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Geschäftliche Rahmenbedingungen für Handel und Investition

Republik Moldau
Die Wirtschaft des Landes ist geprägt durch kleine und mittlere Unternehmen. Das Land ist sehr an ausländischen Investoren interessiert.
Kurz und knapp
  • Die 2,4 Millionen Einwohner verteilen sich auf eine Fläche von fast 34.000 Quadratkilometer.

  • Moldau hat Grenzen mit Rumänien und der Ukraine.

  • Beim Korruptionswahrnehmungsindex von Transparency belegt Moldau Platz 76 (Stand: 02/2025).

  • Seit dem 6. Oktober 2025 ist Moldau Teil des SEPA-Raums.

  • Nationale Währung ist der Moldau-Leu (MDL), den Wechselkurs legt die moldauische Nationalbank fest.

Aktuelles und Perspektiven

  • Das Interesse an erneuerbaren Energien und an Energieeffizienzmaßnahmen steigt,
  • Großes Entwicklungspotenzial besteht in der Landwirtschaft und damit verbundenen Industrien.
  • Nachholbedarf besteht bei der Modernisierung der Infrastruktur.
  • Der Growth Plan der EU umfasst einen Wert von 1,9 Milliarden Euro und ermöglicht der Republik Moldau vielfältige Maßnahmen zu ergreifen, um die Wirtschaft wieder auf Wachstumskurs zu bringen.
  • Der Tourismus, insbesondere der Wein- und medizinische Tourismus, entwickelt sich zu einem Impulsgeber.

Steckbrief Moldaus Wirtschaft

  • Das Bruttoinlandsprodukt betrug im Jahr 2025 knapp 20 Milliarden US-Dollar.
  • Der Mindestlohn liegt bei umgerechnet 1,69 Euro/Stunde (Stand: 01/2025).
  • Der Bestand an ausländischen Direktinvestitionen beläuft sich im Jahr 2024 auf 5.400 Millionen US-Dollar. Der Anteil Deutschlands beläuft sich auf 4,5 Prozent, was Platz 5 bedeutet.
  • Haupthandelspartner ist Rumänien. Deutschland belegt bei den Lieferländern Platz 5 mit einem Anteil von 7,4 Prozent und bei den Abnehmerländern Platz 6 mit 4,8 Prozent.
  • Die Landwirtschaft hat einen Anteil von 7,2 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Rund 45 Prozent von Moldaus Exporten bestehen in Agrarprodukten.
  • Auch der Dienstleistungssektor macht 45 Prozent der Exporte aus.

Bedeutende Branchen in Moldau

Unternehmensformen in Moldau

  • In der Republik Moldau gibt es sowohl Kapital- als auch Personengesellschaften.
  • Bei den Kapitalgesellschaften ist die am häufigsten vorkommende die Gesellschaft mit beschränkter Haftung (Societate cu raspundere limitata, SRL). Für die Gründung ist kein Mindestkapital vorgeschrieben, es wird von den Gesellschaftern festgelegt. Neben Geldeinlagen sind auch Sacheinlagen möglich. Die Haftung der Gesellschafter beschränkt sich auf deren Gesellschafteranteile.
  • Die Aktiengesellschaft (Societate pe Actiuni, SA) als weitere Form der Kapitalgesellschaft, kennt dagegen ein Mindestkapital in Höhe von 600.000 MDL, ca. 30.000 Euro. Es existiert keine Beschränkung im Hinblick auf die Anzahl der Gründer. Die Haftung der Anteilshalter ist auf deren Anteil beschränkt.
  • Zu den Personengesellschaften gehört u.a. die Offene Handelsgesellschaft, bei der sich mehrere natürliche Personen zu einem bestimmten Ziel zusammenschließen. Die Gesellschafter haften persönlich.
  • Ein Tochterunternehmen (Sucursala) einer ausländischen Gesellschaft, arbeitet im Namen des Mutterunternehmens und besitzt keine eigene Rechtspersönlichkeit.

Registrierung

  • Die Registrierung eines Unternehmens erfolgt bei der staatlichen Registrierungskammer des Ministeriums für Informationsentwicklung (Agentia Servicii Publice).
  • Für die Registrierung gibt es zwei Möglichkeiten, entweder persönlich bei der Agentur oder online (inregistrare.ud@asp.gov.md).
  • Erläuterungen zu den verschiedenen Möglichkeiten finden Sie im aktuellen Leitfaden für Investoren der Agentur Invest Moldova.

Steuerliche Aspekte

Körperschaftsteuer

  • Die Standardrate liegt bei 12 Prozent.

Mehrwertsteuer

  • Die Standardrate beträgt 20 Prozent. Eine reduzierte Rate in Höhe von 8 Prozent gilt u.a. für bestimmte Nahrungsmittel, Medizin und gastronomische Dienstleistungen.
  • Die Registrierung ist verpflichtend für Unternehmen ab zu versteuernde Einnahmen die 1,2 Millionen MDL übersteigen.
  • Eine freiwillige Registrierung ist möglich.

Doppelbesteuerungsabkommen

  • Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Republik Moldau gilt weiterhin das deutsch-sowjetische Abkommen von 1983. Informationen hierüber finden Sie beim Deutschen Bundesministerium der Finanzen.

