Kroatien: Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Günstige Lage und Nachholbedarf bieten Chancen

Corona und schwere Erdbeben haben im Jahr 2020 zu einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts um acht Prozent geführt. Die EU-Kommission prognostiziert für 2021 ein Plus von gut fünf Prozent. Um die negativen Corona-Auswirkungen zu überwinden, plant die Regierung umfangreiche Investitionen in die Digitalisierung, das Gesundheitswesen und den Infrastrukturausbau.

Aktuelles und Perspektiven

Kroatien-Wirtschaft-Tourismus-Klima

Informationen zu Corona in Kroatien, die für Unternehmen interessant sind, hat u.a. die AHK des Landes zusammengestellt. Weitere Ansprechpartner finden Sie in diesem Länderinfo.

In der Europäischen Union will sich Kroatien als Mittler zu den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens etablieren. Zu den primären wirtschaftspolitischen Zielen gehört die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der kroatischen Industrie. Weiterhin gibt es gute Gründe in Kroatien zu investieren, wie die EU-Mitgliedschaft und die Lage zwischen Westeuropa und dem westlichen Balkan. Von den Anfang 2021 von der AHK Kroatien befragten Unternehmen würden sich 74 Prozent wieder für den Standort Kroatien entscheiden. Als Vorteile des Landes gelten die Qualifikation der Arbeitnehmer, deren Produktivität und Leistungsbereitschaft sowie die gut ausgebaute Infrastruktur. Als wichtige wirtschaftspolitische Handlungsfelder betrachten viele Fimen jedoch nach wie vor die Verbesserung der Bekämpfung von Korruption und Kriminalität sowie die Verbesserung des Rechts- und Steuersystems. Erklärtes Ziel der aktuellen Regierung ist daher die Verbesserung des Investitionsklimas. Aufgrund der großen Abhängigkeit vom Tourismus strebt die Regierung eine größere Diversifikation der Wirtschaft an. Ferner soll die regionale Entwicklung gleichmäßiger erfolgen. In vielen Branchen besteht weiterhin Entwicklungspotenzial, so dass sich zahlreiche Chancen für deutsche Unternehmen ergeben.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Investitionsbedingungen in Kroatien, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

Kroatien-Wirtschaft-Wasserenergie

Deutschland ist mit einem Handelsvolumen von fünf Milliarden Euro ein wichtiger Handelspartner für Kroatien. Im Jahr 2020 betrug der Anteil Deutschlands bei den Lieferländern 15,3 Prozent und bei den Abnehmerländern 12,8 Prozent.

Die ausländischen Direktinvestitionen kumulieren sich im Jahr 2019 auf einen Bestand von fast 30 Milliarden US-Dollar. Der Anteil Deutschlands hieran beträgt gut elf Prozent, damit liegt das Land hinter Österreich und den Niederlanden auf Platz drei. 

Der gesetzliche Mindestlohn für das Jahr 2021 beträgt 3,26 Euro/Stunde.

Für Hermes-Bürgschaften gilt für Kroatien die Kategorie vier. Befristet bis 31. Dezember 2021 können Exportgeschäfte zu  kurzfristigen Zahlungsbedingungen (bis 24 Monate Kreditlaufzeit) abgesichert werden.  Eine Risikoeinschätzung des Landes gibt es bei Coface.

Kroatien umfasst eine Fläche von knapp 57.000 Quadratkilometern mit Grenzen zu Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro. In dem Land leben 4 Millionen Einwohner. Kroatien erwirtschaftete im Jahr 2020 ein BIP von rund 49 Milliarden Euro. Ein großer Teil der EU-Gelder soll in die Abfall-, Wasser- und Abwasserwirtschaft investiert werden

Laut Außenwirtschaftszentrum Bayern befinden sich kroatische Unternehmen in einer angespannten Liquiditätssituation. Sie raten daher zu einer Bonitätsauskunft sowie zu unwiderruflichen bestätigten Dokumenten-Akkreditiven.

Der kroatische Energiesektor gilt als eine perspektivreiche Zukunftsbranche und verspricht in den nächsten Jahren vielfältige Geschäftschancen. Der Fokus liegt vor allem auf dem Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten. Verstärkt werden soll insbesondere der Einsatz von Fotovoltaik und Windenergie. Verschiedene Publikationen rund um erneuerbare Energien und Energieeffizienz gibt es beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

In der Industriestrategie für die Jahre 2014 bis 2020 hat das Land folgende Treiber-Branchen festgelegt: Pharma-, Metallprodukte-, Computer- und Elektronikindustrie sowie Elektrotechnik, Maschinenbau und Softwareentwicklung. Ergänzt wurden die Nahrungsmittel- und Möbelindustrie.

