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Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Malta
Der kleine Inselstaat verzeichnet neue Besucherrekorde. Die Regierung ist jedoch bestrebt, die Abhängigkeit vom Tourismus zu reduzieren und eine ökologische Transformation zu etablieren. Stärken des Landes sind eine Brückenfunktion zwischen Europa und Nordafrika und eine gute IKT-Infrastruktur.
Kurz und knapp
  • Die  320 Quadratkilometer des kleinen Landes, verteilen sich auf drei bewohnte (Malta, Gozo und Comino) und zwei unbewohnte Inseln.

  • Die Einwohnerzahl soll von derzeit gut 500.000 auf gut 600.000 im Jahr 2030 steigen.

  • Malta bietet KMU auch gute Bedingungen für einen Markteintritt in den MENA-Raum (Mittlerer Osten und Nordafrika).

  • Beim Korruptionswahrnehmungsindex belegt Malta Platz 60 (Stand: 02/2026).

Aktuelles und Perspektiven

  • Das Land strebt eine führende Rolle im Bereich künstlicher Intelligenz an und arbeitet daran zu einem der besten Orte für Startups zu werden.
  • Aufgrund seiner Insellage ist Malta ein ausgesprochen offenes Land und sehr an Warenhandel und ausländischen Direktinvestitionen interessiert.
  • Das Land bemüht sich um Diversifizierung. Mittelständische Hersteller von Produkten mit einer hohen Wertschöpfung und kleinen Volumina haben gute Erfolgschancen.
  • Trotz der Diversifizierungsbemühungen spielt der Tourismus weiterhin eine große Rolle und soll weiter ausgebaut werden, was entsprechende Auftragschancen beinhaltet, zum Beispiel auch im Hinblick auf effiziente Nutzung von Wasser und Einsatz von Möglichkeiten der Kreislaufwirtschaft.
  • Bis zum Jahr 2035 will Malta 65 Prozent des Abfalls recyclen.
  • Malta hat sich eine Vision 2050 gegeben für eine langfristige und nachhaltige Entwicklung. Im Hinblick auf Wirtschaft gibt es sieben prioritäre Bereiche: Tourismus, Gaming, Schifffahrt und maritime Wirtschaft, nachhaltige Nutzung von Land- und Meeresressourcen, Finanzdienstleistungen, Luftfahrt und hochwertige Fertigung.

Steckbrief Wirtschaft in Malta

  • Im Jahr 2025 hat Malta ein Bruttoinlandsprodukt von gut 23 Milliarden Euro erwirtschaftet. Hauptwachstumstreiber waren der Tourismus, der Export und einige Großprojekte im Bereich Energie, Umwelt und Gesundheitswirtschaft.
  • Das verarbeitende Gewerbe trägt lediglich 7 Prozent zum BIP bei.
  • Die wichtigsten Lieferländer waren 2024 Italien mit einem Anteil von 22 Prozent, dahinter lagen Frankreich, Spanien, das Vereinigte Königreich. Deutschland lag an 5. Stelle mit einem Anteil von 5 Prozent. Unter den Abnehmerländern liegt Deutschland an der Spitze mit gut 22 Prozent.
  • Der Bestand ausländischer Direktinvestitionen belief sich im Jahr 2024 auf gut 22.000 Millionen US-Dollar.
  • Aus Deutschland sind etwa 50 bis 60 Unternehmen in Malta ansässig.
  • Die Lohnnebenkosten in Malta sind die geringsten in der EU, die Durchschnittslöhne bewegen sich im europäischen Mittelfeld, so gtai. Der gesetzliche Mindestlohn beträgt für das Jahr 2025 pro Stunde 5,54 Euro.
  • Großer Nachholbedarf gibt es bei erneuerbaren Energien. Bis 2030 soll der Anteil auf auf ein Viertel steigen. Es gibt 300 Sonnentage im Jahr.
  • Geschäftschancen bieten sich auch in der Baubranche durch die Sanierung von Altbauten, ferner wird das Wohnungsangebot aufgrund der steigenden Bevölkerung knapp.
  • Durch den Ausbau des Medizintourismus in Malta steigt die Nachfrage nach Medizintechnik, hierbei genießt deutsche Technologie einen guten Ruf.
  • Malta gehört zu den Schlusslichtern in Europa was Recycling und Entsorgung anbelangt. 
  • Um die unternehmerischen Aktivitäten zu erleichtern, sind für viele Tätigkeiten keine Lizenzen mehr erforderlich., so Business First.

