Vorsicht vor unseriösen Fördermittelangeboten!

Februar 2012

Das Angebot an EU-Fördermitteln ist unübersichtlich, und viele Unternehmer sind sich unsicher, mit wessen Hilfe sie verfügbare Förderungen tatsächlich erhalten können. Diesen „Dschungel“ machen sich manche sogenannte Finanzierungsberater mit windigen Geschäftsmodellen zu Nutze und locken mit vollmundigen Versprechungen, in kurzer Frist gegebenenfalls mehrere Millionen Euro an EU-Fördermitteln zu beschaffen. Eine Firma, die der EuropaService beraten hat, weiß jetzt genau, dass solche Angebote mit Vorsicht zu genießen sind.

Für eine geplante Investition von rund 16 Millionen Euro im Umweltbereich (Biomasse) hatte der Kunde der Sparkassen-Finanzgruppe vor einem guten Jahr wegen eventuell verfügbarer Fördergelder aus Brüssel angefragt. Der EuropaService informierte ihn über das dafür einsetzbare EU-Programm „Öko-Innovation“, über dessen Förderbedingungen und die zeitlichen Abläufe der für 2011 bevorstehenden Ausschreibung von Fördermitteln. Wenig später legte der Kunde das Angebot eines Finanzierungsberaters vor, der ihm innerhalb von drei Monaten nach Vertragsabschluss einen EU-Zuschuss in der stolzen Höhe von 8,5 Millionen Euro - parallel zu einem gleich hohen Kredit - in Aussicht stellte.

Der sehr komplexe Finanzierungsplan hatte allerdings einige Auffälligkeiten: Bei einem Mittelbedarf von 16 Millionen Euro belief sich das Gesamtpaket auf 19 Millionen Euro, um eine Reihe von „Abzügen“ mit abzudecken. Der EU-Zuschuss von 8,5 Millionen Euro wurde nach einer festen Frist versprochen, ohne dass von einem konkreten Programm, einer Antragstellung, der Erfüllung von Fördervoraussetzungen und der Einhaltung von Prüfungsfristen die Rede war. Bei Vertragsabschluss wäre dafür zunächst ein Betrag von gut 89.000 Euro zu zahlen.

Der EuropaService hat dem Kunden abgeraten, das Angebot weiter zu verfolgen, und dieser sah sich dadurch in seiner eigenen Skepsis bestärkt. Das wurde jetzt bestätigt: Im Januar 2012 hat die Staatsanwaltschaft Wiesbaden ein Ermittlungsverfahren gegen zwei Verantwortliche der Hermes Services Europe Ltd. eingeleitet, die unter mehreren Aliasnamen tätig gewesen sind. Bei ihnen besteht ein Verdacht des Betrugs im besonders schweren Fall; Ziel der Finanzierungsangebote sei allein die Vorauszahlung von Geldern an die Beratungsfirma gewesen - ohne irgendeine weitere Vermittlungstätigkeit. 

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