
Der schwedische Markt zählt 10,6 Millionen Einwohner auf einer Fläche von 450.000 Quadratkilometern. Nachbarländer sind Dänemark, Finnland und Norwegen.
Schweden gehört zwar zur Europäischen Union, aber das Land hat den Euro nicht eingeführt.
Der aktuelle Wechselkurs der Schwedischen Krone zum Euro ist bei der Schwedischen Nationalbank veröffentlicht.
Mehr als 3 Prozent des BIP investiert Schweden in Forschung und Entwicklung. Stockholm ist im Jahr 2025 als innovativste Region in Europa von der EU gerankt worden.
Den 6. Platz hat Schweden beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International inne (Stand: 02/2026).
Eine Risikoeinschätzung für Schweden nach verschiedenen Kriterien bietet Allianz Trade.
Bargeldloses Bezahlen selbst kleiner Beträge ist in Schweden weit verbreitet.

Aktuelles und Perspektiven
- Anfang 2026 hat die schwedische Regierung eine neue nationale KI-Strategie etabliert, mit dem Ziel Schweden zu einer der Top 10 Länder bei KI zu machen.
- Zwischen Deutschland und Schweden gibt es ein Innovationsabkommen, um gemeinsam an neuen Lösungen zu arbeiten.
- Das Königreich Schweden ist die größte Volkswirtschaft in Nordeuropa.
- Offenheit und Transparenz sind von großer Bedeutung.
- Nachhaltigkeit ist ein integraler Bestandteil sämtlicher Politikfelder. Mit dem Plan Fossilfreies Schweden soll das Land bis 2045 klimaneutral werden.
- Der nationale Infrastrukturplan 2026 bis 2037 sieht Investitionen in die Verkehrsnetze von 110 Milliarden Euro vor.
- Trotz der beachtlichen Lohnkosten und des hohen Abgabenniveaus gilt das Land als wirtschafts-, bzw. unternehmensfreundlich.
- Das EU-Mitglied ist bekannt für aufgeschlossene, technikaffine Kunden und Verbraucher mit hoher Kaufkraft und werde gern als Testmarkt genommen.
- Bis zum Jahr 2050 wird nach Schätzungen mit einer Zunahme der Bevölkerung auf 12 Millionen gerechnet, was einen entsprechenden Konsumzuwachs bedeutet.
Steckbrief Wirtschaft in Schweden
- Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2025 gut 662 Milliarden US-Dollar.
- Deutschland war im Jahr 2024 wichtigstes Liefer- und Abnehmerland Schwedens. Der Handel von Waren mit Deutschland belief sich in dem Jahr auf fast 50 Milliarden Euro.
- An dem Bestand ausländischer Direktinvestitionen von 400.600 US-Dollar hatte Deutschland im Jahr 2024 einen Anteil von 6,6 Prozent, was Platz 7 bedeutet.
- In Schweden gibt es rund 1.000 Unternehmen mit mehrheitlich deutschen Anteilen, so Business Sweden.
- Es gibt keinen gesetzlich festgelegten Mindestlohn in Schweden.
- Der Staat legt seinen Investitionsfokus auf Bildung, Infrastruktur, Senkung der Umweltbelastungen und eine bessere Anbindung wirtschaftlich schwächerer Regionen.
- Einen hohen Stellenwert hat in Schweden auch der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Energieeffizienz.
- Auch die Atomenergie könnte wieder mehr Gewicht bekommen.
- Das Land hat Vorkommen an seltenen Erden, Gold, Silber, Kupfer, Zink, Eisenerz und Uran.
Bedeutende Branchen in Schweden
Unternehmensformen
Kapitalgesellschaften
- Aktiengesellschaft (Aktiebolag, AB); Es gibt zwei Formen:
- die börsennotierte “publika aktiebolag”: Die Firma muss zwingend den Zusatz „publ.“ und AB enthalten, der auf die Öffentlichkeit dieser AB hinweist. Eine Ein-Personen-publika-AB ist möglich. Das Mindestkapital beträgt 500.000 SEK.
