Ukraine: Geschäftsbedingungen für Handel und Investition

Land mit Ressourcen und Reformen

Für das Jahr 2021 erwartet die Nationalbank der Ukraine ein Wirtschaftswachstum von knapp 4 Prozent. Aufgrund früher Lockerungen von Corona-Beschränkungen im Jahr 2020 sowie wieder anziehender Preise für Rohstoffe, über die die Ukraine verfügt, und Investitionen in den Straßenbau belaufe sich der BIP-Rückgang lediglich auf 4 Prozent entgegen früherer Prognosen von acht Prozent. 

Aktuelles und Perspektiven

Ukraine

Aktuelle Informationen zu Corona in der Ukraine, die für Unternehmen interessant sind, haben u.a. die AHK des Landes und die Förderagentur zusammengestellt. Weitere Ansprechpartner finden Sie in diesem Länderinfo.

Trotz politischer Umwälzungen, unsicherer finanzieller Lage und Unruhen im Osten des Landes, ist die Ukraine fundamental gesehen ein interessanter Geschäftspartner für deutsche Unternehmen, so Experten. Das Land verfüge über eine gut ausgebildete Bevölkerung, natürliche Ressourcen, eine lange Industrietradition und ist das zweitgrößte Land Europas. Eine Reihe von Standortvorteilen weist die Wirtschaft der Ukraine auch nach Auffassung des Auswärtigen Amtes auf. Hierzu zählt das Amt beispielsweise einen relativ großen Binnenmarkt mit 43 Millionen Einwohnern. Ferner einige hoch entwickelte Nischensektoren, einen hohen Nachholbedarf bei Konsum und Modernisierungsinvestitionen sowie ein vergleichsweise niedriges Lohnniveau. 

Bislang ist die Situation für Geschäftsleute und Investoren jedoch noch durch ein eher unsicheres Umfeld gekennzeichnet. Der Reformprozess geht jedoch voran, aber es ist ein langer Weg. Auftrieb bringt weiterhin das Assoziierungsabkommen der EU mit der Ukraine, dass am 1. September 2017 in Kraft trat. Auch die Privatisierung von Staatsbetrieben soll wieder forciert werden. Das Gros der kleineren Staatsbetriebe soll über die staatliche Internetplattform ProZorro an den Meistbietenden verkauft werden. Hoffnung setzt die Regierung auch auf die Neuausrichtung von Lieferketten und Nearshoring. Das Programm Nationale Wirtschaftsstrategie 2030 sieht ferner die Dekarbonisierung und Digitalisierung der Wirtschaft sowie die Entwicklung von KMU vor. Fast 90 Prozent der im Frühjahr 2021 von der AHK Ukraine befragten Unternehmen beurteilen ihre Geschäftslage als gut oder befriedigent.

 Einen Kurzüberblick über ausgewählte Aspekte der Geschäftsbedingungen in der Ukraine, insbesondere für mittelständische Unternehmen, bietet dieses Länderinfo.

Ukraine

Die ukrainische Wirtschaft ist weiterhin stark vom Erbe der Sowjetunion geprägt: Der staatliche Einfluss auf die Wirtschaft ist noch immer groß. Die Eisen- und Stahlindustrie spielt eine große Rolle, auch der Agrarsektor ist recht ausgeprägt. Die Regierung strebt aber eine Privatisierung an. Deutschland war im Jahr 2019 nach China und Russland drittwichtigster Lieferant der Ukraine mit einem Anteil von knapp zehn Prozent. Bei den Hauptabnehmerländern hat Deutschland einen Anteil von fast fünf Prozent, was den 5. Platz gemeinsam mit Italien bedeutet. Der gesamte Warenaustausch zwischen beiden Ländern lag im Jahr 2019 bei knapp 8 Milliarden Euro.

