Forschung und Innovation

Viele Zuschussangebote, aber zunehmend Finanzinstrumente

Das Programm Horizont 2020 – englisch Horizon 2020 – ist das Rahmenprogramm der EU für die Förderung einer breiten Palette von Technologie-, Forschungs- und Innovationsthemen im Zeitraum 2014 bis 2020. Gegenüber seinem Vorgänger, dem 7. Forschungsrahmenprogramm 2007-2013, wurde es um die Innovationsförderung erweitert.

Damit ein Forschungsvorhaben durch die EU gefördert werden kann, muss es im Regelfall durch mindestens drei voneinander unabhängige Teilnehmer aus verschiedenen Ländern gemeinsam durchgeführt werden und einen „europäischen Mehrwert“ nachweisen. Erfolgreiche Projekte haben oft (deutlich) mehr als drei Partner. Klein- und Mittelunternehmen (KMU) können aber auch einzeln gefördert werden.

Aus Horizont 2020 gibt es für forschungsspezifische Ausgaben (keine Sachinvestitionen) vor allem Zuschüsse, die direkt in Brüssel beantragt werden. Förderanträge können meist nur im Rahmen spezifischer Aufrufe zur Einreichung von Vorschlägen gestellt werden; diese Aufrufe geben jeweils konkrete Themen und einen Schlusstermin für Anträge vor. Für diese gibt es keine Fördergarantie; sie werden in einem Wettbewerbsverfahren bewertet.

Horizont 2020 ist nicht vorrangig auf KMU ausgerichtet, enthält aber unter anderem ein spezifisches KMU-Instrument (auch mit Einzelförderung). Darin können jederzeit Förderanträge gestellt werden, und Themen werden nicht vorgegeben.

Mehr Finanzinstrumente statt nur Zuschüsse

Seit einigen Jahren bietet die EU für Forschung, Entwicklung und Innovation ergänzend zu den Zuschüssen auch Eigenkapital, Darlehen oder Bürgschaften an. Das macht die Europäische Kommission nicht selbst, sondern in Zusammenarbeit mit der Europäischen Investitionsbank (EIB) oder dem Europäischen Investitionsfonds (EIF). Frühere Angebote wurden unter Horizont 2020 unter dem Oberbegriff InnovFin zusammengefasst. Auf KMU zielt dabei die InnovFin SME Guarantee Facility.

Der Investitionsplan für Europa des EU-Kommissionspräsidenten Juncker - mit dem Europäische Fonds für strategische Investitionen (EFSI; Details siehe unter Umwelt, Energie und Verkehr) - soll ebenfalls Innovationen unterstützen. Zunächst errichtet für 2015-2017 wurde der EFSI bereits bis 2020 verlängert.

Finanzierungsbedarf in der für KMU typischen Höhe wird von EIB oder EIF nicht unmittelbar gedeckt, sondern über ausgewählte „Finanzintermediäre“, die sich dafür bei EIB oder EIF akkreditiert haben. Die InnovFin SME Guarantee Facility wird in Deutschland seit Januar 2016 - mit Unterstützung aus dem EFSI - durch die KfW mit dem Programm Unternehmerkredit Plus umgesetzt. Dessen Pilotphase aus dem Vorgänger Risk-Sharing Instrument (RSI) hatte im Dezember 2014 begonnen.

Zudem bietet die KfW als einfach zugängliche Alternative das ERP-Innovationsprogramm an. Dieses ist wie andere Programme im Grundsatz bei allen Hausbanken in Deutschland verfügbar. Auch gibt es auf Grundlage der InnovFin SME Guarantee Facility und überwiegend ebenfalls unterstützt aus dem EFSI regionale Angebote in mittlerweile neun Bundesländern (Juli 2016), die ebenfalls bei dortigen Hausbanken beantragt werden können.

Unterstützung und Beratung in Deutschland

Interessenten und Antragsteller für EU-Forschungsförderung werden durch Nationale Kontaktstellen in Deutschland (Übersicht siehe rechts unter „Weitere Infos“) beraten und unterstützt. Unternehmen, deren Forschungsvorhaben keine „europäische Dimension“ haben, können deutsche Fördermittel beim Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie in den Bundesländern beantragen. Die deutschen Nationalen Kontaktstellen für Horizont 2020 betreuen vielfach auch die vergleichbaren deutschen Förderprogramme und können Unternehmen über die am besten geeigneten Angebote beraten.

Einen besonderen Forschungsfonds – als Nachfolger der „Montanunion“ – gibt es für den Bereich Kohle und Stahl.