Slowakei: Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Verstärkter Fokus auf Kreislaufwirtschaft

Aufgrund der starken Abhängigkeit vom Export und der Automobilindustrie, ist das kleine Land von der Corona-Pandemie relativ hart getroffen. Aufgrund wieder steigender Nachfrage aus dem In- und Ausland und der getroffenen Maßnahmen erwarten Experten für das Jahr 2021 schon wieder ein BIP-Wachstum um 7,6 Prozent.

Aktuelles und Perspektiven

Slowakei-Wirtschaft-gute Bedingungen

Aktuelle Informationen zu Corona in der Slowakei, die für Unternehmen interessant sind, hat u.a. die AHK des Landes zusammengestellt. Auch die Förderagentur SARIO liefert Informationen über Corona-Maßnahmen für Unternehmen. Weitere Ansprechpartner finden Sie in diesem Länderinfo.

Günstige Bedingungen für Investitionen und Handel sprechen nach Aussagen von Germany Trade & Invest für ein Engagement in der Slowakei. Deutschland ist der wichtigste Handelspartner des Landes. Unternehmen aus Deutschland, die bereits in der Slowakei aktiv sind,  loben besonders die Produktivität und Leistungsbereitschaft der Arbeitnehmer und die Zuverlässigkeit lokaler Zulieferer. Um die Slowakei für die Zukunft zu rüsten, setzt die aktuelle Regierung auf eine kreislauforientierte und energieeffiziente Wirtschaft, verstärkte Digitalisierung und eine moderne Krankenhausinfrastruktur. Ferner ist die Verbesserung der Verkehrs-Infrastruktur und der Ausgleich des sehr unterschiedlichen Niveaus ein wichtiges Anliegen der Regierung, so das es zahlreiche Geschäftsmöglichkeiten gibt.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in der Slowakei, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

Slowakei-Standort-Handel

Die Slowakei grenzt an Österreich, Tschechien, Polen, Ungarn und die Ukraine. Deutschland ist auch 2018 weiterhin wichtigster Handelspartner gewesen, das deutsch-slowakische Handelsvolumen erreichte 2018 einen Wert von fast 31 Milliarden Euro. Unter den Hauptlieferländern beträgt der Anteil Deutschlands 18 Prozent, es folgt die Tschechische Republik mit 10,3 Prozent. Bei den Hauptabnehmerländern beläuft sich der Anteil Deutschlands auf gut 22 Prozent, es folgt die Tschechische Republik mit 11,7 Prozent.

Das Land wird von Investoren als einer der attraktivsten Standorte Mittel- und Osteuropas angesehen. Die ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im Jahr 2018 auf einen Bestand von gut 57.000 Millionen US-Dollar, die deutschen Direktinvestitionen hatten hieran einen Anteil von 6,4 Prozent, was den 5. Platz bedeutet. Die rund 500 deutschen Firmen im Land sichern mehr als 140.000 Arbeitsplätze. Neben großen Unternehmen sind auch viele mittelständische in dem Land engagiert, so das Auswärtige Amt.

Als Stärken der Slowakei sieht die AHK die gut ausgebaute Infrastruktur in der westlichen Landeshälfte und die ausgeprägte Industriekultur mit einem dichten Netz an Zulieferern.  Nachholbedarf besteht bei der Energieeffizienz, so dass sich hier Chancen ergeben können. Informationen über Branchen in der Slovakei bietet die Förderagentur des Landes.

Die Slowakei hat 5,4 Millionen Einwohner auf einer Fläche von gut 49.000 Quadratkilometer und erwirtschaftete 2019 ein BIP pro Kopf von gut 17.000 EUR. Auffällig ist das West-Ost-Gefälle im Land, sowohl was die Infrastruktur anbelangt als auch die Lohnunterschiede. Einen regionalen Überblick gibt die Slowakische Investitions- und Entwicklungsagentur. Die Weltbank hat für fünf Städte in der Slowakei einige Geschäftsbedingungen untersucht (Stand: Juli 2018)

Der Mindestlohn beträgt seit 1. Januar 2021 3,58 Euro/Stunde.

Für Hermes-Bürgschaften gibt es für die Slowakei keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. Die Entgeltberechnung erfolgt anhand eines Markttests. Befristet bis 31. Dezember 2021 können Exportgeschäfte zu  kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) abgesichert werden. Informationen über die Risikoeinschätzung bietet Coface.