Seit Januar 2016 gilt ein von der russischen Regierung verhängtes Embargo gegen Lebensmittel aus der Ukraine. Als Grund nennt der russische Wirtschaftsminister Alexej Uljukajew das Assoziierungsabkommen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union. Im Bereich der Landwirtschaft sieht der Botschafter der Ukraine in Deutschland großes Potenzial für deutsche Unternehmen, da das Land auf vieles angewiesen sei, von Düngemittel bis zu Agrartechnik. Die Ukraine hat mit die fruchtbarsten Böden der Welt und drittgrößter Getreideexporteur.

Nach Angaben von UNCTAD betrug der Bestand ausländischer Direktinvestitionen im Jahr 2019 48,9 Milliarden US-Dollar. Der Anteil Deutschlands hieran beträgt knapp 5 Prozent, was den 4. Platz bedeutet. Etwa 2.000 deutsche Unternehmen und Repräsentanzen gibt es in der Ukraine. 

Die Ukraine hat eine Fläche von 603.550 Quadratkilometern mit 43 Millionen Einwohnern, die 2019 ein BIP pro Kopf von gut 3.700 US-Dollar erwirtschafteten. Nachbarstaaten der Ukraine sind: Polen, die Slowakei, Ungarn, Rumänien, die Republik Moldau, Russland und Belarus.

Der Mindestlohn in der Ukraine wurde für das Jahr 2021 wie folgt festgesetzt: 1,17 Euro/Stunde.

In den vergangenen Jahren etablierte sich die Ukraine als ein bedeutsamer Marktteilnehmer in der Software-Entwicklung, so gtai. Die IT-Branche mache gut fünf Prozent des BIP aus. Nach dem SkillValue Report 2019 belegt die Ukraine weltweit Platz 5 bei den besten Programmierern. Alternative Energien gehören zu den am schnellsten wachsenden Sektoren aufgrund der günstigen geografischen Bedingungen, sei es Solar, Wind oder Biogas. Allerdings gab es Änderungen bei der Förderung von Einspeisetarifen auf Auktionen. Informationen zu verschiedenen Branchen in der Ukraine sind zu finden bei der Förderagentur des Landes.

Für Hermes-Bürgschaften gilt für die Ukraine seit 2020 die Entgeltkategorie 6. Eine Risikoeinschätzung des Landes bietet Coface.

Amtssprache ist Ukrainisch. Fast 3/4 der Ukrainer verstehen Russisch. Deutsch gilt als zweite Fremdsprache nach Englisch, es ist vor allem in der Westukraine anzutreffen, so das Außenwirtschaftszentrum Bayern.

  • Im Doing-Business-Ranking 2020 der Weltbank ist die Ukraine auf den 64. Platz vorgerückt (Stand: Oktober 2019). Details über die Zusammensetzung der Beurteilung befinden sich in dem Bericht.
  • Beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency International belegt die Ukraine Platz 117 (Stand: Januar 2021).
  •  Den 85. Platz belegt die Ukraine im Global Competitiveness Index (2019) des Weltwirtschaftsforums (Stand: Oktober 2019)(Wegen der Corona-Pandemie gibt es im Report von 2020 kein Länderranking.)
  • In der Liste der unternehmerfreundlichsten Länder des Wirtschaftsmagazins Forbes belegt die Ukraine Platz 77 (Stand: Dezember 2018).
  • Beim Global Innovation Index ist die Ukraine auf Platz 45 zu finden (Stand: Nov. 2020). 
Ukraine

Grundlage für die Tätigkeit ausländischer Unternehmen in der Ukraine ist das Gesetz über Auslandsinvestitionen, in dem wesentliche Garantien für den Schutz festgelegt wurden. Allgemein sind in- und ausländische Investoren rechtlich gleichgestellt. 

Investoren sind dadurch auch gegenüber Re-Nationalisierung und Zwangsenteignung rechtlich geschützt bzw. es steht ihnen eine Entschädigung zu.  Ausländische Investitionen genießen diesen Schutz jedoch nur, wenn die Investitionen ordnungsgemäß mit Einhaltung aller im ukrainischen Recht festgelegten Anmeldeverfahren eingetragen wurden.

