
Die 320 Quadratkilometer des kleinen Landes, verteilen sich auf drei bewohnte (Malta, Gozo und Comino) und zwei unbewohnte Inseln.
Malta bietet KMU auch gute Bedingungen für einen Markteintritt in den MENA-Raum (Mittlerer Osten und Nordafrika).
Beim Korruptionswahrnehmungsindex belegt Malta Platz 65 (Stand: 02/2025).

Aktuelles und Perspektiven
- Das Land strebt eine führende Rolle im Bereich künstlicher Intelligenz an und arbeitet daran zu einem der besten Orte für Startups zu werden.
- Aufgrund seiner Insellage ist Malta ein ausgesprochen offenes Land und sehr an Warenhandel und ausländischen Direktinvestitionen interessiert.
- Das Land bemüht sich um Diversifizierung. Mittelständische Hersteller von Produkten mit einer hohen Wertschöpfung und kleinen Volumina haben gute Erfolgschancen.
- Im Korruptionswahrnehmungsindex belegt das Land Platz 65 (Stand: 02/2025)
Steckbrief Wirtschaft in Malta
- Im Jahr 2024 hat Malta ein Bruttoinlandsprodukt von fast 23 Milliarden Euro erwirtschaftet. Hauptwachstumstreiber waren der Tourismus, der Export und einige Großprojekte.
- Das verarbeitende Gewerbe trägt lediglich knapp acht Prozent zum BIP bei.
- Die wichtigsten Lieferländer waren 2024 Italien mit einem Anteil von 22 Prozent, dahinter lagen Frankreich, Spanien, das Vereinigte Königreich und Deutschland mit einem Anteil von 5 Prozent. Unter den Abnehmerländern liegt Deutschland an der Spitze mit gut 22 Prozent.
- Die gesamten ausländischen Direktinvestitionen beliefen sich im Jahr 2023 auf fast 726.000 Millionen US-Dollar.
- Aus Deutschland sind etwa 50 bis 60 Unternehmen in Malta ansässig.
- Die Lohnnebenkosten in Malta sind die geringsten in der EU, die Durchschnittslöhne bewegen sich im europäischen Mittelfeld, so gtai. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt für das Jahr 2025 pro Stunde 5,54 Euro.
- Großer Nachholbedarf gibt es bei erneuerbaren Energien.
- Geschäftschancen bieten sich auch in der Baubranche durch die Sanierung von Altbauten, ferner wird das Wohnungsangebot aufgrund der steigenden Bevölkerung knapp.
- Durch den Ausbau des Medizintourismus in Malta steigt die Nachfrage nach Medizintechnik, hierbei genießt deutsche Technologie einen guten Ruf.
- Malta gehört zu den Schlusslichtern in Europa was Recycling und Entsorgung anbelangt.
Bedeutende Branchen
Unternehmensformen
Bei den Unternehmensformen wird unterschieden zwischen:
- Einzelunternehmen (Sole Trader): Der Unternehmer ist allein verantwortlich und mit seinem privaten und geschäftlichen Vermögen haftbar, es gibt kein Mindestkapital.
- Offene Handelsgesellschaft (Partnerschip En Nom Collectif): Die Gesellschaft wird von zwei oder mehr Gesellschaftern gegründet. Die Gesellschafter haften mit ihrem persönlichen und geschäftlichen Vermögen, es gibt kein Mindestkapital.
- Kommanditgesellschaft (Partnership En Commandite): Die Gesellschaft muss mindestens einen Kommanditisten und mindestens einen Komplementär haben. Der Kommanditist haftet nur mit seiner Einlage, der Komplementär haftet voll, es gibt kein Mindestkapital.
- Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Private Limited Liability Company): Eine Ein-Personen-Gesellschaft ist unter bestimmten Auflagen möglich. Die Anzahl der Gesellschafter kann maximal 50 betragen, deren Haftung ist begrenzt. Das Mindestkapital beträgt 1.164,69 Euro, das regelmäßig auf 1.200 Euro aufgerundet wird.