- die nicht börsennotierte “privata aktiebolag”: Eine Ein-Personen-privat-AB ist möglich. Das Mindestkapital beträgt seit Anfang 2020 nur noch 25.000 SEK. Die Anteile dürfen nicht öffentlich veräußert werden. Diese Rechtsform wird in Schweden am häufigsten von ausländischen Unternehmen gewählt. Nach Angaben von gtai ist diese Form der Aktiengesellschaft der deutschen GmbH vergleichbar. Nähere Informationen zu dieser Gesellschaftsform finden Sie bei Business Sweden.
Personengesellschaften
- Handelsgesellschaft (Handelsbolag, HB): Der Firmenzusatz „handelsbolag“ ist zwingend erforderlich. Es werden mindestens zwei persönlich haftende Gesellschafter benötigt. Es gibt keine Mindestkapitalanforderung.
- Kommanditgesellschaft (Kommanditbolag, KB): Es sind zwei oder mehr Gründer erforderlich, von denen der Komplementär persönlich und unbeschränkt haftet. Der Kommanditist haftet mit seiner Einlage. Es gibt keine Mindestkapitalanforderung.
- Einzelunternehmen (Enskild Näringsidkare): Es gibt keine Mindestkapitalanforderung. Der Einzelunternehmer haftet persönlich für alle Unternehmensverbindlichkeiten, seine schwedische Personennummer wird als Organisationsnummer für das Finanzamt verwendet.
- Die unselbstständige Niederlassung (filial) eines ausländischen Unternehmens ist keine eigene juristische Person, sondern gilt als verlängerter Arm der ausländischen Gesellschaft, dennoch benötigt sie eine Handelsregisternummer. Die Eintragung dauert etwa ein bis zwei Wochen. Bei der Registrierung sind detaillierte Angaben über die ausländische Muttergesellschaft zu machen. Da eine volle Haftung der Muttergesellschaft gegeben ist, gibt es bei der filial kein eigenes Stamm- bzw. Grundkapital. Es müssen aber eigene Bücher geführt werden.
- Im Gegensatz zur Filiale muss sich ein Informations-/Verkaufsbüro nicht registrieren lassen, solange es sich ausschließlich um Tätigkeiten wie Marktbeobachtung, Informationsbeschaffung handelt.
Einen Überblick über die Unternehmensformen finden Sie beim schwedischen Registrierungsbüro.
Registrierung
- Bestimmte Wirtschaftsaktivitäten benötigen eine Genehmigung. Welche dies sind, können Sie auf den Seiten von verksamt.se nachlesen.
- Die Registrierung erfolgt beim schwedischen Büro für Firmenregistrierungen ("Bolagsverket").
- Bei Bolagsverket können auch Informationen über Firmen eingeholt werden, mit denen eine Geschäftsbetätigung geplant ist. Gegen Zahlung einer Gebühr können Sie problemlos Eintragungsbescheinigungen, Jahresberichte oder Informationen aus dem Register für wirtschaftliches Eigentum erhalten.
- Über die Schritte beim Start eines Unternehmens in Schweden informiert die Webseite sweden.se.
- Das offizielle schwedische Portal für Geschäftsinhaber und angehende Unternehmer begleitet Schritt für Schritt von der Idee über die Gründung und Entwicklung bis zu einer möglichen Abwicklung. Es ist der schwedische Point of Single Contact und richtet sich vor allem an KMU.
- Kostenfreie Webinare rund um Unternehmen bietet die schwedische Steuerbehörde.
Steuerliche Aspekte
Körperschaftsteuer
- Die Körperschaftsteuer beläuft sich grundsätzlich auf einen Satz von 20,6 Prozent.
- Detaillierte Informationen zum Körperschaftsteuer-System finden Sie bei Business Sweden auf Englisch.
Mehrwertsteuer (= mervärdesskatt -MOMS)
- Seit dem April 2026 gilt bis zum 31. Dezember 2027 für Lebensmittel ein Satz von 6 statt 12 Prozent, um den privaten Konsum anzuregen.