Darüber hinaus gibt es das Gesetz über die Investitionstätigkeit, das Gesetz über den Schutz ausländiscer Investitionen in der Ukraine und die Verodnung der Nationalbank der Ukraine Nr. 280 über ausländische Investitionen in die Ukraine.

Das ukrainische Gewerberecht ist relativ liberal, so das AUWI Bayern. Die Zulassungsvoraussetzungen für die Ausübung eines Gewerbes und das Verfahren zur Erlangung einer Lizenz sind für Ausländer wie Inländer gleich. Zur Gründung eines Unternehmens ist es nicht erforderlich, dass der Unternehmer selbst die gewerbliche Qualifikation besitzt, er kann einen gewerblichen Berechtigten anstellen. Bewilligungspflichtig sind beispielsweise das Baugewerbe, die Herstellung und der Vertrieb von Medikamenten, Telekommunikationsdienstleistungen und Bildungsdienstleistungen. 

Informationen zum Erwerb einer Arbeitsgenehmigung Attorneys-at-Law. 

Informationen zu rechtlichen Gegebenheiten bei Geschäftsaktivitäten im Bereich Landwirtschaft sind in einer Broschüre zusammengefasst.

Am 26. Juli 2005 ist in der Ukraine die Regierungsverordnung Nr. 917 in Kraft getreten, wonach sich EU-Staatsbürger innerhalb eines jeden Zeitraums von 180 Tagen maximal 90 Tage ohne Visum in der Ukraine aufhalten dürfen. Längere Aufenthalte bzw. Aufenthalte zwecks Arbeitsaufnahme bedürfen der Ausstellung eines Visums. Nähere Informationen erteilt die ukrainische Botschaft.

Eine Publikation zu den rechtlichen Rahmenbedingungen und dem Investitionsschutz in der Ukraine gibt die AHK Ukraine heraus.

Vorschläge zu möglichen Investitionsprojekten in verschiedenen Branchen finden Sie im Investitions-Guide der Förderagentur.

GmbH: Tovarystvo z obmezenoju vidpovidalnistju (TOV)
Seit 6. Juni 2011 muss kein festgelegtes Mindestkapital mehr eingebracht werden (Gesetz Nr. 3263-VI vom 21. April 2011), es kann folglich von den Gesellschaftern bei der Gründung frei bestimmt werden. 

Ukraine

Am 17. Juni 2018 traten Neuerungen bei der GmbH in Kraft. Danach müssen die Gesellschafter ihre Stammeinlagen innerhalb von 6 Monaten nach Registrierung der Gesellschaft vollständig leisten. Die Gesellschafter haften bis zur Höhe ihrer Einlage. Einmann-Gesellschaften sind möglich. Gut 90 Prozent der Unternehmen besitzen diese Rechtsform. Weitere Informationen zur TOV bieten Attorny-At-Law.

AG: Aktiengesellschaft
Das Mindeststammkapital beträgt 1.250 Mindestgehälter, die zum Zeitpunkt der Gründung gelten, was ca 150.000 Euro entspricht. Auch hier ist die Haftung auf die Einlage beschränkt. Eine Einmann-Gesellschaft ist möglich. Es wird zwischen öffentlichen (Aktien können öffentlich gehandelt werden) und privaten (Übertragbarkeit der Aktien ist beschränkt) Aktiengesellschaften unterschieden.

Einzelunternehmer
Dies ist die einfachste Möglichkeit geschäftliche Aktivitäten auszuüben, aber der Einzelunternehmer haftet voll für die Verbindlichkeiten des Unternehmens. Zu beachten sind Einschränkungen bezüglich des jährlich zulässigen Umsatzes, die Anzahl der Arbeitnehmer und die zulässige Tätigkeit.

Eine Repräsentanz verfügt über keine eigene Rechtspersönlichkeit und hat kein Satzungskapital, sie unterliegt jedoch der Pflicht zur Registrierung. Die Registrierung ist jedoch langwierig und kostet etwa 2.500 US-Dollar und ist daher in der Ukraine nicht so attraktiv. In der Regel werden Repräsentanzen für Aktivitäten wie Marktanalysen gegründet.

