Frankreich

Geschäftliche Rahmenbedingungen für Handel und Investition

Dank umfangreicher staatlicher Maßnahmen wie Kurzarbeit, Stundungen von Steuern/Abgaben, Kreditgarantien, Fonds für kleine Unternehmen etc. konnten Insolvenzen und Arbeitslosigkeit begrenzt werden. Experten gehen für das Jahr 2020 mit einem BIP-Rückgang von neun Prozent aus und einem Anstieg im kommenden Jahr von knapp sieben Prozent.

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Informationen zum Coronavirus für Unternehmen haben u.a. die Förderagentur des Landes, die AHK Frankreich und der DIHK zusammengefasst.

Frankreich bietet einen großen Markt mit einer wachsenden Bevölkerung, qualifizierten Arbeitskräften und einer guten Infrastruktur. In der Klimapolitik will Frankreich sowohl den Kohleausstieg bis 2022 als auch die CO2-Neutralität bis 2050 realisieren, was noch einige Anstrengungen erfordert, da die Regierung dies auch mit einer Reduktion der Atomenergie realisieren möchte. So soll der Anteil von Atomstrom bei der Stromerzeugung von 75 auf 50 Prozent bis 2035 gesenkt werden. Darüber hinaus sind in französischen kleinen und mittleren Produktionsbetrieben die Maschinen im Durchschnitt recht alt und der Einsatz von Industrierobotern ist wesentlich geringer als in anderen Industrieländern. Potenziell besteht somit ein hoher Modernisierungsbedarf. Ferner will das Land bei der Digitalisierung vorne mitspielen. Umweltschutz wurde als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen. Nach der jüngsten Umfrage der AHK Frankreich ergibt sich als oberster Erfolgsfaktor auf dem französischen Markt die Qualität von Produkten und Dienstleistungen. Seit August 2016 ist die Arbeitsmarktreform für mehr Flexibilität und Beschäftigung in Kraft. In den Jahren 2018 bis 2022 will die Regierung 57 Milliarden Euro in Infrastruktur, Innovation und Klimaschutz investieren. Im Jahr 2024 finden die Olympischen Spiele in Paris statt.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte geschäftlicher Rahmenbedingungen in Frankreich, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo. 

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Deutschland ist weiterhin Frankreichs wichtigster Handelspartner. Die deutschen Ausfuhren beliefen sich im Jahr 2019 auf rund 107 Milliarden Euro und die Einfuhren aus Frankreich auf 66 Milliarden Euro.

Nach Angaben von gtai beträgt der kumulierte Bestand ausländischer Direktinvestitionen im Jahr 2018 knapp 825.000 Millionen US-Dollar, Deutschland hat hieran einen Anteil von knapp 9 Prozent und belegt damit Platz 5.  Die deutsche Präsenz beläuft sich nach Angaben der französischen Botschaft auf rund 4.600 Unternehmen. Die französische Förderagentur Business France spricht von mehr als 25.000 ausländischen Unternehmen insgesamt. Im Jahr 2018 wurden von deutschen Unternehmen 180 neue Projekte in Frankreich realisiert.

Der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich beträgt im Jahr 2020 10,15 Euro/Stunde. Er wird regelmäßig angepasst.

Für Hermes-Bürgschaften erfolgt eine Entgeltberechnung auf der Basis eines Markttests. Es gibt keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. Befristet bis Ende 2020 können Exportgeschäfte zu  kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) abgesichert werden.

Das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel ist nach Angaben von Coface mittlerweile die Kreditkarte und nicht mehr der Scheck, der aber weiterhin weit verbreitet ist. Mehr Informationen zu Zahlungsmittel und zum Forderungseinzug finden sich auf Englisch bei Coface.

Frankreich hat gut 65 Millionen Einwohner, verteilt auf einer Fläche von 643.801 Quadratkilometern und das BIP/Kopf lag 2019 bei gut 36.000 Euro. Die Wirtschaft wird von Großunternehmen dominiert, die Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen ist wesentlich geringer als in Deutschland.

