Frankreich: Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Politik dämpft Corona-Auswirkungen - Umweltschutz erhält mehr Gewicht

Dank umfangreicher staatlicher Maßnahmen wie Kurzarbeit, Stundungen von Steuern/Abgaben, Kreditgarantien, Fonds für kleine Unternehmen etc. konnten Insolvenzen und Arbeitslosigkeit in der Corona-Pandemie begrenzt werden. Experten gehen für das Jahr 2020 mit einem BIP-Rückgang von acht Prozent aus und einem Anstieg im Jahr 2021 von sechs Prozent.

Aktuelles und Perspektiven

Frankreich-Wirtschaft-Wachstum-Umwelt

Informationen zum Coronavirus in Frankreich, die für Unternehmen interessant sind, haben u.a. der Zentralverband der französischen IHK und die  AHK Frankreich zusammengefasst.

Frankreich bietet einen großen Markt mit einer wachsenden Bevölkerung, qualifizierten Arbeitskräften und einer guten Infrastruktur. In der Klimapolitik will Frankreich sowohl den Kohleausstieg bis 2022 als auch die CO2-Neutralität bis 2050 realisieren, was noch einige Anstrengungen erfordert.

Darüber hinaus sind in französischen kleinen und mittleren Produktionsbetrieben die Maschinen im Durchschnitt recht alt und der Einsatz von Industrierobotern ist wesentlich geringer als in anderen Industrieländern. Potenziell besteht somit ein hoher Modernisierungsbedarf. Ferner will das Land bei der Digitalisierung vorne mitspielen. Umweltschutz wurde als Staatsziel in die Verfassung aufgenommen. Nach der jüngsten Umfrage der AHK Frankreich ergibt sich als oberste Erfolgsfaktoren auf dem französischen Markt die Qualität von Produkten und Dienstleistungen sowie der Kundenservice. Im Jahr 2024 finden die Olympischen Spiele in Paris statt, dies kann Unternehmen aus Deutschland neue Chancen eröffnen.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in Frankreich, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo. 

Frankreich-Wirtschaft-grüne-Energie

Deutschland ist weiterhin Frankreichs wichtigster Handelspartner, mit einem Anteil von fast 15 Prozent bei den Hauptlieferländern und gut 14 Prozent bei den Hauptabnehmerländern. Die deutschen Ausfuhren beliefen sich im Jahr 2020 auf rund 91 Milliarden Euro und die Einfuhren aus Frankreich auf gut 56 Milliarden Euro.

Nach Angaben von gtai beträgt der kumulierte Bestand ausländischer Direktinvestitionen im Jahr 2019 knapp 869.000 Millionen US-Dollar, Deutschland hat hieran einen Anteil von knapp 10 Prozent und belegt damit Platz 5.  Die deutsche Präsenz beläuft sich nach Angaben der AHK Frankreich auf gut 2.500 Unternehmen.  

Der gesetzliche Mindestlohn in Frankreich beträgt im Jahr 2021 10,25 Euro/Stunde. Er wird regelmäßig angepasst. Für mehr Flexibilität und Beschäftigung ist seit einigen Jahren eine Arbeitsmarktreform in Kraft.

Für Hermes-Bürgschaften erfolgt für Frankreich eine Entgeltberechnung auf der Basis eines Markttests. Es gibt keine OECD-weit gültige Entgeltkategorie. Befristet bis 31. Dezember 2021 können Exportgeschäfte zu  kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) abgesichert werden.

Das am häufigsten verwendete Zahlungsmittel ist nach Angaben von Coface mittlerweile die Bankkarte und nicht mehr der Scheck, der aber weiterhin weit verbreitet ist. Mehr Informationen zu Zahlungsmittel und zum Forderungseinzug finden sich auf Englisch bei Coface.

