Portugal: Marktpotenzial für deutsche KMU

September 2015

Gute Grundlagen sind in Portugal durch die Reformen gelegt worden, die auch nach den Wahlen fortgesetzt werden. Dies verspricht auch für deutsche KMU gute Rahmenbedingungen für ein Engagement im Entdeckerland.

„Portugal ist für alle Unternehmen interessant, die Standorte und zuverlässige Geschäftspartner mit innovativen, flexiblen technologischen Lösungen bei konkurrenzfähigen Kostenstrukturen suchen. Beispielsweise im Maschinenbau, der Kfz-Industrie, Elektrotechnik, dem Werkzeugbau, in der Textil-, Schuh- und Lebensmittelindustrie“, erklärt Pedro Macedo Leao, Handels- und Wirtschaftsrat der Botschaft von Portugal und Leiter des Berliner Büros von aicep Portugal Global, der portugiesischen Entwicklungsagentur.

Durch rund 500 Maßnahmen ist die Wirtschaft Portugals nach Angaben von aicep wieder wettbewerbsfähig geworden. Auch die Bedingungen für ausländische Direktinvestitionen haben sich verbessert. Dass die Reformen in der Wirtschaft und die Privatisierungsprogramme auch nach den Wahlen vom 4. Oktober fortgesetzt werden, ist der Handels- und Wirtschaftsrat der Botschaft von Portugal überzeugt. „Es gibt keine Mehrheiten für Parteien jenseits des eingeschlagenen Reformkurses“, so Leao.

Angesichts des sich verstärkenden Aufschwungs erklärt Ralf Hüpel, Relationship-Manager im S-CountryDesk für Portugal und Leiter Internationales Geschäft der Sparkasse Bielefeld: „In jüngster Zeit bemerken wir wieder eine etwas bessere Stimmung, so dass wieder mehr Unternehmen Anfragen zu Portugal stellen.“ Hierunter seien zum Teil Unternehmen, die ihre Produktion erweitern und dazu in Portugal in Maschinen und Anlagen investieren. Zum Teil seien es aber auch Unternehmen, die nach Dienstleistern und Produzenten als Zulieferer suchen. Beispielsweise suche aktuell ein deutsches Unternehmen einen Produzenten von Motorradbekleidung in Portugal über den EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe.

Für deutsche Unternehmen sieht gtai das Marktpotenzial derzeit besonders im Bereich Maschinenbau, Kfz und Umwelttechnik. Die Stärken Portugals seien vor allem die hohe Produktivität in modernen Betrieben bei niedrigen Lohnkosten und eine gute Verkehrsinfrastruktur.

Für investierende Unternehmen besonders interessant, ist die in den kommenden Jahren weiter sinkende Unternehmensbesteuerung: Von derzeit 21 Prozent soll der Regelsteuersatz bis zum Jahr 2018 auf eine Höhe zwischen 19 und 17 Prozent gesenkt werden.

Darüber hinaus bietet das Land verschiedene Fördermittel: Beispielsweise gibt es Steuererleichterungen für Forschung und Entwicklung. Ferner werden Investitionen in neue Produkte oder Produktionsmethoden unterstützt oder Vorhaben im Bereich Tourismus. „Um eine Simulation zu erwartender Fördermittel vorzunehmen, ist die Vorlage eines Businessplans in der Regel ausreichend“, erklärt der Leiter des Berliner Büros von aicep Portugal Global.

Für ein erfolgreiches Engagement in Portugal empfiehlt Leao einen offenen und gleichberechtigten Umgang miteinander. „Viele Geschäfte entwickeln sich im Zuge vertrauensvoller, auch persönlicher Kontakte zwischen den Entscheidern der deutschen wie auch portugiesischen Firmen.“

Auch Hüpel betont den hohen Stellenwert von menschlichen Werten, persönlicher Offenheit und langjährigen Beziehungen. Er selber hat das Land und das dortige Geschäftsleben im Rahmen eines sechsmonatigen europäischen Austauschprogramms kennengelernt. „Korrektheit und Pünktlichkeit werden dort nicht so groß geschrieben wie hierzulande – trotzdem funktioniert es. Mit Temperament und Gelassenheit.“

Ein Beispiel für eine langjährige Geschäftsbeziehung ist die zur Caixa Geral de Depósitas. Dort hat Hüpel während seines Aufenthaltes ein Praktikum absolviert und sie ist noch heute die Korrespondenzbank und der Partner im S-CountryDesk. Mit ihrer Hilfe unterstützt die Sparkasse Bielefeld beispielsweise Kunden bei der Kontoeröffnung. Kunden ihres Hauses, die mit Portugal Handel treiben, hilft die Sparkasse Bielefeld auch bei der Finanzierung von Zahlungszielen, die dort oft länger sind, als auf dem deutschen Markt.

Informationen zu den Rahmenbedingungen einschließlich der Förderungen in Portugal und zur Geschäftspartnersuche liefert der EuropaService unter http://europaservice.dsgv.de/

Bei der Kontoeröffnung und bei Finanzierungsfragen hilft der S-CountryDesk unter http://www.countrydesk.de/

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