Frankreich will die Energieeffizienz steigern und ebenso den Einsatz der erneuerbaren Energien. Bei den erneuerbaren Energien soll der Anteil bis zum Jahr 2030 32 Prozent betragen. Der Schwerpunkt soll dabei auf Windenergie und Biogas liegen. Verbunden mit dem Rückstand, den Frankreich auf diesem Gebiet aufweist, ergeben sich gerade für deutsche Unternehmen im Bereich Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Umwelttechnologien gute Geschäftschancen, so Germany Trade & Invest. Informationen zum Energiemarkt in Frankreich sowie eine Analyse der Energieeffizienz in der Industrie bietet das BMWi unter dem Stichwort Frankreich.

Um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zu stärken, so dass die Kontakte der Unternehmen dieser Länder intensiviert werden, gibt es ein deutsch-französisches Büro für die Energiewende

E-Commerce ist in Frankreich weiter im Aufschwung: Die französischen Internetnutzer weisen eine hohe Bereitschaft zum Online-Kauf auf. Eine Broschüre "Online verkaufen in Frankreich" finden Sie bei der IHK Essen.

Zu den Einschätzungen deutscher Unternehmen in Frankreich finden Sie bei der AHK Frankreich eine Publikation.

  • Beim Doing-Business-Report 2020 der Weltbank liegt Frankreich auf Platz 32 (Stand: Oktober 2019), Details zur Zusammensetzung der Note befinden sich in dem Bericht.
  • Platz 23 belegt Frankreich beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International (Stand: Januar 2020).
  •  Auf Platz 15 befindet sich das Land beim Global Competitiveness Index des Weltwirtschaftsforums (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Frankreich Platz 21 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist das Land auf Platz 16 zu finden (Stand: Juli 2019). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Frankreich auf Platz 15 (Stand: Juni 2020).
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Grundsätzlich besteht Investitionsfreiheit. Es gibt jedoch für bestimmte ausländische Investitionen eine Genehmigungspflicht oder eine Pflicht zur vorherigen Meldung. Informationen zum Niederlassungs-, Gewerbe- und Wettbewerbsrecht in Frankreich hat die IHK Saarland zusammengestellt.  

Einige sensible Branchen sind "geschützt", d.h. für den Erwerb eines französischen Unternehmens dieser Branchen muss die Genehmigung (autorisation préalable) des Wirtschaftsministeriums vorliegen. Zu diesen Branchen gehören u.a. die Produktion im Bereich Kommunikationsüberwachung und weitere militärisch-industrielle Tätigkeiten. Eine Liste genehmigungspflichtiger Tätigkeiten und Berufe finden Sie bei Bpifrance.

Unternehmen, die nicht selbst ein Recycling sicherstellen, müssen für die Verwertung ihrer Verpackungen zahlen. Derzeit gilt dies für 14 Branchen, geplant ist aber eine Erweiterung um neue Sektoren.

Für Investoren (und für Exporteure) ebenfalls bedeutsam ist das Gesetz zum Schutz der französischen Sprache von 1994 (Nr. 94-665 - Loi Toubon), dessen Vorschriften zwingendes Recht sind. 

Zu kulturellen Besonderheiten siehe das Interview mit Alexandra Seidel-Lauer, Kommunikationsleiterin der AHK Frankreich. 

Weitere Informationen zur Verhandlungspraxis gibt gtai.

Wer Dienstleistungen in Frankreich erbringen möchte, findet bei gtai entsprechende Informationen über beispielsweise die Entsendung von Mitarbeitern oder gewerberechtliche Voraussetzungen. Im Baugewerbe wurde darüber hinaus ein Berufsausweis eingeführt und für bestimmte Leistungen, wie z. B. energetische Sanierungsmaßnahmen ist eine französische Zertifizierung erforderlich.

