten haften bis zur Höhe ihrer Einlage. Das Unternehmen ist ins Handelsregister einzutragen.

OHG: tikroji ukine bendrija (TUB)
Sie wird von mindestens zwei natürlichen oder juristischen Personen gegründet. Jeder Gesellschafter haftet für die TUB persönlich, unbeschränkt und gesamtschuldnerisch. Das Unternehmen muss ins Handelsregister eingetragen werden.

Kleingemeinschaft: mazoji bendrija (MB)
Diese Rechtsform gibt es seit 2012. Es existieren keine Vorschriften über ein Mindestkapital. Es gibt maximal zehn Eigentümer, die nicht persönlich haften.

Einzelunternehmen: individuali imone  (Il)
Es wird von einer natürlichen Person gegründet, die unbeschränkt haftet. Ein Stammkapital ist nicht vorgeschrieben. Das Unternehmen ist im Unternehmensregister anzumelden.

Eine Zweigniederlassung (filialas) und eine Repräsentanz (Juridinio asmens atstovybe) sind keine juristische Person, die Muttergesellschaft ist für deren Tätigkeit verantwortlich.

Litauen-Unternehmen-Register

Die Registrierung erfolgt beim einheitlichen Register juristischer Personen/Handelsregister. Angesiedelt ist dies beim staatlichen Registerzentrum (State Enterprise Centre of Registers):

State Enterprise Centre of Registers
Vinco Kudirkos g. 18-3, 03105 Vilnius, LITAUEN
Tel.: +370 5 26 88 262
E-Mail: info@registrucentras.lt, Internet: http://www.registrucentras.lt/en/

Die Handelsregister-Eintragung kann in drei Arbeitstagen abgeschlossen sein, wenn alle erforderlichen Dokumente in Ordnung sind. Über die Gründung werden dann automatisch die Steuerverwaltung und Sozialversicherung informiert. Nur die Registrierung als MwSt-Zahler ist selbstständig zu beantragen.

Auszüge aus dem Register sind gegen eine Gebühr erhältlich.

Seit 1. Januar 2010 gilt ein Satz von 15 Prozent bei der Körperschaftsteuer.

Mikrounternehmen (max. zehn Mitarbeiter, deren Jahresumsatz bis zu 300.000 Euro beträgt) unterliegen in der ersten Steuerperiode keiner Körperschaftsteuer und danach einer fünfprozentigen Körperschaftsteuer, sofern keine Ausnahmetatbestände greifen, so das litauische Finanzministerium.

Litauen-Unternehmen-Steuer
Litauen-Geschäft-Mehrwertsteuer

Neben dem Normalsteuersatz von 21 Prozent gibt es einen ermäßigten Satz von neun Prozent, der für Bücher und wiederkehrende Publikationen gilt. Ein Satz von fünf Prozent ist anwendbar auf die Lieferung von Arzneimitteln und medizinischen Hilfsmitteln an Personen, die ein Recht auf vollständige oder teilweise Rückerstattung der Kosten des Erwerbs dieser Güter haben. 

Der Schwellenwert für die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung liegt bei 45.000 Euro, diese Unternehmen können sich aber freiwillig registrieren lassen.

Mehr Informationen über die Registrierung als Mehrwertsteuerzahler finden Sie bei der staatlichen Steuerinspektion des Finanzministeriums.

Der Text des derzeit gültigen Doppelbesteuerungsabkommen (DBA) zwischen Deutschland und Litauen ist zu finden beim Bundesfinanzministerium über -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

Litauen-Geschäft-Grenze
Litauen-Euro-Devisen

Zum 1. Januar 2015 hat Litauen den Euro eingeführt. Litauen ist damit 19. Mitglied der Eurozone.

Die Ein- und Ausfuhr von Devisen ist unbeschränkt möglich, ab einem Wert von 10.000 Euro besteht Deklarationspflicht beim litauischen Zoll.

Auslandsinvestoren haben das Recht, Gebäude und Gelände für Geschäftszwecke sowie Grundstücke für die Errichtung von Gebäuden für Geschäftszwecke zu kaufen oder zu pachten. 