  • Im Doing-Business-Report 2020 der Weltbank belegt die Slowakei Platz 45 (Stand: Oktober 2019), Details hierzu finden Sie in dem Bericht.
  • Den 60. Platz hat die Slowakei beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International inne (Stand: Januar 2021).
  • Zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in der Slowakei hat die EU-Kommission erstmals einen Bericht veröffentlicht (Stand: September 2020).
  • Platz 42 belegt die Slowakei im Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt die Slowakei Platz 38 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist die Slowakei auf Platz 39 zu finden (Stand: September 2020). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt die Slowakei auf Platz 22 (Stand: Juni 2020).
Slowakei-Investition-Gleichbehandlung

Grundsätzlich sieht das slowakische Handelsrecht eine rechtliche Gleichbehandlung ausländischer Personen (natürliche und juristische) mit inländischen vor. Entsprechend dürfen ausländische Personen unter denselben Bedingungen und im selben Ausmaß wie slowakische unternehmerisch tätig sein. 

In der Slowakei gibt es einige regulierte Branchen, einen Leitfaden zur Ausübung regulierter Berufe (auf Slowakisch) bietet die slowakische Kammer der Bauingenieure.

EU-Bürger haben innerhalb einer Frist von zehn Tagen ihren Aufenthaltsort der Fremdenpolizei mitzuteilen, wenn sie beabsichtigen  länger als drei Monate in der Slowakei zu bleiben.  

Die Handwerkskammer Niederbayern Oberpfalz und Bayern Handwerk International haben einen Leitfaden zur Erbringung von Bau- und Montageleistungen deutscher Handwerksbetriebe in der Slowakei erstellt.

Die Regelungen für die unterschiedlichen unternehmerischen Formen sind im slowakischen Handelsgesetzbuch zu finden.

AG: Akciova spolocnost (a.s.)
Das Mindestkapital beträgt 25.000 EUR. Die Haftung der Aktionäre ist auf die Höhe ihres Anteils begrenzt. 

Slowakei-Unternehmen-Recht

Seit dem 1. Januar 2017 gibt es eine neue Gesellschaftsform: Um Start-Ups die Gründung zu erleichtern und neue Investoren anzuziehen, wurde die Rechtsform einer einfachen Aktiengesellschaft (Jednoducha spolocnost na akcie, j.s.a.) eingeführt. Bei dieser Form beträgt das Minimumkapital lediglich einen Euro. Ferner hat sie eine einfachere Struktur und ist einfacher zu gründen. 

GmbH: Spolocnost s rucenim obmedzenym (S.R.O.)
Das Mindeststammkapital beträgt 5.000 EUR. Die Einlage muss mindestens 750 EUR betragen. Vor Eintragung in das Handelsregister muss jede einzelne Geldeinlage bis zu 30 Prozent eingezahlt werden, sämtliche eingezahlte Einlagen müssen zusammen mindestens 2.500 Euro betragen. Bei der Einmann-GmbH muss das gesamte Stammkapital vor Eintragung ins Handelsregister eingezahlt werden. Es ist eine gesetzliche Rücklage einzurichten von mindestens fünf Prozent des Stammkapitals plus maximal jährlich fünf Prozent des Reingewinns, bis zehn Prozent des Stammkapitals erreicht sind. Eine Ein-Mann-GmbH ist möglich. Maximial sind 50 Gesellschafter möglich. Die Gesellschafter haften nur bis zur Höhe ihrer Einlage. 

OHG: Verejna obchodna spolocnost (v.o.s.)


KG: Komanditna spolocnost (k.s.): 
Die Mindesteinlage des Kommanditisten  beträgt 250 Euro.

Nach Angaben der Investitions- und Entwicklungsagentur ist die GmbH die am häufigsten gewählte Rechtsform.

Slowakei-Register-Gericht

Rechtsgrundlage für die Registrierung einer Gesellschaft im Handelsregister ist das slowakische Handelsregistergesetz (Zákon o obchodnom registri) in Verbindung mit dem slowakischen Handelsgesetzbuch. Die Eintragung erfolgt innerhalb von fünf Tagen, wenn alle erforderlichen Unterlagen vorliegen. 

Eine elektronische Eintragung ist ebenfalls möglich, sie ist schneller und kostengünstiger.

Das Handelsregister ist im Internet unter folgende Adresse zu finden (mit Suchfunktion) http://www.orsr.sk/.

Weitere Informationen zu Unternehmen, Branchen und Kennzahlen bietet das Wirtschaftsregister. Es ist nach vorheriger Registrierung zugänglich.

