Kroatien

Geschäftliche Rahmenbedingungen für Handel und Investition

In der Europäischen Union will sich Kroatien als Mittler zu den Ländern des ehemaligen Jugoslawiens etablieren. Zu den primären wirtschaftspolitischen Zielen gehört die Steigerung der Konkurrenzfähigkeit der kroatischen Industrie.

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Weiterhin gibt es gute Gründe in Kroatien zu investieren, wie die EU-Mitgliedschaft und die Lage zwischen Westeuropa und dem westlichen Balkan. Aber nur noch 54 Prozent der jüngst von der AHK Kroatien befragten Unternehmen würden sich wieder für den Standort Kroatien entscheiden. Als Vorteile des Landes gelten die Qualifikation der Arbeitnehmer, deren Produktivität und Leistungsbereitschaft sowie die gut ausgebaute Infrastruktur. Als wichtige wirtschaftspolitische Handlungsfelder betrachten viele Fimen jedoch nach wie vor die Verbesserung der Bekämpfung von Korruption und Kriminalität sowie die Verbesserung des Rechts- und Steuersystems. Erklärtes Ziel der aktuellen Rgierung ist daher die Verbesserung des Investitionsklimas. In vielen Branchen besteht weiterhin Entwicklungspotenzial, so dass sich zahlreiche Chancen für deutsche Unternehmen ergeben.

Einen Kurzüberblick über ausgewählte Investitionsbedingungen in Kroatien, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

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Deutschland ist mit einem Handelsvolumen von gut fünf Milliarden Euro ein wichtiger Handelspartner für Kroatien. Im Jahr 2018 betrug der Anteil Deutschlands bei den Lieferländern 15,8 Prozent und bei den Abnehmerländern 12,3 Prozent.

Die ausländischen Direktinvestitionen kumulieren sich im Jahr 2017 auf einen Bestand von gut 33 Milliarden US-Dollar. Der Anteil Deutschlands hieran beträgt gut acht Prozent, damit liegt das Land hinter Österreich und den Niederlanden auf Platz drei. Die Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer zählt rund 420 Mitgliedsunternehmen.

Der gesetzliche Mindestlohn für das Jahr 2019 beträgt 2,92 Euro/Stunde.

Für Hermes-Bürgschaften gilt die Kategorie vier. Eine Risikoeinschätzung des Landes gibt es bei Coface.

Kroatien umfasst eine Fläche von knapp 57.600 Quadratkilometern mit Grenzen zu Slowenien, Ungarn, Serbien, Bosnien und Herzegowina sowie Montenegro. In dem Land leben rund 4 Millionen Einwohner. Kroatien erwirtschaftete im Jahr 2018 ein BIP von 51,5 Milliarden Euro. Ein großer Teil der EU-Gelder soll in die Abfall-, Wasser- und Abwasserwirtschaft investiert werden

Laut Außenwirtschaftszentrum Bayern befinden sich kroatische Unternehmen in einer angespannten Liquiditätssituation. Sie raten daher zu einer Bonitätsauskunft sowie zu unwiderruflichen bestätigten Dokumenten-Akkreditiven.

Der kroatische Energiesektor gilt als eine perspektivreiche Zukunftsbranche und verspricht in den nächsten Jahren vielfältige Geschäftschancen. Der Fokus liegt vor allem auf dem Ausbau der Stromerzeugungskapazitäten. Verstärkt werden soll insbesondere der Einsatz der Wasserkraft. Verschiedene Publikationen rund um erneuerbare Energien und Energieeffizienz gibt es beim Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

In der Industriestrategie für die Jahre 2014 bis 2020 hat das Land folgende Treiber-Branchen festgelegt: Pharma-, Metallprodukte-, Computer- und Elektronikindustrie sowie Elektrotechnik, Maschinenbau und Softwareentwicklung. Ergänzt wurden die Nahrungsmittel- und Möbelindustrie.