Der Tourismus ist ein Rückgrat der kroatischen Wirtschaft, er hat einen Anteil von rund 16 Prozent am BIP. Weitere Vorhaben in der Branche sind geplant. Dies eröffnet auch deutschen Firmen Chancen, zum Beispiel bei der Ausstattung von Hotels und anderen Objekten. Ein Verzeichnis von geplanten Projekten im Bereich Tourismus ist im eCatalogue of investment projects (Stichwort: Tourism) zu finden. 

  • Kroatien belegt im Doing-Business-Report 2020 der Weltbank Platz 51 (Stand: Oktober 2019), Details hierzu finden Sie in dem Bericht.
  • Die Weltbank hat für sieben Städte in Kroatien einige Geschäftsbedingungen untersucht (Stand: Juli 2018), Details hierzu sind in dem Faktenpapier der Weltbank zu finden.
  • Platz 63 hat Kroatien beim Korruptionswahrnehmungsindex inne (Stand: Januar 2021).
  • Zur Lage der Rechtsstaatlichkeit in Kroatien hat die EU-Kommission erstmals einen Bericht veröffentlicht (Stand: September 2020).
  • Den 63. Platz hat Kroatien im Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums inne (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Kroatien Platz 52 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist Kroatien auf Platz 41 zu finden (Stand: Nov. 2020). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Kroatien auf Platz 20 (Stand: Nov 2020).
Kroatien-Investition-Gewerbe

Die Gleichstellung in- und ausländischer Investoren ist bereits im alten Investitionsfördergesetz von 2000 festgehalten und in das neue Gesetz übernommen worden. Sie agieren unter den selben Rechten und Pflichten. 

Informationen zur Erbringung von Dienstleistungen in Kroatien hat gtai zusammengestellt. 
 

Nach Angaben des Außenwirtschaftszentrums Bayern schätzen kroatische Geschäftspartner den direkten Kontakt über regelmäßige persönliche Geschäftsbesuche.

Um einen konstruktiven Dialog mit der Regierung über die Verbesserung des Geschäftsklimas in Kroatien zu starten, wurde im Jahr 2012 der Verband ausländischer Investoren in Kroatien gegründet. Er veröffentlicht regelmäßig ein White Book, in dem es die Geschäftsbedingungen beleuchtet und Vorschläge für Veränderungen unterbreitet.

Um zu ermitteln, ob der Unternehmens-Name, den man seinem Unternehmen geben möchte, bereits existiert, gibt es beim Ministerium für Justiz eine Webseite.

Einzelkaufmann: Trgovac pojedninac (t.p.)
Eine natürliche Person gründet das Unternehmen, ist allein verantwortlich und muss auch mit dem Privatvermögen haften. Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich. 

Kroatien-Unternehmen-Recht

Abgesehen vom Einzelkaufmann gelten alle nachfolgenden Formen als juristische Personen.

AG: dionicko društvo (d.d.)
Das Mindestgrundkapital beträgt 200.000 Kuna (HRK). Die Gründung kann als Bar-, Sach- oder Rechtsgründung erfolgen, eine Ein-Mann-AG ist möglich. Die Gesellschaft haftet mit ihrem Vermögen, die Aktienhalter mit ihrer Einlage.

GmbH: društvo s organicenom odgovornošcu (d.o.o.)
Das Mindeststammkapital beträgt 20.000 Kuna (HRK). Eine Ein-Mann-GmbH ist möglich. 5.000 HRK des Stammkapitals müssen bei der Registrierung eingezahlt werden, der Rest innerhalb eines Jahres nach der Eintragung ins Handelsregister.

Einfache GmbH: jednostavan drustovo s organicenom odgovornoscu (j.d.o.o.)
Seit Oktober 2012 ist es möglich, mit einem Grundkapital von nur 10 HRK (etwa 1,30 Euro) eine so genannte einfache GmbH zu gründen. In diesem Fall muss das Geld bei Gründung vollständig eingezahlt werden. Diese Unterkategorie hat maximal fünf Gesellschafter und einen Geschäftsführer. Die Gesamtkosten für eine solch einfache GmbH belaufen sich mit Notarkosten und Eintragung im Firmenregister sowie der Veröffentlichung in der Amtszeitung auf gut 800 HRK, was günstiger ist, als bei einer regulären GmbH. Von der Antragstellung bis zur eigenen Firma soll ferner das Prozedere beschleunigt werden und in 24 Stunden abgeschlossen sein.