Um Transparenz über die Beteiligungsstrukturen von Unternehmen, die mit dem öffentlichen Sektor zusammenarbeiten, zu schaffen, wurde das Register der Partner des öffentlichen Sektors zum 1. Februar 2017 eingeführt.

Seit dem Jahr 2017 beträgt der allgemeine Satz 21 Prozent.

Die im Jahr 2014 eingeführte Mindestkörperschaftsteuer (so genannte tax license), ist zum Steuerjahr 2018 wieder abgeschafft worden.

Slowakei-Unternehmen-Steuer
Slowakei-Geschäft-Steuer

(= Daò z pridanej)

Der Standardsatz beträgt 20 Prozent. Der ermäßigte Satz beträgt zehn Prozent, dieser gilt unter anderem für Medikamente, medizinische Produkte und Grundnahrungsmittel wie Milch und Brot. 

Der Schwellenwert für die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung liegt bei 49.790 Euro. Unternehmen, die diesen Wert unterschreiten können sich freiwillig registrieren lassen.

Das Abkommen zwischen Deutschland und der Tschechoslowakei (von 1980, in Kraft getreten am 17. November 1983, veröffentlicht BGBl, 1993 II S. 762) gilt sowohl für die Tschechische Republik als auch die Slowakei weiter. 

Slowakei-Geschäft-Grenze

Der Text des derzeitigen DBA zwischen Deutschland und der Slowakei ist beim Bundesfinanzministerium zu finden über -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

Slowakei-Euro

Am 1. Januar 2009 hat die Slowakei den Euro eingeführt (Der festgelegte Wechselkurs betrug: 1 Euro = 30,1260 slowakische Krone.). Laut gtai dürfen grenzüberschreitende Zahlungsüberweisungen innerhalb des Euroraums 50.000 Euro nicht übersteigen.

Seit dem 1. Januar 2013 gilt das Gesetz über die Einschränkung der Bargeldzahlungen. Danach dürfen Barzahlungen zwischen einer natürlichen Person und einem Nichtunternehmer nur bis zu einem Betrag von 15.000 Euro getätigt werden. Der Grenzwert zwischen einer natürlichen und einer juristischen Person beträgt 5.000 Euro, ebenso zwischen einer juristischen Person und einem Gewerbetreibenden.

EU-Bürger und -Unternehmen sind grundsätzlich slowakischen Staatsangehörigen gleichgestellt.

Grund- und Gebäudeeinheiten werden nicht als rechtliche Einheit angesehen, sie können daher voneinander unabhängig Gegenstand rechtlicher Regelungen sein. 

Slowakei-Erwerb-Real-Estate

Durch die Eintragung in das Liegenschaftskataster erfolgt der Eigentumsübergang.

Für land- und forstwirtschaftliche Grundstücke ist zum 1. Juni 2014 eine neue gesetzliche Regelung zur Veräußerung in Kraft getreten. Danach sind diejenigen Personen zum Erwerb von landwirtschaftlichen Flächen berechtigt, die seit mindestens drei Jahren in der Landwirtschaft tätig sind. Die in der entsprechenden Gemeinde ansässigen Landwirte haben ein Vorkaufsrecht auf landwirtschaftliche Flächen. Die Kaufinteressenten müssen seit zehn Jahren in der Slowakei ansässig sein. Sämtliche Verkaufsangebote für landwirtschaftliche Flächen müssen auf der Internetseite des Landwirtschaftsministeriums veröffentlicht werden.

Um ausländischen Investoren den Start in der Slowakei zu erleichtern, hat die Investitions- und Entwicklungsagentur eine Immobiliendatenbank erstellt.

Die Grunderwerbsteuer gibt es seit dem Jahr 2005 nicht mehr. Die Höhe der Immobiliensteuer wird von den Gemeinden festgesetzt.

Slowakei-Vergünstigungen

Auf Basis des Investitionsfördergesetzes ist es möglich, Anreize zu erhalten für die Industrieproduktion, für Technologiezentren, kombinierte Produktions- und Technologiezentren und Shared-Service-Center.

Neben steuerlichen Anreizen gibt es Zuschüsse für die Anschaffung von materiellen/immateriellen Anlagevermögen oder neu geschaffene Arbeitsplätze oder die Überlassung öffentlicher Immobilien zu vergünstigten Preisen. Unabhängig von der Förderform, gelten für die eingereichten Projekte dieselben Kriterien. Die Kriterien sind beschrieben im Abschnitt "Förderprogramme des Investitionslands".