Der Tourismus ist ein Rückgrat der kroatischen Wirtschaft, er hat einen Anteil von rund 20 Prozent am BIP. Weietre Vorhaben in der Branche sind geplant. Dies eröffnet auch deutschen Firmen Chancen, zum Beispiel bei der Ausstattung von Hotels und anderen Objekten. Das Tourismusministerium führt ein Verzeichnis aller geplanten Investitionsprojekte im kroatischen Medizintourismus (2016), darin sind Vorhaben aufgelistet, die weitgehend vorbereitet sind, deren Finanzierung aber noch nicht sichergestellt ist. 

  • Kroatien belegt im Doing-Business-Report 2019 der Weltbank Platz 58 (Stand: Oktober 2018), Details hierzu finden Sie in dem Bericht.
  • Die Weltbank hat für sieben Städte in Kroatien einige Geschäftsbedingungen untersucht (Stand: Juli 2018), Details hierzu sind in dem Faktenpapier der Weltbank zu finden.
  • Platz 60 hat das Land beim Korruptionswahrnehmungsindex inne (Stand: Januar 2019).
  • Den 63. Platz hat das Land im Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums inne (Stand: Oktober 2019).
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt Kroatien Platz 52 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist das Land auf Platz 44 zu finden (Stand: Juli 2019). 
  • Beim Index für die digitale Wirtschaft und Gesellschaft (Digital Economy and Society Index, DESI), mit dem die Digitalisierungsfortschritte der EU-Mitgliedstaaten verfolgt werden, liegt Kroatien auf Platz 20 (Stand: Juni 2019).
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Die Gleichstellung in- und ausländischer Investoren ist bereits im alten Investitionsfördergesetz von 2000 festgehalten und in das neue Gesetz übernommen worden.

Ausländische natürliche Personen können auch ein Gewerbe betreiben, dies kann frei, gebunden oder konzessioniert sein.

  • Für ein freies Gewerbe sind weder Fachkenntnisse noch eine Meisterprüfung notwendig, jedoch ist ein Gewerbeschein erforderlich, z. B. die Papierkonfektionen, das Fotokopieren, die Textil- und Ledergalanterie.
  • Für ein gebundenes Gewerbe sind Fachkenntnisse oder eine Meisterprüfung sowie ein Gewerbeschein erforderlich, beispielsweise Automechaniker, Heizungs- und Wasserinstallateure, Optiker.
  • Für ein konzessioniertes Gewerbe ist eine Konzession erforderlich, die vom zuständigen Ministerium erteilt wird, zum Beispiel Taxiverkehr, Bestattungswesen.

Deutschland hat sich am 17. Juni 2015 für die uneingeschränkte Arbeitnehmerfreizügigkeit und Dienstleistungsfreiheit für kroatische Staatsangehörige vom 1. Juli 2015 an entschieden.

Informationen zur Erbringung von Dienstleistungen in Kroatien hat gtai zusammengestellt. 

Nach Angaben des Außenwirtschaftszentrums Bayern schätzen kroatische Geschäftspartner den direkten Kontakt über regelmäßige persönliche Geschäftsbesuche.

Um einen konstruktiven Dialog mit der Regierung über die Verbesserung des Geschäftsklimas in Kroatien zu starten, wurde im Jahr 2012 der Verband ausländischer Investoren in Kroatien gegründet.

Ist ein Aufenthalt von mehr als 90 Tagen geplant, muss ein vorübergehender Aufenthalt gemeldet werden, aus dem der Zweck des Aufenthalts hervorgeht.

Soll ein Mitarbeiter nach Kroatien zum Beispiel für Montagearbeiten entsandt werden, dann muss dies zuvor mit dem entsprechenden Formular dem kroatischen Ministerium für Arbeit mitgeteilt werden und ein A1-Formular mitgeführt werden, so das Außenwirtschaftszentrum Bayern.

Einzelkaufmann: Trgovac pojedninac (t.p.)
Eine natürliche Person gründet das Unternehmen, ist allein verantwortlich und muss auch mit dem Privatvermögen haften. Ein Mindestkapital ist nicht erforderlich. 

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Abgesehen vom Einzelkaufmann gelten alle nachfolgenden Formen als juristische Personen.

