Schweden testen gern Neues

September 2014

Mitte September haben die Schweden gewählt. Im Wahlkampf dominierten Fragen der Arbeitsmarktpolitik. Bereits bislang erhalten Unternehmen Förderungen wenn sie entsprechend Arbeitsplätze schaffen. Von den Chancen deutscher Unternehmen in Schweden berichtet Anna Nordström, Handelsbeauftragte von Business Sweden in Deutschland.

Frau Nordström, Sie sind der deutsche Außenposten der schwedischen Agentur Business Sweden, die helfen soll den Geschäftskontakt zwischen schwedischen und ausländischen Unternehmen zu steigern. Mit welchen Anliegen können deutsche Unternehmen denn zu Ihnen kommen?

Deutsche Unternehmen die sich auf dem schwedischen Markt etablieren wollen (und oftmals von Schweden aus die Nordischen Länder betreuen wollen) können sich mit sämtlichen Fragen an uns wenden.  Business Sweden begleitet deutsche Unternehmen vom Ansiedlungsvorhaben bis zur Standortentscheidung zusammen mit den Regionen in Schweden. Die Investitionen können dabei verschiedene Formen haben: von Neugründungen über Erwerbe und Fusionen bis hin zu Partnerschaften, Forschungskooperativen und Wissenstransfer. 

Welches war für Sie die bislang ungewöhnlichste Anfrage?

Mit gut zehn Jahren Erfahrung in dieser Tätigkeit habe ich viele spannende Produkte und Dienstleistungen kennengelernt von hochtechnologischen Innovationen über kreative Lösungen für alltägliche Probleme. Jeder Tag als Managerin des Swedish Trade and Invest Council und als Handelsbeauftragte Schwedens in Deutschland ist ungewöhnlich und spannend!

Eingehende Anfragen beim EuropaService zielen vielfach auf Förderungen in europäischen Ländern. Wie sieht es denn mit Förderungen für Unternehmen in Schweden aus?

Hauptsächlich werden Steuererleichterungen für Beschäftigung geboten. Schweden bietet eine besondere Einkommensteuererleichterung für hoch qualifizierte Personen, wie internationale Führungskräfte, Experten, Forscher und andere mit besonderen Fähigkeiten. Für den Arbeitgeber werden die Arbeitgeberbeiträge auch geringer. Auch für Unternehmen mit FuE-Aktivitäten in Schweden wird eine generelle Reduktion der Arbeitgeberbeiträge geboten. Neben Steuererleichterungen für Schlüsselpersonal gibt es auch generell reduzierte Sozialversicherungsbeiträge für die Mitarbeiter bis zum Alter von 26 Jahren.

Wo sehen Sie derzeit für deutsche KMU die besten Chancen, wenn sie auf dem schwedischen Markt Fuß fassen wollen?

Generell ist Schweden sehr stark in der Informations- und Kommunikationstechnologie aufgestellt. Von Entwicklungskooperationen mit schwedischen Start-Ups und KMU oder Großfirmen wie Ericsson bis hin zum Testen von neuen Produkten und Dienstleistungen eignet sich Schweden besonders. Schweden gelten generell als „early adopters“ und testen gerne Neues, insbesondere neue Technologien und neues Design. Außerdem ist Schweden auch top in den Gebieten der IKT-Penetration (Rechner per capita, Mobilanschlüsse (Breitband) per capita etc.) Der E-Commerce ist in 2013, von einem hohen Niveau, nochmals um 17% gewachsen.

Medizintechnologie sowie Gebiete der Medizin, der Pharmazie oder anderer Biowissenschaften sind auch Branchen in denen Deutschland und Schweden gegenseitige Möglichkeiten sehen, dazu gehört auch E-Health.

Zulieferer der herstellenden Industrie z.B. Metall und Bergbau sowie der Energie und Umwelttechnik – hier besonders Biogas, Windkraft, Smart Grid-Lösungen und Speichertechnologien haben ebenfalls Chanen in Schweden.

Ferner plant Schweden große Investitionen in die Infrastruktur z.B. in die Verkehrsinfrastruktur. Auch hier haben deutsche Firmen viel zu bieten.

In der Sparte Logistik und Transport ist Schweden noch weit hinter Deutschland in der Reife und Entwicklung und somit gibt es Chancen für deutsche Firmen, die diese Branche in Schweden entwickeln wollen.

Der EuropaService der Sparkassen-Finanzgruppe bietet weitere Informationen zu Schweden und verschiedene Möglichkeiten, Geschäftspartner zu finden. Nähere Angaben dazu finden sich auf der Internetseite http://europaservice.dsgv.de

Mehr Infos zu Business Sweden unter http://www.business-sweden.se

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Iris Hemker

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