Nach Angaben der AHK Ukraine wird der Reformprozess im Land auch zu Änderungen im ukrainischen Gesellschaftsrecht führen.

Ukraine

Die Ukraine durchläuft weiterhin einen dynamischen Prozess von Veränderungen durch, so die ukrainische Wirtschaftsförderagentur Ukraineinvest. So wurde beispielsweise die Zeit für die Registrierung von Unternehmen verkürzt. 

Die Registrierung  juristischer Personen und Einzelunternehmen geschieht auf Basis des Gesetzes "Über die staatliche Registrierung von juristischen Personen, Einzelunternehmern und öffentlichen Formationen". Änderungen am Gesetz dienten der Beschleunigung des Verfahrens z. B. durch Einführung von Online-Möglichkeiten sowie die Reduzierung der notwendigen Dokumente.

Für die Gründung einer ukrainischen GmbH wird keine staatliche Gebühr erhoben, im Gegensatz zur Repräsentanz. Hinweise zur Registrierung bietet die Investitionsförderagentur des Landes.

Das Handelsregister ist öffentlich zugänglich, jeder kann einen Handelsregisterauszug beantragen, dieser ist aber gebührenpflichtig.

Hinweise zur Eintragung des wirtschaftlichen Endbegünstigten bieten Attorny-At-Law. 

Derzeit gilt ein Basissteuersatz von 18 Prozent. Für bestimmte Arten von Geschäften gibt es aber auch andere Sätze.

Kleinunternehmen (Umsatzerlöse bis 5 Mio. UAH), Einzelunternehmer und Agrarbetriebe können sich für eine Pauschalsteuer entscheiden, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. 

Ukraine

Hierfür müssen sie einen Antrag beim jeweils zuständigen Finanzamt stellen und sich in einer von vier Gruppen registrieren lassen. Die Eingruppierung hängt ab von der Höhe der Einkünfte, der Anzahl der Arbeitnehmer und der Art der Tätigkeit. Bei Agrarbetrieben von der Kategorie der Böden. Einzelheiten hierzu befinden sich in der Broschüre "Steuern in der Ukraine" von DLF Rechtsanwälte. 

Ukraine

Der Normalsteuersatz beträgt 20 Prozent. Für Arzneimittel und medizinische Waren gibt es einen Satz von sieben Prozent. Für bestimmte agrarische Güter gibt es einen Satz von 14 Prozent.

Zur Registrierung verpflichtet sind Unternehmen, die in den vergangenen zwölf Monaten mehr als 1.000.000 UAH aus umsatzsteuerrechtlichen Geschäften erwirtschaftet haben. 

Eine freiwillige Unternehmungsregistrierung ist für diejenigen möglich, die diesen Betrag nicht erreicht haben.

Eine zeitlich befristete Ausnahme von der Mehrwertsteuer gibt es für die Bereitstellung von Software bis zum 31. Dezember 2022.

Zwischen Deutschland und der Ukraine besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen vom 3. Juli 1995 (BGBl. 1996 II, S. 498), in Kraft seit 3. Oktober 1996.

Der Text des aktuellen DBA ist beim Bundesfinanzministerium zu finden über -> Themen -> Steuern -> Internationales Steuerrecht ->Staatenbezogene Informationen ->Ukraine.

Ukraine
Ukraine

Die offizielle Währung ist die Ukrainische Hryvnia (UAH). Der aktuelle Wechselkurs befindet sich auf der Seite der Ukrainischen Nationalbank.

Dort finden Sie auch die aktuellen Vorschriften der Devisenbewirtschaftung. 

Bei Export- und Importgeschäften ist beispielsweise der Abwicklungszeitraum im Februar 2019 von 180 Tagen auf 365 Tage erhöht worden. Ferner wurde die Währungsüberwachung für Transaktionen unter 150.000 UAH aufgehoben. Mehr zur Devisenliberalisierung finden Sie im Newsletter der Deutschen Beratergruppe Ukraine.