Frankreich hat gut 65 Millionen Einwohner, verteilt auf einer Fläche von fast 550.000 Quadratkilometern und das BIP/Kopf lag 2020 bei fast 35.000 Euro. Die Wirtschaft wird von Großunternehmen dominiert, die Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen ist wesentlich geringer als in Deutschland. Informationen zu einigen Branchen hat die Förderagentur zusammengefasst.

Frankreich will die Energieeffizienz steigern und ebenso den Einsatz der erneuerbaren Energien. Bei den erneuerbaren Energien soll der Anteil bis zum Jahr 2030 32 Prozent betragen. Der Schwerpunkt soll dabei auf Windenergie und Biogas liegen. Verbunden mit dem Rückstand, den Frankreich auf diesem Gebiet aufweist, ergeben sich gerade für deutsche Unternehmen im Bereich Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Umwelttechnologien gute Geschäftschancen, so Germany Trade & Invest. Informationen zum Energiemarkt in Frankreich sowie eine Analyse der Energieeffizienz in der Industrie bietet das BMWi unter dem Stichwort Frankreich.

Um die Zusammenarbeit zwischen Deutschland und Frankreich auf dem Gebiet der erneuerbaren Energien zu stärken, so dass die Kontakte der Unternehmen dieser Länder intensiviert werden, gibt es ein deutsch-französisches Büro für die Energiewende

E-Commerce ist in Frankreich weiter im Aufschwung: Die französischen Internetnutzer weisen eine hohe Bereitschaft zum Online-Kauf auf. Eine Broschüre "Online verkaufen in Frankreich" finden Sie bei der IHK Essen.

Zu den Einschätzungen deutscher Unternehmen in Frankreich finden Sie bei der AHK Frankreich eine Publikation.

  • Beim Doing-Business-Report 2020 der Weltbank liegt Frankreich auf Platz 32 (Stand: Oktober 2019), Details zur Zusammensetzung der Note befinden sich in dem Bericht.
  • Platz 23 belegt Frankreich beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International (Stand: Januar 2021).
  • Zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in Frankreich hat die EU-Kommission erneut einen Bericht veröffentlicht (Stand: Juli 2021).
  •  Auf Platz 15 befindet sich Frankreich beim Global Competitiveness Index des Weltwirtschaftsforums (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Frankreich Platz 21 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist Frankreich auf Platz  11 zu finden (Stand: September 2021). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Frankreich auf Platz 15 (Stand: Juni 2020).
Frankreich-Investitionen-Vorschriften

Grundsätzlich besteht Investitionsfreiheit. Es gibt jedoch für bestimmte ausländische Investitionen eine Genehmigungspflicht oder eine Pflicht zur vorherigen Meldung. Informationen zum Niederlassungs-, Gewerbe- und Wettbewerbsrecht in Frankreich hat die IHK Saarland zusammengestellt.  

Einige sensible Branchen sind "geschützt", d.h. für den Erwerb eines französischen Unternehmens dieser Branchen muss die Genehmigung (autorisation préalable) des Wirtschaftsministeriums vorliegen. Zu diesen Branchen gehören u.a. die Produktion im Bereich Kommunikationsüberwachung und weitere militärisch-industrielle Tätigkeiten. Informationen über reglementierte Tätigkeiten und Berufe finden Sie bei Bpifrance.

Für Investoren (und für Exporteure) ebenfalls bedeutsam ist das Gesetz zum Schutz der französischen Sprache von 1994 (Nr. 94-665 - Loi Toubon), dessen Vorschriften zwingendes Recht sind. 

Zu kulturellen Besonderheiten siehe das Interview mit Alexandra Seidel-Lauer, Kommunikationsleiterin der AHK Frankreich. 

Weitere Informationen zur Verhandlungspraxis gibt gtai.

Wer Dienstleistungen in Frankreich erbringen möchte, findet bei gtai entsprechende Informationen über beispielsweise die Entsendung von Mitarbeitern oder gewerberechtliche Voraussetzungen. Im Baugewerbe wurde darüber hinaus ein Berufsausweis eingeführt und für bestimmte Leistungen, wie z. B. energetische Sanierungsmaßnahmen ist eine französische Zertifizierung erforderlich.