AG: dionicko društvo (d.d.)
Das Mindestgrundkapital beträgt 200.000 Kuna (HRK). Die Gründung kann als Bar-, Sach- oder Rechtsgründung erfolgen, eine Ein-Mann-AG ist möglich. Die Gesellschaft haftet mit ihrem Vermögen, die Aktienhalter mit ihrer Einlage.

GmbH: društvo s organicenom odgovornošcu (d.o.o.)
Das Mindeststammkapital beträgt 20.000 Kuna (HRK). Eine Ein-Mann-GmbH ist möglich. 50 Prozent des Stammkapitals müssen bei der Registrierung eingezahlt werden.

Einfache GmbH: jednostavan drustovo s organicenom odgovornoscu (j.d.o.o.)
Seit Oktober 2012 ist es möglich, mit einem Grundkapital von nur 10 HRK (etwa 1,30 Euro) eine so genannte einfache GmbH zu gründen. Diese Unterkategorie hat maximal drei Gesellschafter und einen Geschäftsführer. Die Gesamtkosten für eine solch einfache GmbH belaufen sich mit Notarkosten und Eintragung im Firmenregister sowie der Veröffentlichung in der Amtszeitung auf gut 800 HRK, was günstiger ist, als bei einer regulären GmbH. Von der Antragstellung bis zur eigenen Firma soll ferner das Prozedere beschleunigt werden und in 24 Stunden abgeschlossen sein.

Allgemeine Partnerschaft (OHG): javno trgovačko društvo (j.t.d.)
Es gibt kein Stammkapital. Wenn durch den Gesellschaftsvertrag nichts anderes geregelt ist, haben die Gesellschafter gleiche Einlagen zu leisten. Die Einlagen können aus Geld, Sachwerten und Rechten, Arbeit und anderen Dienstleistungen oder Gütern bestehen. Jeder Gesellschafter haftet mit seinem Privatvermögen.

KG: komanditno društvo (k.d.)
Es gibt kein Stammkapital. Durch den Gesellschaftsvertrag muss deutlich werden, welche Mitglieder in der Gesellschaft die Rechtsstellung des Komplementärs bzw. des Kommanditisten innehaben. Der Kommanditist haftet beschränkt bis zu seiner Einlage, der Komplementär haftet unbeschränkt.

Ausländische Personen können auch Zweigniederlassungen errichten, diese haben keine eigene Rechtspersönlichkeit, müssen aber ins Handelsregister beim zuständigen Handelsgericht eingetragen werden.

Seit Kroatien zur EU gehört können Unternehmen mit Sitz in der EU keine Repräsentanzbüros mehr eröffnen, sondern müssen entweder Zweigniederlassungen oder ein inländisches Unternehmen in der o.g. Form gründen.

Informationen zu sämtlichen Gesellschaftsformen sind bei der Förderagentur des Landes zu finden.

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Die Schritte zur Gründung eines Unternehmens, einer Zweigniederlassung oder einer Repräsentanz sind beim kroatischen Wirtschaftsministerium zu finden. 

Die Errichtung einer Handelsgesellschaft in der Republik Kroatien muss beim Registergericht, auch Handelsgericht genannt, dem Staatlichen Amt für Statistik, der Steuerverwaltung, der Kroatischen Anstalt für Rentenversicherung und der Kroatischen Anstalt für Krankenversicherung eingetragen werden.

Für die vereinfachte Gründung von Unternehmen wurden gut 60 "One stop shops" geschaffen, die alle nötigen Schritte (außer Versicherungen und notarielle Beglaubigung) abwickeln. Diese Servicestellen heißen "Hitro".  Dort sind auch Informationen über die Schritte zur Gründung einer GmbH oder eines Handwerksbetriebs abrufbar (auf Englisch).

Seit 2019 ist der Start eines Unternehmens elektronisch möglich, so die Internetseite des Point of Single Contact. 

porez na dobit

Für Unternehmen mit weniger als drei Millionen Kuna Jahresumsatz gilt seit dem 1. Januar 2017 ein ermäßigter Steuersatz von zwölf Prozent.