Bedeutende Branchen

Unternehmensformen

Bei den Unternehmensformen wird unterschieden zwischen:

  • Einzelunternehmen (Sole Trader): Der Unternehmer ist allein verantwortlich und mit seinem privaten und geschäftlichen Vermögen haftbar, es gibt kein Mindestkapital. 
  • Offene Handelsgesellschaft (Partnerschip En Nom Collectif): Die Gesellschaft wird von zwei oder mehr Gesellschaftern gegründet. Die Gesellschafter haften mit ihrem persönlichen und geschäftlichen Vermögen, es gibt kein Mindestkapital.
  • Kommanditgesellschaft (Partnership En Commandite): Die Gesellschaft muss mindestens einen Kommanditisten und mindestens einen Komplementär haben. Der Kommanditist haftet nur mit seiner Einlage, der Komplementär haftet voll, es gibt kein Mindestkapital.
  • Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Private Limited Liability Company): Eine Ein-Personen-Gesellschaft ist unter bestimmten Auflagen möglich. Die Anzahl der Gesellschafter kann maximal 50 betragen, deren Haftung ist begrenzt. Das Mindestkapital beträgt 1.164,69 Euro. Bei einer Gesellschaft mit beschränkter Haftung müssen bei Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrags mindestens 20 Prozent des Nennwerts jedes Geschäftsanteils eingezahlt sein.
  • Aktiengesellschaft: Zur Gründung sind mindestens zwei erforderlich, die Zahl der Gesellschafter ist unbegrenzt, ihre Haftung ist auf die Einlage begrenzt. Das Mindestkapital beträgt 46.587,47 Euro. Bei einer Aktiengesellschaft müssen bei Unterzeichnung des Gesellschaftsvertrags mindestens 25 Prozent des Nennwerts jeder gezeichneten Aktie eingezahlt sein.

Mehr Informationen zu den Unternehmensformen bietet die nationale Webseite Business First. Dort finden Sie auch sämtliche Infos zum Start eines Geschäftes.

Registrierung

Steuerliche Aspekte

Körperschaftsteuer

  • Der erhobene Satz liegt bei 35 Prozent. 
  • Wenn Unternehmen mit dem Standardsatz von 35 % besteuert werden, haben die Aktionäre nach der Ausschüttung von Dividenden Anspruch auf eine Rückerstattung eines Teils oder der gesamten vom Unternehmen gezahlten Steuer. Der Zweck dieses Anrechnungssystems besteht darin, eine mögliche Doppelbesteuerung bei der Ausschüttung solcher Dividenden zu vermeiden. Somit werden Unternehmensgewinne nur auf Unternehmensebene besteuert.
  • Weitere Informationen zur Körperschaftsteuer und den Regeln in Malta gibt es bei der Steuerverwaltung.

Mehrwertsteuer

  • Der Standardsatz liegt bei 18 Prozent, der reduzierte Satz von sieben Prozent gilt für die Unterkunft in Hotels und ein Satz von fünf Prozent kommt beispielsweise für medizinische Ausstattung und Druckerzeugnisse zum Tragen. 
  • Alle Unternehmen müssen sich registrieren lassen. Dabei sind verschiedene Schwellenwerte zu beachten. Mehr Informationen zur Umsatzsteuer finden Sie beim Finanzministerium von Malta.

Doppelbesteuerungsabkommen

  • Zwischen Malta und Deutschland gilt das Protokoll zur Änderung des Abkommens vom 8. März 2001 zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom Einkommen und Vermögen vom 17. Juni 2010. 
  • Dies finden Die, wie das Abkommen zur Vermeidung der Doppelbesteuerung auf dem Gebiet der Steuern vom 8. März 2001, beim Deutschen Bundesfinanzministerium 

Immobilieneigentum

  • Für die Ansiedlung neuer Unternehmen gibt es verschiedene Gewerbegebiete. Die Förderagentur Malta Enterprise kann die Zuweisung von Gewerbeflächen in einem der verschiedenen Gewerbegebiete genehmigen, die von INDIS Malta Ltd verwaltet werden.
  • INDIS verwaltet mehr als 15 Gewerbegebiete auf den maltesischen Inseln, die alle ihre eigenen Vorteile für die dort tätigen Unternehmen haben und eine Vielzahl von auf die Bedürfnisse der Mieter zugeschnittenen Immobilienlösungen bieten. Z. B. Industrieflächen für die Fertigung, Hangars für die Luftfahrt, Labore für die Biowissenschaften, Büros für die Informations- und Kommunikationstechnologie sowie spezielle Handwerkerzentren.
  • Während viele hauptsächlich darauf ausgerichtet sind, die verarbeitende Industrie zu unterstützen, hat INDIS in jüngster Zeit eine Reihe von Projekten in Angriff genommen, die darauf abzielen, die Infrastruktur bereitzustellen, die von anderen, in Malta wachsenden Branchen benötigt wird. Dazu gehören u. a. der Malta Life Sciences Park, das Gozo Innovation Hub und der Safi Aviation Park.
  • Der Malta Life Sciences Park grenzt an die Universität von Malta und das wichtigste Lehrkrankenhaus des Landes. Das Konzept hinter dieser besonderen Einrichtung besteht darin, die Schaffung eines Forschungs-, Entwicklungs- und Innovationsclusters auf den Inseln zu ermöglichen, indem hochwertige Laborflächen in den Bereichen Biologie, Chemie und digitale Bildgebung angeboten werden.