Die steuerliche Förderung besteht in einer maximal zehnjährigen Reduzierung der Körperschaftsteuer. Die Höhe der Reduzierung hängt dabei von der Region ab, in der die Investition getätigt wird, das Land wurde hierzu in verschiedene Zonen eingeteilt. Informationen hierzu finden Sie bei der Förderagentur des Landes.

Die Slowakische Republik bietet eine Form der Unterstützung für geistiges Eigentum in Form einer Patentbox, einer speziellen Steuerregelung, die Einkünfte aus geistigem Eigentum, die durch wissenschaftliche und Forschungsaktivitäten erworben wurden, von der Steuer befreit. Diese Regelung sieht eine Befreiung von der Körperschaftssteuer vor: 50 % der Einnahmen aus Lizenzgebühren, 50 % der Einnahmen aus dem Verkauf von Produkten, bei denen das Patent, Gebrauchsmuster oder Geschmacksmuster im Produktionsprozess verwendet wurde.

Um insbesondere Forschung und Entwicklung noch stärker zu fördern, gibt es weitere Anreize, zum Beispiel können die Kosten für Forschung und Entwicklung seit 2020 zu 200 Prozent abgezogen werden. 

Die Slowakei erhält wie alle EU-Staaten Mittel aus den EU-Strukturfonds, die u.a. zur unternehmensbezogenen Regional- und Arbeitsmarktentwicklung eingesetzt werden. Die EU hat jedoch erst kurz vor Weihnachten 2020 ihren Haushalt mit Förderprogrammen ab 2021 festzurren können. Die Schwerpunkte der Förderungen in der aktuellen Periode liegen darin, dass die EU grüner, digitaler und widerstandsfähiger wird. 

 

Slowakei-Unternehmen-Förderung

Die Förderangebote der EU benötigen jedoch eine gewisse Anlaufzeit.  Ferner muss für den Einsatz der EU-Mittel in den Mitgliedstaaten, die EU erst jeweils die Operationellen Programme der Länder genehmigen. 

Der slowakische Aufbau- und Resilienzplan, mit dem das Land Geld aus der Aufbau- und Reslienzfazilität der EU beantragt hat, erhielt im Juni 2021 von der EU-Kommission ein positives Votum. Anschließend muss der Europäische Rat über den Plan beschließen, bevor die Slowakei Geld bekommt, damit das Land gestärkt aus der Corona-Pandemie hervorgehen kann.

In der Förderperiode 2014 bis 2020 gab es für die beiden EU-Strukturfonds Europäischer Fonds für die regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) für die Slowakei folgende Fördergebietskarte

In den Operationellen Programmen des Landes fanden die Maßnahmen aufgrund des Partnerschaftsabkommens über die Nutzung der EU-Struktur- und Investitionsfonds in der Slowakei ihren Niederschlag. 

Die maximale Förderhöhe für Vorhaben in der Slowakei wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an slowakische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

- Allgemeine staatliche Förderung

Die allgemeinen staatlichen Anreize sind im Investitionsfördergesetz niedergelegt. Grundsätzlich gibt es vier Formen von Investitionsanreizen: Steuererleichterung, Zuschüsse, Beiträge für neu geschaffene Arbeitsstellen und die Überlassung öffentlichen Eigentums zu vergünstigten Preisen. Auf Investitionsbeihilfen besteht kein rechtlicher Anspruch.

Unterstützt werden Investitionen in:

• Industrieproduktion

• Technologiezentren

• kombinierte Produktions- und Technologiezentren

• Shared Service Center

Jeder dieser Bereiche hat seine spezifischen Bedingungen, die erfüllt sein müssen, um nach Investitionsanreizen anzufragen. Wenn das anfragende Unternehmen ein KMU ist, müssen diese i.d.R die Hälfte der erforderlichen Mindest-Investitionssumme aufbringen und die Hälfte der neu zu schaffenden Arbeitsplätze. Wenn der Empfänger der Anreize ein KMU ist, dann kann die maximale Förderung um 10 bis 20 Prozent erhöht werden.

Das gesamte Land, mit Ausnahme der Region Bratislava ist in vier Zonen eingeteilt, in Abhängigkeit von der vorherrschenden Arbeitslosenquote, wobei die Zone A eine geringe Arbeitslosenquote aufweist und die Zone D die höchste.