Für alle anderen Unternehmen beträgt der Körperschaftsteuersatz seit dem 1. Januar 2017 18 Prozent. 

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Informationen zu Sonderregelungen siehe Kapitel „Steuervergünstigungen“.

Weitere Informationen zum Steuersystem gibt die Agentur für Investitionen und Wettbewerb.

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porez na dodanu vrijednost

Der Normalsteuersatz beträgt seit dem 1. März 2012 25 Prozent. Geplant ist diesen am 1. Januar 2020 auf 24 Prozent zu senken.

Touristenunterkünfte werden mit 13 Prozent besteuert. Dieser Satz gilt seit dem 1. Januar 2017 ebenso für Agrarrohstoffe, Elektroenergie und Müllabfuhr. 

Bücher, Brot und Milch sowie rezeptpflichtige Arzneimittel werden mit einem Satz von fünf Prozent besteuert.

Mehrwertsteuerpflichtig sind alle Unternehmen (juristische Personen) und Gewerbetreibende (natürliche Personen) oberhalb der Umsatzgrenze von 300.000 HRK im Jahr.

Ein Abkommen zwischen Deutschland und Kroatien zur Vermeidung der Doppelbesteuerung vom 6. Februar 2006 ist am 20. Dezember 2006 in Kraft getreten. Der Text des aktuellen DBA ist zu finden beim Bundesfinanzministerium  über -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht -> Staatenbezogene Informationen.

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Die Währung ist die Kroatische Kuna (HRK), der aktuelle Umrechnungskurs zum Euro ist bei der Kroatischen Nationalbank zu finden.

Am 8. Juli 2019 hat Kroatien den Antrag auf die Mitgliedschaft im Wechselkursmechanismus II eingereicht.  

Frühestens in einem Jahr soll eine Entscheidung über die Aufnahme fallen. Anschließend muss Kroatien mindestens zwei Jahre dem Mechanismus angehören, bevor der Euro eingeführt werden kann.

Ausländische Währungen und Wertpapiere, die auf eine ausländische Währung lauten, können frei in die Republik Kroatien eingeführt werden, solange das Devisengesetz, die Geldwäschevorschriften und die Beschlüsse der Kroatischen Nationalbank eingehalten werden. Beträge, die 10.000 Euro übersteigen, sind bei der Ein- bzw. Ausreise beim Zoll zu deklarieren. Das Devisengesetz ist bei der Kroatischen Nationalbank auf Englisch zu finden.

Ausländische Personen können in Kroatien Bankkonten und Spareinlagen eröffnen. 

Für ausländische natürliche und juristische Personen ist der Erwerb von Immobilien möglich. EU-Staatsbürger sind kroatischen Staatsbürgern gleichgestellt, davon ausgenommen sind Agrarflächen und Flächen, die unter Naturschutz stehen. 

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Jeder Immobilienkaufvertrag muss schriftlich ausgefertigt und notariell beglaubigt sein sowie im Grundbuch eingetragen werden. Die Grundbücher werden in Grundbuchabteilungen bei den Amtsgerichten geführt. Für den Grundstückserwerb ist auch ein Auszug aus dem Katasterregister erforderlich.

Beim Immobilienerwerb fällt die Immobilienerwerbsteuer mit einem Satz von drei Prozent an.

Einige Informationen zum Grunderwerb sind bei der kroatischen Förderagentur Invest in Croatia zu finden.

Eine interaktive Karte mit Investitionsprojekten wurde von den Wirtschaftskammern der Regionen erstellt.

Katasteramt: http://katastar.hr/dgu/

Grundbuch: https://oss.uredjenazemlja.hr/
(beide nur kroatisch)

Informationen über Freizonen in Kroatien sind zu finden bei der Vereinigung der Freizonenorganisationen.

Informationen über Geschäftszonen in Kroatien bietet die interaktive Karte der Agentur für Investitionen und Wettbewerb.