Allgemeine Partnerschaft (OHG): javno trgovačko društvo (j.t.d.)
Es gibt kein Stammkapital. Wenn durch den Gesellschaftsvertrag nichts anderes geregelt ist, haben die Gesellschafter gleiche Einlagen zu leisten. Die Einlagen können aus Geld, Sachwerten und Rechten, Arbeit und anderen Dienstleistungen oder Gütern bestehen. Jeder Gesellschafter haftet mit seinem Privatvermögen.

KG: komanditno društvo (k.d.)
Es gibt kein Stammkapital. Durch den Gesellschaftsvertrag muss deutlich werden, welche Mitglieder in der Gesellschaft die Rechtsstellung des Komplementärs bzw. des Kommanditisten innehaben. Der Kommanditist haftet beschränkt bis zu seiner Einlage, der Komplementär haftet unbeschränkt.

Ausländische Personen können auch Zweigniederlassungen errichten, diese haben keine eigene Rechtspersönlichkeit, müssen aber ins Handelsregister beim zuständigen Handelsgericht eingetragen werden.

Seit Kroatien zur EU gehört können Unternehmen mit Sitz in der EU keine Repräsentanzbüros mehr eröffnen, sondern müssen entweder Zweigniederlassungen oder ein inländisches Unternehmen in der o.g. Form gründen.

Informationen zu sämtlichen Gesellschaftsformen sind bei der Förderagentur des Landes zu finden.

Kroatien-Unternehmen-Register

Die Schritte zur Gründung eines Unternehmens oder einer Zweigniederlassung sind beim kroatischen Ministerium für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung zu finden. 

Die Errichtung einer Handelsgesellschaft in der Republik Kroatien muss beim Registergericht, auch Handelsgericht genannt, dem Staatlichen Amt für Statistik, der Steuerverwaltung, der Kroatischen Anstalt für Rentenversicherung und der Kroatischen Anstalt für Krankenversicherung eingetragen werden.

Für die vereinfachte Gründung von Unternehmen wurden gut 60 "One stop shops" geschaffen, die alle nötigen Schritte (außer Versicherungen und notarielle Beglaubigung) abwickeln. Diese Servicestellen heißen "Hitro".  Dort sind auch Informationen über die Schritte zur Gründung einer GmbH oder eines Handwerksbetriebs abrufbar (auf Englisch).

Seit 2019 ist der Start eines Unternehmens elektronisch möglich, so die Internetseite des Point of Single Contact. 

porez na dobit

Für Unternehmen mit weniger als 7,5 Millionen Kuna Jahresumsatz gilt seit dem 1. Januar 2021 ein ermäßigter Steuersatz von zehn Prozent.

Für alle anderen Unternehmen beträgt der Standard-Körperschaftsteuersatz 18 Prozent. 

Kroatien-Unternehmen-Steuer

Informationen zu Sonderregelungen siehe Kapitel „Steuervergünstigungen“.

Weitere Informationen zum Steuersystem gibt die Agentur für Investitionen und Wettbewerb.

Kroatien-Geschäft-Mehrwertsteuer

porez na dodanu vrijednost

Der Normalsteuersatz beträgt seit dem 1. März 2012 25 Prozent. Geplant ist diesen am 1. Januar 2020 auf 24 Prozent zu senken.

Touristenunterkünfte werden mit 13 Prozent besteuert. 

Dieser Satz von 13 Prozent gilt seit dem 1. Januar 2017 ebenso zum Beispiel für Tierfutter, ausgenommen Heimtierfutter, Autositze für Kinder und Müllabfuhr. 

Bücher, Brot und Milch sowie rezeptpflichtige Arzneimittel und Tageszeitungen werden mit einem Satz von fünf Prozent besteuert.

Mehrwertsteuerpflichtig sind alle Unternehmen (juristische Personen) und Gewerbetreibende (natürliche Personen) oberhalb der Umsatzgrenze von 300.000 HRK im Jahr.

Ein Abkommen zwischen Deutschland und Kroatien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vom 6. Februar 2006 ist am 20. Dezember 2006 in Kraft getreten. Der Text des aktuellen DBA ist zu finden beim Bundesfinanzministerium  über -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

Kroatien-Geschäft-Grenze
Kroatien-Kuna-Euro-Wechselkurs

Die Währung ist die Kroatische Kuna (HRK), der aktuelle Umrechnungskurs zum Euro ist bei der Kroatischen Nationalbank zu finden.