- Aktiengesellschaft: Zur Gründung sind mindestens zwei erforderlich, die Zahl der Gesellschafter ist unbegrenzt, ihre Haftung ist auf die Einlage begrenzt. Das Mindestkapital beträgt 46.587,47 Euro, das regelmäßig auf 47.000 Euro aufgerundet wird. Bei Gründung müssen mindestens 25 Prozent eingezahlt sein.
Mehr Informationen zu den Unternehmensformen bietet die nationale Webseite Business First. Dort finden Sie auch sämtliche Infos zum Start eines Geschäftes.
Registrierung
- Über die Registrierung der verschiedenen Unternehmensformen informiert der Point of Single Contact, Business First.
- Die Registrierung eines Unternehmens erfolgt bei der Malta Business Registry (MBR) und kann bestenfalls in 24 Stunden erfolgen, wenn alle notwendigen Dokumente vorhanden und korrekt sind.
- Eine Online-Registrierung ist möglich, eine Anleitung zur Online-Registrierung ist vorhanden.
Steuerliche Aspekte
Körperschaftsteuer
- Der erhobene Satz liegt bei 35 Prozent.
- Wenn Unternehmen mit dem Normalsatz von 35 Prozent besteuert werden, haben die Aktionäre nach der Ausschüttung von Dividenden das Recht, die Erstattung der gesamten oder eines Teils der maltesischen Steuer zu beantragen, die auf die qualifizierten Gewinne gezahlt wurde, aus denen die Dividende ausgeschüttet wurde, was zu einer Senkung des effektiven Steuersatzes in Malta auf 0 bis zehn Prozent führen kann.
- Mit diesem Anrechnungsverfahren soll die Doppelbesteuerung, die bei der Ausschüttung solcher Dividenden entstehen könnte, beseitigt werden.
- Weitere Informationen zur Körperschaftsteuer und den Regeln in Malta gibt es bei der Steuerverwaltung.
Mehrwertsteuer
- Der Standardsatz liegt bei 18 Prozent, der reduzierte Satz von sieben Prozent gilt für die Unterkunft in Hotels und ein Satz von fünf Prozent kommt beispielsweise für medizinische Ausstattung und Druckerzeugnisse zum Tragen.
- Alle Unternehmen müssen sich registrieren lassen. Dabei sind verschiedene Schwellenwerte zu beachten. Mehr Informationen zur Umsatzsteuer finden Sie beim Finanzministerium von Malta.
- Es gibt unterschiedliche Registrierungsgrenzen, für Waren gilt ein Jahresumsatz von 35.000 Euro und für andere Wirtschaftsaktivitäten von 30.000 Euro.
Doppelbesteuerungsabkommen
- Zwischen Malta und Deutschland gilt das Protokoll zur Änderung des Abkommens vom 8. März 2001 zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und Vermögen vom 17. Juni 2010.
- Dies finden Die, wie das Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom 8. März 2001, beim Deutschen Bundesfinanzministerium
Immobilieneigentum
- Für die Ansiedlung neuer Unternehmen gibt es verschiedene Gewerbegebiete. Die Förderagentur Malta Enterprise kann die Zuweisung von Gewerbeflächen in einem der verschiedenen Gewerbegebiete genehmigen, die von INDIS Malta Ltd verwaltet werden und über ganz Malta und Gozo verteilt sind.
- INDIS stellt die Infrastruktur zur Verfügung, die private Unternehmen in einer Vielzahl von Branchen benötigen, z. B. Industrieflächen für die Fertigung, Hangars für die Luftfahrt, Labore für die Biowissenschaften, Büros für die Informations- und Kommunikationstechnologie sowie spezielle Handwerkerzentren.
- INDIS verwaltet mehr als 15 Gewerbegebiete auf den maltesischen Inseln, die alle ihre eigenen Vorteile für die dort tätigen Unternehmen haben und eine Vielzahl von auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnittenen Immobilienlösungen bieten.