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Die steuerliche Förderung sieht eine Absenkung der Körperschaftsteuer in Abhängigkeit von der Höhe der Investition, der Größe des Unternehmens sowie der Anzahl von neuen Arbeitsplätzen vor. Die Senkung der Körperschaftsteuer kann dabei 50, 75 oder sogar 100 Prozent für eine bestimmte Dauer betragen. 

Für die Größeneinteilung der Unternehmen gibt es folgende Abstufungen:
Mikrounternehmen haben neun oder weniger Arbeitnehmer und einen Umsatz von weniger als zwei Millionen Euro.
Kleine Unternehmen haben weniger als 49 Mitarbeiter und einen Umsatz von weniger als zehn Millionen Euro.
Mittlere Unternehmen haben weniger als 250 Mitarbeiter und einen Umsatz bis zu 50 Millionen Euro.
Großunternehmen haben 250 oder mehr Mitarbeiter und einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro.

Mikrounternehmen, die 50.000 Euro oder mehr investieren und drei oder mehr neue Arbeitsplätze für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren schaffen, können für fünf Jahre eine Reduzierung des Körperschaftsteuersatzes auf zehn Prozent erhalten.

Bei einer Investition von 0,15 bis eine Million Euro und der Schaffung von mindestens fünf Arbeitsplätzen für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren (kleine und mittlere Unternehmen) bzw. fünf Jahren (große Unternehmen) wird der Körperschaftsteuersatz für zehn Jahre auf zehn Prozent gesenkt.

Bei einer Investition bis zu drei Millionen Euro und der Schaffung von zehn oder mehr Arbeitsplätzen für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren (kleine und mittlere Unternehmen) bzw. fünf Jahren (große Unternehmen) wird der Körperschaftsteuersatz auf fünf Prozent für zehn Jahre gesenkt.

Beträgt die Investitionssumme mehr als drei Millionen Euro und werden 15 oder mehr Arbeitsplätze für einen Zeitraum von mindestens drei Jahren (kleine und mittlere Unternehmen) bzw. fünf Jahren (große Unternehmen) geschaffen, wird die Körperschaftsteuer für zehn Jahre ausgesetzt.

Für Forschung und Entwicklungsvorhaben können Unternehmen je nach Voraussetzung ihre steuerliche Basis um bis zu 200 Prozent der Ausgaben für Forschung und Entwicklung senken.

Eine gute Übersicht über Steuervergünstigungen finden Sie auf Englisch bei Hamag Invest.

Antragsformulare sind zu finden bei der Förderagentur des Landes.

Einzureichen sind die Formulare:

• Für Mikro-, Klein- und mittlere Unternehmen beim
Ministerium für Unternehmertum und Handwerk
Verwaltung für internationale Zusammenarbeit, Investitionen und Entwicklung
Vukovarska 78
10 000 Zagreb

• Für Großunternehmen beim
Wirtschaftsministerium
Verwaltung für Wirtschaftsdiplomatie, Ausfuhr und Investitionen
Vukovarska 78
10 000 Zagreb

Darüber hinaus gibt es so genannte Freizonen in Kroatien, die verschiedene Vorteile bieten.

- EU-Programme

Seit dem Beitritt am 1. Juli 2013 stehen Kroatien Förderungen aus Struktur- und Kohäsionsfonds zur Verfügung. Im ersten Halbjahr der Mitgliedschaft von Juli 2013 bis Dezember 2013 erhielt Kroatien 450 Millionen an Förderungen. Für die Förderperiode 2014 bis 2020 werden Kroatien 8,6 Milliarden Euro an Kohäsionsmitteln zugewiesen. Im Oktober 2014 haben sich Kroatien und die EU-Kommission über die Partnerschaftsvereinbarung für den Zeitraum 2014 bis 2020 geeinigt. Diese beinhaltet den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds.

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Die Investitionsprioritäten hat der Staat in seinen Operationellen Programmen festgelegt. 