Aktuelle Informationen zur Mitarbeiterentsendung nach Frankreich finden Sie auch bei der IHK Südlicher Oberrhein.

Auch die Handwerkskammer Freiburg bietet Informationen über grenzüberschreitendes Arbeiten von Handwerksbetrieben

Unternehmen, die nicht selbst ein Recycling sicherstellen, müssen für die Verwertung ihrer Verpackungen zahlen. 

Wie das deutsche Recht, kennt auch das französische die Unterscheidung in Personen- und Kapitalgesellschaften. Kapitalgesellschaften sind die bevorzugte Rechtsform für ausländische Investitionsvorhaben in Frankreich. 

Frankreich-Unternehmen-Recht

Hierfür stehen die Aktiengesellschaft, die vereinfachte Aktiengesellschaft und die Gesellschaft mit beschränkter Haftung zur Verfügung.

AG: Société anonyme (SA):
Das Mindestkapital beträgt 37.000 EUR, hiervon ist die Hälfte sofort einzuzahlen, der Rest in den folgenden fünf Jahren. Bei börsennotierten Gesellschaften beträgt das Mindeststammkapital 225.000 Euro Die Gründung muss durch mindestens sieben Gründer erfolgen. Die Haftung der Aktionäre ist auf die Höhe der Einlage beschränkt. Die Einlage kann nicht in Form von Dienstleistungen erbracht werden. Diese Rechtsform kommt in Frankreich häufiger vor, als in Deutschland. 



Vereinfachte AG: Société par Actions Simplifiée (SAS):
Es handelt sich hierbei um eine selbstständige Gesellschaftsform und nicht nur um eine besondere Ausprägung der Aktiengesellschaft. Das Erfordernis des Mindestkapitals ist weggefallen. Die Kapitaldecke der SAS muss lediglich den langfristigen Finanzierungsbedarf der Gesellschaft sichern. Das gezeichnete Kapital muss bei der Gründung der Gesellschaft zur Hälfte eingezahlt sein, die Einzahlung des Restbetrages hat im Lauf der folgenden fünf Jahre zu erfolgen. Es existiert ferner keine Mindestzahl an Gesellschaftern, d.h. eine Einmann-AG (SAS Unipersonelle, SASU) ist möglich. Die SAS bietet breite Gestaltungsfreiheit bei der Gründung, teilweise mehr als die SARL. Die Haftung ist auf die Höhe der Einlage begrenzt.

GmbH: Société à Responsabilité Limitée (SARL):
Das Stammkapital kann in den Statuten frei vereinbart werden. Theoretisch kann dieses 1 Euro betragen, jedoch erscheint die Kapitalausstattung des Unternehmens auf allen Geschäftspapieren. Die Zahl der Gesellschafter ist auf 100 begrenzt. Die Ein-Mann-GmbH (Entreprise Unipersonelle à Responsabilité Limitée, EURL) ist möglich. Die Haftung ist auf die Einlage beschränkt. Diese Rechtsform kommt in Frankreich seltener vor, als in Deutschland.

 

Seit 1. Januar 2011 ist auch der Einzelunternehmer mit beschränkter Haftung (Entrepreneur Individuel à Responsabilité Limitée, EIRL) möglich. Die Haftungsbeschränkung erlangt der E.I.R.L. durch die Abtrennung des Teils seiner Vermögensgüter, den er für die Ausübung seiner beruflichen Tätigkeit benötigt, vom persönlichen Vermögen. 

Will der Einzelunternehmer als Kleinstunternehmer gelten und von bestimmten steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Erleichterungen profitieren, dann darf er bestimmte Schwellenwerte nicht überschreiten. 