Zahlungen in bar sind auf eine Höhe von 50.000 UAH (etwa 1.885 Euro) begrenzt.

Nach Angaben des Außenwirtschaftszentrums Bayern kann bis zu einem Betrag von 10.000 Euro Bargeld deklarationsfrei ein- und ausgeführt werden.

Beim Landerwerb wird streng zwischen Agrar- und Nicht-Agrarland unterschieden. Ausländische Individuen und juristische Personen sind bislang ausdrücklich vom Besitz von Agrarland ausgeschlossen. Ab 1. Juli 2021 gibt es eine leichte Öffnung des Bodenmarktes.

Ukraine

Ausländische juristische Personen sind berechtigt, nicht-landwirtschaftliche Grundstücke in Wohngebieten sowie nicht-landwirtschaftliche Grundstücke außerhalb von Wohngebieten zu kaufen, wenn sich ihre eigenen Liegenschaften auf den entsprechenden Grundstücken befinden. Informationen auf Deutsch zum Erwerb von Immobilien in der Ukraine durch Ausländer sind zu finden bei den DLF Attorneys at Law.

Vor dem Kauf einer Immobilie sollten zahlreiche Prüfungen durchgeführt werden, da es keinen guten Glauben an den Inhalt eines Grundbuchs gibt. Ferner ist der Eigentümer eines Gebäudes nur selten Eigentümer des Grundstücks.

Es gibt eine Immobiliensteuer auf das Eigentum an Bauwerken und eine Immobiliensteuer auf das Eigentum an Grundstücken.

Für die Ansiedlung von Industrieunternehmen hat die Ukraine Industrieparks errichtet, die mit entsprechender Infrastruktur ausgerichtet sind. Mehr Informationen über Industrieparks bietet das Wirtschaftsministerium.

Ukraine

Seit dem 1. September 2017 wird das Assoziierungsabkommen EU/Ukraine vollständig angewandt, dies hat der Europäische Rat im Juli 2017 beschlossen. Über den Stand der Umsetzung des Assoziierungsabkommens gibt es regelmäßig einen Bericht der EU. 

Am 1. Oktober 2017 sind die zusätzlichen autonomen Handelsmaßnahmen der EU für die Ukraine in Kraft getreten. Die EU-Verordnung über die Maßnahmen stockt die Mengen an landwirtschaftlichen Produkten auf, die die Ukraine im Rahmen des Assoziierungsabkommens zollfrei in die EU exportieren kann. Außerdem beschleunigt sie die im Assoziierungsabkommen vorgesehene Abschaffung der EU-Importzölle für mehrere Industrieprodukte.

Über die Handelsbeziehungen zwischen der EU und der Ukraine informiert die EU-Kommission auf ihren Internetseiten.

Seit 2014 haben die EU und die Europäischen Finanzinstitutionen mehr als 15 Milliarden Euro an Zuschüssen und Darlehen für die Unterstützung der Reformen in der Ukraine mobilisiert.

Die Sanktionen aufgrund der von Russland annektierten ukrainische Halbinsel Krim sind verlängert worden. Sie beinhalten für die EU ein Importverbot für Waren aus der Krim und Sewastopol, sowie den Export bestimmter Waren auf die Krim. Ferner dürfen europäische Unternehmen bzw. in Europa ansässige Firmen nicht auf der Krim investieren.

Die Beziehungen der EU mit der Ukraine sind dargestellt auf der Webseite der EU-Delegation in der Ukraine. 

Delegation der Europäischen Kommission in der Ukraine und Weißrussland
101 Volodymyrska St., 01033 Kiew, UKRAINE
Tel.: +380 44 390 8010
E-Mail: delegation-ukraine@eeas.europa.eu, Internet: https://eeas.europa.eu/delegations/ukraine_en

Die Einrichtungen des Enterprise Europe Network arbeiten im Auftrag der EU. Sie beraten vor allem mittelständische Unternehmen über EU-Fragen und grenzüberschreitende Kooperationsmöglichkeiten. Der EuropaService der deutschen Sparkassen-Finanzgruppe kooperiert mit diesem Netzwerk. Die Partner des ukrainischen Enterprise Europe Network sind in zwei Städten zu finden.