Am 8. Juli 2019 hat Kroatien den Antrag auf die Mitgliedschaft im Wechselkursmechanismus II eingereicht.  

Im Juli 2020 haben die Finanzminister der Euro-Staaten erklärt, Kroatien in den Währungskursmechanismus 2 aufzunehmen. Damit ist Kroatien verpflichtet, den Wechselkus seiner Währung Kuna in einer Spanne von 15 Prozent gegenüber dem Euro zu halten. Kroatien muss mindestens zwei Jahre dem Mechanismus angehören, bevor der Euro eingeführt werden kann.

Ausländische Währungen und Wertpapiere, die auf eine ausländische Währung lauten, können frei in die Republik Kroatien eingeführt werden, solange das Devisengesetz, die Geldwäschevorschriften und die Beschlüsse der Kroatischen Nationalbank eingehalten werden. Beträge, die 10.000 Euro übersteigen, sind bei der Ein- bzw. Ausreise beim Zoll zu deklarieren. Das Devisengesetz ist bei der Kroatischen Nationalbank auf Englisch zu finden.

Ausländische Personen können in Kroatien Bankkonten und Spareinlagen eröffnen. 

Für ausländische natürliche und juristische Personen ist der Erwerb von Immobilien möglich. EU-Staatsbürger sind kroatischen Staatsbürgern gleichgestellt, davon ausgenommen sind Agrarflächen und Flächen, die unter Naturschutz stehen. Der Übergangszeitraum für den Erwerb landwirtschaftlicher Flächen ist bis zum 30. Juni 2023 verlängert worden.

Kroatien-Immobilie-Erwerb

Jeder Immobilienkaufvertrag muss schriftlich ausgefertigt und notariell beglaubigt sein sowie im Grundbuch eingetragen werden. 

Beim Immobilienerwerb fällt die Immobilienerwerbsteuer mit einem Satz von drei Prozent an.

Einige Informationen zum Grunderwerb sind beim Ministerium für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung in dessen Investment Guide zu finden.

Informationen über Freizonen in Kroatien sind zu finden bei der Vereinigung der Freizonenorganisationen.

Informationen über Geschäftszonen in Kroatien bietet die interaktive Karte des Ministeriums für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung. Es gibt mehr als 200 dieser Zonen, deren Größe von zehntausend bis einige Million Quadratmeter reichen. Diese Zonen bieten den Investoren verschiedene Vorteile wie zum Beispiel teilweise oder vollständige Befreiung von kommunalen Gebühren oder Steuern, günstige Preise und entwickelte Infrastruktur.

Kroatien-Steuern-Vergünstigungen

Die steuerliche Förderung sieht eine Absenkung der Körperschaftsteuer in Abhängigkeit von der Höhe der Investition, der Größe des Unternehmens sowie der Anzahl von neuen Arbeitsplätzen vor. Die Senkung der Körperschaftsteuer kann dabei 50, 75 oder sogar 100 Prozent für eine bestimmte Dauer betragen. 

Für die Größeneinteilung der Unternehmen gibt es folgende Abstufungen:
Mikrounternehmen haben neun oder weniger Arbeitnehmer und einen Umsatz von weniger als zwei Millionen Euro.
Kleine Unternehmen haben weniger als 49 Mitarbeiter und einen Umsatz von weniger als zehn Millionen Euro.
Mittlere Unternehmen haben weniger als 250 Mitarbeiter und einen Umsatz bis zu 50 Millionen Euro.
Großunternehmen haben 250 oder mehr Mitarbeiter und einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Mikrounternehmen, die 50.000 Euro oder mehr investieren und drei oder mehr neue Arbeitsplätze für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren schaffen, können für fünf Jahre eine Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes um 50 Prozent erhalten.

Bei einer Investition von 0,15 bis eine Million Euro und der Schaffung von mindestens fünf Arbeitsplätzen für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren (kleine und mittlere Unternehmen) bzw. fünf Jahren (große Unternehmen) kann der Körperschaftsteuersatz für zehn Jahre um 50 Prozent gesenkt werden.

Bei einer Investition bis zu drei Millionen Euro und der Schaffung von zehn oder mehr Arbeitsplätzen für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren (kleine und mittlere Unternehmen) bzw. fünf Jahren (große Unternehmen) kann der Körperschaftsteuersatz um 50 Prozent für zehn Jahre gesenkt werden.