Informationen zur Mitarbeiterentsendung nach Frankreich finden Sie auch bei der IHK Südlicher Oberrhein.

Auch die Handwerkskammer Freiburg bietet Informationen über grenzüberschreitendes Arbeiten von Handwerksbetrieben

Über eine Einschätzung der Maßnahmen zur Vereinfachung des Entsenderechts in Frankreich informiert die AHK in einem Infoblatt.

Wie das deutsche Recht, kennt auch das französische die Unterscheidung in Personen- und Kapitalgesellschaften. Kapitalgesellschaften sind die bevorzugte Rechtsform für ausländische Investitionsvorhaben in Frankreich. 

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Hierfür stehen die Aktiengesellschaft, die vereinfachte Aktiengesellschaft und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung zur Verfügung.

AG: Société anonyme (SA):
Das Mindestkapital beträgt 37.000 EUR, hiervon ist die Hälfte sofort einzuzahlen, der Rest in den folgenden fünf Jahren. Bei börsennotierten Gesellschaften beträgt das Mindeststammkapital 225.000 Euro Die Gründung muss durch mindestens sieben Gründer erfolgen. Die Haftung der Aktionäre ist auf die Höhe der Einlage beschränkt.

Vereinfachte AG: Société par Actions Simplifiée (SAS):
Es handelt sich hierbei um eine selbstständige Gesellschaftsform und nicht nur um eine besondere Ausprägung der Aktiengesellschaft. Das Erfordernis des Mindestkapitals ist weggefallen. Die Kapitaldecke der SAS muss lediglich den langfristigen Finanzierungsbedarf der Gesellschaft sichern. Das gezeichnete Kapital muss bei der Gründung der Gesellschaft zur Hälfte eingezahlt sein, die Einzahlung des Restbetrages hat im Lauf der folgenden fünf Jahre zu erfolgen. Es existiert ferner keine Mindestzahl an Gesellschaftern, d.h. eine Einmann-AG (SASU) ist möglich. Die SAS bietet breite Gestaltungsfreiheit bei der Gründung, teilweise mehr als die SARL. Die Haftung ist auf die Höhe der Einlage begrenzt.

GmbH: Société à Responsabilité Limitée (SARL):
Das Stammkapital kann in den Statuten frei vereinbart werden. Theoretisch kann dieses 1 Euro betragen, jedoch erscheint die Kapitalausstattung des Unternehmens auf allen Geschäftspapieren. Bei Gründung muss mindestens ein Fünftel des Kapitals eingezahlt werden, der Rest in den folgenden fünf Jahren. Die Zahl der Gesellschafter ist auf 100 begrenzt. Die Ein-Mann-GmbH (Entreprise Unipersonelle à Responsabilité Limitée, EURL) ist möglich. Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt.

Seit 1. Januar 2011 ist auch der Einzelunternehmer mit beschränkter Haftung (Entrepreneur Individuel à Responsabilité Limitée, EIRL) möglich. Die Haftungsbeschränkung erlangt der E.I.R.L. durch die Abtrennung des Teils seiner Vermögensgüter, den er für die Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit benötigt, vom persönlichen Vermögen. 

Will der Einzelunternehmer als Kleinstunternehmer gelten und von bestimmten steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Erleichterungen profitieren, dann darf er bestimmte Schwellenwerte nicht überschreiten. Aktuelle Informationen zum micro- oder auto-entrepreneur auf Französisch zu dem Thema bietet Bpi France.

An Personengesellschaften gibt es beispielsweise die OHGs (Sociétés en Nom Collectif, SNC) oder die Kommanditgesellschaften (Sociétés en Commandite Simple, SCS).

Verbindungsbüro (bureau de liaison): Es ist rechtlich und wirtschaftlich unselbstständig, bleibt Teil des ausländischen Stammhauses und wird im Allgemeinen errichtet zur Beschaffung von Marktinformationen sowie zur Werbung für den Absatz der Produkte des Stammhauses (kein Verkauf).