Um investive Engagements von Unternehmen anzuregen, ist im März 2021 ein entsprechendes Gesetz verabschiedet worden. Für fünf Jahre kann es eine Befreiung der Körperschaftsteuer und der Entrichtung der Mehrwertsteuer bei der Einfuhr von neuen Anlagen geben. 

Ukraine

Dies setzt jedoch ein Investition in Höhe von 20 Millionen Euro und die Schaffung von mindestens 80 neuen Arbeitsplätzen voraus und der Durchschnittslohn muss 15 Prozent über dem Durchschnittslohn in der Branche in dem investitions-Gebiet liegen. Ferner bezieht sich die Förderung nur auf folgende Branchen:

  • verarbeitende Industrie (Ausnahme: Tabak, Alkohol) 
  • Abfallwirtschaft
  • Transport und Logistik 
  • Tourismus 
  • Bildung 
  • Wissenschaft 
  • Gesundheit und 
  • Bergbau (Ausnahme: kohle, Rohöl, Erdgas)

Um regionale Steueranreize zu ermöglichen, sieht das neue Gesetz einen größeren Handlungs-Spielraum bei den örtlichen Verwaltungen vor, so dass diese die Bodensteuer oder die Pachtsätze reduzieren können. 

Kleine Firmen und Agrarbetriebe können eine Pauschalversteuerung wählen, wenn sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen. Hierzu wurden vier Gruppen gebildet. (Angaben hierzu siehe Kapitel Körperschaftsteuer.) Auch für Unternehmen, die im Bereich Flugzeugindustrie tätig sind, können von zeitlich befristeten Vergünstigungen bei der Körperschaftsteuer profitieren, so Deloitte.

Ukraine

Die Ukraine ist seit 2008 WTO-Mitglied

Am 24. Juni 2010 wurde ein Freihandelsabkommen mit der EFTA abgeschlossen, es ist seit dem 1. Juni 2012 in Kraft.

 Seit dem 1. September 2017 gilt das Assoziierungs- und Freihandelsabkommen zwischen der EU und der Ukraine. 

Im Amtsblatt der EU ist die Verordnung zur Senkung/Abschaffung von Zöllen auf Waren mit Ursprung in der Ukraine veröffentlicht.

Was im Im- und Export mit der Ukraine zu beachten ist, ist in einem kurzen Beitrag unter dem Stichwort Außenhandelspraxis Aktuell zusammengefasst.

Informationen über Zoll und Einfuhr bietet auch gtai.

Mit dem am 4. September 2012 in Kraft getretenen Gesetz über Industrieparks sollen neue Investitionen angelockt werden. Ausrüstungen und Materialien, die für den Betrieb eines Industrieparks notwendig sind, sollen aus dem Ausland frei von Zollgebühren eingeführt werden können. Informationen zu Industrieparks in der Ukraine sind beim Wirtschaftsministerium zu finden.

 

Mit dem im März 2021 verabschiedeten Gesetz über Vergünstigungen für Großinvestoren in der Ukraine, können neue Ausrüstungen, die im Zusammenhang mit der Investition von mindestens 20 Millionen Euro stehen, ohne Entrichtung der Zollgebühren eingeführt werden.

Die Ukraine befindet sich im Reformprozess, so dass es zu laufenden Veränderungen im Gesetzgebungsbereich kommt. Darüber hinaus ist die finanzielle Situation des Landes durch eine hohe Schuldenlast gekennzeichnet.

Im März 2021 ist ein Gesetz zur Förderung von Großinvestitionen (mindestens 20 Millionen Euro) verabschiedet worden. Es sieht vor allem steuerliche Vergünstigungen vor (siehe Kapitel Steuervergünstigungen). Zuständig für die Umsetzung der Maßnahmen ist die Agentur UkraineInvest. 

Ukraine

 

Die Förderagentur berät potenzielle Investoren auch zu sämtlichen Fragen rund um eine Gründung.