 

An Personengesellschaften gibt es beispielsweise die OHGs (Sociétés en Nom Collectif, SNC) oder die KG (Sociétés en Commandite Simple, SCS). Aus Haftungsgründen werden diese Rechtsformen jedoch nicht häufig gewählt

Verbindungsbüro (bureau de liaison): Es ist rechtlich und wirtschaftlich unselbstständig, bleibt Teil des ausländischen Stammhauses und wird im Allgemeinen errichtet zur Beschaffung von Marktinformationen sowie zur Werbung für den Absatz der Produkte des Stammhauses (kein Verkauf).

Frankreich-Unternehmen-Register

Alle gewerblich tätigen Unternehmen gleich welcher Rechtsform müssen ins örtliche Handelsregister (registre national du commerce et des sociétés) eingetragen werden. Die Führung des Handels- und Gesellschaftsregisters obliegt dem Tribunal de Commerce (Geschäftsstelle des Handelsgerichts).

Nur in den Départements Haut-Rhin, Bas-Rhin und Moselle sind die Tribunaux d'Instance (Amtsgerichte) zuständig. Ein Einblick in das französische Handelsregister ist unter folgender Internetadresse möglich.

Zur Vereinfachung des Gründungsprozesses wurden zentrale Antragstellen, so genannte „Centre de Formalités des Entreprises“ (CFE) eingerichtet, die die Formalitäten für den Handelsregistereintrag, bei den Steuerbehörden, den Sozialversicherungsträgern und sonstigen Ämtern erledigt, sie sind angesiedelt bei den französischen IHKs und HWKs.

Tipps für Gründer (Französisch) finden Sie bei bpifrance.

Impot sur les sociétés = IS)

Die Anwendung des Standardsatzes von 27,5 Prozent für das Jahr 2021 ist auf Unternehmen mit einem Umsatz von 250 Millionen Euro oder mehr beschränkt.  

Frankreich-Unternehmen-Steuer

Für Unternehmen mit einem Umsatz von weniger als 250 Millionen Euro gilt der Satz von 26,5 Prozent . Im Jahr 2022 soll der Satz bei 25 Prozent liegen.

Für einen Gewinn bis zu 38.120 Euro ist ein reduzierter Satz von 15 Prozent anwendbar.


Territorialabgabe

Seit dem Jahr 2010 gibt es keine Gewerbesteuer mehr, sie wurde durch eine Territorialabgabe (Contribution économique territoriale, CET) ersetzt. Im Jahr 2021 ist sie auf maximal 2 Prozent der Wertschöpfung des Unternehmens begrenzt worden, von zuvor 3 Prozent, und umfasst eine Abgabe auf Unternehmensimmobilien (CFE, cotisation foncière des entreprises) und eine Abgabe auf die Unternehmenswertschöpfung (CVAE, cotisation sur la valeur ajoutée des entreprises). Mehr Informationen hierzu beim französischen Finanzministerium

Frankreich-Geschäft-Mehrwertsteuer

(= taxe sur la valeur ajoutée - T.V.A.)

Der Normalsatz liegt bei 20 Prozent. Der ermäßigte Satz für Restaurations- und Beherbergungsleistungen beträgt zehn Prozent. Für viele Nahrungsmittel gilt ein Satz von 5,5 Prozent. 

Für einige Medikamente gibt es einen Satz von 2,1 Prozent.

Der Schwellenwert für die Anwendung der Kleinunternehmer-Regelung liegt für Dienstleistungsunternehmen bei 34.400 Euro und für produzierende Unternehmen bei 85.800 Euro.

Beim Portal der französischen Steuerbehörden finden Sie weitere Infos zur  „TVA“.