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Alle gewerblich tätigen Unternehmen gleich welcher Rechtsform müssen ins örtliche Handelsregister (registre national du commerce et des sociétés) eingetragen werden. Die Führung des Handels- und Gesellschaftsregisters obliegt dem Tribunal de Commerce (Geschäftsstelle des Handelsgerichts).

Nur in den Départements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle sind die Tribunaux d'Instance (Amtsgerichte) zuständig. Ein Einblick in das französische Handelsregister ist unter folgender Internetadresse kostenpflichtig möglich.

Zur Vereinfachung des Gründungsprozesses wurden zentrale Antragstellen, so genannte „Centre de Formalités des Entreprises“ (CFE) eingerichtet, die die Formalitäten für den Handelsregistereintrag, bei den Steuerbehörden, den Sozialversicherungsträgern und sonstigen Ämtern erledigt, sie sind angesiedelt bei den französischen IHKs und HWKs.

Tipps für Gründer (Französisch) finden Sie bei bpifrance.

Impot sur les sociétés = IS)

Die Anwendung des Standardsatzes von 28 % für das Jahr 2020 ist auf Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 250 Millionen Euro beschränkt.  

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Für Unternehmen mit einem Umsatz von 250 Millionen Euro und mehr gilt der Satz von 28 % auf die ersten 500.000 Euro des zu versteuernden Einkommens. Darüber hinaus beträgt der Standard-Körperschaftssteuersatz 31 %.  Im Jahr 2021 soll der Satz bei 26,5 Prozent liegen und im Jahr 2022 bei 25 Prozent.


Territorialabgabe

Seit dem Jahr 2010 gibt es keine Gewerbesteuer mehr, sie wurde durch eine Territorialabgabe (Contribution économique territoriale, CET) ersetzt. Sie ist auf maximal 3 Prozent der Wertschöpfung des Unternehmens begrenzt und umfasst eine Abgabe auf Unternehmensimmobilien (CFE, cotisation foncière des entreprises) und eine Abgabe auf die Unternehmenswertschöpfung (CVAE, cotisation sur la valeur ajoutée des entreprises). Mehr Informationen hierzu beim französischen Finanzministerium

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(= taxe sur la valeur ajoutée - T.V.A.)

Der Normalsatz liegt bei 20 Prozent. Der ermäßigte Satz für Restaurations- und Beherbergungsleistungen beträgt zehn Prozent. Für viele Nahrungsmittel gilt ein Satz von 5,5 Prozent. 

Für einige Medikamente gibt es einen Satz von 2,1 Prozent.

Der Schwellenwert für die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung liegt für Dienstleistungsunternehmen bei 34.400 Euro und für produzierende Unternehmen bei 85.800 Euro.

Beim Portal der französischen Steuerbehörden finden Sie weitere Infos zur  „TVA“.

Der Text des derzeitigen DBA zwischen Deutschland und Frankreich ist zu finden beim Bundesfinanzministerium unter -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

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Der Zahlungsverkehr ist voll liberalisiert. Die Devisenkontrolle wurde abgeschafft. Nach der EU-Bestimmung EC/1889/2005 ist jedoch eine Deklarationspflicht beim Transport von Barmitteln oder Wertpapieren im Wert von mehr als 10.000 Euro vorgesehen, wenn diese von außerhalb der EU nach Frankreich ein- oder ausgeführt werden. 

Über diese Regelung hinaus, gibt es ein Dekret, dass die Deklarationspflicht beim Transport von Barmitteln oder Wertpapieren im Wert von mehr als 10.000 Euro auch innerhalb der Gemeinschaft vorsieht, wenn diese von Privatpersonen transportiert werden.