Um mehr Investoren anzuziehen sollen auch die Gesetze über Industrieparks geändert werden. Seit September 2012 gibt es zwar ein Gesetz über Industrieparks (Gesetz Nr. 5018-VI vom 21. Juni 2012), aber hier sind Reformen erforderlich. Informationen zu Industrieparks in der Ukraine sind beim Wirtschaftsministerium zu finden.

Für kleine und mittlere Unternehmen wurde Anfang 2020 ein Programm gestartet, damit sie einen besseren Kreditzugang erhalten. Im Dezember 2020 wurden Änderungen am Programm beschlossen.

Die Ukraine will ferner auf erneuerbare Energien setzen. Die Einspeisevergütungen schwanken jedoch stark. Seit dem 1. Januar 2020 wird zur Förderung erneuerbarer Energien ein Auktionssystem eingeführt.

Mit deutscher Beteiligung wurde im Januar 2001 eine Bank speziell für Klein- und Kleinstkredite gegründet, die ProCredit Bank

Die Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft (DEG) erleichtert mittelständischen Unternehmen in der Ukraine den Zugang zu langfristigen Finanzierungen indem sie sich mit zehn Millionen US-Dollar an dem Emerging Europe Growth Fund III (EEGFIII) beteiligt. Der Fonds richtet sich vor allem an mittelständische Unternehmen, die besonders viele neue Arbeitsplätze schaffen, so die Nachrichten für Außenhandel.

Zu Aktivitäten der Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBRD) in der Ukraine finden Sie Informationen auf deren Internetseiten.

Die zentrale Förderagentur ist die UkraineInvest:
Ukraine Investment Promotion Office
Cabinet of Ministers of Ukraine
12/2 Hrushevskoho Street, Office 148, 01008 Kyiv, UKRAINE
Tel.: +38 098 567 88 99,  E-Mail: info@ukraineinvest.gov.ua, Internet: https://ukraineinvest.gov.ua/

Eine regionale Investorenberatungsstelle besteht in Rivne:
Regional Investment Promotion Agency "InvestInRivne"
Hetmana Mazepy St. 19, 33028 RIVNE, UKRAINE
Tel.: +380 362 269 565
E-Mail: invest@investinrivne.org, Internet: http://investinrivne.org/en.html

Ukrainian Chamber of Commerce and Industry
33, vul. Velyka Zhytomyrska, 01601 KIEW, UKRAINE
Tel.: +380 44 584-28-24
Fax: +380 44 584-28-27
E-Mail: ucci@ucci.org.ua, Internet: https://ucci.org.ua/.

Ende Oktober 2015 haben Deutschland und die Ukraine ein Abkommen unterzeichnet, welches die Grundlage für die zukünftige Gründung einer deutsch-ukrainischen Kammer darstellt. Im Oktober 2016 ist sie feierlich in Kiew eröffnet worden. 

AHK Ukraine
vul Puschkinska 34, 01004 KIEW, UKRAINE
Tel.: +380 44 377 52 00
E-Mail: info@ukraine.ahk.de, Internet: https://ukraine.ahk.de/  

Botschaft der Ukraine
Albrechtstraße 26, 10117 Berlin
Tel.: 030 28 88 71 28
Fax: 030 28 88 71 63
E-Mail: emb_de@mfa.gov.ua, Internet: https://germany.mfa.gov.ua/de 

Büro des ehrenamtlichen Wirtschaftsberaters der Botschaft der Ukraine in Deutschland (Büro WBU)
Technologiepark, Am Blümlingspfad 50, 53359 Rheinbach
Tel.: 0 22 26 157-600
Fax: 0 22 26 157-601
E-Mail: info@consulting-ukraine.de, Internet: https://www.consulting-ukraine.de/
Ansprechpartner: Dr. Victor Dombrowski
Das Büro fungiert als Investorenberatungsstelle im Auftrag der ukrainischen Botschaft.

Einen kurzen allgemeinen Einblick mit einer Reihe von Links zu Anlaufstellen in Deutschland und der Ukraine bietet das Außenwirtschaftsportal Ixpos.