Der Text des derzeitigen DBA zwischen Deutschland und Frankreich ist zu finden beim Bundesfinanzministerium unter -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

Frankreich-Geschäft-Grenze
Frankreich-Euro-Devisen

Der Zahlungsverkehr ist voll liberalisiert. Die Devisenkontrolle wurde abgeschafft. Nach der EU-Bestimmung EC/1889/2005 ist jedoch eine Deklarationspflicht beim Transport von Barmitteln oder Wertpapieren im Wert von mehr als 10.000 Euro vorgesehen, wenn diese von außerhalb der EU nach Frankreich ein- oder ausgeführt werden. 

Nach Angaben des Zentrums für Europäischen Verbraucherschutz sind Bargeldzahlungen für in Frankreich lebende Personen nur noch bis zu einem Betrag von 1.000 Euro erlaubt. Für nicht in Frankreich dauerhaft ansässige Personen liegt die Grenze bei 10.000 Euro (gilt nicht für geschäftliche Transaktionen).

Rechtliche Beschränkungen für den Erwerb von Grundstücken sowie Geschäfts- und Industriegebäuden durch Ausländer bestehen nicht. 

Die französische Förderagentur bietet ihre Unterstützung bei der Suche nach Immobilien an. 

Frankreich-Immobilien-Erwerb

Für den Erwerb von Immobilien werden in Frankreich vielfach zwei Verträge abgeschlossen: Ein Vorvertrag und ein notarieller Kaufvertrag. Bereits im Vorvertrag sollten sämtliche Einzelheiten berücksichtigt werden, die dann im notariellen Kaufvertrag übernommen werden.

Seit dem 1. Januar 2013 gilt in Frankreich für alle neuen Gebäude die Wärmeverordnung RT 2012, die bereits seit dem 28. November 2011 für Bürogebäude, Bildungseinrichtungen und Häuser in Stadterneuerungsgebieten Anwendung findet. Danach dürfen im Durchschnitt nur noch 50kWh pro Quadratmeter im Jahr verbraucht werden.

Frankreich-Steuern-Vergünstigungen

Frankreich hat zur Förderung von Investitionen zahlreiche steuerliche Maßnahmen anzubieten.  Hierzu gehören zum Beispiel Vorteile im Zusammenhang mit Forschungsausgaben und  befristete Ausnahmeregelungen für innovative Neugründungen.

Alle Unternehmen, die in Frankreich angesiedelt sind, unabhängig von der Rechtsform und ihrer Größe, können für F&E-Aufwendungen eine Steuergutschrift erhalten. Die Vergünstigung beträgt 30 Prozent der aktuellen Aufwendungen bis 100 Millionen Euro, für über diesen Betrag hinausgehende Aufwendungen, beträgt der Satz noch fünf Prozent.

Für KMU wurde die Steuergutschrift auf Forschung auf Innovationsausgaben ausgeweitet. Die Gutschrift beträgt 20 Prozent der förderfähigen Ausgaben bis zu einem Höchstbetrag von 400.000 Euro pro Jahr.

Förderfähig sind z.B. Personalkosten, Beauftragung von Forschungseinrichtungen, Patent- und Zertifizierungskosten, bestimmte Abschreibungen, etc.

Neue Unternehmen, die bis zum 31. Dezember 2022 gegründet werden, in F&E investieren und den Status einer innovativen Neugründung (JEI) oder einer Universitätsgründung (JEU) haben, können von Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen befreit werden. Für das erste Geschäftsjahr kann die Vergünstigung für die Unternehmen in einer vollständigen Befreiung der Körperschaftsteuer bestehen, gefolgt von einer 50%igen Befreiung für das nächste Jahr, wenn sie einen Gewinn ausweisen. Ferner kann  der lokale Wirtschaftsbeitrag (CET) und die Grundsteuer für sieben Jahre nach einem Beschluss der lokalen Regierung entfallen.

Mehr Infos unter:  https://www.impots.gouv.fr/portail/internationalenbusiness/tax-incentives

Nach Angaben von Deloitte gibt es auch eine Patentboxregelung, nach der Einnahmen die aus bestimmten Patenten resultieren, mit einem Körperschaftsteuersatz von 10 Prozent versteuert werden.