- Der Normalsteuersatz beträgt 25 Prozent. Es gibt ferner zwei ermäßigte Steuersätze: Der Satz von 12 Prozent gilt z. B. für Nahrungsmittel (siehe befristete Ausnahme im ersten Punkt), Hotelübernachtungen sowie Kultur- und Sportveranstaltungen, der Satz von 6 Prozent z. B. für Personentransport, Zeitungen und Zeitschriften. Einige Dienstleistungen sind steuerbefreit.
- Es besteht keine Verpflichtung zur Registrierung, wenn der jährliche steuerpflichtige Umsatz 120.000 SEK nicht übersteigt.
- Die Gültigkeit einer Mehrwertsteuernummer in einem anderen Land kann auf einer Seite der EU-Kommission geprüft werden.
Doppelbesteuerungsabkommen
- Das derzeit gültige Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Schweden stammt vom 14. Juli 1992. Das Abkommen ist in Kraft seit dem 13. Oktober 1994.
- Der Text des derzeitigen DBA zwischen Deutschland und Schweden ist zu finden beim Deutschen Bundesfinanzministerium.
Immobilien
- Von EU-Investoren kann Eigentum an Grund und Boden unbeschränkt erworben werden. Der Eigentumsübertrag erfolgt mit Abschluss des Kaufvertrags. Es ist kein Notar notwendig, aber die Schriftform ist erforderlich. Die Registrierung erfolgt im Fastighetsregistret.
- Dritten gegenüber kann das Eigentum nur entgegengehalten werden, wenn es in das Grundstücksregister (fastighetsregistret) eingetragen ist.
- Angaben zu Bau und zum Erwerb gewerblicher Immobilien bietet die Organisation Business Sweden.
- Es gibt eine Grundsteuer, deren Satz je nach Region zwischen 0,2 und 2,2 Prozent liegt.
Steuervergünstigungen
- Um Unternehmen dabei zu unterstützen, internationale Experten zu beschäftigen, gewährt der Staat bestimmten ausländischen Angestellten eine Reduzierung ihrer Einkommensteuer und gewährt den Unternehmen geringere Beiträge zu den Sozialversicherungen für diese Arbeitnehmer. Informationen hierzu bietet Business Sweden.
- Um Aktivitäten im Bereich Forschung und Entwicklung anzuregen, bietet Schweden unter bestimmten Bedingungen steuerliche Erleichterungen, die die Arbeitskosten für diese Aktivitäten senken. Bei dieser Förderung gibt es weder eine zeitliche Begrenzung noch eine auf Branche, Unternehmensgröße oder Standort. Allerdings muss die Forschungs- und Entwicklungstätigkeit einen kommerziellen Zweck mit dem Schwerpunkt auf der Schaffung neuen Wissens haben, darunter fallen zum Beispiel die Entwicklung neuer Produkte oder wesentliche Verbesserungen von neuen Produkten oder Verfahren.
- Mehr Infos dazu gibt es in der Broschüre Incentives Guide.
Förderungen in Schweden
- Die Europäische Union will mit der Aufbau- und Resilienzfazilität in Höhe von 672,5 Milliarden Euro, davon 312,5 Milliarden Euro an Zuschüssen, die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft ihrer Mitglieder wie Schweden abfedern. Der schwedische Aufbau- und Resilienzplan, mit dem das Land 3,3 Milliarden Euro an Zuschüssen aus dieser Aufbau- und Resilienzfazilität bekommen möchte, ist Ende März 2022 von der EU-Kommission positiv bewertet worden. Über die Entwicklung und den Einsatz der Aufbaumittel in Schweden informiert die EU-Kommission.
- Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist im Juli 2021 die neue Fördergebietskarte für Schweden veröffentlicht worden. Fast das gesamte Land zählt zu den entwickelteren Regionen, nur ein mittlerer Teil des Landes zählt zu den Übergangsregionen. Diese Fördergebietskarte ermöglicht Schweden gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen, um die Förderung der regionalen Entwicklung voranzubringen. Diese Regionalbeihilfen dienen der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Stärkung des Zusammenhalts im EU-Binnenmarkt. Seit 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.