- Während viele hauptsächlich darauf ausgerichtet sind, die verarbeitende Industrie zu unterstützen, hat INDIS in jüngster Zeit eine Reihe von Projekten in Angriff genommen, die darauf abzielen, die Infrastruktur bereitzustellen, die von anderen, in Malta wachsenden Branchen benötigt wird. Dazu gehören u. a. der Malta Life Sciences Park, das Gozo Innovation Hub und der Safi Aviation Park.
- Alle von INDIS in Angriff genommenen Projekte, einschließlich der Überholung des Handwerkerdorfs in Ta' Qali, beinhalten nicht nur innovative Elemente, sondern auch grüne Initiativen.
Förderungen in Malta
- Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft in der Europäischen Union zu begrenzen, hat die EU für ihre Mitglieder, wie u.a. Malta, die Aufbau- und Resilienzfazilität in Höhe von 672,5 Milliarden Euro, davon 312,5 Milliarden an Zuschüssen, erstellt.
- Der maltesische Aufbau- und Resilienzplan, mit dem das Land 316,4 Millionen Euro als Zuschuss bekommen möchte, ist im September 2021 von der EU-Kommission genehmigt worden. Mitte Dezember 2021 hat die EU-Kommission 41,1 Millionen Euro an Malta an Vorfinanzierung ausgezahlt. Über die Entwicklung und den Einsatz der Aufbaumittel in Malta informiert die EU-Kommission.
- Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist die neue Fördergebietskarte für Malta veröffentlicht worden. Danach ist Malta insgesamt als Übergangsregion gekennzeichnet. Diese Fördergebietskarte ermöglicht nun Malta gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen vorzunehmen, um die regionale Entwicklung voranzubringen. Diese Regionalbeihilfen dienen der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Stärkung des Zusammenhalts im Binnenmarkt. Seit 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.
- Mitte September hat die EU-Kommission das Partnerschaftsabkommen mit Malta für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds beinhaltet. Dieses Abkommens bildet die Basis für die operationellen Programme, in denen die Investitionsprioritäten und konktreten Maßnahmen Maltas und seiner Regionen festgelegt sind.
- Informationen zur Kohäsionspolitik der EU für die Periode 2021 bis 2027 hat die EU auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für einzelne Elemente Filter gesetzt werden, so dass Angaben für Malta sichtbar werden. Insgesamt sind für Malta 817 Millionen Euro vorgesehen.
- Die Investitionsförderagentur von Malta bietet eine Übersicht über Anreize für Unternehmen. Dort können je nach Anliegen Filter gesetzt werden. Die Förderung kann in Form von beispielsweise Steuergutschriften, Zuschüssen oder Zinsvergünstigungen für Darlehen bestehen.
- Die Inanspruchnahme von Investitionsanreizen setzt jedoch voraus, dass sich die Investitionsagentur Malta Enterprise positiv über das Vorhaben geäußert hat. Sie ist somit erster Ansprechpartner für ausländische Investoren.
- Speziell für die Förderung von Startups, die sich in Malta niederlassen möchten, gibt es die Webseite Start in Malta.
- Für die Ansiedlung von Unternehmen hat Malta einige Industriezonen errichtet.
- Für ihren Zugang zum EU-Binnenmarkt haben Island, Liechtenstein und Norwegen Finanzierungsmechanismen aufgelegt, von denen auch Malta profitiert. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung. Im September 2024 haben die EU und Island, Liechtenstein und Norwegen ein Abkommen über die EWR- und Norwegen-Zuschüsse für die Förderperiode 2021 bis 2028 unterzeichnet. Für Malta stehen 11,2 Millionen Euro zur Verfügung.
- Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Malta mit verschiedenen EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute.
- Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe in Deutschland kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des maltesischen Enterprise Europe Network finden Sie in drei Städten.
Weiterführende Quellen
- Staatliche Investitionsagentur Malta. Malta Enterprise Corporation
- Zur Förderung der Außenhandelsbeziehungen gibt es die Organisation Trade Malta
- Germany Trade and Invest (gtai) stellt Informationen über Malta zur Verfügung.
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