Über die Steuervergünstigungen hinaus leistet sich Frankreich eine Vielzahl von Instrumenten zur Investitionsförderung. Hierzu zählen beispielsweise zinsvergünstigte Darlehen, direkte Subventionen für Ausrüstungen und Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten, Unterstützung beim Immobilienerwerb und der Personalbeschaffung.

Einen Eindruck über die vielfältigen Förderoptionen für Unternehmen vermittelt eine Seite des Instituts Superieur des Métiers, dort kann nach verschiedenen Kriterien gefiltert werden.

Frankreich-Unternehmen-Förderung

Ein Teil dieser Maßnahmen wird mit EU-Geldern finanziert. Um zum Beispiel die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft zu mindern, hat die EU die Aufbau- und Resilienzfazilität in Höhe von 672,5 Milliarden Euro, davon 312,5 Milliarden Euro an Zuschüssen, aufgelegt. Um hiervon 39,4 Milliarden Euro an Zuschüssen zu bekommen, hat das Land den französischen Aufbau- und Resilienzplan erstellt. Dieser Plan wurde Ende Juni 2021 von der EU-Kommission gebilligt, und Mitte Juli 2021 auch vom Europäischen Rat, so dass erste Gelder fließen können. Einige Maßnahmen des französischen Aufbau- und Resilienzplans sind bereits im Konjunkturpaket (Plan de relance) enthalten, das im September 2020 verabschiedet wurde. In der Rubrik für Unternehmen können Filter nach Themen gesetzt werden, um zu ermitteln, welche Unterstützungen es geben kann.

Neben Geldern aus der EU-Aufbau- und Resilienzfazilität erhält Frankreich auch Mittel aus den EU-Strukturfonds. Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist im Juli 2021 die neue Fördergebietskarte für Frankreich veröffentlicht worden. Sie teilt das Land in stärker entwickelte und Übergangsregionen. Diese Fördergebietskarte ermöglicht Frankreich gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen, um die Förderung der regionalen Entwicklung voranzubringen. Ab 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.

Derzeit haben Frankreich und die EU-Kommission noch kein Partnerschaftsabkommen für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds beinhaltet. Auf Basis dieses Partnerschaftsabkommens werden dann operationelle Programme entwickelt, in denen die Investitionsprioritäten und konkreten Maßnahmen Frankreichs und seiner Regionen festgelegt sind. Sobald dies erfolgt ist, werden die Angaben in dieser Länderinformation ergänzt.

Informationen zur Kohäsionspolitik der EU für die Periode 2021 bis 2027 hat die EU auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für einzelne Elemente Filter gesetzt werden, so dass man Infos über Frankreich erhält.

Frankreich finanziert Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen bzw. regionalen Haushaltsmitteln.

Die maximale Förderhöhe für Vorhaben in Frankreich wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune. Solche Höchstförderquoten sind nicht gleichzusetzen mit der tatsächlichen Förderung, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:

- Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- Anträge auf Förderung sind an französische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.

Die Wirtschaftsförderung in Frankreich konzentriert sich auf die Steigerung von Forschung und Entwicklung sowie die Entwicklung hin zu einer grüneren und widerstandsfähigeren Wirtschaft. Ferner spielt der regionale Ausgleich eine Rolle. 

Für sämtliche Finanzhilfen gelten die von der Europäischen Kommission festgelegten regionalen Förderhöchstgrenzen. Wie immer gilt: Anträge sind vor Beginn der Maßnahmen zu stellen, eine rückwirkende Förderung ist nicht möglich. Aufgrund der Vielfältigkeit der Fördermöglichkeiten empfiehlt sich die Kontaktaufnahme mit der Förderagentur "Business France", die dem Wirtschaftsministerium zugeordnet ist (siehe Kapitel Förderagentur).