Förderungen in Malta

  • Um die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf Wirtschaft und Gesellschaft in der Europäischen Union zu begrenzen, hat die EU für ihre Mitglieder, wie u.a. Malta, die Aufbau- und Resilienzfazilität in Höhe von 672,5 Milliarden Euro, davon 312,5 Milliarden an Zuschüssen, erstellt.
  • Der maltesische Aufbau- und Resilienzplan, mit dem das Land 316,4 Millionen Euro als Zuschuss bekommen möchte, ist im September 2021 von der EU-Kommission genehmigt worden. Über die Entwicklung und den Einsatz der Aufbaumittel in Malta informiert die EU-Kommission.
  • Für die Förderperiode 2021 bis 2027 ist die neue Fördergebietskarte für Malta veröffentlicht worden. Danach ist Malta insgesamt als Übergangsregion gekennzeichnet. Diese Fördergebietskarte ermöglicht nun Malta gezielte staatliche Beihilfen für Unternehmen vorzunehmen, um die regionale Entwicklung voranzubringen. Diese Regionalbeihilfen dienen der Förderung des Wirtschaftswachstums und der Stärkung des Zusammenhalts im Binnenmarkt. Seit 1. Januar 2022 gelten neue Leitlinien für Regionalbeihilfen.
  • Mitte September hat die EU-Kommission das Partnerschaftsabkommen mit Malta für die Förderperiode 2021 bis 2027 abgeschlossen, das die Strategie für den landesweiten Einsatz der europäischen Struktur- und Investitionsfonds beinhaltet. Dieses Abkommen bildet die Basis für die operationellen Programme, in denen die Investitionsprioritäten und konkreten Maßnahmen Maltas und seiner Regionen festgelegt sind. 
  • Informationen zur Kohäsionspolitik der EU für die Periode 2021 bis 2027 hat die EU auf einer Internetseite zusammengefasst, dort können für einzelne Elemente Filter gesetzt werden, so dass Angaben für Malta sichtbar werden. Insgesamt sind für Malta 817 Millionen Euro vorgesehen.
  • Die Investitionsförderagentur von Malta bietet eine Übersicht über Anreize für Unternehmen. Dort können je nach Anliegen Filter gesetzt werden. Die Förderung kann in Form von beispielsweise Steuergutschriften, Zuschüssen oder Zinsvergünstigungen für Darlehen bestehen.
  • Die Inanspruchnahme von Investitionsanreizen setzt jedoch voraus, dass sich die Investitionsagentur Malta Enterprise positiv über das Vorhaben geäußert hat. Sie ist somit erster Ansprechpartner für ausländische Investoren. 
  • Speziell für die Förderung von Startups, die sich in Malta niederlassen möchten, gibt es die Webseite Start in Malta.
  • Für die Ansiedlung von Unternehmen hat Malta einige Industriezonen errichtet.
  • Business First, eine spezielle Abteilung von Malta Enterprise, hat auf seinen Webseiten diverse Links zu weiteren unterstützenden Organisationen veröffentlicht
  • Für ihren Zugang zum EU-Binnenmarkt haben Island, Liechtenstein und Norwegen   Finanzierungsmechanismen aufgelegt, von denen auch Malta profitiert. Ziel der Zuschüsse ist die Anpassung der Wirtschaft und des institutionellen Gefüges an EU-Niveau. Thematisch im Vordergrund stehen Klima- und Umweltschutz sowie Nachhaltigkeit und die gesellschaftliche Entwicklung. Im September 2024 haben die EU und Island, Liechtenstein und Norwegen ein Abkommen über die EWR- und Norwegen-Zuschüsse  für die Förderperiode 2021 bis 2028 unterzeichnet. Für Malta stehen 11,2 Millionen Euro zur Verfügung.
  • Die Europäische Union unterstützt Unternehmen in Malta mit verschiedenen EU-Programmen, die Darlehen, Bürgschaften, Risikokapital und andere Formen der Eigenkapitalfinanzierung bereitstellen. Diese Finanzinstrumente werden von Finanzintermediären wie Banken, Risikokapitalfonds und anderen Finanzinstituten verwaltet. Ansprechpartner sind lokale Kreditinstitute. 
  • Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe in Deutschland kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des maltesischen Enterprise Europe Network finden Sie in drei Städten.

Weiterführende Quellen

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Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich ständig weiter ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand März 2026. Einige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. 

Kontakt

Iris Hemker

Telefon: +49 30 20225-5796

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