Zu den in Frage kommenden Kosten zählen: Kosten für den Landerwerb, Kosten für den Immobilienerwerb, Kosten für technologische Ausrüstung und Maschinenerwerb sowie immaterielle Güter wie Lizenzen.

Die inhaltliche Prüfung und die Empfehlung zur Förderung obliegt der staatlichen Agentur Sario. Die Entscheidung über die tatsächliche Förderhöhe und die Zusage liegen beim Wirtschaftsministerium. Auch bei Erreichen der Förderkriterien besteht kein Rechtsanspruch auf Förderung.

Zur Industrieproduktion
Die Höhe der Mindest-Investitionssumme ist abhängig von der Arbeitslosenquote in der in Frage kommenden Region. Dies gilt auch für den Anteil neuer Technologien an den zu beschaffenden Anlagen. Ferner müssen eine bestimmte Anzahl an Arbeitsplätzen neu geschaffen werden, in Schwerpunktbereichen sind dies mindestens zehn, in weiteren Bereichen 20.

Fragt das investierende Unternehmen nach Steuervergünstigungen an, so muss es
•    in der Zone A mindestens 6 Millionen Euro investieren und 60 Prozent der Investition müssen in neue Technologien fließen
•    in der Zone B mindestens 3 Millionen Euro investieren und 50 Prozent der Investition müssen in neue Technologien fließen
•    in der Zone C mindestens 1,5 Millionen Euro investieren und 40 Prozent der Investition müssen in neue Technologien fließen
•    in der Zone D mindestens 0,2 Millionen Euro investieren und 30 Prozent der Investition müssen in neue Technologien fließen

Für die Förderung in Form von Zuschüssen für neu geschaffene Arbeitsplätze und Zuschüssen für die Anschaffung materiellen und immateriellen Anlagevermögens sowie vergünstigte Preise für öffentliche Immobilien gelten andere Werte. Diese sind bei der Förderagentur einsehbar.

Im Falle einer Ausdehnung einer bestehenden Produktion, muss die Investition mindestens zu einem Anstieg um 15 Prozent im Produktionsvolumen führen, um in den Genuss von Förderungen kommen zu können.

Zu Technologiezentren (Zentren der angewandten Forschung):
Die Förderung für Investitionen in diesem Bereich ist abhängig von einer Mindest-Investitionssumme, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Untergrenze des Durchschnittsgehalts in der Region abhängig von der angewandten Form der Investitionshilfe und der Priorität des Projekts  im Hinblick auf die sektorale Spezifikation.

Fragt das investierende Unternehmen nach Steuervergünstigungen, so muss es
•    in prioritären Sektoren mindestens 100.000 Euro investieren, 10 neue Arbeitsplätze schaffen und der zu zahlende Lohn muss das zweifache des Durchnittslohns in der Region betragen
•    in anderen Bereichen müssen mindestens 200.000 Euro investiert werden, 20 neue Arbeitsplätze schaffen und der Lohn muss das 1,7-fache des Durchschnitts in der Region betragen

 Als prioritäre Sektoren zählen bei der Industrieproduktion und den Technologiezentren folgende:
•    Herstellung von Nahrungsmittel
•    Herstellung chemischer Produkte
•    Herstellung grundlegender pharmazeutischer Produkte
•    Herstellung von Computer, elektronischen und optischen Produkten
•    Herstellung von Maschinen und (elektrischen) Ausrüstungen
•    Herstellung von Fahrzeugen und anderen Transportmitteln

Zu Geschäftsservice-Zentren:
Die Förderung in diesem Bereich ist vor allem abhängig von der Anzahl neu zu schaffender Arbeitsplätze und der Höhe der zu zahlenden Löhne.

Fragt das Unternehmen nach Steuervergünstigungen, so gibt es zwar keine Mindestinvestitionssumme die erbracht werden muss, aber
•    in prioritären Bereichen sind mindestens 20 Arbeitsplätze zu schaffen und das Lohnniveau muss das 1,8-fache des Durchschnittslohn in der Region betragen
•    in anderen Bereichen sind mindestens 50 neue Arbeitsplätze zu schaffen und das Lohnniveau muss das 1,5-fache des Durschnittslohns in der Region betragen

Als prioritäre Bereiche gelten in diesem Fall:
•    Informationstechnologie
•    Finanzwirtschaft
•    Unternehmensmanagement

Zur Förderung der Energieeffizienz von Gebäuden und erneuerbarer Energien hat die Europäische Bank für Wiederaufbau mit dem Umweltministerium der Slowakei und dem Agrar- und Umweltministerium von Spanien das Programm "Slovak Energy Efficiency and Renewable Energy Finance Facility (SLOVSEFF III)" entwickelt. Förderungen aus diesem Programm sind über lokale Banken erhältlich.