Immobilieneigentum

  • Um Unternehmen aus dem Bereich IT, Forschung und Entwicklung sowie den Ingenieurwissenschaften anzuziehen, gibt es in der Republik Moldau den ersten europäischen e-Park, den Innovations- und Technologiepark, der diverse Vorteile bietet.
  • Darüber hinaus gibt es 6 freie Wirtschaftszonen für exportorientierte Unternehmen und 8 Industrieparks. Interessenten werden anhand bestimmter Regeln ausgewählt, wie beispielsweise die voraussichtliche Höhe der Investition, den Beitrag zur Infrastrukturentwicklung sowie der Anzahl der neu erschaffenden Arbeitsplätze. Darüber welche Unterlagen für eine Bewerbung einzureichen sind, informiert die iPlatform
  • Grundsätzlich können ausländische Investoren in Moldawien Privatgrundstücke erwerben, und auch staatliches Land kann ihnen gemäß den geltenden Preis- und Transaktionsgesetzen verkauft werden. Es gelten jedoch bestimmte Einschränkungen: Landwirtschaftliche Flächen und Waldflächen sind ausschließlich moldawischen natürlichen und juristischen Personen vorbehalten.
  • Ausländische Staatsbürger oder Unternehmen können Folgendes nicht erwerben:
  1. Flächen, die für die Wasserwirtschaft vorgesehen sind,
  2. Flächen, die für technische Netzwerke im Zusammenhang mit staatlichen Materialreserven vorgesehen sind und
  3. Flächen für den Zivilschutz.

Beziehungen zur EU

  • Das Assoziierungsabkommen zwischen der EU und der Republik Moldau ist am 1. Juli 2016 vollständig in Kraft getreten. Hierdurch kann Moldau vom vertieften und umfassenden Freihandelsabkommen profitieren.
  • Im März 2022 hat Moldau seinen Antrag auf EU-Mitgliedschaft gestellt.
  • Ende Juni 2022 hat das Land den Status eines Beitrittslandes bekommen.
  • Ende Juni 2024 wurden die EU-Beitrittsverhandlungen offiziell eröffnet.
  • Seit dem 2. Januar 2025 nutzt die Repbulik Moldau den Euro als Referenzwährung, anstelle des US-Dollar.
  • Um die Integration Moldaus in die EU zu unterstützen, erhielt im März 2025 der Wachstumsplan der EU grünes Licht, mit dem etwa 385 Millionen Euro als Zuschüsse und 1,5 Milliarden Euro als Darlehen dem Land zur Verfügung stehen, neben weiteren Unterstützungen seitens der EU.
  • Seit Mitte Oktober 2025 gehört die Republik Moldau zum SEPA-Gebiet.
  • Über den Zustand der Entwicklungen in der Republik Moldau informiert die EU regelmäßig. Der jüngste Bericht über Moldau stammt aus November 2025.
  • Seit dem 1. Januar 2026 gehört Moldau zum Roaming-Gebiet der EU.
  • Weitere Informationen über die Beziehung zwischen der EU und der Republik Moldau bietet die Delegation der EU in der Republik Moldau.

Steuervergünstigungen

Zollvergünstigungen

  • Am 1. November 2025 ist Moldau dem Übereinkommen über das gemeinsame Versandverfahren und dem Übereinkommen über die Vereinfachung der Förmlichkeiten im Warenverkehr beigetreten. Das Land nutzt nun das NCTS, ein elektronisches Zollsystem, das von allen Vertragsparteien, u.a. EU, EFTA, für Versandverfahren verwendet wird.
  • Die freien Wirtschaftszonen sind im Land verteilt: Balti, Ungheni-Business, Otaci-Business, Taraclia, Vulcanesti und Tvardita. Ferner gibt es den Free International Airport Marculesti und den Giurgiulesti International Free Port.
  • Über die Bedingungen in den freien Zonen informiert die Plattform Außenhandel.

Förderungen in Moldau

  • Neben den Steuervergünstigungen (siehe entsprechendes Kapitel) bietet die Regierung Moldaus auch verschiedene finanzielle Anreize für Unternehmen. Direkte finanzielle Unterstützung gewährt sie zum Beispiel der Landwirtschaft, dem IT-Sektor, produzierenden Unternehmen, der Branche erneuerbare Energie, Forschung und Entwicklung, der Infrastruktur und dem Bildungsbereich.
  • Zur Förderung von Start-ups und wachsenden Unternehmen mit Schwerpunkt auf innovativen Projekten und strategischen Sektoren gibt es spezielle Investment Fonds.
  • Die Möglichkeit staatliche Unterstützung zu erhalten hängt ab von der Unternehmensgröße, der Branche und den Auswirkungen der Investition.
  • Die Unternehmens-Entwicklungs-Organisation (ODA) ist eine öffentliche Einrichtung unter der Zuständigkeit des Ministeriums für wirtschaftliche Entwicklung und Digitalisierung. Ihre Aufgabe ist es, die Entwicklung des Unternehmertums in der Republik Moldau zu unterstützen, von der Gründung eines Unternehmens bis zu seiner Internationalisierung. Die Hauptziele der Einrichtung sind:
  • Unterstützung der Entwicklung des Unternehmertums;
  • Bereitstellung nicht rückzahlbarer finanzieller Unterstützung;
  • Stärkung der Kapazitäten von Unternehmen für eine effiziente Unternehmensführung durch Schulungen, Mentoring, Beratung und Unterstützungsinfrastruktur;
  • Erleichterung des Zugangs zu Finanzmitteln durch die Gewährung von Finanz- und Staatsgarantien;
  • Sicherstellung des Dialogs zwischen dem öffentlichen und dem privaten Sektor.
  • Speziell für landwirtschaftliche Unternehmen gibt es die Agentur für Intervention und Zahlungen in der Landwirtschaft (AIPA)

Weiterführende Quellen

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