Germany Trade and Invest (gtai) stellt eine Vielzahl von Informationen zur Ukraine zur Verfügung, zum Beispiel zu Zoll und Einfuhr.

Einen Leitfaden für Exporte für die Ukraine erstellt das Außenwirtschaftszentrum Bayern in Zusammenarbeit mit der Außenwirtschaft Österreich.

Für Ausschreibungen der öffentlichen Hand auf nationaler Ebene gibt es eine eigene Internetseite.

Um Geschäftspartner in der Ukraine zu finden, bietet Ihnen der EuropaService verschiedene Möglichkeiten an, die auf unseren Webseiten im Bereich Kooperationsservice vorgestellt werden. In der Rubrik Eurokontakte stehen beispielsweise anonymisierte Kurzprofile ukrainischer Unternehmen, die auf der Suche nach Geschäftspartnern in Deutschland sind. Eine Auswahl internationaler Kooperationsbörsen/Unternehmerreisen finden Sie im Bereich Unternehmertreffen und um sein eigenes Profil im Ausland zu veröffentlichen, gibt es die aktive Geschäftspartnersuche. Einzelheiten sind in unserem Leitfaden erläutert. Die Abläufe sind in einer Grafik übersichtlich dargestellt. Bei Fragen helfen wir gern weiter europaservice@dsgv.de, Tel.: 0 30 20225-5798.

Ihre Sparkasse ist Ihr Ansprechpartner auch für alle Fragen rund um die Begleitung internationaler Geschäftsvorhaben in der Ukraine. Sie greift für ein breites Informations- und Leistungsangebot auf eigene Kenntnisse, auf Verbundpartner wie den EuropaService, auf ein Netzwerk internationaler Partnerbanken und weitere Spezialisten der Sparkassen-Finanzgruppe zurück. Diese Partner bilden das internationale Netzwerk der Sparkassen-Finanzgruppe.

Hilfestellung, Beratung, Vor-Ort-Begleitung und die passenden Finanzprodukte für Ihr Vorhaben in der Ukraine erhalten Sie aus einer Hand über Ihren Firmenkunden- oder Auslandsfachberater.

Über das Internationale Netzwerk kann ihre Sparkasse - ggf. mit Unterstützung des EuropaService - für die Finanzierung konkreter Investitionsvorhaben den Kontakt zu Partnerbanken in der Ukraine herstellen.

Falls Sie noch kein Kunde einer Sparkasse sind und Ihnen Ansprechpartner für die Ukraine fehlen, wenden Sie sich einfach an den EuropaService. Wir helfen Ihnen gerne weiter. Ihre Sparkasse vor Ort können Sie auch mit Hilfe der folgenden Internetadresse finden https://www.sparkasse.de/service/filialsuche.html.

© Diese Ausarbeitung oder Teile aus ihr dürfen ohne Erlaubnis des EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe nicht reproduziert werden. Zitate sind mit Nennung der Quelle gestattet. Die Weitergabe durch Institute der Sparkassen-Finanzgruppe an deren Kunden ist frei.

Diese Angaben haben wir mit größtmöglicher Sorgfalt aus vielen Quellen zusammen gestellt. Wegen der sich weiter ständig ändernden Rahmenbedingungen können wir jedoch für Vollständigkeit und Inhalt der Informationen keine Gewähr übernehmen. Komplette Bearbeitung: Stand Mai 2021. Wichtige Entwicklungen werden laufend eingearbeitet, ohne dass das Erstellungsdatum geändert wird. Die neueste pdf-Version des Länderinfo kann daher am besten jeweils aktuell von der Internetseite (https://europaservice.dsgv.de/laenderinfos/schweden-zypern/ukraine.html) generiert werden.

Iris Hemker
Länderinfos, Kooperationsservice


030 20225 5796


030 20225 5799

Ukraine

Partner vor der Haustür

Reformen mit Rückschlägen, aber auch Verbesserungen sind in der Ukraine vorhanden.