- Ende Mai 2022 hat die EU-Kommission das Partnerschaftsabkommen mit Schweden für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds in Höhe von 2,2 Milliarden Euro beinhaltet. Dieses Partnerschaftsabkommen ist die Basis für die operationellen Programme, in denen die Investitionsprioritäten und konkreten Maßnahmen Schwedens und seiner Regionen festgelegt sind.
- Zur Kohäsionspolitik hat die EU Informationen für die Periode 2021 bis 2027 auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für Schweden für einzelne Elemente Filter gesetzt werden.
- Neben den EU-Geldern werden Maßnahmen der Wirtschaftsförderung auch allein aus nationalen, bzw. regionalen Haushaltsmitteln finanziert.
- Die maximale Förderhöhe für Vorhaben in Schweden wird je nach Region und Unternehmensgröße durch das EU-Beihilferecht bestimmt und begrenzt die Summe aller geldwerten Förderungen durch Staat, Region und Kommune, die aus einzelnen oder kombinierten Maßnahmen erwächst. Für den Unternehmer gilt daher:
- - Wie hoch die tatsächliche Förderung ist, wird durch angebotene Programme definiert;
- - Anträge auf Förderung sind an schwedische Stellen (wie nachfolgend angegeben) zu stellen.
- Die Broschüre Incentives Guide informiert über die verschiedenen Anreize, die es in Schweden für Unternehmen gibt.
- Die Agentur für wirtschaftliche und regionale Entwicklung, Tillväxtverket, die dem Wirtschaftsministerium unterstellt ist, ist gleichzeitig die zentral Behörde für Fördermittelanfragen. In ihren Zuständigkeitsbereich fällt auch die Verwaltung von EU-Mitteln. Ihre Aufgabe besteht darin die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und den Unternehmergeist in ganz Schweden zu fördern.
- Die schwedische Förderbank ALMI gewährt Unternehmen mit Wachstumspotenzial, die in Schweden registriert sind, verschiedene Formen der Unterstützung.
- Der Swedisch Industrial Development Fund, Industrifonden, gewährt Wachstumskapital für schwedische Unternehmen mit bahnbrechenden Technologien und wissenschaftlich basierten Innovationen. Am Anfang lag der Fokus vor allem auf Indsutrieunternehmen - daher der Name - aber im Lauf der Jahre hat sich der Fonds zu einem reinen Venture-Capital-Investor entwickelt.
- Die schwedische Regierung ist besonders daran interessiert, Forschung und Entwicklung sowie Innovationen voranzutreiben und fördert diese entsprechend. Ansprechpartner ist die Innovationsagentur Vinnova. Die Innovationsagentur fördert und finanziert Forschungsprojekte in einem breiten Spektrum von Bereichen, von Gesundheit und Verkehr bis hin zu industriellen Materialien und intelligenten Städten.
- Um Schwedens Wettbewerbsfähigkeit zu stärken, finanziert die Wissensstiftung (KK-stiftelsen) Forschung und Kompetenzentwicklung an Schwedens Hochschulen und neuen Universitäten.
- Für Unternehmen, die Personal einstellen, das für längere Zeit arbeitslos war, gibt es Unterstützung im Rahmen des New Start Job Programme.
- Ferner gibt es Unterstützung beim Export. Ansprechpartner sind die Swedisch Export Credit Agency und die Swedisch Export Credit Cooperation.
- Die EU unterstützt Unternehmen in Schweden mit einigen EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet.
- Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des schwedischen Enterprise Europe Network sind in 12 Städten zu finden.
Weiterführende Quellen
- Förderagentur Business Sweden
- Business Sweden in Berlin
- Swedish Agency for Economic and Regional Growth: Tillväxtverket
- Vertretung der deutschen Wirtschaft: Deutsch-Schwedische Handelskammer
- Schwedische Handelskammer in der Bundesrepublik Deutschland
- Germany Trade and Invest (gtai) stellt Informationen über Schweden zur Verfügung, u. a. über die Entsendung nach Schweden.
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