Litauen-Immobilie-Erwerb

Seit Mai 2014 ist auch der Erwerb landwirtschaftlicher Flächen durch Staatsangehörige der EU-Mitgliedstaaten möglich. Es gibt jedoch Einschränkungen.

Der Kauf einer Immobilie erfordert zwingend die notarielle Form. Die Notargebühr beträgt 0,45 Prozent des Immobilienpreises, aber maximal 5.800 Euro. Ferner sind Immobilienkaufverträge im Grundbuch einzutragen.

Informationen zu den verschiedenen gestaffelten Steuersätzen für Immobilien sind zu finden beim litauischen Finanzministerium.

Das litauische Katasteramt bietet eine öffentliche Suchfunktion.

Litauen-Steuern-Vergünstigungen

Es gelten folgende Vergünstigungen:
• Mikrounternehmen (max. 10 Mitarbeiter, deren Jahresumsatz bis zu 300.000 Euro beträgt) müssen im 1. Jahr keine Körperschaftsteuer zahlen und danach unterliegen sie einer 5prozentigen Körperschaftsteuer, sofern keine Ausnahmetatbestände greifen.

• Unternehmen, die in Forschung und Entwicklung investieren, können die Kosten hierfür bis zum dreifachen der Ausgaben zur Senkung der Berechnungsgrundlage der Körperschaftsteuer in Anrechnung bringen.
• Gemäß einem Anreiz für Investitionsprogramme, können Unternehmen für bestimmte Ausgaben ihre Körperschaftsteuer zwischen 2009 und 2023 um bis zu 100 Prozent senken, so Deloitte.

Seit dem 1. Januar 2018 gibt es darüber hinaus eine so genannte Patent Box, die unter bestimmten Bedingungen die Anwendung einer Körperschaftsteuer von 5 Prozent vorsieht.


In den sieben freien Wirtschaftszonen gelten für wirtschaftliche Tätigkeiten folgende Anreize:
• eine Befreiung von der Körperschaftsteuer in den ersten zehn Jahren und einen Satz von 7,5 Prozent für die folgenden sechs Jahre
• eine Befreiung von der Immobilien- und Dividendensteuer.

Weitere Informationen über die Freien Wirtschaftszonen sind bei der Förderagentur des Landes erhältlich. Dort befindet sich eine Karte auf der die einzelnen Zonen eingezeichnet sind und angeklickt werden können. 

Die Europäische Union hat eine Aufbau- und Resilienzfazilität mit einem Volumen von 672,5 Milliarden Euro aufgelegt, davon 312,5 Milliarden Euro an Zuschüssen. Hierdurch möchte sie die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft abfedern.

Der litauische Aufbau- und Resilienzplan, mit dem das Land 2,2 Milliarden Euro an Zuschüssen aus der Aufbau- und Resilienzfazilität bekommen möchte, ist Anfang Juli 2021 von der EU-Kommission positiv bewertet worden. Wenn auch der Europäische Rat den litauischen Plan genehmigt, können erste Gelder fließen.

Litauen-Unternehmen-Förderung

Litauen erhält ferner, wie alle EU-Staaten, Mittel aus den EU-Strukturfonds, die u.a. zur unternehmensbezogenen Regional- und Arbeitsmarktentwicklung eingesetzt werden. Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist die neue Fördergebietskarte für Litauen im Juli 2021 veröffentlicht worden. Fast das gesamte Land zählt zu den weniger entwickelten Regionen, nur das Gebiet um die Hauptstadt zählt zu den stärker entwickelten Regionen. Diese Fördergebietskarte ermöglicht Litauen gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen, um die Förderung der regionalen Entwicklung voranzubringen. Ab 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.

Litauen und die EU-Kommission haben derzeit noch kein Partnerschaftsabkommen für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds beinhaltet. Auf Basis dieses Partnerschaftsabkommens werden dann operationelle Programme entwickelt, in denen die Investitionsprioritäten und konkreten Maßnahmen Litauens und seiner Regionen festgelegt sind. Sobald dies erfolgt ist, werden die Angaben in dieser Länderinformation ergänzt.

Informationen zur Kohäsionspolitik der EU für die Periode 2021 bis 2027 hat die EU auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für einzelne Elemente Filter gesetzt werden.

Neben EU-Geldern finanziert Litauen Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln.

