Über ein Viertel aller europäischer KMU auslandsaktiv

August 2010

Mehr als 25 Prozent aller europäischen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) haben in den letzten drei Jahren in irgendeiner Form Export betrieben. Dies ist ein zentrales Ergebnis der Studie „Internationalisation of European SMEs“ - in Auftrag gegeben durch die Europäische Kommission. Darin eingeflossen sind die Befragungen von 9.480 kleinen und mittleren Unternehmen aus 33 europäischen Ländern.

Der international tätige Mittelstand zeichnet sich darüber hinaus durch eine deutlich stärkere Innovationsbereitschaft gegenüber seinen nationalen Konkurrenten aus: 26 Prozent dieser Unternehmen brachten Neuerungen auf den Markt, gegenüber nur 8 Prozent der anderen Betriebe. Und auch bei der Schaffung von Arbeitsplätzen haben die international aktiven Mittelständler die Nase vorn: Sie verzeichneten eine Beschäftigungszunahme im Schnitt von 7 Prozent, die nur national tätigen Unternehmen lediglich um 1 Prozent.

Bestätigt wurde die Vermutung, dass mit zunehmender Größe des Unternehmens die Internationalisierung voranschreitet und Kleinstunternehmen den Schritt aufs internationale Parkett hinauszögern. Etwas überraschend ist die Erkenntnis, dass trotz zahlreicher Förderprogramme zur Internationalisierung von kleinen und mittleren Unternehmen und ebenso zahlreicher Bemühungen, diese publik zu machen, lediglich 16 Prozent der Betriebe von diesen Unterstützungsmaßnahmen überhaupt wissen. Hier scheinen Nachbesserungen nötig bzw. sollten Überlegungen angestellt werden, ob der bisherige Fokus an der Realität vorbei geht.

Um es vorweg zu nehmen: Bei deutschen kleinen und mittleren Unternehmen besteht noch Luft nach oben. Lediglich 19 Prozent von ihnen haben in den Jahren 2006 bis 2008 direkt exportiert. Zum Vergleich: Die nordischen Länder liegen mit 32 Prozent im Spitzenfeld und auch Polen ist mit 29 Prozent auf den vorderen Plätzen vertreten. Auch auf den anderen Seite sieht es nicht viel besser aus: Lediglich 14 Prozent der deutschen KMU haben direkt importiert. Damit liegt Deutschland weit abgeschlagen hinter beispielsweise Spanien, wo dies 33 Prozent der Mittelständler taten.

Sobald allerdings deutsche KMU den Schritt zur Internationalisierung gehen, sind sie hoch innovativ und durchaus risikobereit: 23 Prozent der Unternehmen haben Partnerfirmen außerhalb der EU, damit ist Deutschland Spitzenreiter weit vor Polen (10 Prozent) oder Italien (9 Prozent). Daneben bestätigen 41 Prozent der deutschen Firmen, dass sie zwecks Markteintritt im Ausland speziell ein neues Produkt oder eine neue Dienstleistung entwickelt haben. Ähnlich vorgegangen sind 37 Prozent der englischen KMU und nur 26 Prozent der französischen Betriebe.


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