- Mittelstandsförderung

Die Slowak Business Agency bietet zahlreiche Arten von Mittelstandsförderung. So verwaltet sie beispielsweise auch Mikro-Darlehensprogramme und Venture Capital Funds, bietet Beratung, Ausbildung und ähnliche Unterstützung.
Slowak Business Agency
Karadžičova 2, 811 09 Bratislava 2 - SLOVENSKA REPUBLIKA
Tel.: +421 2 203 63 100
E-Mail: agency@sbagency.sk, Internet: http://www.sbagency.sk

 

Die staatliche slowakische Förderbank (SZRB) betreut mehrere Garantieprogramme und vergibt zinsgünstige Kredite.
Slovenska zarucna a rozvojova banka
Stefanikova 27, 81499 Bratislava - SLOVENSKA REPUBLIKA
Tel.: +421 2 57 29 21 11
E-Mail: info@szrb.sk, Internet: https://www.szrb.sk/

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. Für die Slowakei werden im o. g. Zeitraum 113,1 Mio. EUR zur Verfügung gestellt. 

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in der Slowakei mit verschiedenen EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des slowakischen Enterprise Europe Network sind in zwei Städten zu finden. 

- Regionalentwicklung

Die Slowakei ist in verschiedene Zonen eingeteilt, die die Höhe der Förderung oder der Steuerreduzierung bestimmen. Eine Übersicht gibt es bei der Investitions- und Handelsagentur Sario.

Darüber hinaus wurden in der Slowakei einige Industrieparks (auch Gewerbeparks, strategische oder Technologieparks genannt) eingerichtet. 

Ferner gibt es in verschiedenen Regionen eigene Entwicklungsagenturen, zum Beispiel die Regional Develpoment Agency Senec – Pezinok oder die Development Agency of the Žilina Self-governing region.

Förderagentur für Auslandsinvestitionen

Slovak Investment and Trade Development Agency (SARIO)
Trnavská cesta 100, 82101 Bratislava, SLOWAKEI
Tel.: +421 2 58 260 100
Fax: +421 2 58 260 109
E-Mail: sario@sario.sk, Internet: https://www.sario.sk/ (-> Englisch)

Slowakische Handels- und Industriekammer
Grösslingová 4, 81603 Bratislava - SLOWAKEI
Tel.: (00 421) 2 54 43 32 91
E-Mail: sopkurad@sopk.sk, Internet: http://web.sopk.sk/

Botschaft der Slowakischen Republik
Hildebrandstraße 25, 10785 Berlin
Tel.: 030 88926-200
Fax: 030 88926-222
E-Mail: emb.berlin@mzv.sk, Internet: https://www.mzv.sk/web/berlin (-> Deutsch)

Handels- und Wirtschaftsabteilung Berlin
Tel.: 030 889 26 255
Fax: 030 889 26 222
E-Mail: nadezda.cisarova@mzv.sk

Handels- und Wirtschaftsabteilung München
Vollmannstr. 25d
81925 München
Tel.: 089 91077935
Fax: 089 91077699
E-Mail: juraj.solcany@mzv.sk

AHK Slowakei
European Business Center
Suché mýto 1, SK-811 03 Bratislava, SLOWAKEI
Tel.: +421 2 20 85 06 20
E-Mail: info@ahk.sk, Internet: https://slowakei.ahk.de/

Einen kurzen allgemeinen Einblick in die Slowakei mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos.

Eine Vielzahl an Informationen stellt Germany Trade & Invest über die Slowakische Republik zur Verfügung.

Einen Exportbericht für die Slowakei erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Recherchen über Geschäftspartner können angestellt werden z. B. über das slowakische Firmenregister (Eingabeformular Englisch).

Öffentliche Ausschreibungen auf nationaler Ebene finden Sie beim Amt für das öffentliche Beschaffungswesen. Öffentliche Ausschreibungen aus der Slowakei, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie bei TED (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in der Slowakei zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile slowakischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in der Slowakei. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Vorhaben in der Slowakei erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für die Slowakei fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand September 2020. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/slowakei.html)  generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


030 20225 5796


030 20225 5799