Die Förderung nach den Struktur- und Investitionsfonds richtet sich nach der Region. Es gibt weniger entwickelte, Übergangsregionen und höher entwickelte Regionen. Die EU-Kommission hat die Richtlinien für die Gewährung von Regionalbeihilfen im Zeitraum 2014 bis 2020 genehmigt. Für die beiden EU-Strukturfonds Europäischer Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Europäischer Sozialfonds (ESF) gibt es eine Fördergebietskarte

Für das Programm "Wettbewerb und Kohäsion" ist die "Central Finance And Contracting Agency" eine zentrale Vermittlungsagentur. Die Verwaltungsbehörde ist das Ministerium für regionale Entwicklung und EU-Fonds.

Central Finance and Contracting Agency
Ulica grada Vukovara 284 (building C), 10 000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 6042 400
Fax: +385 1 6042 598
Internet: http://www.safu.hr/en
E-Mail: info@safu.hr

Seit Oktober 2019 gibt es für Start-ups, die einen Umwelt- oder sozialen Effekt haben, da sie zum Beispiel in der Kreislaufwirtschaft tätig sind, Unterstützung aus dem Feelsgood Venture Capital Fund.

Die Europäische Union unterstützt Unternehmen mit einer breiten Palette von EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 

Die EFTA und Norwegen haben Finanzierungsmechanismen aufgelegt - aktuell geltend von 2014 bis 2021 - die Zuschüsse in einer Gesamthöhe von 2,8 Mrd. EUR, verteilt auf 15 Länder, ausgeben. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung, z. B. in Fragen der Gleichberechtigung. 

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des kroatischen Enterprise Europe Network sind in fünf Städten zu finden.

- Förderungen auf der Grundlage des Investitionsgesetzes

Für die Schaffung neuer Arbeitsplätze im Zusammenhang mit einer Investition kann einem Investor, der Empfänger von Förderungsmaßnahmen ist, ein rückzahlungsfreier Zuschuss erteilt werden.

Förderungen für Schulungskosten sind ebenfalls möglich.

Förderungen für bestimmte Geschäftsaktivitäten können ebenfalls bei der kroatischen Förderagentur eingesehen werden.

Für Projekte größer als 5 Millionen Euro und die mindestens 50 neue Arbeitsplätze schaffen, gibt es je nach Arbeitslosenquote in der Region ebenfalls Förderungen.

- Mittelstandsförderung

Neben den Vergünstigungen aus dem Investitionsgesetz gibt es weitere staatliche Förderungen, deren Schwerpunkt indes nicht auf Zuschüssen liegt.

HAMAG-BICRO ist die Kroatische Agentur für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Investitionen, sie bietet u. a. verschiedene Garantieprogramme, die für eine erleichterte Kreditgewährung durch kroatische Banken genutzt werden können. Garantien werden z.B. für landwirtschaftliche Betriebe oder Existenzgründer gewährt.

HAMAG-BICRO
Kroatische Agentur für kleine und mittlere Unternehmen und Investitionen
Ksaver 208, 10000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 488 10 03
E-Mail: investments@hamagbicro.hr, Internet: http://www.investcroatia.hr/

Die Kroatische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (HBOR) bietet Finanzierungsprogramme für mittlere Unternehmen. Die HBOR fördert Existenzgründungen und/oder Erweiterungen bestehender kleiner und mittlerer Unternehmen durch eine Reihe von Darlehensprogrammen, die sich teilweise auf spezielle Regionen (Inseln und „Gebiete, die besonderer staatlicher Fürsorge unterliegen“) oder Branchen (z.B. Tourismus, kommunale Infrastruktur, Energieeffizienz) beziehen. Die Programme werden mithilfe von Geschäftsbanken, mit denen die HBOR ein Kooperationsabkommen abgeschlossen hat, vergeben.

HBOR Croatian Bank for Reconstruction and Development
Hrvatska banka za obnovu i razvitak
Strossmayerov trg 9, 10000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 4591 666
Fax: +385 1 4591 721
E-Mail: hbor@hbor.hr, Internet: https://www.hbor.hr/en/

Die Investitionsförderagentur bietet einen Kalkulationsrechner an, mit dem Unternehmen ermitteln können, inwiefern es Unterstützungen für ihr Vorhaben geben könnte.