Nach Angaben des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz sind Bargeldzahlungen für in Frankreich lebende Personen nur noch bis zu einem Betrag von 1.000 Euro erlaubt. Für nicht in Frankreich dauerhaft ansässige Personen liegt die Grenze bei 10.000 Euro (gilt nicht für geschäftliche Transaktionen).

Rechtliche Beschränkungen für den Erwerb von Grundstücken sowie Geschäfts- und Industriegebäuden durch Ausländer bestehen nicht. 

Die französische Förderagentur bietet ihre Unterstützung bei der Suche nach Immobilien an. 

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Für den Erwerb von Immobilien werden in Frankreich vielfach zwei Verträge abgeschlossen: Ein Vorvertrag und ein notarieller Kaufvertrag. Bereits im Vorvertrag sollten sämtliche Einzelheiten berücksichtigt werden, die dann im notariellen Kaufvertrag übernommen werden.

Seit dem 1. Januar 2013 gilt in Frankreich für alle neuen Gebäude die Wärmeverordnung RT 2012, die bereits seit dem 28. November 2011 für Bürogebäude, Bildungseinrichtungen und Häuser in Stadterneuerungsgebieten Anwendung findet. Danach dürfen im Durchschnitt nur noch 50kWh pro Quadratmeter im Jahr verbraucht werden.

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Frankreich hat zur Förderung von Investitionen zahlreiche steuerliche Maßnahmen anzubieten.  Hierzu gehören Vorteile bei der Besteuerung der Forschung,  befristete Ausnahmeregelungen für innovative Neugründungen und neue Unternehmen.

Unternehmen, unabhängig von der Rechtsform, können für F&E-Aufwendungen eine Steuergutschrift erhalten. Die Vergünstigung beträgt 30 Prozent der aktuellen Aufwendungen bis 100 Millionen EUR, für über diesen Betrag hinausgehende Aufwendungen, beträgt der Satz noch fünf Prozent.

Die Steuergutschrift für Innovationsausgaben beträgt 20 Prozent der förderfähigen Ausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 400.000 Euro pro Jahr.

Förderfähig sind z.B. Personalkosten, Beauftragung von Forschungseinrichtungen, Patent- und Zertifizierungskosten, bestimmte Abschreibungen, etc.

Neue Unternehmen, die bis zum 31. Dezember 2022 gegründet werden, in F&E investieren und den Status einer innovativen Neugründung (JEI) oder einer Universitätsgründung (JEU) haben, können von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen befreit werden. Für das erste Geschäftsjahr kann die Vergünstigung für die Unternehmen in einer vollständigen Befreiung der Körperschaftsteuer bestehen, gefolgt von einer 50%igen Befreiung für das nächste Jahr, wenn sie einen Gewinn ausweisen. Ferner kann  der lokale Wirtschaftsbeitrag (CET) und die Grundsteuer für sieben Jahre nach einem Beschluss der lokalen Regierung entfallen.

Für neue Unternehmen  führt die Gründung in bestimmten Regionen zur Befreiung oder Ermäßigung der Gewinnsteuern für die ersten Jahre der Geschäftstätigkeit.

Mehr Infos unter:  https://www.impots.gouv.fr/portail/internationalenbusiness/tax-incentives

Über die Steuervergünstigungen hinaus leistet sich Frankreich eine Vielzahl von Instrumenten zur Investitionsförderung, die von in- und ausländischen Investoren in Anspruch genommen werden können. Hierzu zählen beispielsweise zinsvergünstigte Darlehen, direkte Subventionen für Ausrüstungen und Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, Unterstützung beim Immobilienerwerb und der Personalbeschaffung.

Wie alle EU-Staaten erhält Frankreich Mittel aus den EU-Strukturfonds. 

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Für die Förderperiode 2014 bis 2020 werden Frankreich 15,9 Milliarden Euro an Kohäsionsmittel zugewiesen. Anfang August 2014 hat die EU-Kommission mit Frankreich das Partnerschaftsabkommen über den Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds für Wirtschaft und Beschäftigung im Zeitraum 2014 bis 2020 abgeschlossen. 