Beträgt die Investitionssumme mehr als drei Millionen Euro und werden 15 oder mehr Arbeitsplätze für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren (kleine und mittlere Unternehmen) bzw. fünf Jahren (große Unternehmen) geschaffen, kann die Körperschaftsteuer für zehn Jahre ausgesetzt werden.

Seit Frühjahr 2020 können auch Maßnahmen zur Modernisierung und Produktivitätssteigerung von Geschäftsprozessen über mindestens 500.000 Euro zu einer Reduzierung der Körperschaftsteuer um 50 Prozent führen.

Für Forschung und Entwicklungsvorhaben können Unternehmen je nach Voraussetzung ihre steuerliche Basis um bis zu 200 Prozent der Ausgaben für Forschung und Entwicklung senken.

Eine Übersicht über Steuervergünstigungen finden Sie auf Englisch beim Ministerium für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung. Dort sind auch die Antragsformulare einzureichen.

 

Darüber hinaus gibt es so genannte Freizonen in Kroatien, die verschiedene steuerliche Vorteile bieten können.

Für die nächsten Jahre rechnet Kroatien mit etwa 30 Milliarden Euro von der EU insgesamt. 6,4 Milliarden Euro hofft die Regierung als Zuschuss aus der Aufbau- und Resilienzfazilität zu bekommen. Um an diese Gelder zu kommen hat das Land im April den nationalen Aufbau- und Resilienzplan vorgelegt, in dem es darlegt, wie es mit die Mittel verwenden wird. 3,6 Milliarden Euro können als Darlehen aus dem Aufbauinstrument Next Generation EU kommen. 

Kroatien-Unternehmen-Förderung

Ferner eine Milliarde Euro aus ReactEU/Just Transition Fund und eine Milliarde Euro aus einem Hilfsfonds zur Beseitigung der Erdbebenschäden. Aus dem mehrjährigen Finanzrahmen für die Periode 2021 bis 2027 geht das Land von 13 Milliarden Euro aus. Darüber hinaus gibt es noch 5,3 Milliarden Euro aus dem bisherigen Finanzrahmen 2014 bis 2020. Für den Einsatz der EU-Mittel in den Mitgliedstaaten, muss die EU erst jeweils die Operationellen Programme der Länder genehmigen. Dies erfolgt voraussichtlich im Lauf des Jahres 2021.

 

Für die Förderperiode 2014 bis 2020 hatten sich Kroatien und die EU-Kommission im Oktober 2014 über die Partnerschaftsvereinbarung geeinigt. Diese beinhaltet den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds. Die Investitionsprioritäten hat der Staat in seinen Operationellen Programmen festgelegt. 

Die Förderung nach den Struktur- und Investitionsfonds richtet sich nach der Region. Es gibt weniger entwickelte, Übergangsregionen und höher entwickelte Regionen. Die EU-Kommission hat die Richtlinien für die Gewährung von Regionalbeihilfen im Zeitraum 2014 bis 2020 genehmigt. Für die beiden EU-Strukturfonds Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) gibt es eine Fördergebietskarte für Kroatien 

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Kroatien mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung, z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des kroatischen Enterprise Europe Network sind in fünf Städten zu finden.

- Förderungen auf der Grundlage des Investitionsgesetzes

Gefördert werden grundsätzlich Investitionsprojekte in 

- Fertigungs- und Verarbeitungsaktivitäten

- Entwicklungs- und Innovationstätigkeiten

- Unterstützungsaktivitäten für Unternehmen

- Aktivitäten mit hoher Wertschöpfung.

Im Rahmen der aktiven Arbeitsmarktpolitik gibt es verschiedene Unterstützungsmöglichkeiten, zum Beispiel für die Schaffung von Arbeitsplätzen oder Weiterbildungsmaßnahmen. DIe Höhe der Förderung hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. von der Arbeitslosenquote in der Region, in der die Investition getätigt werden soll.

Eine Übersicht über Anreize bietet das Ministerium für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung.

Das Ministerium für Wirtschaft und nachhaltige Entwicklung bietet einen Kalkulationsrechner an, mit dem Unternehmen ermitteln können, inwiefern es Unterstützungen für sein Vorhaben geben könnte.

- Mittelstandsfinanzierung

Neben den Vergünstigungen aus dem Investitionsgesetz gibt es weitere staatliche Unterstützungen, deren Schwerpunkt indes nicht auf Zuschüssen liegt.

HAMAG-BICRO ist die Kroatische Agentur für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Investitionen, sie bietet u. a. verschiedene finanzielle Unterstützungen.