Anlaufstelle für ausländische Investoren sind:

für Investitionsvorhaben ab 250 Beschäftigte und einem Jahresumsatz von 50 Millionen Euro

Agency for Investments and Competitiveness
Agencija za inves ticije i konkurentnost
Prilaz Gjure Dezelica 7, 10 000 Zagreb - KROATIEN
Tel: +385 1 6286 800 oder +385 1 6286 801
Fax: +385 1 6286 829
Mail: invest@mingo.hr, Internet: http://investcroatia.gov.hr 

für Investitionen mittelständischer und kleiner kroatischer Unternehmen

Hamag Bicro
Hrvatska agencija za malo gospodarstvo i investicije
Ksaver 208, 10000 Zagreb - KROATIEN
Tel: +385 1 488 10 03
Fax:+385 1 488 10 09
E-Mail: investments@hamagbicro.hr 
Internet: https://hamagbicro.hr/

Von der Kroatischen Wirtschaftskammer wurde ein so genannter Point of Single Contact eingerichtet, der als Lotse durch die kroatische Verwaltung tätig ist und Informationen auf Englisch anbietet. Der One-Stop-Shop arbeitet kostenfrei. Die Kontaktdaten lauten:
Croatian Chamber of Economy
Business Information Section
Nova cesta 7, HR-10000 Zagreb
Tel: +385 (0)1 / 4606 708
E-mail: psc@hgk.hr, Internet: http://psc.hr

Hrvatska gospodarska komora
(Croatian Chamber of Economy)
Rooseveltov trg 2, 10000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 456 15 55
E-Mail: hgk@hgk.hr , Internet: https://www.hgk.hr/

Informationsbüros für Unternehmen und Bürger, die Fragen an staatliche Verwaltungsstellen haben, können in allen größeren Städten über die Einrichtung HITRO direkt kontaktiert werden:

HITRO HR
Tel. innerhalb Kroatiens: 0800 0080
E-Mail: info@hitro.hr

Einzelne Beratungsstellen mit Kontaktdaten sind zu finden unter https://www.hitro.hr/en/offices.

Deutsch-Kroatische Industrie- und Handelskammer
Strojarska cesta 22/11, 10 000 ZAGREB, KROATIEN
Tel.: +385 1 6311 600
Fax: +385 1 6311 630
E-Mail: info@ahk.hr, Internet: http://kroatien.ahk.de/
Geschäftsführer: Gunther Neubert

Botschaft der Republik Kroatien
Ahornstr. 4, 10787 Berlin
E-Mail: berlin@mvep.hr, Internet: http://de.mfa.hr/

Einen kurzen allgemeinen Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und im Investitionsland auf Deutsch bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zu Kroatien zur Verfügung, darunter auch aus der Reihe „Recht kompakt“.

Einen Leitfaden für Exporte erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Öffentliche Ausschreibungen aus Kroatien, die aufgrund ihres Umfangs europaweit publiziert werden, finden Sie bei Ted (Tenders Electronic Daily).

Um Geschäftspartner in Kroatien zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile kroatischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen findet sich im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Über das Internationale Netzwerk kann ihre Sparkasse - ggf. mit Unterstützung des EuropaService - für die Finanzierung konkreter Investitionsvorhaben den Kontakt zu Partnerbanken in Kroatien herstellen. Die Partnerbanken unterstützen Sie gern bei Ihren Finanzfragen, insbesondere auch bei einer möglichen Beantragung von Fördermitteln und helfen bei der Antragstellung und Abwicklung.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammengestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Stand der Informationen: Oktober 2019. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/irland-luxemburg/kroatien.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


030 20225 5796


030 20225 5799

Interessant für KMU

Kroatien bietet deutschen KMU vielfältige Möglichkeiten als Absatz- und Beschaffungsmarkt sowie als Investitionsstandort. Über die zahlreichen Chancen in dem Land berichtet Gunther Neubert, Geschäftsführer der AHK Kroatien.