 

- Regionalentwicklung

Der Staat fördert die Einrichtung neuer Hightech-Cluster, um große und kleine Unternehmen, Forschungs- und Bildungseinrichtungen zusammenzubringen, so dass sie gemeinsam innovative Projekte entwickeln und Synergien erzielen. 

Für eine konkrete Betreuung wenden sich Unternehmen am besten an die regionalen Präfekturen oder die regionalen Wirtschaftsförderagenturen

- Mittelstandsförderung/-finanzierung

Das Institut Bpifrance (Banque publique d'investissement, BPI) vereint die früheren Institute OSEO, CDC Entreprises, FSI und FSI Régions und agiert wie eine Förderbank. Auf deren Internetseiten sind sämtliche Bpifrance-Angebote zu finden.  Eine französische Bank muss einbezogen sein. Kontakte zu französischen Banken vermittelt für Firmenkunden der Sparkassen der CountryDesk der Sparkassen-Finanzgruppe (info@countrydesk.de).

Die Organisation Opcoep bietet KMU Hilfestellung bei der Entwicklung geeigneter Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen.

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Frankreich mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des französischen Enterprise Europe Network sind in 33 Städten zu finden.

- Unterstützung bei Umweltschutz-Maßnahmen

Verschiedene öffentliche Stellen können in diesem Bereich Maßnahmen anbieten:

- die Agentur für den ökologischen Übergang (ADEME, l’Agence de la transition écologique )
- die Agentur für Wasser (Agence de l'eau)
- der Garantiefonds für Investitionen in die Kontrolle des Energieverbrauchs (FOGIME oder FIDEME)

Die Agentur Business France ist zum 1. Januar 2015 entstanden aus Invest in France Agency und Ubifrance

Business France
77, bd Saint-Jacques, 75014 Paris - FRANKREICH
Tel.: +33 1 40 73 30 00
Internet: https://www.businessfrance.fr

Website des Zentralverbandes der Industrie- und Handelskammern mit allgemeinen Informationen zum unternehmerischen Tun in Frankreich sowie einer Adressdatenbank für die einzelnen Standorte der Handelskammern:
https://www.cci.fr

Karte/Adressen der einzelnen Kammern: https://www.cci.fr/contact

Deutsch-Französische Industrie- und Handelskammer
18, Rue Balard, 75015 PARIS
Tel.: +33 1 40 58 35 35
Fax: +33 1 45 75 47 39
E-Mail: ahk@francoallemand.com, Internet: https://www.francoallemand.com

Verbindungsbüro Berlin
Charlottenstraße 16, 10117 Berlin
E-Mail: ahk@francoallemand.com

Bureau Business France de Düsseldorf
Martin-Luther-Platz 26
D-40212 Düsseldorf
Tel.: +49(0)211/30041-0

 

Französische Botschaft
Pariser Platz 5, 10117 Berlin
Tel: 030 - 590 03 9000
Internet: https://de.ambafrance.org

 

Französische Industrie- und Handelskammer in Deutschland
CCI France Allemagne
Lebacher Straße 4, 66113 Saarbrücken
Tel: +49 (0)681 9963164
E-Mail: t.klein@ccfa.de, Internet: https://www.ccifrance-allemagne.fr/de/

Die CCI France Allemagne bietet eine kostenlose Erstberatung an. 

Einen kurzen allgemeinen Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und Frankreich bietet das Außenwirtschaftsportal IXPOS.

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Frankreich zur Verfügung.

Einen Leitfaden für Exporte nach Frankreich, erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Öffentliche Ausschreibungen auf nationaler Ebene finden Sie auf der Seite Boamp.

Öffentliche Ausschreibungen die europaweit publiziert werden müssen aufgrund ihres Umfangs finden Sie unter TED (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in Frankreich zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile französischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in Frankreich. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Ihr Vorhaben in Frankreich erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für Frankreich fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gern weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand August 2021. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird, die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite des EuropaService (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/irland-luxemburg/luxemburg.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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