HAMAG-BICRO
Kroatische Agentur für kleine und mittlere Unternehmen und Investitionen
Ksaver 208, 10000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 488 10 43
E-Mail: investments@hamagbicro.hr, Internet: http://investcroatia.gov.hr/en/incentives/hamag-bicro/

Die Kroatische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (HBOR) bietet Finanzierungsprogramme für mittlere Unternehmen. Die HBOR fördert Existenzgründungen und/oder Erweiterungen bestehender kleiner und mittlerer Unternehmen durch eine Reihe von Darlehensprogrammen, die sich teilweise auf spezielle Regionen (Inseln und „Gebiete, die besonderer staatlicher Fürsorge unterliegen“) oder Branchen (z.B. Tourismus, kommunale Infrastruktur, Energieeffizienz) beziehen. Die Programme werden mithilfe von Geschäftsbanken, mit denen die HBOR ein Kooperationsabkommen abgeschlossen hat, vergeben.

HBOR Croatian Bank for Reconstruction and Development
Hrvatska banka za obnovu i razvitak
Strossmayerov trg 9, 10000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 4591 666
Fax: +385 1 4591 721
E-Mail: hbor@hbor.hr, Internet: https://www.hbor.hr/en/

Anlaufstelle für ausländische Investoren sind:

für Investitionsvorhaben ab 250 Beschäftigte und einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro

Ministry of Economy and Sustainable Developmentt
Ulica grada Vukovara 78, 10 000 Zagreb - KROATIEN
Tel: +385 1 6106 444
Mail: invest@mingo.hr, Internet: https://investcroatia.gov.hr/en/ 

für Investitionen mittelständischer und kleiner kroatischer Unternehmen

Hamag Bicro
Hrvatska agencija za malo gospodarstvo i investicije
Ksaver 208, 10000 Zagreb - KROATIEN
Tel: +385 1 488 10 43
E-Mail: info@hamagbicro.hr,  investments@hamagbicro.hr 
Internet: https://hamagbicro.hr

Von der Kroatischen Wirtschaftskammer wurde ein so genannter Point of Single Contact eingerichtet, der als Lotse durch die kroatische Verwaltung tätig ist und Informationen auf Englisch anbietet. Der One-Stop-Shop arbeitet kostenfrei. Die Kontaktdaten lauten:
Croatian Chamber of Economy
Business Information Section
Nova cesta 7, HR-10000 Zagreb
Tel: +385 (0)1 / 4606 708
E-mail: psc@hgk.hr, Internet: http://psc.hr

Hrvatska gospodarska komora
(Croatian Chamber of Economy)
Rooseveltov trg 2, 10000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 456 15 55
E-Mail: hgk@hgk.hr , Internet: https://www.hgk.hr/

Informationsbüros für Unternehmen und Bürger, die Fragen an staatliche Verwaltungsstellen haben, können in allen größeren Städten über die Einrichtung HITRO direkt kontaktiert werden:

HITRO HR
Tel. innerhalb Kroatiens: 0800 0080
E-Mail: info@hitro.hr

Einzelne Beratungsstellen mit Kontaktdaten sind zu finden unter https://www.hitro.hr/en/offices.

Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer
Strojarska cesta 22/11, 10 000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 6311 600
Fax: +385 1 6311 630
E-Mail: info@ahk.hr, Internet: https://kroatien.ahk.de
Geschäftsführerin: Stefanie Ziska

Botschaft der Republik Kroatien
Ahornstr. 4, 10787 Berlin
E-Mail: berlin@mvep.hr, Internet: http://de.mfa.hr/

Einen kurzen allgemeinen Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und Kroatien auf Deutsch bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Kroatien zur Verfügung.

Einen Leitfaden für Exporte nach Kroatien erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Öffentliche Ausschreibungen aus Kroatien, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie bei Ted (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in Kroatien zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile kroatischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in Kroatien. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Ihr Vorhaben in Kroatien erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Über das Internationale Netzwerk kann ihre Sparkasse - ggf. mit Unterstützung des EuropaService - für die Finanzierung konkreter Investitionsvorhaben den Kontakt zu Partnerbanken in Kroatien herstellen. Die Partnerbanken unterstützen Sie gern bei Ihren Finanzfragen, insbesondere auch bei einer möglichen Beantragung von Fördermitteln und helfen bei der Antragstellung und Abwicklung.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für Kroatien fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammengestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Stand der Informationen: Juni 2021. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/irland-luxemburg/kroatien.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


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