Die maximale Förderhöhe für Litauen wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an litauische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

- Mittelstandsförderung/finanzierung

Die Einrichtung INVEGA hat zur Aufgabe kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zu Finanzierungen zu erleichtern. Sie bietet beispielsweise vergünstigte Finanzierungskonditionen und Kreditgarantien:

  • Die Kreditgarantien sichern bis zu 80 Prozent eines gewährten Darlehens ab.

INVEGA ist auch für die Verwaltung des Programms "Support for the First Job" zuständig. Arbeitgeber erhalten einen Zuschuss für die Beschäftigung neuer Arbeitnehmer, die bislang noch keine Arbeitserfahrung haben, in Höhe von 23,3 Prozent des kalkulierten Einkommens.

Die Umweltagentur APVA ist zuständig für die Ausschreibung von Projekten (auch solchen, die aus EU-Mitteln gefördert werden) im Bereich Umwelt sowie für die Förderung von Umweltprojekten.

Mittel aus dem Europäischen Sozialfonds werden für verschiedene Projekte im Bereich „Schulung und Weiterbildung von Mitarbeitern“ ausgereicht. Die Koordination der Anträge liegt bei der ESFA.

European Social Fund Agency
Gyneju str. 16, 01109 Vilnius, LITAUEN
Tel.: +370 5 264 93 40
E-Mail: info@esf.lt, Internet: https://www.esf.lt

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. Für Litauen werden im o. g. Zeitraum 117,6 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. 

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Litauen mit verschiedenen EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des litauischen Enterprise Europe Network sind in drei Städten zu finden.

- Regionalentwicklung

In Litauen gibt es derzeit sieben Sonderwirtschaftszonen. Unternehmen, die in litauischen Sonderwirtschaftszonen investieren, sind für zehn Jahre von der Körperschaftsteuer befreit. Über weitere sechs Jahre ist nur die Hälfte des regulären Satzes zu zahlen, derzeit wären dies 7,5 Prozent. Ferner fällt in diesen Zonen keine Immobiliensteuer an, auch gibt es keine Steuer auf Dividenden, die an ausländische Anteilseigner ausgeschüttet werden. Informationen zu den einzelnen Sonderwirtschaftszonen befinden sich auf einer Karte zum Anklicken bei der Förderagentur des Landes.

Eine regionale Kompetenz-Karte liefert Informationen zu den einzelnen Regionen.

Invest Lithuania
Upes str. 23,  3rd floor, 08128 Vilnius, LITAUEN
Tel.: +370 5 262 74 38
E-Mail: info@investlithuania.com; Internet: https://investlithuania.com/

Öffentliche Wirtschaftsförderagentur (für Handel)
Enterprise Lithuania (Versli Lietuva)
A. Gostauto Str. 40A, LT-03163 Vilnius, LITAUEN
Tel.: +370 5 249 90 83
E-Mail: info@enterpriselithuania.com, Internet:  https://www.enterpriselithuania.com/en/

Verband der litauischen Handels-, Industrie- und Handwerkskammern
Association of Lithuanian Chambers of Commerce, Industry and Crafts (ALCCIC)
Vasingtono a. 1-63a; LT-01108 VILNIUS, LITAUEN
Tel.: +370 5 261 21 02
E-Mail: info@chambers.lt, Internet: https://chambers.lt

Deutsch-Baltische Handelskammer
Vinco Kudirkos 6, 03105 Vilnius, LITAUEN
Tel.: +370 5 213 11 22
Fax: +370 5 213 10 13
E-Mail: info@ahk-balt.org, Internet: https://www.ahk-balt.org/

Botschaft der Republik Litauen
Charitéstr. 9, 10117 Berlin
Tel.: 030 890681-0
Fax: 030 890681-15
E-Mail: info-botschaft@mfa.lt, Internet: https://de.mfa.lt/

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Litauen zur Verfügung.

Einen Leitfaden für Exporte nach Litauen erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Branchenprofile finden Sie auf der Website der Investitionsförderagentur.

Öffentliche Ausschreibungen aus Litauen, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie bei TED (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in Litauen zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile litauischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben für Litauen. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Vorhaben in Litauen erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für Litauen fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gern weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand April 2020. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/irland-luxemburg/litauen.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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