Auf Basis des Partnerschaftsabkommens entwickelt jedes Land so genannte Operationelle Programme, in denen es um den Einsatz der Mittel in den Regionen geht. 

Zur Mittelstandsförderung kann Frankreich Unterstützungen aus den EU-Programmen COSME (Programm für die Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen und für kleine und mittlere Unternehmen) und Horizon (für Innovationen) landesweit einsetzen. Daneben werden Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln finanziert.

Die maximale Förderhöhe wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an französische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

Die Wirtschaftsförderung in Frankreich konzentriert sich auf die Steigerung von Forschung und Entwicklung. Ferner spielt der regionale Ausgleich eine Rolle. 

Für sämtliche Finanzhilfen gelten die von der Europäischen Kommission festgelegten regionalen Förderhöchstgrenzen. Wie immer gilt: Anträge sind vor Beginn der Maßnahmen zu stellen, eine rückwirkende Förderung ist nicht möglich. Aufgrund der Vielfältigkeit der Fördermöglichkeiten empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der Förderagentur "Business France", die dem Wirtschaftsministerium zugeordnet ist (siehe Kapitel Förderagentur).

Einen Eindruck über die vielfältigen Förderoptionen für Unternehmen vermittelt eine Seite des Instituts Superieur des Métiers in Zusammenarbeit mit dem Wirtschafts- und Finanzministerium sowie der Wettbewerbsdirektion. Hier kann nach Region und Art der Unterstützung gesucht werden.

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

- Regionalentwicklung

Für den Zeitraum 1. Juli 2014 bis 31. Dezember 2020 hat die EU-Kommission die Richtlinien für die Fördergebietskarte für Frankreich im Mai 2014 genehmigt. Darin ist festgelegt, welche Gebiete für regionale Investitionsbeihilfen in Betracht kommen und bis zu welcher Obergrenze den Unternehmen Beihilfen gewährt werden dürfen. Für große Unternehmen darf die Beihilfeintensität höchstens zehn Prozent der Investitionskosten betragen. Bei Investitionsvorhaben von kleinen und mittleren Unternehmen kann die Obergrenze angehoben werden, beispielsweise für kleine Unternehmen um bis zu 20 Prozentpunkte und für mittlere um bis zu zehn Prozentpunkte.

Für die beiden EU-Strukturfonds Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) gibt es eine Fördergebietskarte.

Der Staat fördert die Einrichtung neuer Hightech-Cluster, um große und kleine Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammenzubringen, so dass sie gemeinsam innovative Projekte entwickeln und Synergien erzielen. 

Den wichtigsten Investitionsanreiz stellt die Raumordnungsprämie (PAT, Prime d'Aménagement du Territoire) dar. Hierbei handelt es sich um eine Subvention, die der Arbeitsplatzförderung in den Fördergebieten dient. 

Für eine konkrete Betreuung wenden sich Unternehmen am besten an die regionalen Präfekturen oder die regionalen Wirtschaftsförderagenturen

- Mittelstandsförderung/-finanzierung

Um die Anschaffung von Robotik, 3D-Druckern, Steuerungssoftware zu unterstützen wurde am 1. Januar 2019 eine Sonderabschreibung von zusätzlich 40 Prozent bis Ende 2020 eingeführt.

Das Institut Bpifrance (Banque publique d'investissement, BPI) vereint die früheren Institute OSEO, CDC Entreprises, FSI und FSI Régions und agiert wie eine Förderbank. Auf deren Internetseiten sind sämtliche Bpifrance-Angebote zu finden.  Eine französische Bank muss einbezogen sein. Kontakte zu französischen Banken vermittelt für Firmenkunden der Sparkassen der CountryDesk der Sparkassen-Finanzgruppe (info@countrydesk.de).

Die Organisation AGEFOS-PME bietet Hilfestellung bei der Suche nach Weiterbildungsvorhaben für Angestellte von KMU.

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des französischen Enterprise Europe Network sind in 33 Städten zu finden.

- Unterstützung für Investitionen in den Umweltschutz/Einsatz Erneuerbare Energie

Verschiedene öffentliche Stellen können in diesem Bereich Maßnahmen anbieten:

- die Agentur für Umwelt und Kontrolle des Energieverbrauchs (ADEME, Agence en faveur de l'environnement et de la Maitrise de l'énergie)
- die Agentur für Wasser (Agence de l'eau)
- der Garantiefonds für Investitionen in die Kontrolle des Energieverbrauchs (FOGIME oder FIDEME)

 Für Förderungen im Bereich Solarenergie sind Informationen bei der Vereinigung Enerplan zu finden.

Die Agentur Business France ist zum 1. Januar 2015 entstanden aus Invest in France Agency und Ubifrance

Business France
77, bd Saint-Jacques, 75014 Paris - FRANKREICH
Tel.: +33 1 40 73 30 00
Internet: https://www.businessfrance.fr

Website des Zentralverbandes der Industrie- und Handelskammern mit allgemeinen Informationen zum unternehmerischen Tun in Frankreich sowie einer Adressdatenbank für die einzelnen Standorte der Handelskammern:
https://www.cci.fr

Karte/Adressen der einzelnen Kammern: https://www.cci.fr/web/organisation-du-reseau/annuaire

 

Die Tevea International ist ein Tochterunternehmen mehrerer nationaler und internationaler Sparkasseninstitute und -verbände. Sie hat zwar ihren Sitz in Paris, aber auch einen Internetauftritt auf Englisch (früher auch auf Deutsch). Sie bietet schwerpunktmäßig Fiskalvertretungen und Mehrwertsteuerrückerstattungen an.

Tevea International
29-31 rue Saint-Augustin, 75002 Paris
Tel.: +33 1 42 24 96 96
E-Mail: mail@tevea.com, Internet: https://www.tevea-international.com/en-gb/home

Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer
18, Rue Balard, 75015 PARIS
Tel.: +33 1 40 58 35 35
Fax: +33 1 45 75 47 39
E-Mail: ahk@francoallemand.com, Internet: https://www.francoallemand.com

Verbindungsbüro Berlin
Charlottenstraße 16, 10117 Berlin
E-Mail: ahk@francoallemand.com

Bureau Business France de Düsseldorf
Martin-Luther-Platz 26
D-40212 Düsseldorf
Tel.: +49(0)211/30041-0

 

Französische Botschaft
Pariser Platz 5, 10117 Berlin
Tel: 030 - 590 03 9000
Internet: https://de.ambafrance.org

 

Französische Industrie- und Handelskammer in Deutschland
CCI France Allemagne
Lebacher Straße 4, 66113 Saarbrücken
Tel: +49 (0)681 99630
E-Mail: r.ventimiglia@e-netmail.com, Internet: https://www.ccfa.de/de/

Die CCI France Allemagne bietet eine kostenlose Erstberatung an. 

Kurzer allgemeiner Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und im Investitionsland bietet das außenwirtschaftsportal IXPOS.

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Frankreich zur Verfügung.

"Erfolgreich Investieren in Frankreich" lautet der Titel einer Publikation der Französischen Industrie- und Handelskammer in Deutschland (CCI France Allemagne), die kostenlos bestellt werden kann. Darin werden vor allem verschiedene Vertriebsmöglichkeiten ausführlich erläutert.

Einen Leitfaden für Exporte erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Öffentliche Ausschreibungen auf nationaler Ebene finden Sie auf der Seite Boamp.

Öffentliche Ausschreibungen die europaweit publiziert werden müssen aufgrund ihres Umfangs finden Sie unter TED (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in Frankreich zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile französischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gern weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand August 2020. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird, die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite des EuropaService (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/irland-luxemburg/luxemburg.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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030 20225 5799

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